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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: newtronics ND Ella


Entdeckergeist

Vollverstärker newtronics ND Ella im Test, Bild 1
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Es ist mal wieder passiert. Immer, wenn Harald Hecken, Chef des siegener Unternehmen Newtronics, mit etwas Neuem in der Hand in unseren Verlag kommt, gibt es danach im positiven Sinne Gesprächsbedarf. Und dieses Mal war es keiner seiner Lautsprecher...

Peripherie:


 Quellen: Apple MacBook Pro, OSX 10.8.4, iTunes 11, Sonic Studio Amarra 2.5.1 Netzwerkplayer NAD M50
 D/A-Wandler: April Music Eximus DP1, PS Audio nuWave DAC
 Vorstufe: Rogue Audio Ninety-Nine
 Lautsprecher: Audio Physic Avantera, Klang+Ton „Nada“, Newtronics Gate 

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Der umtriebige Diplomingenieur ist dafür bekannt, andere Wege zu gehen und für seine Kunden Sachen zu entwickeln und aufzustöbern, die sonst keiner hat und die klanglich erstklassig sind. Deswegen ist es im Nachhinein auch wenig überraschend, dass Harald Hecken unserem Verlag unlängst sowohl einen hochspannenden Entwickler als auch ein Produkt vorstellte, das völlig anders ist als das, was man so kennt und das für ordentlich Wirbel sorgen könnte. Ich rede da nicht etwa von einem neumodischen Streamingclient oder Super- DAC, sondern von einem Verstärker. Sie denken, dass Verstärker seit Jahren entweder nach einem Class-A/B-Konzept oder in Schaltverstärkertechnik gebaut werden und grundlegend somit alle gleich sind? Nö, es gibt tatsächlich noch andere Ansätze. Der Mann, der uns vor Kurzem vorgestellt wurde, heißt Mircea Naiu und ist ein hochintelligenter Entwickler, der schon für namhafte Firmen Elektronik konzipiert und entwickelt hat und, erlauben Sie mir den Ausdruck, Schaltpläne zum Frühstück isst. Sein Ziel war Folgendes: Es sollte ein Verstärker herauskommen, der die Vorzüge „analoger“ Verstärker mit denen des Schaltverstärkerkonzepts kombiniert. Klirr- und Rauscharmut und Musikalität des einen mit dem Wirkungsgrad und Leistungsoutput des anderen. Und das aus seinen Überlegungen und jahrelanger Entwicklung entstandene Produkt hat er mir natürlich gleich auf den Tisch gestellt.

Vollverstärker newtronics ND Ella im Test, Bild 2Vollverstärker newtronics ND Ella im Test, Bild 3Vollverstärker newtronics ND Ella im Test, Bild 4Vollverstärker newtronics ND Ella im Test, Bild 5Vollverstärker newtronics ND Ella im Test, Bild 6
Das Funktionsprinzip, dem der „Ella“ getaufte Stereoverstärker zugrunde liegt, nennt sich übrigens „ND-Technologie“, wobei „ND“ für „Naiu Digital“ steht und diesen Namen zu Recht trägt, denn dieses Konzept entstammt einzig und allein seinen Hirnströmen und das darf namentlich erwähnt und gewürdigt werden.

