Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Dual CS-550


Sehr lebendig

Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 1
13298

Damit muss die Firma Dual in der heutigen Konstellation einfach leben: Man wird aus einer so langen  Tradition heraus einfach an den vergangenen Großtaten gemessen – umso erfreulicher ist es,  wenn man dieser Bürde Fakten in Form hochwertiger Neukonstruktionen entgegensetzt

Ich habe wahrscheinlich erst ein halbes Dutzend mal erwähnt, dass mein erster Plattenspieler ein Dual war, also wiederhole ich mich gerne: Ein Dual 1209 Plattenwechsler in einer Holzzarge, untergebracht in der Wohnzimmerschrankwand meiner Eltern. Und wissen Sie was? Der Plattenspieler läuft noch heute! Mühsam zwar im Anlaufen und mit einem deutlich vernehmbaren Schlagen des Reibrads von langen Zeiten der Nichtnutzung, aber immerhin.  Vor knapp 2 Jahren kam nach langer Entwicklungszeit der CS-600 als Topmodell Duals auf den Markt, der erstmalig den Dauerbrenner CS-505 technisch und klanglich hinter sich lassen konnte.  Die beiden vielleicht spannendsten Merkmale des CS-600, der neu entwickelte Tonarm und der Sandwich-Teller. Genau diese beiden Komponenten – neben diversen anderen – hat man auch dem CS-550 spendiert, der sich auch in Sachen Preis nicht so weit entfernt vom CS-600 befindet.

Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 2Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 3Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 4Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 5Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 6Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 7Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 8Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 9Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 10Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 11Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 12Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 13Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 14Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 15Plattenspieler Dual CS-550 im Test, Bild 16
Zum Vergleich: 1499 Euro kostet der CS-600, mit 1199 Euro schlägt der CS-550 zu Buche.  Für diese 300 Euro weniger gibt es einen fast baugleichen Plattenspieler – der augenfälligste Unterschied ist die etwas dünnere Zarge mit einem weniger hochwertigen Finish: Während beim Topmodell eine edle Lackoberfläche in Schwarz oder Weiß glänzt, gibt es den CS-550 in einer Art Strukturlack in Anthrazit Metallic. Das wirkt zwar nicht so elegant, sieht aber auch nicht schlecht aus – und die Oberfläche wirkt auch um einiges strapazierfähiger.  Die dünnere Zarge wirkt sich auf der Waage aus – rund 7 Kilo stehen den fast 9 Kilo beim CS-600 gegenüber.  Dennoch: Die Zarge ist, anders als bei den in der Nomenklatur niedriger angesetzten Modellen, massiv. Die benötigten Hohlräume und Löcher werden in die MDF-Platte eingefräst.  Eine der Ausfräsungen benötigt der Gleichstrommotor mit seiner elektronischen Drehzahlregelung. Die Versorgung von außen erfolgt durch das dual-übliche Steckernetzteil. Der Motor dreht ziemlich schnelle, weswegen er ein Messing-Pulley mit geringem Durchmesser auf der Achse trägt. Die Antriebskraft wird über einen Flachriemen auf einen Subteller aus Kunststoff übertragen. Dieser dreht sich mit einer gegenüber dem Spitzenmodell etwas dünneren 7-Millimeter-Achse aus gehärtetem Edelstahl in einer Messing-Lagerbuchse mit Kunststoff-Lagerspiegel. Wegen der engen Toleranzen wird dieses Lager mit einem relativ dünnflüssigen Öl geschmiert.  Zum Hauptteller: Die Dual-Teller der leichteren Modelle sind recht dünne Konstruktionen aus tiefgezogenem Blech, denen ein äußerer Massering zu etwas mehr Trägheitsmoment verhilft. Beim CS-550 hat man zwei dieser Teile (inklusive der Ringe) aufeinander gesetzt und miteinander verschraubt – schon hat man einen deutlich schwereren und vor allem sehr stabilen Teller. Unsere Anregung, den Hohlraum zwischen den beiden Tellerebenen könnte man noch mit Dämpfungsmaterial auffüllen, hat man in St. Georgen aufgegriffen und die Ebene zwischen den beiden Tellern mit einer dämpfenden Gussmasse beschichtet. Eine Filzmatte dämpft die Oberfläche zusätzlich.  Der kardanisch gelagerte Tonarm erinnert mit seinem mächtigen Joch ein wenig an die Spitzenmodelle von früher, ist aber eine Neukonstruktion für den CS-600 gewesen. Ausbalanciert wird er über das Gegengewicht – die Auflagekraft selbst über eine Stellschraube mit Federkraft am Joch justiert. Das Antiskating wird entsprechend über einen Schieber an der Tonarmbasis eingestellt. Auch die Lift- und die Tonarm-Höhe können separat eingestellt werden – das geht etwas hakeligerl, muss aber in der Regel auch nur einmal gemacht werden.  Gewöhnungsbedürftig ist der Lifthebel, der nach unten gedrückt werden will, um den Arm anzuheben – das sorgt manchmal für etwas Irritation, vor allem im Wechsel zu „normalen“ Plattenspielern. Vorne am Arm sorgt ein verstärktes Glasfaserheadshell für den sicheren Sitz des Tonabnehmers – die aufsteckbare Justagehilfe macht die Einstellung des Systems leicht – einfach das System mit der Nadel in der Aussparung an der „Schablone“ zentrieren, schon passt es.  Im Hörtest reiht sich der CS-550 in die Riege seiner ungefähr gleich teuren und schweren Mitbewerber ein – wenn man bei der Wahl und Einstellung des Tonabnehmers Sorgfalt walten lässt. Tonabnehmer mit extrem niedriger Nadelnachgiebigkeit funktionieren am neuen Dual-Tonarm nicht besonders gut – hier werden beide Komponenten unter Wert geschlagen, weil das Timing im Bass nicht mehr stimmt. Montiert man dagegen einen Tonabnehmer ab mittlerer Compliance und gibt sich etwas Mühe bei der VTA-Einstellung, dann spielen wir schon in einer ganz anderen Liga.  Es geht tief in den Frequenzgangkeller hinunter, mindestens so tief wie bei den Kollegen mit „normalem“ Teller – und dabei bleibt er dynamisch schön stabil. Der Bass ist nicht so trocken wie beim Rega P3, sondern sortiert sich eher beim Music Hall MMF-7.3 ein. Ab dem Grundtonbereich und weiter hinauf im Spektrum trumpft er dann richtig auf und demonstriert eine erstaunliche Vielseitigkeit in Sachen Musiksparten und Klangfarben.  Bei Rock- und Popmusik fehlt vielleicht das letzte Quäntchen Bissigkeit -  in Sachen Langzeittauglichkeit muss das aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, meine ich.  Die räumliche Abbildung finde ich kompetent und sehr ausgewogen – Orchester stehen mit der richtigen Breite und Tiefe zwischen den Lautsprechern – kleinere Ensembles profitieren von der überzeugenden Wiedergabe der Synergie-Effekte zwischen den Musikern – sofern diese bei der Aufnahme gut eingefangen wurden, versteht sich.

