Kategorie: Tonabnehmer

Einzeltest: Dynavector Te Kaitora Rua


Entdecker, der Zweite

Tonabnehmer Dynavector Te Kaitora Rua im Test, Bild 1
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Wenn ein Hersteller, der seine Produkte normalerweise mit mehr oder minder kryptischen Zahlen- und Buchstabenfolgen bezeichnet, einem Modell einen richtigen und klangvollen Namen schenkt, dann horcht der erfahrene HiFi-Aficionado auf – zu Recht

Mitspieler

Plattenspieler:

Denen DP-6000 mit Stax UA-7
Transrotor Fat Bob mit SME 3500
Luxmann PD-444 mit SME M2 12

69
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Phonoverstärker:

Trigon Advance
Quad Twentyfour P


Verstärker:

Harmony Design Pre9 und A90
Wall Audio Opus 88 und K+H AK240
MalValve Preamp Four und Poweramp Three


Lautsprecher:

K + T Minimonitor TS
Audio Physic Avantera


Zubehör:

Stromversorgung:
PS Audio, HMS, Silent Wire
Phonokabel: Van den Hul, Horn Audiophiles
NF-Kabel: Musical Wire, Silent Wire
Lautsprecherkabel: Silent Wire
Racks, Basen, Dämpfer: SSC, Audio Exklusiv, Thixar


Gegenspieler

Tonabnehmer:

Phase P-3G
Nagaoka MP-500
Denon DL-103R
Van den Hul The Condor

DV17, 10x5 oder XV-1t – so hießen und heißen sie in der Regel, die berühmten Systeme aus Japan, die seit über drei Dekaden ganz weit oben auf dem Wunschzettel vieler Analogfans stehen. Einige der Klassiker habe ich selbst auch besessen – genau genommen hat mir ein schon ziemlich abgenudeltes 10x2 auf einem ersteigerten Thorens TD160 mit SME3009 vor langen Jahren die ersten zarten Hinweise darauf gegeben, wo es klanglich hingehen kann, wenn man die ausgetrampelten Pfade der HiFi-Hausmannskost verlässt. Leider, leider war es zwischenzeitlich etwas still geworden um Dynavector – das soll sich jetzt ändern. Der SWS-Nord-Vertrieb hat sich der Marke angenommen und sorgt in verstärktem Maße für Präsenz. Wäre ja sonst auch jammerschade. Das ursprüngliche Te Kaitora ist eine Kooperation des japanischen Herstellers mit seinem neuseeländischen Distributor – der Name ist mitnichten japanisch, sondern Maori für „Entdecker“.

