Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: North Star Design Blue Diamond Integrated Amp


Zentralgestirn

Vollverstärker North Star Design Blue Diamond Integrated Amp im Test, Bild 1
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North Star Design schleift sich einen neuen blauen Diamanten zurecht. Doch entsteht auch beim neuen Modell das richtige Funkeln?

Ein wenig fehlt mir etwas. Der Funke zögert, so recht überzuspringen, denn meine Erwartungen wurden enttäuscht. Vor mir steht North Star Designs neuer Blue Diamond Integrated Amplifier. Ich mag die Geräte des Herstellers und gerade der Blue Diamond Reihe eigentlich. Ihre tolle Dynamik, der klare Sound und auch ihre elegante Optik. Doch diesmal ist meine Freude über das Eintreffen meines Testgerätes etwas getrübt. Dabei ist dies unabhängig von den Leistungen und Fähigkeiten oder dem Klang des Gerätes, denn meine Enttäuschung manifestiert sich beim Auspacken. Das Problem mit meinem Testgerät ist, dass es schwarz ist. Dies mag keine große Sache sein und manch einer wird sich wahrscheinlich nun am Kopf kratzen und fragen, warum ich damit ein Problem habe.

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Für mich und meine Assoziationen, die ich mit der Marke und der Serie habe, hat ein solches Gerät aber nun mal in Silber zu glänzen. Gerade dann stimmt der tolle Kontrast zu den blauen Anzeigen des Gerätes und das Funkeln des Gehäuses würde zu den Namen von Verstärker und Hersteller gleichermaßen passen. Diamanten und Sterne haben eben zu glänzen. Natürlich gibt es den Blue Diamond Integrated Amplifier auch in einer silbernen Variante und jedem, der ihn in Schwarz bevorzugt, sei dies selbstverständlich gegönnt. Geschmäcker sind eben verschieden. Das war es dann aber auch mit dem Herumreiten auf Farbvarianten, denn auch meine Enttäuschung über das Finish des Verstärkers währte nur kurz. Mit dem Entnehmen aus der Packung setzte nämlich eine weitere Überraschung ein: Der Amp ist verdammt schwer. Mit Pappkarton und Schaumstoff kommen etwa 18 Kilogramm auf die Wage, so dass man sich zu Hause einen stabilen Platz für seinen Blue Diamond aussuchen sollte. Das dickwandige Gehäuse ist dabei nur ein Faktor, denn der Großteil der Masse wird vom enormen Ringkerntrafo des Verstärkers beigesteuert. North Star Design setzt eine 750-Watt-Stromversorgung ein, die verschiedene Baugruppen des Systems getrennt mit Spannung versorgt. Dazu gibt es aufwendig geschirmte Kabelverbindungen, feinste Kondensatoren und hochwertige Bauteile in allen Bereichen. Die italienische Firma hat viele Hebel in Bewegung gesetzt, um aus dem Verstärker ein echtes Kraftwerk zu machen, das mit unterschiedlichsten Lautsprechern und schwieriger Musik gleichermaßen klarkommt. Dafür wurde der Integrated Amplifier zunächst mit einer gehörigen Portion Leistung gesegnet. Im Messlabor wurde die Herstellerangabe von 150 Watt bei acht Ohm Impedanz noch einmal getoppt, so dass letztlich sogar etwa 165 Watt Leistung an den stabilen Lautsprecherklemmen anliegen. Bei nur vier Watt Impedanz verfügt der Verstärker sogar über knapp 266 Watt, um Chassis aller Arten in Bewegung zu versetzen. North Star Design generiert diese Kraft aus einer Class-AB-Schaltung, bei der die Kontrolle über den Schalldruck von einer analogen Lautstärkeregelung übernommen wird, die in 0,5-dB-Schritten arbeitet. Dadurch entwickelt sich eine gute, lineare Leistungsentfaltung, die man als Nutzer wunderbar unter Kontrolle hat. Einzig der mittig sitzende Drehregler am Gerät hätte vielleicht noch ein wenig mehr Widerstand vertragen, um das Gefühl von so viel Leistung und gleichzeitiger Kontrolle noch ein wenig besser an den Nutzer zu übertragen. Eingerahmt ist das Poti von gleich zwei Anzeigen, die im typischen Stil der Blue-Diamond-Serie gestaltet wurden. Gerade Außenkanten und trapetzförmige Winkel an den Innenseiten erinnern ein wenig an den typischen Diamantenschliff und geben dem ansonsten eher rechtwinkligen Verstärker eine elegante Note. Während die linke Anzeige stets mehrere unterschiedliche Dinge an den Nutzer auf der Couch übermittelt, wird das rechte Display nur kurzzeitig genutzt. Verändert man beispielsweise die Lautstärke, wird neben den reinen Zahlen noch eine Skala eingeblendet, schraubt man an der Balance herum, verdeutlicht das Gerät die getätigte Einstellungen ebenfalls bildlich, und mit dem Betätigen der richtigen Taste auf der Fernbedienung lässt man sich die derzeit verwendete Abtastrate der digitalen Eingänge anzeigen. Diese Funktion setzt allerdings voraus, dass der vorhandene Blue Diamond auch über das optionale DAC-Board verfügt. Für einen Aufpreis von knapp 300 Euro wird der Verstärker dann um einige digitale Anschlüsse erweitert und kann so direkt mit Streamern, CDTransports, Fernsehern oder Receivern verwendet werden. Von Aufpreis zu sprechen, wäre allerdings