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Kategorie: Zubehör HiFi

Einzeltest: Manley Chinook


Phonovorverstärler Manley Chinook

Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 1
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Ein Traum wird war: Die hoch professionell, ja, teilweise etwas martialisch aussehenden Gerate von Manley haben es wir schon immer angetan. Und nun ist es so weit: Die erste Phonostufe der Amerikaner glänzt bei unserem Test

Die erste Assoziation angesichts von Manley-Geräten war bei mir immer „Harley Davidson“ - sehr amerikanisch, äußerlich rustikal und robust gebaut, mit dieser Ausstrahlung roher Energie, wie man es wohl nur jenseits des großen Teichs hinbekommt. Natürlich ist mir klar, dass sich das nur auf Äußerlichkeiten bezieht – zumindest bei Manley – denn man hält sich nicht seit Jahrzehnten unter den großen Namen in Sachen Tonstudiotechnik, wenn man grobschlächtige Technik baut. Im Gegenteil: In meinem musikalischen Bekanntenkreis gibt es einige Tontechniker, die glänzende Augen bekommen, wenn man den Hersteller aus Chino auch nur erwähnt.

Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 2Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 3Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 4Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 5Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 6Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 7Zubehör HiFi Manley Chinook im Test, Bild 8
In Sachen Dynamik-Bearbeitung, Klangregelung und Mastering spielt Manley auf jeden Fall bei den ganz großen Namen mit und das, obwohl die Firma noch gar nicht so lange existiert. Ein kurzer Blick auf die Historie: Manley wurde zunächst als reine Marke, nach dem Entwickler David Manley, als Professional Audio Division von VTL gegründet. Nach ein paar Jahren gab es dann auch eine räumliche Trennung der beiden Produktionsstandorte und Manley zog nach Chino, Kalifornien. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete EveAnne Manley bereits im Unternehmen, nicht verwandt oder verschwägert, die nach dem Abgang des Gründers 1996 die Geschicke des Unternehmens leitet. Und wie es sich ja seit einigen Jahren auch für die führenden Marken im Tonstudiobereich gehört, bietet man die ausgereifte und hoch entwickelte Profi technik auch auf dem Hifi -Markt an. Ich halte es für einen cleveren Schachzug von Manley, den etwas sperrigen Charakter der Geräte nicht gegen eine bemüht aufgehübschte Fassade für den High-Ender zu tauschen, sondern klar zu zeigen, aus welchem Stall jedes Gerät kommt. Das geht bis hin zu der Tatsache, dass alle Hifi -Geräte im normalen Komponentenformat dem 19-Zoll-Rackstandard entsprechen und lange Zeit sogar die entsprechenden vier Schraublöcher in der Frontplatte besaßen. Inzwischen bietet man ein recht komplettes Sortiment an Vor- und Endstufen an, bleibt aber bei seiner Hauptkompetenz: Es gibt lediglich verstärkende Komponenten, in Sachen Quellen oder Lautsprecher hält man sich dankenswerter Weise zurück. Aktuell umfasst das Portfolio zwei verschiedene Phonovorstufen: Die seit nun zwei Jahrzehnten gefertigte und ziemlich berühmte „Steelhead“, die vielleicht als der Urvater aller universell einstellbaren High- End-Phonovorstufen gelten darf, und unser Testgerät, die „Chinook“, die zu einem deutlich reduzierten Preis die Kernkompetenzen der wirklich sehr teuren Steelhead anbietet, freilich ohne die symmetrischen, mehrfachen Anschlüsse. Aber die braucht man ja zum zufriedenen Musikhören mit einem Plattenspieler ja auch nicht – und zum musikalischen Zufriedensein ist die Chinook gemacht, so viel kann ich schon mal verraten. Auf der Vorderseite der Chinook gibt es gerade einmal den Einschaltknopf, der das Gerät mit einer kurzen Aufwärmphase in Gang setzt. Etwas mehr, aber auch nur etwas, gibt es auf der Rückseite zu sehen, die je ein Paar Cinch-Buchsen für den Einund Ausgang anbietet und zwei Reihen DIP-Schalter für die individuelle Anpassung der Eingangs-Impedanzen und -Kapazitäten. Aus der Komfort-Perspektive ist es etwas unglücklich, dass diese Parameter zwar von außen geschaltet werden können, nicht aber die Verstärkungsstufen MM und MC, für die man das Gerät öffnen muss. Tester-Latein, ich weiß, aber ich muss es erwähnen. Nach dem Aufschrauben des ziemlich einfachen Deckels aus gekantetem Lochblech fällt auf, dass wir es wirklich mit Profitechnik zu tun haben: Exzellentes Platinenmaterial, eine durchdachte Schaltung und klar getrennte Baugruppen im Inneren lassen ein gutes Gefühl aufkommen. Die intelligent ausgesuchten und hochwertigen Bauteile werden offenbar noch von Hand eingelötet – an der einen oder anderen Stelle sieht man, dass ein Widerstand mal nicht ganz perfekt ausgerichtet ist, was natürlich auf die Funktion keinerlei Auswirkung hat. Wie gesagt: Die Netzteilplatine mit einem dicken Ringkerntrafo und ordentlich Siebkapazität ist komplett in der einen Hälfte des Gehäuses untergebracht, die Audiosektion in der anderen. Dazwischen gibt es sogar ein Trennblech. Das eingehende Signal wird mit je einer 6922-Doppeltriode pro Kanal verstärkt, danach durch die exakt arbeitende passive RIAA-Entzerrung mit vierter Zeitkonstante geschickt und dann mit durch eine weitere 6922 impedanzgewandelt, in einer sogenannten White-Follower-Schaltung, die einen deutlich niedrigere Ausgangsimpedanz als normale Kathodenfolgerschaltungen ermöglicht. Tatsächlich erlauben die angegebenen 91 Ohm sehr lange Kabelwege zum nachgeschalteten Verstärker. Bei 45 Dezibel Verstärkung und einem meiner geliebten alten Audio-Technica-Systeme – hier ein AT25 - zeigt die Manley Chinook einen Auftritt, denn ich am liebsten mit „klarer Dynamik“ umschreiben möchte: Hier bemerkt man den professionellen Ansatz sofort: Exzellente Messwerte und eine streng neutrale Abstimmung gehen hier Hand in Hand und resultieren in einer dynamischen Wiedergabe, die die Grenzen des Mediums Schallplatte voll auslotet. Als Nebeneffekt gibt es oben drauf eine höchst genaue und stabile räumliche Wiedergabe bis in die letzten Ecken der virtuellen Bühne. Rauschen ist nur dann ein Thema, wenn es auf der Aufnahme zu hören ist – aus der Phonostufe kommt in dieser Hinsicht gar nichts. Und das gilt auch nach dem Umschalten auf den MC-Betrieb, der sogar noch eine Spur beeindruckender ist. Durch die extrem fein einstellbare Abschlussimpedanz, kann man sich präzise an den optimalen „Arbeitspunkt“ des eigenen Tonabnehmers herantasten und so eine optimale Klangbalance einstellen. Und das geht – trotz der auf den ersten Blick für manche Low-Output-MCs etwas niedrig erscheinenden maximalen Verstärkung – mit allen Systemen, denn angesichts der exzellenten Nebengeräuschwerte kann man zur Not einfach den Verstärker etwas weiter aufdrehen – das wird im Verlauf einer Hörsession mit der Manley Chinook ohnehin mehrfach tun.

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Manley Chinook


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