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Die zweite Auflage dieses Systems trägt den Beinamen „Rua“, „der Zweite“. In der Tonabnehmerhierarchie Dynavectors siedelt sich das Te Kaitora Rua direkt unter den Spitzensystemen XV-1 mit ihrer markanten V-Form an – was auf dem Markt einen Preis von etwa 2.700 Euro bedeutet. Dafür gibt es ein System, das alleine durch seine optische Erscheinung seinen Anspruch auf einen vorderen Rang in der ewigen Tonabnehmer-Rangliste untermauert. Man meint es ernst. Gegenüber dem Vorgänger ohne das Rua hat man das Spulenmaterial verändert. Es gibt ein „Downgrade“ von Silber auf hochreines Kupfer. Stolz ist man bei Dynavector auf die enge Integration der bewegten Teile, also Nadelträger mit Spulen in Aufhängung und Magnetsystem. Dies erreicht man durch exakt quadratisch geformte Aussparungen in den entsprechenden Bauteilen. Diverse Maßnahmen, unter anderem eine Ausgleichs-Kupferspule am vorderen Joch, sorgen für ein absolut homogenes Magnetfeld, in dem die recht kurzen Spulen schwingen. Dementsprechend niedrig ist der Innenwiderstand des Generators (5 Ohm), und auch die Ausgangsspannung schreit mit nominell 0,26 Millivolt nach einer hohen Verstärkung und ordentlichen Fremdspannungsabständen der nachgeschalteten Phonostufe. Der Nadelträger aus Bor trägt einen im Line-Contact-Schliff ausgeführten Diamanten, die Compliance ist mit 10 mm/ Nm nicht extrem niedrig; deswegen empfiehlt sich das Dynavector mit einem Eigengewicht von 9,7 Gramm eher für Tonarme mittlerer effektiver Masse – kein Problem, dazu zählen fast alle heute erhältlichen Spitzentonarme. Die Montageplatte ist aus Tiran. Wie es sich für einen der edlen Abtaster aus Fernost gehört, kommt das Te Kaitora Rua in einer hochwertigen Verpackung mit einem umfangreichen Zubehörpaket, inklusive hochwertiger Headshellkabel. Einen Nadelschutz gibt es nicht – ist bei einem nackten System auch immer recht schwierig mit der Befestigung. Die grundsätzliche Justage ist aufgrund der geraden vorderen Gehäusekante sehr einfach. Will man hundertprozentige Genauigkeit durch Orientierung am Nadelträger, ist das auch kein Problem, da man ja freie Sicht hat. Leider nicht bei allen Herstellern selbstverständlich: Der Nadelträger sitzt absolut bolzengerade, die Überprüfung mit einer Testplatte zeugt auch vom geraden Sitz des Diamanten. Dem ersten Te Kaitora sagte man eine gewisse Nervosität und Überbetonung der Höhen nach – was den Hersteller letztlich dazu bewogen hat, wieder auf Kupfer als Spulenmaterial zu setzen. Zum alten System kann ich nichts sagen – das Neue hat auf jeden Fall mit solchen Problemen nicht zu kämpfen. Ich würde sogar sagen, dass man mit der empfohlenen Eingangsimpedanz an der Phonostufe ruhig ein bisschen weiter nach oben gehen kann, als die 30 Ohm Herstellerangabe – so ab 100 bis 200 Ohm kommen wir in Bereiche, die ich als ausgewogen und offen empfinden würde. Je nach Anlage und Geschmack kann das natürlich ein bisschen mehr oder weniger sein. Im Gesamteindruck ist das Te Kaitora Rua ein System wie aus Stahl. Eine gewaltige Festigkeit und Unbestechlichkeit zieht sich von ganz unten bis ganz oben durch das wiedergegebene Spektrum – einzelne Bereich fallen weder heraus noch spielen sich in den Vordergrund. Dadurch entsteht erst einmal der Eindruck einer gewissen Bassschwäche, der sich spätestens dann relativiert, wenn man bei höheren Lautstärken sieht, wie die Tieftönermembranen arbeiten müssen und die Bässe direkt in die Magengrube fahren. Der „Trick“ dabei ist der bruchlose Übergang zum Mittel- und Grundtonbereich, der sich beim Dynavector eben nicht vornehm zurückhält, sondern ebenso viel Energie freisetzt wie der Bassbereich. Ein sicher nicht highendiges Beispiel: Die durch viel Kompression auf allen Aufnahmen sehr prominenten Atemgeräusche von Whitesnakes David Coverdale kommen so echt und explosiv rüber, als wäre der Mann leibhaftig anwesend. Auch andere „Nebengeräusche“, die klarmachen, dass es sich bei Musik um etwas Lebendiges, Authentisches handelt, transportiert das Te Kaitora Rua beeindruckend echt. Bassdrumschläge kommen ansatzlos trocken mit Fell und Korpus, Kontrabässe knurren und knarzen bedrohlich und sorgen doch für ein stabiles Fundament der Musik. Die räumliche Abbildung macht das Dynavector auch nicht anders als andere sehr gute Systeme – durch seine exakt gezeichneten Konturen wirken die Zwischenräume nur größer, die Wiedergabe luftiger und von Unschärfe und Verwaschenheit komplett befreit. Der Hochtonbereich gelingt extrem sauber und dabei sehr harmonisch, dynamisch prägnant und gleichzeitig subtil – ohne auch nur im Mindesten auf die Nerven zu gehen, selbst bei extremen Abhörlautstärken. Die eigentliche Stärke ist bei allen einzelnen Qualitäten, die herauszuhören und zu würdigen ich wirklich lange gebraucht habe, die schon erwähnte perfekte Integration der einzelnen Bestandteile in ein wirklich großartiges Gesamtes, das aufspielt wie ein Weltklasseorchester unter einem genialen Dirigenten.

Fazit

Das Dynavector Te Kaitora Rua ist unter den Spitzensystemen eines der komplettesten und ausgewogensten, das ich kenne. Mit dieser Summe von Einzelqualitäten, die ein viel größeres Ganzes ergeben, begibt man sich gerne auf Entdeckungsreise durch jede neue (und alte) Platte.

Preis: um 2700 Euro

Tonabnehmer

Dynavector Te Kaitora Rua


08/2012 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb SWS Audio 
Telefon 05401 818690 
Internet www.dynavector-systems.de 
Garantie (in Jahre)
Gewicht (in g) 0.0098 
Ausgangsspannung 26 mV ( 1 kHz, 5cm/ sek) 
Übertragungsbereich 20 Hz - 20 kHz 
Kanalabweichung bei 1kHz 1 dB 
Kanaltrennung k.A. 
Nadelschliff Line Contact 7 x 30 micron 
Compliance (inµm/mN) 10 
Empfohlende Auflagekraft 18 - 22 mN 
Abschlussimpedanz (in Ohm) ab 30 
Einspielzeit (ca in Stunden) 50 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 10.08.2012, 10:18 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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