Kategorie: Netzwerk-Festplatten

Einzeltest: Meridian Sooloos Control One + Ensemble


HiFi 2.0

Netzwerk-Festplatten Meridian Sooloos Control One + Ensemble im Test, Bild 1
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Dass Festplatten im Begriff sind, die heimischen Musiksysteme zu erobern, ist ein Fakt. Die Frage ist nur die: Wie gut bedient man so ein System, das Hunderte Alben beinhaltet, so einfach wie möglich? Meridian gibt uns die beeindruckende Antwort.

Peripherie:

– Vollverstärker: Lyngdorf TDAI 2200 Denon 2010AE – Vorverstärker: MalValve preamp 3 Endstufen: SysmAsym -Lautsprecher: K+T Competition KEF Reference 230/2 Es verwundert nicht, dass ein solches Vorreiterprodukt vom Spezialisten Meridian auf den Markt gebracht wird, da passt alles ganz wunderbar zusammen. Ich bin richtig glücklich, dieses System hier gehabt zu haben, da es eindeutig zeigt, wo der Weg hinführt. Jetzt feiern wir bereits Sooloos 2.0. Meridian hat in letzter Zeit auf Hochtouren gearbeitet, um die Anbindung an die hauseigenen Produkte zu perfektionieren und vor allem die Webfähigkeit einzuführen die letztendlich zur Namensgebung „Sooloos 2.0“ führte.

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Ich beginne mit dem vermeintlich unspannenderen Teil des Systems: dem Ensemble. Es besteht im Großen und Ganzen aus Festplattenspeicher, Ethernetanbindung, D/A-Wandlung und Vorverstärkung. Die Qualität der Verarbeitung ist über alle Zweifel erhaben, standesgemäß für ein Musiksystem dieser Marke. Vorne ist ein Hot-Swap- Schacht für SATA-Festplatten, 1 Terabyte ist bereits drin und reicht für eine stattliche Anzahl an Alben. Auf die genaue Zahl will ich mich nicht festlegen, da das auf die Abtastfrequenz und die Bittiefe ankommt; behalten Sie aber mal ganz grob die Zahl 2000 im Kopf. Das mir zur Verfügung gestellte Paket war bereits ordentlich mit Musik aller Couleur gefüllt. So musste ich auch nicht lange darauf warten, erste Erkenntnisse zu gewinnen. Der Anschluss beider Komponenten ist im Nu erledigt; wer zu Hause dynamische Adressvergabe in seinem Router aktiviert hat (das ist in der Regel so) kann im Prinzip nach fünf Minuten loslegen. Jede der beiden Komponenten bekommt einmal Strom und Netzwerk, das Ensemble muss noch mit dem Verstärker verbunden werden - das war‘s. Direkt mit Endstufen geht übrigens nicht, da man sonst keine Lautstärkeregelung hat. Die einzigen, die diesen Komfort genießen dürfen, sind glückliche Besitzer von Meridian- Aktivlautsprechern, die beziehen ihr Signal per Meridian-Link und CAT- 5-Strippe und können vom Control One aus geregelt werden. Das ist das schlankestmögliche und nebenbei komfortabelste Setup. Stellen Sie sich vor: In Ihrem Wohnzimmer besteht das, was für musikalische Unterhaltung sorgt und dem menschlichen Auge ersichtlich ist aus einem äußerst ansehnlichen Monitor und den nicht minder hübschen Lautsprechern aus gleichem Haus. Das macht jede Hausfrau mit, nur die Boxengröße muss ausdiskutiert werden. Klanglich ist das sicherlich ebenfalls ein wunderbarer Weg, besonders weil das Audiosignal so bis in den Lautsprecher hinein digital bleibt und erst „kurz vor Schluss“ gewandelt und verstärkt wird. Feine Sache. Ich musste damit leben, „Fremdware“, für die Vor- und Endverstärkung zu benutzen, das hat in meinen Augen dem Spaß aber keinen Abbruch getan. Das Ensemble habe ich der Einfachheit halber zur Begutachtung im Hörraum aufgestellt, es wäre aber nicht das geringste Problem gewesen, es beispielsweise im Büro zu platzieren, denn es kommuniziert mit dem Control One übers Netz, und Ethernetbuchsen haben wir in unserem Verlag ja überall. Ich sage das deshalb: Wenn man ganz nah mit dem Ohr an das Ensemble herangeht, vernimmt man leise das Lüftergeräusch. Sitzt man im Sessel in ein paar Metern Entfernung, geht dieses Geräusch komplett im Grundrauschen des Raumes unter, auf den Musikgenuss hat das keinen Einfluss.

