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Kategorie: Tonarme

Einzeltest: Primary Control Reference - Seite 2 / 3


Dreh- und Angelpunkt

Bernd Hemmen erklärt dazu, dass es eine trickreiche Anordnung gibt, die das Einpunktlager mithilfe einer zusätzlichen Führung stabilisiert. Das ist ganz offensichtlich so, denn in der Praxis benimmt sich der Reference eher wie ein kardanischer Tonarm denn wie ein klassischer Einpunkter – keine Spur vom üblichen Gewackel solcher Konstruktionen. Vorn im Lagergehäuse steckt das eigentliche Tonarmrohr, in unserem Falle eines aus exklusivem Schlangenholz. Auch hier gibt’s natürlich eine große Anzahl von möglichen Materialien. Vorn geht das Armrohr nahtlos in den Steg zur Befestigung des Tonabnehmers über. Jener wird über eine Metallplatte mit einer zentralen Schraube arretiert, wodurch maximale Freiheit bei der Einstellung der Geometrie gegeben ist. In den Steg ist eine ovale Metallhülse eingelassen, damit die Schraube nicht direkt das Holz klemmen muss – es sind die kleinen Details, die bei einem so exklusiven Produkt das Salz in der Suppe ausmachen. Zurück zum Lagergehäuse: Auf dessen Rückseite tritt, nach unten versetzt, ein mit einem sehr feinen Gewinde versehener Metallstab aus, auf den das Gegengewicht geschraubt wird. Durch den „Offset“ liegt der Gewichtsschwerpunkt auf Höhe der Abtastnadel, da wollen wir ihn haben. Antiskating? Gibt es, und zwar ein magnetisches. Dazu gibt‘s im zentralen Ring eine seitliche Gewindebohrung, in der ein Stift mit eingelassenem Neodymmagnet steckt.

Ein entsprechendes Gegenstück gibt’s im Lagergehäuse. Schraubt man den Magneten ein Stück heraus, vergrößert man seinen Abstand zum Gegenpart und verringert damit die Skating-Kompensation. Da sich diese über den Drehwinkel des Arms ändert, gilt es bei der Montage des Arms besondere Sorgfalt walten zu lassen. Hier ist es nämlich von besonderer Bedeutung, in welchem Winkel er zum Plattenspieler befestigt ist. Darüber müssen Sie sich aber keine großen Gedanken machen, das tut nämlich der Konstrukteur für Sie: Bernd Hemmen fertigt für jeden Tonarm eine eigene, ganz genau auf Ihr Laufwerk eingeschossene Montageschablone. Dass es eine Einstellschablone und reichlich Zubehör und Werkzeug gibt, versteht sich in diesen Regionen ja sowieso. Bei uns bekam der Primary Control Reference ein ganz besonderes Plätzchen zugewiesen: Er durfte nämlich auf dem luftgelagerten TechDAS Air Force Two Platz nehmen, dem japanischen Superlaufwerk, das wir Ihnen im letzten Heft präsentiert haben. Hier passt der Arm wegen des seitlichen Versatzes knapp, aber Bernd Hemmen hat auch hierfür auf die Schnelle eine Basis hinbekommen: 30 mm Panzerholz mit massivem Messingunterhanggewicht zur zusätzlichen Beruhigung. Das passiert, wenn der Mann „mal eben“ etwas improvisiert. Bernd Hemmen ist, da tun wir uns nicht viel, erklärter Fan der aktuellen großen Lyra-Abtaster.

Preis: um 5000 Euro

Primary Control Reference


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Autor Holger Barske
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Datum 22.07.2015, 10:00 Uhr
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