Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Béla Bartók - The Six String Quartets · The Juilliard String Quartet (Columbia/Speakers Corner)


Béla Bartók - The Six String Quartets · The Juilliard String Quartet

Schallplatte Béla Bartók - The Six String Quartets · The Juilliard String Quartet (Columbia/Speakers Corner) im Test, Bild 1
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Die Juilliard School ist die wohl führende Schule für Musik, Tanz und Schauspiel in New York. Aus ihr sind so bedeutende Künstler wie die leider inzwischen verstorbene Tänzerin Pina Bausch hervorgegangen, prominente Schauspieler wie Robin Williams und Kevin Kline. In Sachen Musik gibt es so unterschiedliche Schüler wie Barry Manilow, Miles Davis und Van Cliburn – man erkennt also durchaus die große Bandbreite des Instituts. Natürlich musste eine solche Schule auch das eine oder andere Ensemble hervorbringen – prominentestes Beispiel ist das Juilliard String Quartet, das seit seiner Gründung 1947 als „quartet in residence“ seine Mitglieder immer aus der Schule rekrutiert und sich zudem unschätzbare Verdienste bei der Nachwuchsförderung erarbeitet hat. Außerdem ist das Quartett in unterschiedlichen Besetzungen eines der fleißigsten Streichquartette in Sachen Aufnahmen: Mehr als 100 Produktion gehen auf das Konto der Saitenartisten, darunter gibt es immerhin vier Grammy-Gewinner.

Schallplatte Béla Bartók - The Six String Quartets · The Juilliard String Quartet (Columbia/Speakers Corner) im Test, Bild 2
Einer davon liegt nun als Reissue vor: Die sechs Streichquartette aus der Feder Béla Bartóks, im Original auf Columbia erschienen, wie immer mit viel Liebe zum Detail von Speakers Corner neu veröffentlicht in einer hübsch gemachten Box mit Original-Booklet und -Cover. Die sechs Quartette verteilen sich gleichmäßig auf sechs Plattenseiten, so dass man jedes Werk dankenswerterweise am Stück genießen kann. Und ein Genuss sind sie, die zwischen 1908 und 1941 entstandenen Werke, vor allem in ihrer weitgespannten Entwicklung. Wohl kaum ein anderer Komponist hat einen solch weiten Weg begangen wie Béla Bartók auf seiner Suche nach musikalischer Identität. Ist er zu Beginn seiner Laufbahn noch ganz dem Geist der späten Romantik verhaftet, entwickelt er sich im Laufe der Jahre (und natürlich seiner musikalischen Entdeckungsreisen) mehr und mehr zum „modernen“ Komponisten – nicht im Sinne einer artifiziellen „Art pour l´art“ so manches Neutöners, sondern mehr auf eine naturalistische Weise, aus der Kraft einer archaischen Musiktradition heraus, die er auf seinen Entdeckungszügen kennenlernte. Als Bartóks größte Leistung darf es gelten, diese urtümliche musikalische Sprache mit den Stilmitteln eines eloquenten Komponisten dem Publikum zugänglich gemacht zu haben, wenn auch manchmal auf eine etwas sperrige Art und Weise, zu hören vor allem in den Nummern 2, 4 und 5. Erst mit dem sechsten und letzten Quartett, das übrigens in New York uraufgeführt wurde, wenn auch nicht vom Juilliard-Quartett, setzt der Komponist wieder mehr auf formale Eleganz. Die Interpretation durch die vier Ensemblemitglieder gelingt hervorragend – man kann der Interpretation anhören, dass man sich mit der Entwicklung des Komponisten und der Werke intensiv auseinandergesetzt hat. Und auch die Aufnahmequalität leidet nicht unter Patina: Man hört den Bändern ihr Alter an, dennoch klingt die Musik frisch und dynamisch aus den Boxen, auch wenn ich den Verdacht habe, dass die Spielzeit von teilweise über 30 Minuten pro Plattenseite noch größere Dynamik verhindert hat. Die Platten der Reissue sind einwandfrei gepresst – es gibt keinen Höhenschlag und keine Verschmutzungen.

Fazit

Schönes Dokument der Kammermusik Bartóks in sehr guter Qualität.
Béla Bartók - The Six String Quartets · The Juilliard String Quartet (Columbia/Speakers Corner)

07/2017 - Thomas Schmidt

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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 20.07.2017, 11:59 Uhr
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