Kategorie: Zubehör HiFi

Plattenspielerantrieb Levar Grand Synchronic Sensor+


Der Unerschütterliche

Zubehör HiFi Levar Grand Synchronic Sensor+ im Test, Bild 1
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Das hier ist weit mehr als eine „Motordose“: Mit der großen Levar-Antriebslösung steht zum ersten Mal eine richtige geregelte Nachrüst-Antriebslösung für Plattenspieler zur Verfügung.

Grundsätzliches


Gemach, Gemach: Bevor Sie sich darüber freuen, dass Sie Ihren Laufwerksklassiker beispielsweise vom Typ Platine Verdier endlich mit einer dauerhaft drehzahl- und temperaturstabilen Antriebslösung ausstatten können, müssen Sie zwei Dinge wissen: Der „Grand Synchronic Sensor+“ von Levar Audio ist nicht ganz preiswert (ab rund 3600 Euro) und erfordert, je nach Situation, durchaus handwerkliches Geschick bei der Installation. Wenn allerdings diese beiden Hürden ausgeräumt sind kann ich Ihnen versprechen, dass Sie die beste denkbare Lösung für Ihren Riementriebler gefunden haben.  

Steuern oder regeln


Die überwältigende Mehrheit der am Markt erhältlichen Plattenspielerantriebe arbeitet mit einem gesteuerten Motor. Das bedeutet: Er wird mit mehr oder weniger aufwändiger Elektronik dazu überredet mit einer konstanten Drehzahl zu laufen, die für Nenndrehzahl des Tellers sorgt.

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Im einfachsten Fall ist das ein fest von der Netzfrequenz gesteuerter Synchronmotor. Das sind die Plattenspieler, bei denen man per Umlegen des Riemens die Tellerdrehzahlen wechseln muss. Man kann solche Motoren elektronisch so ansteuern, dass die Drehzahl einstellbar ist, wie heutzutage in vielen Fällen üblich. Dann kann man die Tellerdrehzahl per Stroboskop kontrollieren und gegebenenfalls nachstellen. Allen Varianten dieses Systems gemeinsam ist der Umstand, dass der Motor nicht weiß, wie schnell sich der Teller dreht. Auf Änderungen der Last oder des Übersetzungsverhältnisses (wenn der Riemen durch Verschleiß oder geänderte Riemenspannung dünner wird) kann der Motor nicht reagieren. Das geht nur dann, wenn dem Motor die tatsächliche Tellerdrehzahl mitgeteilt wird und er auf Schwankungen reagieren kann. Eine solche Anordnung nennt man eine Motorregelung. So etwas wird zum Beispiel von Clearaudio eingesetzt, von Tech- DAS – oder eben von Levar Audio. Jene sind nunmehr die ersten, die die bei ihren eigenen Plattenspielern bewährte Technik als Nachrüstlösung anbieten. Der Trick dabei ist, dass es dafür einen Sensor braucht, die der im Motor integrierten Steuerelektronik mitteilt, was das Stündlein gerade geschlagen hat  

Drehzahlsensorik


Der eigentliche Sensor ist eine etwa fünf Millimeter durchmessende „Reflexlichtschranke“.

Zubehör HiFi Levar Grand Synchronic Sensor+ im Test, Bild 4
Der Drehzahlsensor und der dazugehörende Reflektor müssen geeignet am Plattenspieler untergebracht werden
Die liefert immer dann ein Signal, wenn eine reflektierende Oberfläche in geringem Abstand davor auftaucht. Im vorliegenden Fälle ist das ein kleines verspiegeltes Klebepad, dass am oder unter dem Plattenteller montiert werden muss. Wichtig dabei ist, dass der Sensor sicher zwischen Klebepad und dem Rest der Oberfläche unterscheiden kann. Was in meinem Fall dazu führte, dass ich die Unterseite meines naturfarbenen Aluminiumtellers mattschwarz lackiert habe, sonst war der Kontrast zu gering. Darüber hinaus muss der Sensor an geeigneter Stelle montiert werden. Das kann bei einem großen Masselaufwerk durchaus ein paar handwerkliche Herausforderungen mit sich bringen. Vermutlich hat auch nicht Jeder Lust, seinen Dreher auf den Tisch der Standbohrmaschine zu wuchten und ein passendes Loch durch die Zarge zu bohren. Da ich aber Sensor und Reflektor nicht ständig im Blickfeld haben wollte, gab es dazu keine Alternative. Der Sensor ist mit einem steckbaren Kabel direkt mit der Antriebseinheit verbunden. An einer zweiten Leitung wird die Stromversorgung angeschlossen, was in diesem Falle auf ein recht gewöhnliches Laptop- Schaltnetzteil hinausläuft. Was ich bei der Preisgestaltung dieses Antriebs für ein bisschen dünn erachte.  