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Kontrolle

Jetzt aber zu dem, was ich ganz unverblümt als „einfach nur unglaublich cool“ bezeichne. Die Controleinheit, mit der man seine Musik verwaltet, steuert, findet und letztlich abspielt: der Control One. Das ist ein 17-Zoll- Touchpanel, das schon allein deswegen glückliche Gesichter erzeugt. Richtig beeindruckt war ich von der Geschwindigkeit des Bildaufbaus. Man kann sich mit einem schnellen Fingerwisch durch zig Seiten bewegen, der Bildlauf mit 18 Covern pro Seite ist unmittelbar und flüssig. Das habe ich so noch nicht gesehen. Die prompte Umsetzung eines jeden Tastenbefehls sorgt dafür, dass man nicht nur an seiner Musik, sondern auch am bloßen Durchstöbern richtig viel Spaß hat. Klar, man gewöhnt sich immer schnell an Dinge, die einfach nur gut sind, in diesem Fall aber hält meine Begeisterung immer noch an, obwohl ich jetzt schon sehr lange täglich mit dem System gespielt und experimentiert habe. Jedes Mal, wenn ein Kollege reinkam, sah ich mich förmlich gezwungen, das System vorzuführen, um begeisterte Gesichter zu ernten. War auch jedes Mal so. Außerdem konnte ich so beobachten, wie unterschiedlich die Herangehensweise an ein solches System sein kann, bestätige aber hiermit, dass jeder, wirklich jeder (auch wenn‘s mal kein technisch versierter Redakteur war) nach kürzester Eingewöhnungszeit angefangen hat, das System zielgerichtet nach Musik zu durchsuchen und diese abzuspielen. Ich ziehe meinen Hut vor den Entwicklern der Software, wirklich. Denn was ich auch tat, ich war immer nur maximal zwei Fingertips weg von Playlisten, Albenauswahl oder Titelliste. Somit kommt man nicht umhin, den Entwicklern auch wegen der umgesetzten Nutzerfreundlichkeit ein Lob auszusprechen. Denn eins ist für einen Programmierer immer schwierig: Sich in die Köpfe anderer, die nicht so kompetent am Computer sind, hineinzuversetzen und eine Oberfläche zu realisieren, die jeder beherrscht. Ich habe wie gesagt lange Zeit gespielt; es hat allerdings etwas gedauert, bis ich eine meiner Lieblingsfunktionen entdeckt hatte: Das Fliegen durch die Musikgeschichte. Die Alben werden dann nicht alphabetisch, sondern nach Datum sortiert. Das klingt jetzt völlig trivial, aber wissen Sie, wie toll das ist, wenn man dann noch den Fokus auf Rock setzt und einen ganzen Abend lang quasi die Epochen des Rock noch einmal entdeckt? Möglichkeiten dieser Art sorgen dafür, dass man sein heißgeliebtes Sooloos immer wieder neu entdeckt und wahrscheinlich in Jahren noch hochspannend finden wird. Denn so etwas macht natürlich noch mehr Spaß, wenn das Archiv stetig wächst.