Das Erlebnis


Begonnen haben wir mit einer ersten kleinen Hörsession. Und ohne jetzt der noch folgenden Klangbeschreibung vorgreifen zu wollen: Das war schon ziemlich beeindruckend, zumal hier auch mal ein paar Pegel gefahren wurden und Lautsprecher standen, die eine Menge Einzelchassis mit stromhungrigen Schwingspulen haben, die ein im Endeffekt doch recht kompakter Verstärker wie „Ella“ erst einmal so kontrolliert bewegen muss. Danach ging’s an das Evaluieren technischer Besonderheiten. Und dann legte Mircea Naiu los. Begriffe wie „Analogrechner“ und Rekombinationszone fielen da, und wir haben uns mal zusammen am lebenden Objekt von ein paar Dingen überzeugt, die dieser Verstärker kann und die mir dann schlagartig zeigten, dass hier ein Verstärker vor mir auf dem Tisch liegt, der als ziemlich sensationell bezeichnet werden kann. Das erkennt man sofort, wenn man sich mal anschaut, wie der „Ella“ getaufte Verstärker innen aussieht. Normalerweise erkennt man ja, was in einem Verstärker so ungefähr abgeht, hier konnte ich nur mutmaßen, wobei selbst meine Vermutungen von Mircea Naiu im Keim erstickt wurden. Er ist halt etwas Besonderes, ein Gerät, das man durch bloßes Reingucken kaum ohne Weiteres versteht. Gut, das Netzteil erkennt man schon, und verräterisch große Spulen und Kondensatoren auf den Verstärkerplatinen deuten auf die Verwendung von Schaltverstärkertechnik hin. Doch ist auf diesen Platinen weit mehr los, als man das kennt. Was aber klar ist: Die Verarbeitung ist einwandfrei und die Bauteile hat man teilweise auch noch nie irgendwo anders gesehen. Von seinen Fähigkeiten haben wir uns an der Messapparatur überzeugt. Neben vielen anderen höchst interessanten Dingen war eine Sache ganz besonders beeindruckend: Dieser Verstärker ist absolut lastunabhängig. Tatsächlich haben wir ihn mehrfach an verschiedenen Lasten getestet – bis hin zum Kurzschluss. Das Resultat: Die Ausgangsleistung war eigentlich immer wie erwartet, im Kurzschlussfall kam einfach nichts mehr raus, und gut war. Und das, obwohl wir den Kurzschluss am bereits übersteuerten Verstärker ausführten! Das habe ich so auch noch nie vorher gesehen. Und wie sieht‘s mit Leistung aus? Prächtig. An vier Ohm sind es geschmeidige 450 Watt, an zwei Ohm, was ja bei diesem Verstärker kein Thema ist, sind es 840. Entschuldigung, aber wer damit nicht klarkommt, hat ein Problem. Das reicht in jedem Fall. Außerdem sorgt das für ein ja doch exzellentes Volumen/Leistungsverhältnis, da der Amp ja kaum größer ist als ein ganz herkömmlicher 43-cm- Standardverstärker. Wie macht man so etwas? Dieser Verstärker ist als 3-Stockwerke- Verstärker konzipiert. „Über“ den drei Stockwerken haben wir Masse, die unterste Schicht liegt auf negativer Betriebsspannung. Die erste Stufe unterscheidet sich, wie bereits gemutmaßt, erst mal gar nicht so sehr von einem Schaltverstärker, denn hier wird ein pulsweitenmoduliertes Signal erzeugt. Stufe zwei ist ein Filternetzwerk, das aus diesem PWM-Puls ein amplitudenmoduliertes Signal macht. Nach Stufe zwei haben wir dann den Absolutwert, also das gleichgerichtete analoge Ausgangssignal vor uns. Damit lässt sich relativ wenig anfangen, doch nun kommt so langsam das, was für den großen Unterschied sorgt. Eine Leistungsschaltbrücke kommt nach dem Filter und setzt zunächst mal das Ausgangssignal zusammen. Ein Analogrechner sorgt nun dafür, dass zwischen dem Ausgang des Modulators und der Leistungsschaltbrücke immer konstante 5 Volt anliegen, was dafür sorgt, dass sich die Eingangskapazität der verwendeten MOSFETs nie ändert, die Transistoren also nicht driften und immer die gleiche, vom Ausgangsstrom abhängige analoge Verlustleistung erzeugt wird. Dadurch, dass das analoge Filter noch vor der Leistungsbrücke sitzt und durch den Analogrechner komplett vom Ausgang entkoppelt ist, kann auch, anders als bei Schaltverstärkern, ein niedriger dynamischer Innenwiderstand erzeugt werden, wodurch der Dämpfungsfaktor immens hoch gehalten werden kann. Der kritische Punkt ist sicher genau der Übergang, also die Rekombinationszone, in der die beiden Halbwellen zusammengesetzt werden. Um dieses Problem wegzupusten, sorgt der Analogrechner dafür, dass die Schaltung in einem Bereich von plus/minus zwei Volt um den Nullpunkt der Schwingungen differenziell arbeitet und demnach perfekt funktioniert, erst oberhalb dieser Grenze nahtlos in den den Gleichtaktbetrieb wechselt. Harter Stoff , aber unglaublich ausgefuchst. Und trotz dieses unbestreitbar riesigen Aufwands, der hier betrieben wurde, konnte dank der schlussendlich trotzdem unmittelbaren Kopplung von Ein- und Ausgangssignal eine extrem kurze Gatterlaufzeit eingehalten werden, die nur durch die Bandbreite der in der Brücke sitzenden MOSFETs begrenzt wird. Dieses Merkmal hatte ich vorher noch gar nicht auf dem Schirm, aber wenn man mal drüber nachdenkt, wird ein Schuh draus. Im Prinzip kann man mit ihr ausdrücken, was mit der Phase eines Ausgangssignals passiert. Es ist nämlich so, dass jede Schaltung das Ausgangssignal um einen konstanten Betrag verzögert. Das bedeutet, dass beispielsweise ein 100-Hz-Ton um, nehmen wir mal ein praktischen Wert, 0,65 Grad phasenverschoben wieder hinten rauskommt. Das ist wenig und macht sich nicht bemerkbar. Doch das eventuell auch auftauchende 20-kHz-Signal wird mit demselben Argument um knapp 130 Grad verschoben ausgegeben, wenn man eine Gatterlaufzeit von knapp 20 Mikrosekunden annimmt. Und beim NDAmp? Mircea Naiu zeigte mir auf seiner feisten Messapparatur, dass er sie, wenn man ganz genau hinsieht, auf zirka 50 ns beziffert. Das bedeutet, dass die Phasendifferenz zwischen 100 Hz und 20 kHz nur 0,3 Grad beträgt. Oder: Was vorn reingeht, kommt in verstärkter Form exakt so wieder raus. Auch wenn der Lautsprecher durch seine Weiche die Phase eh wieder verdreht, wird man das hören und hat auf jeden Fall zumindest ein Glied in der Kette, das sich mustergültig verhält. 

