Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Perreaux éloquence 150i


Herzenssache

Vollverstärker Perreaux éloquence 150i im Test, Bild 1
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Neuseeland ist bekannt für verschiedene Dinge: Kiwis, als Frucht wie als Vogel. Atemberaubende Landschaften und die Tatsache, dass mehr Schafe als Menschen in dem Inselstaat leben. Audioenthusiasten sollten das Land auf der anderen Seite der Erde mit einer bestimmten Firma in Verbindung bringen: Perreaux.

Peripherie:


 Quellen: Integrita Audiophile Music Server Cambridge Audio Stream Magic 6 Bluesound Node Krell Connect Lindemann Musicbook: 25
 Lautsprecher: K+T „Ophelia“ K+T „Nada“ Valeur Audio Micropoint 2 SE

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Im Jahr 1974 wurde das erste Produkt unter dem Namen Perreaux verkauft. Damals handelte es sich um den Vollverstärker GS 2002 mit 22 Watt pro Kanal. Über die Jahre hinweg wurde die Produktpalette immer mehr erweitert und sowohl Profis als auch Kunden, die Geräte für den Hausgebrauch suchen, lernten die Marke kennen und schätzen. So besteht die Firma nun seit bereits 40 Jahren. Ein stattliches Alter, das in der HiFi-Branche nur erreichbar ist, wenn die Qualität der Produkte die anspruchsvolle Kundschaft überzeugen kann. Die Zeiten haben sich seit 1974 schließlich deutlich geändert und die digitale Revolution hat auch in der HiFi-Welt Einzug gehalten. Passend zu ihrem Erstlingswerk vor genau 40 Jahren liefert Perreaux nun einen weiteren Vollverstärker, bei dem die Zeichen der Zeit erkannt wurden und der dennoch von vier Jahrzehnten Erfahrung profitieren kann. Beim éloquence 150i handelt es sich um einen MOSFET-Vollverstärker, ein Markenzeichen von Perreaux, die für sich beanspruchen, bereits 1979 als erster westlicher Hersteller von Audioequipment auf diese Halbleitertransistoren gesetzt zu haben. Besonders interessant ist jedoch die Möglichkeit, den 150i mit Zusatzmodulen zu versehen. So kann der Verstärker entweder mit dem éloquence Phono Modul versehen werden oder mit dem éloquence DAC Modul.

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Ob man sich nicht auf digitale Quellen oder analoge Klänge festlegen möchte, spielt dabei keine Rolle, denn man kann auch beide Module gleichzeitig einsetzen. Wer sich nicht gleich beim Kauf entscheiden möchte, ob eine Erweiterung um eines oder beide Module für ihn Sinn macht, der braucht sich trotzdem keine Sorgen zu machen, etwas zu verpassen. Beide Zusätze sind auch noch später bei jedem éloquence 150i nachrüstbar und können vom Fachhändler nachträglich eingebaut werden. Äußerlich entsteht dabei keinerlei Unterschied. Der éloquence 150i kommt auf den ersten Blick recht wuchtig daher. Eine massive Metallfront, nur durchbrochen von dem großen, ebenfalls metallenen Drehregler in der Mitte und dem in beruhigendem Blau leuchtenden Display rechts daneben. Dieses kann in drei verschiedenen Helligkeitsstufen an die Raumbeleuchtung angepasst werden oder auf Befehl ganz erlöschen. Auf der anderen Seite prangt, eingefräst in die Front, der Firmenname und gleich darunter der Power-Knopf. Einen Eindruck von der Power, die das Gerät liefert, bekommt man bei einem Blick auf die Seiten. Dort warten die großzügig dimensionierten Kühlkörper darauf, die Verstärkermodule der beiden Kanäle bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Geschickt akzentuierte Rundungen und Kanten sowie seine recht geringe Höhe von rund 10 cm verhindern, dass der 150i zu klotzig ausfällt. Stattdessen zeigt er stolz seine Kraft, ohne zu aufgeregt oder verspielt zu wirken. Ein wirklich hübsches Gerät. So stabil wie der éloquence sich äußerlich gibt, so flexibel ist sein Inneres. Mithilfe des Drehreglers, den kleinen Tasten unter dem Display oder der Fernbedienung navigiert man durch die übersichtlichen Menüs, um den Verstärker auf die eigenen Bedürfnisse einzustellen. Obwohl die Textgröße im Display angepasst werden kann, gilt dies leider nicht für das Menü, so dass die Einstellung per Fernbedienung nicht aus zu großer Entfernung geschehen sollte. Da aber alle Settings gespeichert werden, muss man die Änderungen eigentlich nur einmal vornehmen, was auch am Gerät selbst schnell erledigt ist. So kann man die einzelnen Eingänge mit eigenen Namen versehen, um schnell den Überblick zu haben, welche Quelle denn nun ausgewählt wird. Außerdem kann man die Sourceknöpfe der Fernbedienung beliebig belegen und Lautstärke und Filter für jeden Eingang einzeln einstellen. Eine vorbildliche, moderne Lösung. Ein nettes Zusatzfeature stellt die Mute-Funktion dar, die nicht einfach den Ton abstellt, sondern zunächst langsam die Lautstärke herunterregelt. Beim Einschalten regelt der éloquence dann langsam wieder hoch, so dass die Lautsprecher nicht schlagartig wieder unter Volllast arbeiten müssen 

