Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Rega P6


Mit Leichtigkeit

Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 1
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Briten sagt man ja nach, dass sie gerne alles ein bisschen anders machen: Sie fahren auf der linken Seite, tragen seltsame Kopfbedeckungen und ihre Küche, na ja ... Dass Rega Briten sind, kann man schon an ihrer Produktpalette erkennen: Je höher ein Laufwerk in der Nomenklatur angesiedelt ist, desto leichter wird es

Mal im Ernst: Als ich den aktuellen Rega P6 ohne seinen Glasteller anheben wollte, ist er mir fast aus der Hand gerutscht, weil ich mit viel zu viel Schwung an dieses Fast-Nichts an Masse herangegangen bin. Definitiv keine MDF-Zarge, sondern etwas anderes, viel Leichteres. Und Steiferes. Aber eben nicht so offensichtlich anders wie bei dem klar sichtbar aus einen geschäumten Kunststoff bestehenden RP10 damals. Zwei extrem dünne und steife Kunststofflaminatplatten bilden den oberen und unteren Abschluss, dazwischen aufgeschäumtes Polyurethan als leichter und stabiler Träger.

Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 2Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 3Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 4Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 5Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 6Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 7Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 8Plattenspieler Rega P6 im Test, Bild 9
Durch die elegante, mattgraue Oberfläche ist dieser Aufbau natürlich nicht sofort zu erkennen, deswegen entschuldige ich meine erwähnte Fehlleistung auch gleich mal selbst. Wie wir es seit ein paar Jahren von Rega kennen, sorgen gelochte Aluminiumplatten für die endgültig starre Verbindung zwischen Tellerlager und Tonarmbasis. Die Zarge wird von drei der noch relativ neuen Rega-Aluminiumfüße getragen. Der Synchronmotor sitzt beim neuen P6 in einem nach unten hin abgeschirmten Gehäuse in der Zarge. Die Kraftübertragung auf den präzise gefertigten Metallsubteller erfolgt über den weißen Rundriemen, den es für die kleinere Plattenspieler nur als Upgrade gibt. Irgendwelche Unsauberkeiten in Sachen Drehzahl hat man bereits an der Quelle beseitigt: Mit dem zum Lieferumfang gehörenden neuen Netzteil „NEO PSU“ generiert sich der P6 einfach seinen eigenen Strom. Das kennt man ja schon von diversen Spitzenmodellen anderer Hersteller und auch von den „großen“ Plattenspielern Regas. Aber dass ein Spieler, der ohne Tonabnehmer auf einen unverbindlichen Verkaufspreis von 1.299 Euro kommt, ein DSP-gesteuertes Netzteil mitbringt, das ist neu. Das Netzteil und der eingebaute Motor werden aufeinander eingemessen. Der Motor dankt es mit einem noch etwas ruhigeren Lauf. Die Geschwindigkeitswahl wird komfortabel am PSU geregelt, ebenso wie die Feineinstellung der beiden Drehzahlen, falls das einmal nötig werden sollte. Und wo wir gerade bei Neuigkeiten sind: Auch in Sachen Tellerlager hat sich etwas getan. Die neue Bronze-Lagerbuchse ist noch mal präziser gefertigt und sogar zum Patent angemeldet. Vor allem die Reibung im Lager ist noch einmal deutlich zurückgegangen – auch hier hat man sich die Werte der eigenen Spitzenlaufwerke zum Vorbild genommen, die freilich mit einem sehr teuren Keramiklager ausgestattet sind. Der Hauptteller ist aus zwei Lagen Glas zusammengesetzt: Eine klare Scheibe und eine mattierte. Das sieht gut aus und sorgt für eine bessere innere Dämpfung des Tellers. Zusammen mit der obligatorischen Filzmatte ergibt die Materialkombination das Rega-typsich rasante Abklingverhalten – eine Klopfprobe gibt da zumindest einen groben Eindruck. Der Tonarm basiert natürlich auf dem legendären RB300, ist allerdings an entscheidenden Stellen verbessert worden. Der neue RB330 besitzt neben den sehr engen Lagertoleranzen und der hochwertigen Verkabelung auch ein neues Gegengewicht mit geringerem Durchmesser, dafür etwas größerer Länge. Großen Wert legt man bei Rega auf die Masseverteilung im Armrohr. Dessen Wandstärke nämlich nimmt vom Drehpunkt bis zum Headshell kontinuierlich ab und realisiert so das Ideal der Massekonzentration am Zentrum der Bewegung. Dazu kommen ein neu designtes, wesentlich steiferes Lagergehäuse, eine präziser ansteuerbare Auflagekrafteinstellung und vor allem deutlich enger tolerierte Lager, die quasi kein Spiel mehr aufweisen. Im Grundpaket kostet der neue P6 wie gesagt 1.299 Euro. Empfohlen wird die werksseitige Ausstattung mit dem neuen Rega-MC-System Ania, das dann im Set auch etwas weniger kostet, was einen Gesamtpreis von 1.799 Euro ergibt. Für denselben Kurs bekommt man beim deutschen TAD-Vertrieb auch den P6 mit dem hauseigenen Excalibur-Black-MC, dem Spitzenmodell einer Reihe von drei Tonabnehmern, die man sich hat anfertigen lassen. Das ist immerhin eine Preisersparnis von 200 Euro und auf jeden Fall eine Überlegung wert. Wie jedes Mal bei einem Rega, freute ich mich auch dieses Mal auf den Hörtest. Keine langwierigen Auf- und Einstellorgien – einfach irgendwo hinstellen und anschließen, spielt. Und wie: Die typische, trockene und extrem saubere Spielweise hört man einfach sofort heraus: Hier wird nichts zum Signal aus der Rille addiert, hier wird alles subtrahiert, was nicht zum Signal gehört. Da gibt es kein Wummern im Bass und keine angefetteten tiefen Töne. „Kein Wunder, bei dem schmalen Brett“ wird mancher jetzt einwenden. Tatsächlich ist es so, dass große Masse es einem Laufwerk zwar leichter macht, stabil und ruhig zu laufen, auf der anderen Seite ist diese Masse eben auch ein prima Energiespeicher auch für Resonanzen. Rega baut keine massigen Energiespeicher, sondern leitet konsequent ab. Und hat man sich daran einmal gewöhnt, dann lernt man es durchaus zu schätzen, dass das subjektiv verschlankte Signal ein deutliches Mehr an Information liefert, das man vorher in seiner Fülligkeit eher nicht wahrgenommen hat. Die Musik wird deutlich leichtfüßiger, präziser und damit auch viel lebendiger – und zeigt dabei keine Spur von Nervosität. Im Gegenteil: Mit einer stoischen Ruhe, die man dem kleinen Laufwerk gar nicht zutrauen würde, dreht der P6 seine Runden. Man kann also Rega für die neue Motorsteuerung nur applaudieren, die Konstruktion macht ihre Sache wirklich gut. Und das neue Lager. Und der neue Arm. Und so weiter. Ja, es geht mit einem großen Laufwerk noch ein bisschen besser. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine gewisse Intelligenz bei der Konstruktion – nur mit schierer Masse gewinnt man gegen den cleveren Rega keinen Blumentopf. Und es ist immer wieder ganz erstaunlich, wie nahe so ein kleiner Plattenspieler den Platzhirschen kommt und sie mit seinen pfiffigen Detaillösungen in mancher Hinsicht sogar übertrifft. Weiter so!

