Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Dan D‘Agostino Progression Preamplifier


Vorverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier

Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 1
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In der Welt hochwertiger HiFi-Systeme gibt es viele kluge Köpfe, auch wenn nur wenige davon wirklich bekannt werden. Dan D‘Agostino sollte den meisten Audiophilen ein Begriff sein. 

Während der High- End-Kenner selbstverständlich sämtliche Firmen und Modellnamen der Branche kennt, sind die Menschen, die hinter hochwertigen HiFi-Systemen stehen, meist eher unbekannt. Doch so einige Persönlichkeiten, um in der kleinen, audiophilen Welt das Wort „Star“ mal zu vermeiden, gibt es auch hier. Zu diesen Menschen gehört ganz klar auch Dan D‘Agostino, dessen Namen man zumindest schon mal auf verschiedenen, recht auffälligen Geräten lesen kann. Vielleicht hat ihn der eine oder andere Besucher der High End in München auch schon persönlich gesehen, denn dort präsentiert Dan gerne seine neuesten Kreationen am Stand seines deutschen Vertriebes Audio Reference.

Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 2Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 3Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 4Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 5Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 6Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 7Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 8Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 9Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 10Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 11Vollverstärker Dan D‘Agostino Progression Preamplifier im Test, Bild 12
Ein älterer Herr mit freundlichem Lächeln, der gerne mal neben Endstufen steht, die beinahe so groß sind wie er selbst. Seit mehr als 30 Jahren baut Mr. D‘Agostino nun schon hochwertige Verstärker. Zunächst als Entwicklungschef der Firma Krell und seit nun gut 10 Jahren unter seinem eigenen Namen. Im US-amerkanischen Arizona entstehen unter seiner Flagge exklusive Systeme, die man schon auf Anhieb als ein Dan-D‘Agostino-Modell erkennt. Typische Markenzeichen sind stets Akzente aus Kupfer und runde, grün illuminierte Instrumente. In diese Kerbe schlägt auch der Progression Preamplifier, den wir für einen Test erhalten haben. Nachdem im letzten Mai die enorm riesige, knapp 250 Kilogramm schwere Mono-Endstufe Relentless vorgestellt wurde, befürchtete ich auch beim Progression ein Gerät enormen Kalibers. Beim Auspacken stellte sich dann aber heraus, dass der Preamplifier noch von einer einzelnen Person bewegt werden kann. Ihn klein zu nennen, wäre dann aber doch verfehlt, denn typisch Dan D‘Agostino soll auch der Progression durchaus die Blicke auf sich ziehen. Als Erstes fällt auf, dass das Gerät eigentlich aus zwei verschiedenen Teilen besteht. Oben der eigentliche Preamplifier, darunter, sozusagen als Basis, steht das dazugehörige Netzteil. Beide kommen in massiven Aluminiumgehäusen unter, die mehr als anständige Materialstärken aufweisen, wodurch insgesamt gute 18 Kilogramm auf die Waage kommen. Die Auslagerung der Stromversorgung hat hier technische Gründe, denn so wird die eigentliche Elektronik vor Beeinflussungen geschützt. Strom aus dem Netz wird zunächst gefiltert, auf die richtige Spannung gebracht und schließlich als Gleichstrom an den Preamplifier weitergeleitet. Das Netzteil bietet sogar gleich zwei Anschlüsse, von denen einer eventuell für ein zukünftiges Gerät verwendet werden kann. Das Konzept ist äußerst schlüssig, doch rein ästhetisch bin ich ein wenig enttäuscht, dass die Basis kleinere Abmessungen als der Preamplifier selbst besitzt und so ein wenig unter dem Gerät zu verschwinden scheint. Dafür findet der Progression stabilen Halt in seiner Basis, die extra Einbuchtungen für die Spikes des Vorverstärkers bereitstellt. Trotz des bleibenden Spaltes bilden die beiden so eine gute Einheit und bewahren das Netzteil