„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
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Man nehme einen Breitbänder, ein Gehäuse und lasse im Grunde alles weitere weg. Heraus kommt wahrscheinlich ein Lautsprecher, der nicht besonders gut klingt. Es sei denn, man weiß, was man tut.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenMusikrezension: Alice Cooper – Paranormal (Edel Music)
Alice Cooper – Paranormal
Der Opener (und gleichzeitig Single-Auskopplung) kommt erwartungsgemäß fett daher – alles auf Nummer sicher also. Dann die erste Überraschung: Der verdiente Altrocker klingt stimmlich überraschend jung. Und das Arrangement des Songs findet tatsächlich eine Balance zwischen ein paar Klischees, die man vom Alice Cooper der Spätphase erwartet, und erfrischend unkonventionellen Elementen, die ein immerhin spannendes Stück erzeugen. Gut gemacht! Thematisch setzt sich Cooper natürlich mit „seinen Themen“ auseinander. Hatten wir eben die Angst im Dunkeln vor dem lauernden Monster, geht es im groovenden „Paranoiac Personality“ um die Überforderung der Seele in der heutigen Zeit und das Abgleiten in den Wahnsinn. Und auch hier: Ecken und Kanten, meilenweit von dem unerträglich auf Kommerz gebürsteten „Poison“ entfernt. Was man Cooper auch zugute halten muss: Mit seinen doch eingeschränkten gesanglichen Möglichkeiten schafft er immer wieder eingängige Refrains bei aller Härte des Stils. Natürlich sind auf den immerhin vier Plattenseiten des Albums musikalisch auch einige Durchhänger und Verirrungen in die Untiefen der amerikanischen Chart-Gewässer. Aber man muss dem Altmeister immerhin zugestehen, dass er anders als die meisten anderen einen wachen Geist besitzt und Musik und Stil einsetzt, um scharfe Kritik am Istzustand unserer Gesellschaft und vor allem natürlich an seinem Land zu üben. Insofern könnte er gut auf das Masken-und-Monster-Kasperletheater verzichten, aber das ist nun mal sein Markenzeichen und Kiss waren ohne Schminke ja auch nur ein Schatten ihrer selbst. Klanglich ist das Album von Bob Ezrin ziemlich modern produziert worden – man geht in Sachen Loudness den Weg nicht bis zum bitteren Ende, sondern lässt genüg Dynamik, dass die sägenden E-Gitarren nicht vom Schlagzeug einfach zermatscht werden. Alles im grünen Bereich also.
Fazit
Erstaunlich frisches Album vom Großmeister des Monster-Rock.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Alice Cooper – Paranormal (Edel Music)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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