Fazit

Der neue Rega P6 weist zahlreiche konstruktive Neuerungen auf und ist in seiner Preisklasse damit nahezu ohne Konkurrenz. Wenn man auf optisches Understatement steht, hat man hier seinen Plattenspieler gefunden, vor allem in einem der preislich extrem attraktiven Gesamtpakete.

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Kategorie: Plattenspieler

Produkt: Rega P6

Preis: um 1299 Euro

3/2018
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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb TAD-Vertrieb, Frasdorf 
Telefon 08052 9573273 
Internet www.tad-audiovertrieb.de 
E-Mail: hifi @tad-audiovertrieb.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 448/120/365 
Gewicht (in Kg) 5,2 kg 
Unterm Strich ... Der neue Rega P6 weist zahlreiche konstruktive Neuerungen auf und ist in seiner Preisklasse damit nahezu ohne Konkurrenz. Wenn man auf optisches Understatement steht, hat man hier seinen Plattenspieler gefunden, vor allem in einem der preislich extrem attraktiven Gesamtpakete. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 26.03.2018, 14:58 Uhr
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Topthema: Wenn man ehrlich ist ...
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... dann braucht man zum guten Musikhören nicht mehr als den neuen Mivoc-Vollverstärker HA200 BT. Vor allem angesichts der Tatsache, dass man hier aus einer Hand eine komplette Anlage bekommen kann, die es in sich hat.

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