wenig passend, denn besser wäre es zu sagen, dass man für einen reduzierten Preis auf das DAC-Board verzichten kann. Hier handelt es sich nämlich um einen deutlichen Mehrwert, so dass Nutzer digitaler Quellen, die ein schlankes System bevorzugen, auf jeden Fall die Entscheidung zugunsten der zusätzlichen Platine treffen sollten. Wie bei den anderen Systemen setzt man bei North Star Design auch im Blue Diamond Integrated Amplifier auf einen D/A-Wandler aus dem Hause ESS. Mit dem verwendeten ES9016S Chip ist der Verstärker dann in der Lage, die ganze Bandbreite an HiRes-Daten verarbeiten zu können. PCM kann bis 384 kHz genutzt werden, was auch das DXD-Format einschließt. Dabei darf die Worttiefe maximal 32 Bit betragen. DSD256 ist ebenfalls möglich, so dass die einzelnen Bits des Formates bis zu 11.200- mal pro Sekunde übertragen werden können. Für beide Signalarten bietet der Integrated Amp außerdem eine Reihe von Filtereinstellungen, mit dem man die DAC-Platine auf den eigenen Hörgeschmack oder das genutzte Quellgerät ausrichten kann. Für PCM darf man sich wahlweise für ein sanftes oder ein etwas steileres Filter entscheiden, je nachdem, ob man mehr Wert auf seidigere Klänge legt oder etwas knackigere Anschläge bevorzugt. Für DSD wird hingegen die Grenzfrequenz bestimmt, mit der das System arbeitet, so dass eine bessere Performance für unterschiedliche DSD-Raten möglich ist. Auch verschiedene andere Einstellungen wie der Standardeingang nach dem Start oder eine Lautstärkeanpassung für die unterschiedlichen Inputs können festgelegt werden. Bis man aber alles so hat, wie man es haben möchte, wird die eine oder andere Minute ins Land ziehen, denn die Navigation des Menüs, das nur vom Standbymodus aus erreicht werden kann, ist ein wenig komplex. Ein Blick in die Anleitung ist also zu empfehlen, um mit den vier Funktionstasten auf der linken Seite die passende Auswahl zu treffen. Davon einmal abgesehen, lässt sich der Blue-Diamond-Verstärker wunderbar bedienen. Quellenauswahl und Lautstärkeregelung funktionieren am Gerät und mit der Fernbedienung wunderbar. Und das trotz der großen Auswahl an möglichen Verbindungen, denn der Integrated Amp möchte möglichst vielen Geräten zur Seite stehen. Allein fünf Cincheingänge sind vorhanden, ergänzt um einen unsymmetrischen XLR-Anschluss. Zusammen mit den digitalen Eingängen des DAC-Boards bietet der italienische Verstärker so immerhin neun mögliche Eingänge. Der Nordstern bietet sich also wunderbar an, als Zentrale der heimischen Musikunterhaltung genutzt zu werden. Mit der typischen Dynamik, die man von den Systemen der Blue-Diamond- Reihe kennt entfacht der Amp bei Johann Strauss‘ „Unter Donner und Blitz“ ein tolles Feuerwerk aus Pauken und Streichern. Langsam aus dem Hintergrund heraustretende Trommelwirbel, die sich immer weiter nach vorne arbeiten, bereiten auf den plötzlichen Einschlag der Becken vor. Damit das alles richtig zur Geltung kommt, benötigt der Blue Diamond ein bis zwei Minuten, um auf Arbeitstemperatur zu kommen, und auch die Lautstärke sollte man ein ruhig etwas weiter aufdrehen. Dann dankt es der ESS-DAC mit vielen feinen Details und öffnet den Raum stets noch ein wenig weiter. Es ist ein angenehmer Sound, den das Class-AB-Modul und der stets lebendige DAC hier entwickeln. Es ist genügend Tiefe vorhanden, gleichzeitig bewahrt der Verstärker davor, dass es zu analytisch und kalt zugehen würde. North Star Design trifft hier einfach einen musikalischen Nerv, bei dem der Fluss stimmt und vom Hörer mit konstantem Fußwippen belohnt wird. Das entschädigt dann auch für die falsche Farbe.

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Fazit

North Star Design kombiniert im Blue Diamond Integrated Amplifier einen detailverliebten Wandler mit einer Menge Power und der schönen Musikalität eines AB-Verstärkers. Die Rechnung geht auf und der Hörer bekommt lebendigen Sound mit Gefühl und Genauigkeit.

Preis: um 3900 Euro

North Star Design Blue Diamond Integrated Amp

12/2018 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 3.900 Euro (inkl. DAC) 
Vertrieb: WOD Audiovertrieb, Nidderau 
Telefon: 06187 900077 
Internet: www.wodaudio.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 435/85/350 
Eingänge: 1 x USB-B / 1 x S/PDIF koaxial / 1 x Toslink optisch 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit / DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo 
Leistung: etwa 165 Watt an 8 Ohm / etwa 266 Watt an 4 Ohm 
checksum North Star Design kombiniert im Blue Diamond Integrated Amplifier einen detailverliebten Wandler mit einer Menge Power und der schönen Musikalität eines AB-Verstärkers. Die Rechnung geht auf und der Hörer bekommt lebendigen Sound mit Gefühl und Genauigkeit. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 09.12.2018, 10:01 Uhr
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