Innenleben


Unser Testexemplar hatte, passend zu unserem Fokus auf digitales HiFi, natürlich das optionale DAC Modul verbaut. Dafür kommen zu den vorhandenen analogen Eingängen zwei koaxiale S/PDIF-Anschlüsse mit BNC-Buchsen, die durch den beigelegten RCA-BNC-Adapter auch mit einem Cinchkabel verwendet werden können. Zusätzlich gibt es zwei S/PDIF-Eingänge, die optisch Daten an den Chip liefern. Abgerundet wird das Ganze durch eine USB-B-Schnittstelle, die verwendet werden kann, um Laptops oder andere Computer direkt an den éloquence anzuschließen. Dies funktioniert sogar mit Windows-PCs ohne Treiber, wobei der 150i nach dem Verbinden als externe Soundkarte erkannt wird. Neben dem Abspielen von Musik, die auf der Festplatte liegt, können dort auch Signale, die von anderen Eingängen im Verstärker ankommen, zum Aufnehmen an den PC geliefert werden. Eingehende Daten leitet das Modul zunächst an den verbauten Sample Rate Converter. Dort wird jedes Signal erst einmal analysiert und zerlegt, unabhängig von der Abtastrate der laufenden Musik, um dann als 192-kHz- Signal mit 24 Bit an den DAC-Chip weitergeleitet zu werden. Hier wurde der beliebte Burr-Brown PCM1792 von Texas Instruments verbaut. Dabei handelt es sich zwar nicht um den neuesten Chip auf dem Markt, er kann jedoch auf keinen Fall als veraltet bezeichnet werden und wird von Entwicklern wegen seiner klanglichen Leistung immer noch hoch geschätzt. Vor dem DAC-Board befindet sich das wuchtige Netzteil, abgedeckt durch eine Verkleidung mit dem Firmenlogo, das an ein EKG-Signal angelehnt ist. Passend, da die Stromversorgung hier praktisch als Herz des Gerätes platziert wurde. Links und rechts daneben, an den beiden Gehäusewänden, befinden sich die Verstärkereinheiten. Jeweils verbunden mit einem der beiden Kühlkörper, um uneingeschränkte Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. 

Messwerte


Die durchdachte Konstruktion macht sich in den Werten, die wir bei unserem Labortest erzielten, bemerkbar. Beide Lautsprecherausgänge befinden sich an den Außenkanten des Gerätes. Dadurch soll garantiert werden, dass eine Beeinflussung der Kanäle weitestgehend ausbleibt. Eine gute Wahl, denn durch diese Bauweise konnte eine hervorragende Kanaltrennung von 80 dB festgestellt werden. Ist kein Signal an den éloquence angelegt, ist praktisch nichts zu hören. Der Rauschabstand wurde mit -89 dB gemessen. Von einem kurzen Klicken und Surren beim Bootprozess nach dem Einschalten abgesehen, arbeitet der 150i also praktisch flüsterleise, bis er dann endlich ein richtiges Signal ausgeben soll. Bei einem Verstärker wird natürlich zunächst immer auf die mögliche Leistung geschaut, schließlich sollte ein High-End-Verstärker ordentlich Kraft bieten. Auch hier braucht sich der 150i absolut nicht zu verstecken. Perreaux gibt offizielle Werte von 150 Watt bei 8 Ohm und 300 Watt bei 4 Ohm an. Hier üben sich die Neuseeländer anscheinend in Understatement, denn wir stellten bei einem Widerstand von 4 Ohm satte 340 Watt fest. Bis eine Verzerrung von mehr als 0,7 Prozent bei 8 Ohm erreicht wurde, konnte sogar eine Leistung von etwa 231 Watt abgelesen werden. Das ist immerhin rund 80 Watt über der Angabe von Perreaux. Der 150i liefert also Leistung weit über den Erwartungen und muss schon ziemlich beansprucht werden, bevor unschönes Clipping überhaupt beginnt einzusetzen. Auch beim Frequenzgang liefert der éloquence tolle Werte. Erst weit im unhörbaren Bereich weicht die Kurve vom Idealwert ab. 