davor, als Fremdkörper wahrgenommen zu werden. Ins Auge fällt zunächst eh der Preamplifier selbst, denn hier geht es in Sachen Design durchaus aufwendig zu. Das Aluminiumgehäuse ist an der oberen Kante großzügig abgerundet und stellt so den mittig platzierten Lautstärkeregler besonders heraus. Anstelle eines massiven Aggregates wurde eine eher filigrane Lösung gewählt. Der eigentliche Regler besteht hier nämlich aus einem Ring, der sich um eine feste, an der Front leicht konkave Achse dreht. Hier kommen dann auch die angesprochenen kupfernen Akzente zum Einsatz. Mittig in den Ring eingelassen und einem Zahnrad nachempfunden, lockert der Regler das tiefe Schwarz unseres Testgerätes auf. Anders als es die Menge an genutztem Material vermuten lässt, ist das Poti enorm leichtgängig und bietet sogar ein wenig Nachlauf. Ein schwunghafter Schubs genügt, und schon steigt die Lautstärke an. Wie sehr man seinen Progression in Sachen Lautstärke ausgereizt hat, wird einem vom anderen Blickfang des Gerätes vermittelt. Zwei Rundinstrumente zeigen im Betrieb die Aussteuerung der beiden Kanäle an. Erneut gibt es hier Zierringe aus Kupfer, die in Kombination mit den Zeigern der Instrumente an Schweizer Uhren erinnern sollen. In Szene gesetzt wird das Spektakel von der erwähnten grün schimmernden Beleuchtung, die selbst bei lauter Musik und sich stark bewegenden Zeigern recht beruhigend wirkt. Ändert man nun die Lautstärke, halten die Zeiger einen Moment inne. Kurz darauf zeigen sie die gewählte Lautstärke auf ihrer Skala von 0 bis 100 an, bevor sie nach wenigen Momenten mit ihrer Arbeit weitermachen. Eine elegante Detaillösung, die die noch verfügbaren Kapazitäten unaufdringlich darstellt. Wer darauf verzichten möchte kann aber auch den sogenannten Dark Mode einschalten, bei dem sämtliche Beleuchtung des Progression 15 Sekunden nach jeder Einstellung automatisch abgeschaltet wird. Auf der gegenüberliegenden Seite der eleganten Rundinstrumente findet man ein ziemlich umfangreiches Tastenfeld, das ebenfalls mit ein wenig Illumination die Blicke auf sich ziehen möchte. Jeder Eingang des Progression Preamplifiers besitzt eine eigene Auswahltaste, sodass stets mit einer Bewegung der gewünschte der insgesamt sechs analogen Anschlüsse gewählt werden kann. Einzig die Eingänge des optionalen DAC-Boards müssen sich hier eine Taste teilen, die mit mehrfachem Drücken durch die verfügbaren Anschlüsse schaltet. Das zusätzliche Modul, das den Anschluss digitaler Quellen mit optischem, koaxialem oder USB-Ausgang ermöglicht, kann entweder direkt beim Kauf mitgeordert oder auch nachträglich in zuvor rein analoge Modelle eingesetzt werden. Rein analog bezieht sich dabei allerdings auf die Signalverarbeitung, denn auch ohne DAC-Board verfügt jeder Progression Preamplifier über eine Bluetooth-Antenne. Diese wird jedoch nicht für die Übertragung von Musik genutzt, sondern zur Kommunikation mit der Fernbedienung des Gerätes. Das hat den Vorteil, dass die Front des Gerätes keine Öffnung für einen Infrarot-Empfänger benötigt. Außerdem besteht keinerlei Notwendigkeit mehr, die Fernsteuerung auf das Gerät zu richten. Egal wie sie gehalten wird, ein Tastendruck bringt das gewünschte Ergebnis. Für maximalen Komfort pairt sich die Fernbedienung nach dem Batteriewechsel automatisch wieder mit dem Gerät, was nur wenige Sekunden dauern soll. Das elegante Äußere und seine hochwertige Verarbeitung gehören natürlich zu einem Dan D‘Agostino dazu. Seine Stellung in der Szene hat aber zum großen Teil mit der Elektronik zu tun, die sich in den enormen Geräten verbirgt. Da macht der Progression Preamplifier selbstverständlich keine Ausnahme. Das beginnt damit, dass der Vorverstärker vollständig ohne negatives Feedback arbeitet. Das wiederum erfordert eine extrem hohe Präzision, führt gleichzeitig aber zu weniger Verzerrungen, wenn die Schaltung denn gut genug gemacht ist. Auch hier braucht man sich bei einem Dan D‘Agostino keinerlei Sorgen zu machen. Der Progression Preamplifier arbeitet diskret mit einem Netzwerk