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Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Pro-ject The Classic SE


Die letzte Bastion der Vernunft

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Beliebig viel Geld für einen Plattenspieler auszugeben ist in der heutigen Zeit keine große Kunst. Viel schwieriger ist es, ein bezahlbares und sorgfältig kombiniertes Komplettpaket zu bekommen, bei dem sich jemand etwas gedacht hat

Im Prinzip haben wir‘s hier mit einem alten Bekannten zu tun: Pro-Jects „The Classic“ zierte schon das Plattenspieler-Spezial im letzten Jahr und wusste von vorne bis hinten zu überzeugen. Vom Erfolg des Gerätes beflügelt war die Frage, was innerhalb eines sinnvollen Preisrahmens an der Maschine noch zu verbessern sein solle, eine ebenso naheliegende wie legitime. Dabei herausgekommen ist das hier: der „The Classic SE“ für 1.400 Euro, also mit einem Aufpreis von 400 Euro zum ursprünglichen Modell. Konstruktiv ist alles beim Alten, investiert wurde in die Ausstattung des Gerätes. Von daher macht es Sinn, zunächst noch einmal einen Blick auf die Konstruktion des Gerätes zu werfen. Optisch folgt „The Classic“ zweifelsohne Vorbildern aus der goldenen Ära der Schallplatte. Einen so klassischen Plattenspieler wie ihn – von daher passt der Name wie die Faust aufs Auge – findet man heutzutage vielleicht noch bei Linn, deren LP12 natürlich einer der Paten für den ProJect war. Heybrook, Thorens und noch ein paar waren die anderen. Im Gegensatz zu den Vorbildern handelt es sich bei Pro-Ject aber nicht um einen „richtigen“ Subchassis-Spieler mit Federaufhängung, sondern um ein mehrteiliges Massekonzept, bei dem die einzelnen Komponenten mit dämpfenden Elementen voneinander entkoppelt sind.

Will sagen: Auf dem „Subchassis“ in Gestalt einer mit einer Metallfolie beschichteten MDF-Platte sind das Tellerlager und der Tonarm montiert, auf der Zarge der Antriebsmotor. Jene besteht ebenfalls aus MDF, jedoch kommt hier ungleich mehr Material zum Einsatz als bei der leichten oberen Platte. In sechs Bohrungen in der Grundplatte stecken Kugeln aus dem bei Pro-Ject gerne verwendeten Elastomer „TPE“, bei dem es sich im Wesentlichen um eine weiche Gummimischung handelt. Will sagen: Wenn der Motor unten irgendwelche Vibrationen erzeugen würde – was in Anbetracht seiner harten Ankopplung an die Zarge prinzipiell denkbar wäre – dann würde davon nichts am per Flachriemen angetriebenen Subteller ankommen, da beide Elemente gut voneinander entkoppelt sind. Der eher drehmomentschwache Motor, der Flachriemen und die Übertragung der Antriebskraft auf einen unter dem Plattenteller sitzenden Subteller sind ebenfalls klassische Elemente, die es auch vor 50 Jahren so schon gegeben hat. Pro- Ject stülpt darüber einen ziemlich schwergewichtigen Aluteller, der wiederum mit TPE an seiner Unterseite im Zaum gehalten wird. Das funktioniert bestens, wie die „Knöchelprobe“ beweist. Obenauf liegt, und damit kommen wir zum ersten Unterschied zum Standard- „The Classic“, mal nicht die obligatorische Filzmatte, sondern eine aus Leder.

Preis: um 1400 Euro

Pro-ject The Classic SE


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Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
hifitest.de
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 01.11.2017, 14:59 Uhr