Klangliches


Im Labor schlägt sich der Perreaux also hervorragend, doch Zahlen allein machen keine Musik. Beim Hören mit dem éloquence 150i fällt, auch bei digitalen Quellen, sofort das angenehm warme Klangbild auf. Beinahe könnte man denken, man hätte einen Röhrenverstärker zwischen Streaming- Client und Lautsprecher gesetzt. Dazu kommt eine schöne Räumlichkeit, die das Orten einzelner Komponenten auf der virtuellen Bühne ermöglicht. Das intern vorgenommene Upsampling lässt auch CD-Rips mit eigentlicher Abtastrate von 44,1 kHz und 16 Bit super klingen, ohne dass diese auf die angesprochene Räumlichkeit verzichten müssen. Von vornherein hoch aufgelöste Musik klingt erwartungsgemäß jedoch noch ein winziges Quäntchen detaillierter. Trotzdem erschallen durch die Bank weg bei allen Abtastraten glasklare Mitten und Höhen aus den Lautsprechern. Bässe sind beim leiseren Hörbetrieb angenehm unaufdringlich. Wer von seinen Bässen bevorzugt einen metaphorischen Schlag in die Magengrube verlangt, muss den Schalldruck etwas erhöhen. Dann lässt der Perreaux jede Zurückhaltung fallen und die Tieftöner bekommen ordentlich Arbeit. Die dynamische Weite lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Wechsel zwischen lauten und leisen Passagen werden problemlos vollzogen, ohne an Detail zu verlieren. Generell kommt der eingesetzte DAC-Chip nicht ins Stottern und gibt alle Eingaben sauber und präzise wieder aus. Perreaux liefert zu seinem Jubiläum einen klasse Vollverstärker ab, der durch die Modulerweiterungen und seine Individualisierungsmöglichkeiten absolut flexibel einsetzbar ist. Die Qualität der Komponenten und der Verarbeitung sowie der Klang können vollkommen überzeugen. Man kann sich also voraussichtlich auf 40 weitere Jahre Perreaux freuen.

Fazit

Zum 40-jährigen Jubiläum der Neuseeländer gibt es ein besonderes Geschenk. Der Perreaux éloquence 150i passt sich mit seinen verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten ganz an die Wünsche des Nutzers an. Sowohl die Messwerte als auch die Verarbeitung können überzeugen, und mit dem optionalen DAC kann der tolle räumliche Klang auch direkt von digitalen Quellen kommen.

Preis: um 5700 Euro

Vollverstärker

Perreaux éloquence 150i


10/2014 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 5.700 Euro, DAC Modul 1.000 Euro, Phono Modul (MM & MC) 500 Euro 
Vertrieb: Genuin Audio, Cottbus 
Telefon: 0355 38377808 
Internet: www.genuin-audio.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 426/102/344 
Leistung 4 Ohm (in Watt): 300 
Leistung 8 Ohm (in Watt): 150 
Eingänge: 1 x XLR, 6 x RCA, 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo, 
Unterstützte Abtastraten: Koaxial bis 192 kHz, 24 Bit USB bis 48 kHz, 16 Bit 
checksum „Zum 40-jährigen Jubiläum der Neuseeländer gibt es ein besonderes Geschenk. Der Perreaux éloquence 150i passt sich mit seinen verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten ganz an die Wünsche des Nutzers an. Sowohl die Messwerte als auch die Verarbeitung können überzeugen, und mit dem optionalen DAC kann der tolle räumliche Klang auch direkt von digitalen Quellen kommen.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 20.10.2014, 15:01 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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Preisgekrönte OLED-TVs

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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
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