aus Widerständen, um die gewünschte Lautstärke zu erreichen. Dabei ist die interne Signalverarbeitung vollständig symmetrisch aufgebaut. Dementsprechend sind XLR-Kabel hier auch klar die erste Wahl, denn obwohl auch zwei Cinch-Eingänge zur Verfügung stehen, sind alle anderen analogen Anschlüsse auf der Rückseite für die dreipoligen Stecker ausgelegt. Besonders ist dabei, dass der Progression gleich zwei Paar Ausgänge besitzt. Deklariert als Zone 1 und Zone 2 können diese entweder einzeln oder zusammen betrieben werden. Dazu gibt es noch den heatre- Modus, der die interne Lautstärkeregelung umgeht und in Kombination mit einem Surroundsound-System die angeschlossenen Lautsprecher so als Front-Speaker für Heimkino-Anwendungen nutzbar macht. Für eine bessere Ausrichtung auf die genutzten Endstufen lässt sich auch der Gain des Vorverstärkers anpassen. Wahlweise steht eine Verstärkung mit 9 dB oder mit 15 dB zur Verfügung, auch wenn das Umschalten zwischen den zwei Modi minimal komplizierter ist als das reine Umlegen eines Schalters. Technik, Materialauswahl, Verarbeitung und Design sind also eine Klasse für sich. der Progression Preamplifier ist ein Gerät, das man gerne präsentieren kann, das durchaus Gesprächsstoff bietet und das man auch einfach mal gerne im Rack betrachtet. Umso faszinierender ist es, dass es auch eines der wenigen Geräte ist, das ich beim Test kaum mehr angesehen habe, als schließlich Musik lief. Bereits nach ein paar Sekunden zog mich der Vorverstärker so in seinen Bann, dass ich kein Auge mehr hatte für die tanzenden Anzeigen und die stimmige Beleuchtung. Der Einstieg in Queens „One Vision“ war genug, um alles andere auszublenden. Enorm tief wirkte der Raum, aus dem sich die verschiedenen Komponenten langsam auf den Hörplatz zu bewegten und sich ihre zugeschriebenen Stellen auf der Bühne suchten. Enorm of en und frei wirkte das Spiel bereits bei CD-Qualität, wobei sich der Eindruck bei HiRes-Material noch etwas verstärkte. Hervorragende Stimmenwiedergabe und eine enorme Detailfülle beeindrucken sofort. Dabei bleibt der Progression wunderbar musikalisch, präsentiert auch Kleinigkeiten, behält aber den Fokus auf dem Arrangement als Ganzem. Mehrfach erfolgte der Griff zur Fernbedienung, um noch etwas lauter zu machen, was letztlich so weit ging, dass ich langsam Beschwerden der eigentlich lärmerprobten Kollegen aus den anderen Büros erwartete. Da die ausblieben, versank ich mehr und mehr im Sound der Vorstufe und ihrem DAC, der das analoge Schwergewicht wunderbar ergänzt. Wer meinte, dass die Systeme von Dan D‘Agostino mehr Schein als Sein sind und das extravagante Äußere von klanglichen Unzulänglichkeiten ablenken soll, der sei hier klar eines Besseren belehrt. Seinen Ruf als eine der großen Persönlichkeiten der Branche hat sich Mr. D‘Agostino absolut verdient und man darf gespannt sein, was er noch alles präsentieren wird, um seinen Namen noch ein wenig bekannter zu machen.

Fazit

Der Progression Preamplifier verbindet ein extravagantes Äußeres mit einem unglaublichen Sound. Dan D‘Agostino hat hier ein analoges Gerät der Extraklasse geschaffen, das mit dem DAC-Board noch mal einen Sprung nach vorne macht.“

Preis: um 28900 Euro

Vollverstärker

Dan D‘Agostino Progression Preamplifier


03/2019 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audioreference.de 
Abmessungen B x H x T Preamp: 450 x 105 x 300 mm, Netzteil: 275 x 75 x 200 mm 
Eingänge 1 x USB-B 1, x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch, 4 x XLR Stereo, 2 x RCA Stereo 
Unterstützte Abtastraten PCM bis 384 kHz, 24 Bit; DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge 2 x XLR Stereo 
checksum Der Progression Preamplifier verbindet ein extravagantes Äußeres mit einem unglaublichen Sound. Dan D‘Agostino hat hier ein analoges Gerät der Extraklasse geschaffen, das mit dem DAC-Board noch mal einen Sprung nach vorne macht 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 30.03.2019, 09:57 Uhr
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