Mächtig

Das volle Gefühl von Macht kam bei mir auf, als ich die PC-Software installiert und gestartet hatte. Per Internetbrowser kann man sich zwar auch verbinden, hat dann aber nicht den vollen Funktionsumfang. Besser ist es, die gar nicht mal so umfangreiche Software zu installieren. Dann hat man sein Sooloos auch vom Büro aus fest im Griff . Beispielsweise kann man nachträglich Cover einfügen, sollte mal eins nicht erkannt worden sein. Oder man konfiguriert den Zugriff auf die Musikstücke so, dass beispielsweise iTunes auch etwas davon hat. Das Sooloos ist nämlich so nett und erstellt beim Rippen noch eine zusätzliche 320-kbps-MP3- Version der Musik, fertig mit Tags versehen und sauber strukturiert. Die kann man jetzt beispielsweise für sein iTunes nutzen, auf den iPod kopieren oder in anderen Abspielprogrammen auf dem lokalen Rechner nutzen. Das Sooloos richtet ein Netzwerklaufwerk ein, von dem man entweder die Musik herunterladen oder direkt abspielen kann. iTunes-Nutzer haben einen Sonderstatus, denn die können per vorgefertigten Buttons das lokale Musikarchiv auf die Sooloos-Platte kopieren und die Musikordner synchronisieren. Wer andere Programme wie den MediaMonky nutzt, kann das natürlich von Hand machen, die MP3- Partition der Sooloos-Harddisk wird als logisches Laufwerk erkannt. Natürlich funktioniert das auch in die andere Richtung. Auf der Rechnerfestplatte gespeicherte Musik, beispielsweise die ganzen Downloads, können selbstverständlich auch in das Ensemble kopiert werden. Sollte das Format FLAC oder Apple Lossless heissen und maximal mit 96 kHz in 24 Bit vorliegen, ist das ohne Probleme möglich. Ich habe einfach stumpf ein Album importiert, das von einem bekannten Downloadportal stammt. Völlig selbstständig und ohne mein Zutun legte das Sooloos ein Album an, importierte das Cover und alle Tags, die das Internet zum entsprechenden Album bereithielt. Nach dem Importvorgang bin ich einfach in den Hörraum gelaufen, und das Album war drauf. Ich habe bewusst ein paar Alben in höherer Auflösung auf die Festplatte kopiert, um später beim Hörtest auszuprobieren, wie gut das Sooloos mit derartigen Dateien umgeht. Wie gesagt, später mehr. Tja, was soll ich sagen? Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, mit Import und Computerabgleich vor Problemen zu stehen, da einfach alles sofort so funktioniert, wie man das erwartet. Dass man das Sooloos auch mit dem iPhone/iTouch steuern kann, muss ich wohl gar nicht erwähnen, ist ja irgendwie klar. Volle Kontrolle hat man damit zwar nicht, aber Basisfunktionen, die dem Abspielen dienen, gehen. Sogar richtig gut. Standesgemäß wird das Cover des aktuell gespielten Albums angezeigt, man kann äußerst flüssig durch das Archiv scrollen und hat dieselben Auswahlmöglichkeiten wie am Gerät selbst. Es ist schon sehr praktisch, wenn man überall im Haus in der Lage ist, Hörzonen zuzuweisen und Musik auszuwählen. Diese Steuerung läuft übrigens als Web-Applikation. Man muss sich also nicht extra eine Software im AppStore herunterladen, die Oberfläche läuft im Safari-Browser des iPhones. Da ich unglaublich faul sein kann, habe ich das auch ab und an benutzt, als ich auf der Couch in unserem Hörraum flätzte. Und das war lange, sehr lange.

Entspanntheit pur

Sie haben das bestimmt schon das Kästchen auf den Aufmacherseiten gesehen, die verraten, welche Musik wir zum Hören verwendet haben. In diesem Falle hätte ich ein paar Seiten gebraucht, denn so viel Musik, wie ich mit dem Sooloos gehört habe, hätte den Kasten gesprengt. Es geht einfach zu schnell. Während des Hörens schweift ganz automatisch das Auge auf den Bildschirm und man fängt ganz von allein an, weiter im Archiv zu stöbern und noch ein paar Alben in CD rein, warten, fertig. Das Einlesen von CDs ist ein Kinderspiel. Das Sooloos übernimmt alle Infos über das Album sowie die Cover vollautomatisch, das Internet hilft dabei Freie Auswahl: das Hauptauswahlmenü. Sagt Ihnen ein Album zu, tippen Sie drauf und Sie sind noch einen Fingertipp vom Abspielen entfernt Wenn Sie ein Album auswählen, können Sie es wahlweise sofort abspielen, als nächstes abspielen lassen oder in eine Warteschlange packen Das von mir per Ethernet importierte Album wird automatisch richtig eingeordnet. Die ganze Geschichte dauert Sekunden die Playlist aufzunehmen. Das war in meinem Fall natürlich so. Allein beim Testen der „Swim“-Funktion hört man ja schon unglaublich viel, um zu überprüfen, ob die richtige Stimmung ausgewählt wurde. Hat übrigens immer sehr gut geklappt. Doch irgendwann musste ich ja trotz der ganzen Spielerei mal andächtig und konzentriert lauschen, um die Klangqualität abschätzen zu können. Ansatzlos, mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit gesegnet, fließt die Musik förmlich aus den Strippen. Hier kommt ganz, ganz deutlich der Vorteil einer Festplatte zum Tragen. Es macht einfach unheimlich viel Spaß. Das ist es, das ist sowohl in Sachen Bedienkomfort als auch Klangqualität die ganze große Schule der digitalen Musikwiedergabe.

Fazit

Das Sooloos-System hat mir deutlich gemacht, dass meine Vorstellung von Musikkonsum keine Zukunftsmusik ist. Die Bedienung, die Möglichkeiten und nicht zuletzt der Klang sind so richtungsweisend dass ich mich ob der Leistung verbeuge.

Preis: um 9600 Euro

Netzwerk-Festplatten

Meridian Sooloos Control One + Ensemble

Referenzklasse


12/2009 - Christian Rechenbach

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audioreference.de 
Dateiformate FLAC (bis 96 kHz/24 Bit) / Apple Lossless (bis 96 kHz/24 Bit) / MP3 / WMA Ja / Ja / Ja / Ja 
Anschlüsse analog Cinch / optisch koaxial Nein / Nein 
Kapazität 1 TB (erweiterbar) 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 14.12.2009, 12:52 Uhr
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