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Klang


Das mustergültige Verhalten kann man auch nach ein paar Tönen schon nachvollziehen. Ella schlägt den Spagat zwischen bedingungsloser Neutralität und hemmungsloser Spielfreude. Dieser Verstärker hat eine ungemeine Auflösung, einen ebensolchen Punch und eine frappierend gute räumliche Abbildung. Das muss man echt erlebt haben. 59 Im Endeffekt bleibt mir ja nur eins: Diesen Verstärker muss man eigentlich nicht verstanden, wohl aber gehört haben. Was der Entwickler uns da präsentiert, ist tatsächlich das Beste aus zwei Welten und muss als einzigartig bezeichnet werden. Es tut richtig gut, völlig andere Ansätze so einwandfrei funktionieren zu sehen und zu hören.

Fazit

Völlig andere Konzepte tun der HiFi-Welt gut. Und wenn sie so gut funktionieren wie der ND-Verstärker, sind sie eine Bereicherung!

Preis: um 5000 Euro

newtronics ND Ella


-

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 5000 
Vertrieb: Newtronics 
Telefon: 0271 6609150 
Internet: www.newtronics.de 
B x H x T (in mm): 440/135/325 
Leistung (in Watt): 2 x 450 (4 Ohm) / 2 x 840 ( 2 Ohm) 
Eingänge: 1 x analog RCA/1 x analog XLR 
checksum „Völlig andere Konzepte tun der HiFi-Welt gut. Und wenn sie so gut funktionieren wie der ND-Verstärker, sind sie eine Bereicherung!“ 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 11.11.2013, 10:12 Uhr
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