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Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Music Hall Ikura


Punktsieg

Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 1
9945

Da ist es mir doch wirklich das Peinliche passiert: Beim Versuch, den neuen Music-Hall-Plattenspieler von einem Raum in den nächsten zu transportieren, habe ich ihn im wahrsten Sinne des Wortes zerlegt. Aber ich kann mir da noch einmal vergeben – man kann dem Ikura den zweiteiligen Aufbau wirklich nicht ansehen.

Mitspieler


Tonabnehmer:

 Benz ACE L
 Denon 103
 Ortofon 2M Blue

Phonoverstärker:

 MalValve Preamp Three Phono
 Trigon Advance
 Quad Preamp Twentyfour P

Verstärker:

 Accuphase E-600

Lautsprecher:

 Sonus Faber Olympia III
 Audio Physic Avantera
 K+T Nada
 K+T Ophelia

Zubehör:

 Stromversorgung: Accuphase, PS Audio
 Kabel: Van den Hul, Transparent, Silent Wire
 Aufstellung: Thixar, Audio Exklusiv, Bfly


Gegenspieler


Plattenspieler:

 Music Hall MMF 7.1 und 9.1
 Scheu Premier III mit SME 309
 Rega RP-10

Ein Déjà-vu war die Zeit zwischen dem ersten Auftauchen des letztlich Ikura genannten „kleinen“ Music-Hall-Plattenspielers und dem finalen Verkaufsstart in Europa: Schon beim großen Modell MMF 11.1 hat sich Roy Hall eine Menge Zeit genommen, bis er das Laufwerk so weit hatte, dass es auch tatsächlich seinen Ansprüchen genügte. Auch, wenn ich als Deutscher die Mentalität dahinter nicht so ganz verstehen kann, Dinge auf der ganz großen Bühne zu präsentieren, die noch ganz weit von ihrer Fertigstellung entfernt sind – das Warten hat sich im ersten Fall gelohnt, und ich bin überzeugt davon, dass es auch dieses Mal zum Erfolg geführt hat. Aber vorher noch ein kurzer Exkurs zur Music-Hall-Modellpalette: Neben den drei großen Modellen MMF11.1, MMF9.1 und MMF7.1, in die eine Menge eigene Entwicklungsarbeit eingeflossen ist, gab es für den Einsteiger lediglich zwei Modelle, die sich allenfalls in Nuancen von den Project- Schwestermodellen unterschieden haben, mit denen sie ja die Technik gemein haben. Und genau das wollte Roy Hall eben ändern – ein neues, „kleines“ Modell zu einem fairen Preis, das deutlich mehr die eigene Handschrift trägt, sich aber auch von den doch recht massiven Laufwerken der bisherigen Kollektion unterscheidet.

Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 2Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 3Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 4Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 5Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 6Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 7Plattenspieler Music Hall Ikura im Test, Bild 8
Dieses Ziel wurde gerade mit der weißen Version des Ikura klar erreicht – der ursprünglich angepeilte Preis von knapp 1.000 Euro wurde letzten Endes doch verfehlt: Immer noch faire 1.300 Euro werden für das Paket jetzt fällig. Dafür gibt es auf den ersten Blick einen – siehe oben – einfachen Brettspieler, bei dem allenfalls die „Kanthölzer“, auf denen er steht, ein wenig seltsam anmuten. Nun, diese Profile sind der sichtbare Teil der unteren Zargenhälfte, in denen nur die Funktionseinheit Motor untergebracht ist, selbstverständlich vom umgebenden Rahmen entkoppelt. Der gesamte Rest des Ikura wird auf drei entkoppelnde Gummikegel aufgesetzt, die in passend gefräste Vertiefungen der oberen Zargenplatte eintauchen – so ergibt sich erst die flache Bauweise. Die Platte trägt das Tellerlager – klassisch mit Buntmetall-Buchse und Lagerspiegel aus Teflon, in die der Edelstahl-Lagerdorn des Kunststoff- Subtellers eintaucht. Der Hauptteller ist aus weiß lackiertem MDF, ein Material, das immer etwas Stirnrunzeln verursacht, bei genauerem Nachdenken aber als gut geeignet für einen Teller erscheint: Hohe innere Dämpfung und gleichmäßige Struktur haben wir immer ganz gern. Der Tonarm stammt auch von Pro-Ject, es handelt sich hier um den einteiligen Aluminium-Arm, der seit Jahren zur Zufriedenheit der Hörer auf zahlreichen Plattenspielern seinen Dienst verrichtet. Montiert ist ein Ortofon 2M Blue, für das das soeben Gesagte genauso gilt. In der Nomenklatur Ortofons ist es eine Stufe über dem EInsteigersystem 2M Red angesiedelt und entwickelt für den Einzelpreis von knapp unter 200 Euro ganz erstaunliche Qualitäten, die es für viele anspruchsvolle Hörer zum Mittel der Wahl macht. Direkt von oben betrachtet hat der Ikura ziemlich genau die Form einer alten Fernseher- Bildschirmröhre – das hat mit den geschwungenen Seiten etwas Organisches. Kein Wunder, zeichnet doch ein gestandener Industriedesigner verantwortlich für das Aussehen des Ikura, dessen Namen (und dessen Punkte) sich vom japanischen Wort für Lachsrogen ableitet. Eine Delikatesse also – zumindest die Zutaten des Music Hall lassen schon einmal die höheren klangliche Genüsse erwarten. Der Aufbau ist einfach bewerkstelligt – wie gesagt, an den zweiteiligen Aufbau muss man sich gewöhnen. Der Riemen des separaten Motors ist aber kein bisschen komplizierter aufzulegen als bei einer einteiligen Zarge. Die dankenswerterweise zum Lieferumfang gehörige Haube wird nur aufgesetzt und mit zwei Knöpfen in ihrer Position fixiert. Während des Hörens kann man die Haube ruhig an die Seite stellen, eine Empfindlichkeit gegenüber Luftschall haben wir nicht feststellen können. Im Hörtest offenbarte der Ikura einen für meine bisherigen Erfahrungen mit Music Hall Plattenspielern recht ungewöhnlichen Klangcharakter: Waren die großen Mehrdecker sehr stark bedämpft und recht dunkel abgestimmt, spielt der Ikura sehr offen und luftig. Das mag vor allem mit dem MDF-Teller und dem gewählten Tonabnehmer zusammenhängen – das Laufwerk kann sich nämlich in Sachen Nebengeräuscharmut durchaus mit seinen größeren Kollegen messen, wenn auch im direkten Vergleich mit dem dicken Acrylteller des MMF 9.1 doch etwas die Substanz im Tiefbass fehlt. Dafür kommen die tiefen Töne knackig und direkt; sie klingen schnell ab und hinterlassen dadurch den Eindruck eines stets pointierten Grooves, bei dem sich auch tieffrequente Instrumente gut differenzieren lassen. Im Mitteltonbereich klingt der Ikura offen und dabei durchaus etwas größer in der räumlichen Abbildung als andere Laufwerke – das ist vielleicht nicht die reine Lehre, macht aber eine Menge Spaß. Man kann auch ruhig ein bisschen mit dem VTA spielen, um die tonale Balance an die eigenen klanglichen Erwartungen anzupassen – das ist ja das Schöne an der analogen Musikwiedergabe, dass man so unmittelbar nachvollziehbar eingreifen kann. Dynamisch ist das Ganze in jedem Fall, der Ikura kann kurze. perkussive Signale genauso unmittelbar und direkt abfeuern wie großorchestrale Attacken über den gesamten hörbaren Frequenzbereich. Das Laufwerk ist ungemein spielfreudig und durchaus auch mal ein bisschen aggressiv, wenn es die aufgelegte Scheibe musikalisch hergibt. Mit einem deutlich teureren Tonabnehmer wie dem Benz ACE L verschiebt sich die klangliche Balance etwas mehr in Richtung dunkel – die Konturen werden dabei noch etwas schärfer, die Dimensionen klarer. Das zeigt, dass der Ikura das Potenzial besitzt, auch in einem sehr hochwertigen Umfeld absolut auf Augenhöhe mitzuspielen.  

Fazit

Designerisch wie klanglich geht der Ikura einen neuen Weg: Mit seiner mitreißenden und sehr offenen Spielweise komplettiert er das Music-Hall-Sortiment absolut überzeugend. Dass er auch designerisch seinen eigenen Weg geht, ist umso erfreulicher.

Preis: um 1299 Euro

Music Hall Ikura


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Phonar, Tarp 
Telefon 04638 89240 
Internet www.phonar.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 510/390/150 
Gewicht (in Kg) 9,5 

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Interessante Links:
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  • www.heimwerker-test.de
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