Der Motor


Der Motor sitzt in einem Aluminiumzylinder. An dessen Unterseite ist ein Ring angebracht, in dem drei Inbusschrauben zur Höhenverstellung stecken. Dieses Feature ist in der Praxis von großer Bedeutung, wie wir noch sehen werden. Drei Kappen schützen den Unterbau vor Kratzern durch die Gewindestifte. Der Motor selbst ist ein modernes Modell vom Hamburger Antriebsspezialisten Trinamic. Den unterziehen die Levar-Mitarbeiter noch diversen Modifikationen, bevor er die gewünschte Laufruhe schafft. Obwohl Trinamic durch seine betont leisen Motorsteuerungen bekannt geworden ist, genügten die damit erzielbaren Ergebnisse dem Anspruch der Konstrukteure nicht. Und so entwickelte das in dem Projekt involvierte Unternehmen Schubert Akustik Design eine komplett neue Motorsteuerung, bei der fast alle ehern geglaubte Grundsätze zur Steuerung moderner bürstenloser Gleichstrommotoren über Bord flogen und eine mit reichlich Rechenleistung gesegnete eigene Lösung zum Zuge kommt. Gesteuert wird sie über drei Taster auf der Oberseite. Der Motor kann sowohl mit als auch ohne den externen Sensor betrieben werden, wobei die Lösung mit Sensor natürlich die erheblich sinnvollere Variante ist. Zumal man sich in diesem Fall nie wieder Gedanken über die Drehzahlfeineinstellung machen muss, die Regelung verfügt über eine hochstabile Quarzreferenz und regelt jederzeit exakt auf die korrekte Drehzahl.  

Antriebsstrang


Der Motor treibt den Teller über einen recht weichen und schmalen Flachriemen an. Jener läuft auf einer kleinen Wulst auf dem Motorpulley. Motor und Laufwerk müssen exakt in der Waage stehen, sonst gestaltet sich die Einstellung des Riemenlaufes schwierig. Als Zubehör (für nicht sehr bescheidene 490 Euro) gibt’s eine doppelte Umlenkrolle, die ich dringend empfehlen würde. Mit ihr lässt sich der Riemen so „anordnen“, dass er bei der Bedienung der Motordose nicht im Weg ist, außerdem kann man den Riemen durch Verschwenken des Rollenpaares verkürzen, was in manchen Einbausituationen sehr hilfreich sein kann. Das Setup der ganzen Angelegenheit dauert eine Weile und erfordert ein bisschen Geduld und Fingerspitzengefühl, der Aufwand lohnt sich allerdings.  

Klang


Mein „Experimentierplattenspieler“ lief bis jetzt vorzugsweise mit einem Motor von TW Acustic nebst passendem Riemen. Ich habe bislang immer die Erfahrung gemacht, dass dieser Antrieb sehr viel Kraft und Durchzug mitbringt und ein sehr überzeugendes Gefühl für Timing und Rhythmus mitbringt. Ein direkter Vergleich zwischen diesem Antrieb und der Levar-Lösung ist nicht ganz einfach, weil ziemlich unterschiedliche Riemen zum Einsatz kommen. Ohrenfällig ist jedoch, dass die Levar-Lösung feiner und dezenter wirkt, Details in der Stimme zum Beispiel einer Rickie Lee Jones besser herausarbeitet und das Klanggeschehen weiträumiger erscheinen lässt. Die altehrwürdige Massey Hall wirkt eindeutig imposanter, wenn der Levar den schweren Aluteller dreht, mit dem TW-Motor ist ein wenig mehr Inbrunst in das, was der junge Neil Young da vorträgt. Alle konventionellen Synchronmotorlösungen haben, das steht fest, an dieser Stelle eindeutig das Nachsehen. Das senkt den Preis des Levar-Antriebes leider nicht, macht ihn jedoch auf alle Fälle eine Sünde wert.

Fazit

Der geregelte Levar-Antrieb zählt ohne jeden Zweifel zu den besten Plattenspielerantrieben am Markt und beeindruckt mit seiner perfekt aufgeräumten und weiträumigen Darstellung

Kategorie: Zubehör HiFi

Produkt: Levar Grand Synchronic Sensor+

Preis: um 3600 Euro

12/2022

Der geregelte Levar-Antrieb zählt ohne jeden Zweifel zu den besten Plattenspielerantrieben am Markt.

Levar Grand Synchronic Sensor+

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Plattenspielerantrieb 
Vertrieb Live Act Audio, Sonthofen 
Telefon 08321 6078900 
Internet www.live-act-audio.de 
Garantie
Gewicht ca. 2,2 kg 
Unterm Strich... Der geregelte Levar-Antrieb zählt ohne jeden Zweifel zu den besten Plattenspielerantrieben am Markt und beeindruckt mit seiner perfekt aufgeräumten und weiträumigen Darstellung 
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