Fazit

Der CS-550 ergänzt die Dual-Familie um ein  weiteres Spitzenmodell, das mit  konsequent eigenständiger Optik  und Technik und nicht zuletzt durch  seinen Klang voll überzeugt.

Preis: um 1199 Euro

Plattenspieler

Dual CS-550


02/2017 - Thomas Schmidt

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Sintron Audio, Iffezheim 
Telefon 07229 182950 
Internet www.sintron-audio.de 
E-Mail: info@sintron-audio.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 440/119/370 
Gewicht (in Kg)
Neu im Shop

ePaper Jahres-Archive, z.B. Hifi Test

>> mehr erfahren
Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
Kontakt E-Mail
Datum 03.02.2017, 14:55 Uhr
324_21181_2
Topthema: Philips 65OLED936
Philips_65OLED936_1640176466.jpg
Preisgekrönte OLED-TVs

Der Philips OLED936 gehört zweifelsohne zu den besten Fernsehern überhaupt.

>> Lesen Sie hier den gesamten Test!
Dipl.-Phys. Guido Randerath - Ressort Heimkino und Car Hifi
Dipl.-Phys.
Guido Randerath
Ressort Heimkino und Car Hifi
Heimkino 4/2022

In der neuen HEIMKINO haben wir die Freude, Ihnen einige der besten Fernseher präsentieren zu dürfen, die derzeit erhältlich sind.
>> Alles lesen

Elmar Michels - Ressort Car Hifi
Elmar Michels
Ressort Car Hifi
Car&Hifi 3/2022

Sonnenschein und Frühling? Genau passend dazu gibt es hier die CAR&HIFI 3/2022 mit unserem alljährlichen Frühjahrs-Spezial. Auf 15 Extraseiten präsentieren wir die spannenden Highlights der Saison. Bereits im Test haben wir in dieser Ausgabe drei DSP-Endstufen und einen High-End-DSP für Klangfreaks. Also sofort runterladen und lesen!
>> Alles lesen

Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
Ressort
High-End
LP 3/2022

Jetzt on- und offline über alle bekannten Kanäle verfügbar: Die Ausgabe 03/22 der LP, unserem Magazin für die analogen Belange des Musikhörens.
>> Alles lesen

Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
HiFi Test TV HiFi 3/2022

Allen Krisen zum Trotz - und man spürt förmlich den Willen und die Energie, die dahinter steckt - will die Branche wieder ans Licht, im wahrsten Sinne des Wortes.
>> Alles lesen

kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 16.98 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 11 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

HiFi & Video Technik Oliver Gogler e.K.