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Kategorie: Zubehör HiFi

Einzeltest: Levar Twin


Nackte Hütte

Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 1
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Vielleicht kennen Sie das vom Auto: Manchmal sind die ganzen Komfortfunktionen moderner Gefährte einfach ein Graus, eher kontraproduktiv als eine Hilfe und außerdem sowieso andauernd kaputt. Was tun?

Beim Auto hilft da vermutlich nur: Alte Karren fahren. Mache ich übrigens. Funktioniert. Bei unterhaltungselektronischen Gerätschaften ist das Weglassen von Features ebenfalls ein legitimes Mittel, die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen zu reduzieren. Auch bei Plattenwaschmaschinen, um die´s hier gehen soll. Auch da hat sich in den Jahren der Wiederauferstehung der Schallplatte jede Menge getan – die Anzahl der Anbieter und Modelle ist schier explodiert. Die Preise übrigens auch, so ganz nebenbei. Das, was den Reinigungsjob in meinem Wohnzimmer derzeit innehat, zählt zweifellos zu den edlen Vertretern der Spezies und kostet 3.000 Euro. Sie stammt von Levar Audio, wobei es sich um eine junge Eigenmarke des Sonthofener Vertriebs MHW Audio handelt. Ein gehöriges Maß an Expertise darf man den Leuten dort attestieren, verkaufen sie doch auch Geräte von Gläss, Hannl, Nessie, Okki Nokki, Loricraft und Watson. Kurz: Fast alles, das der Markt so hergibt. Man sollte meinen, dass MHW-Audio das Thema damit erschöpfend abgedeckt haben sollte, aber nichts da: Keine der angebotenen Maschinen war genau die, die Firmenchef Dieter Molitor bis ins Detail glücklich machte. Was also tun? Zu jemandem gehen, der sich mit so etwas auskennt, über eine leistungsfähige moderne Fertigung verfügt und sich die Traummaschine entwickeln und bauen lassen. Molitor fuhr nach Erlangen und beauftragte Clearaudio mit diesem Job. Und die haben ohne Zweifel langjährige Erfahrung mit Plattenwaschmaschinen, das Topmodell Double Matrix Professional Sonic macht den Job bei mir seit Jahren zuverlässig und überaus komfortabel. Das mit dem komfortabel, das ist in den Augen von Dieter Molitor einer der springenden Punkte. Seiner Meinung nach lässt sich der Waschprozess nur sehr bedingt automatisieren – zu unterschiedlich sind die Anforderungen, die jede Platte an den Reinigungsvorgang stellt.

Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 2Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 3Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 4Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 5Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 6Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 7Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 8Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 9Zubehör HiFi Levar Twin im Test, Bild 10
Die „Trefferquote“ der superkomfortablen modernen vollautomatisch arbeitenden Maschinen ist ihm zu gering, so richtig geht´s seiner Meinung nach nur dann, wenn der Bediener das Heft selbst in der Hand hält. Also fast wie beim eingangs bemühten Automobilvergleich: Manchmal ist´s einfach keine gute Idee, wenn all die Komfortfunktionen das Ruder führen. Und so gibt´s jetzt die Levar Twin, eine in Sachen Komfort ziemlich reduzierte, aber kompromisslos auf Funktionalität und Langlebigkeit getrimmte Maschine. Gefällt mir sehr gut, der Ansatz, den die Maschine schon optisch und haptisch einlöst: Sie wiegt fast 20 Kilogramm und wirkt formschön, schlüssig und reduziert – hier hat sich die Investition in die Dienste eines Industriedesigners eindeutig bezahlt gemacht. Das Ganze kommt als Quader mit quadratischer Grundfläche, vorne rechts sind vier hochwertige (und wasserdichte) Edelstahltaster für die Bedienung angeordnet. Der Netzschalter befindet sich (unpraktischerweise) auf der Rückseite, ein blau leuchtender Ring im Taster für den Plattenantrieb signalisiert Betriebsbereitschaft. Mittig auf der Geräteoberfläche ist besagter Antrieb angeordnet; die Platte wird zwischen zwei Moosgummiringen eingeklemmt, die das Plattenlabel beim Reinigungsvorgang zuverlässig schützen. Der schwere „Puck“ wird mit einem Spannzangenmechanismus arretiert, mit dem die Platte bombenfest auf der Achse sitzt. Dafür ist nur ein ganz kleiner Dreh erforderlich. Die Anordnung kennen wir prinzipiell von Clearaudio-Waschmaschinen, hier geht das Festzurren aber merklich einfacher – man schein Fortschritte bei der Mechanik gemacht zu haben. Für den eigentlichen Reinigungsvorgang ist ein zweiteiliger Arm zuständig. Zweiteilig deshalb, weil die Levar Twin zu den ganz wenigen Maschinen am Markt gehört, die beide Seiten der Platte gleichzeitig reinigen können. Im Betrieb werden beide Armhälften magnetisch aneinandergepresst, was für den nötigen Kraftschluss zwischen Platte und Maschine sorgt. Auch diese Technik läuft ausgesprochen problemlos und leichtgängig, auch hier scheint´s Fortschritte gegeben zu haben. Ein Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass alle möglichen Plattengrößen ohne weiteres Zubehör gewaschen werden können: Der Technik ist´s egal, ob sieben, zehn oder zwölf Zoll große Platten „behandelt“ werden müssen. Einzig ein Single- Puck mag erforderlich sein – der liegt bei. Für die Reinigung der Plattenoberfläche sind Mikrofaserstreifen zuständig, die beidseitig des in den Wascharm eingearbeiteten Schlitzes angeordnet sind. Laut Hersteller sind Mikrofasern die einzige Möglichkeit, wirklich bis auf den Grund der Schallplattenrille vorzudringen und auch dort mechanisch zu reinigen. Alle anderen Anordnungen schieben die Waschflüssigkeit lediglich über die Plattenoberfläche. Auch dieses „Schwallbad“ funktioniert und sorgt für ein Anlösen des Drecks, mit Mikrofasern geht´s aber besser. Diese Streifen sind übrigens die einzigen Verschleißteile an der Levar Twin, alles andere ist auf bedingungslose Langlebigkeit ausgelegt. Ein Satz Reservestreifen liegt der Maschine bei, weiterer Ersatz kostet nicht die Welt. Bei der Wahl des Waschmittels lässt Ihnen der Hersteller weitgehend freie Hand, hat mit „Eau Levar“ aber natürlich eine eigene Mixtur im Angebot – ein Liter davon gehört zum Lieferumfang. Nachschub ist mit 39 Euro übrigens nicht ganz billig; es empfiehlt sich das 2,5-Liter-Gebinde für 79 Euro. Hinten links auf der Maschine ist der schwenkbare Antistatikarm angeordnet, der nach dem Waschvorgang für die Ableitung der fast zwangsläufig entstehenden statischen Elektrizität zuständig ist und für zwei bis drei Umdrehungen über die Platte geschwenkt wird. Die Maschine ist aus zehn Millimeter starken PVC-Platten aufgebaut; die Oberseite ziert zusätzlich eine schwarze Aluminiumplatte, die für die wertige Anmutung sorgt. Alles an der Levar Twin macht einen äußerst robusten und wohldurchdachten Eindruck; der Hersteller gewährt freiwillig drei Jahre Garantie. Beim Reinigungsvorgang hat man nun einige Freiheitsgrade – genau das ist ja der Sinn der reduzierten Komfortfunktionen. Im Schnitt funktioniert´s wie folgt: Platte aufsetzen, mit dem Puck festklemmen und den oberen Wasch- und Absaugarm über die Platte schwenken. Mit leichten Druck auf dessen Basis rastet die magnetische Verriegelung beider Arme ein. Per „Rotation“-Taster versetzt man die Platte in Bewegung, anschließend wird per „Liquid“-Taster die Waschflüssigkeit aufgebracht. Wie viel, bleibt Ihnen überlassen, die Platte sollte jedenfalls gleichmäßig benetzt sein. Nun findet der eigentliche Reinigungsvorgang statt, Mikrofaserstreifen und Flüssigkeit tun ihr segensreiches Werk. Per „Direction“-Taster kann man zwischendurch die Drehrichtung des Motors umschalten, was der Reinigungsleistung zugutekommen soll: Auf diese Weise kommt man auch an „Schmutzecken“ heran, die man sonst nicht erreichen würde. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Sauberkeit Genüge getan ist (der Hersteller empfiehlt zwei bis drei Minuten), nehmen Sie per „Vacuum“-Knopf die Absaugung in Betrieb. Die dazugehörige Turbine ist ordentlich schallgedämmt, die Maschine ist definitiv auch spätabends zu benutzen, ohne dass die Nachbarn aus dem Bett fallen. Nach zwei bis drei Umdrehungen ist die Platte trocken, der Antistatikarm darf sein Werk verrichten und die Prozedur ist abgeschlossen. Je nach Verschmutzungsgrad können Sie das Prozedere natürlich variieren, auch ein längeres Einwirken der vorher aufgebrachten Flüssigkeit ohne Rotation kann sinnvoll sein. Hier gibt´s auf alle Fälle eine Lernkurve und Sie finden früher oder später ganz bestimmt das für Sie am besten passende Rezept heraus. Die Maschine jedenfalls wird Ihnen dabei auf unabsehbare Zeit treue Dienste leisten, so viel steht fest. Die Reinigungsleistung jedenfalls ist hervorragend, ich habe keinen Fall gefunden, den ich mit dem Gerät nicht in den Griff bekommen hätte - und darauf kommt´s letztlich an.

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Fazit

Die Levar Twin ist womöglich die kompromissloseste Plattenwaschmaschine am Markt: Sie reinigt beidseitig, überlässt Ihnen die Koordination des Waschvorgangs und ist vermutlich die robusteste Maschine überhaupt. Eine willkommene Ergänzung des Angebots!

Preis: um 3000 Euro

Levar Twin


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Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Plattenwaschmaschine 
Vertrieb MHW Audio, Sonthofen 
Telefon 08321 6078900 
Internet www.mhw-audio.de 
Garantie
B x H x T (in mm) 395/250/395 
Unterm Strich... » Die Levar Twin ist womöglich die kompromissloseste Plattenwaschmaschine am Markt: Sie reinigt beidseitig, überlässt Ihnen die Koordination des Waschvorgangs und ist vermutlich die robusteste Maschine überhaupt. Eine willkommene Ergänzung des Angebots! 

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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 02.06.2019, 10:01 Uhr
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Es ist uns eine große Freude, Ihnen die EISA AWARDS 2021-2022 präsentieren zu dürfen. Zusammen mit den Kollegen von 60 Testmagazinen und -Websites aus Europa, Amerika, Asien und Australien kürt unsere Redaktion als exklusives deutsches Mitglied in der Home Theatre Audio Expert Group jedes Jahr die besten Geräte der Welt.
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Ich freue mich, Ihnen ein ganz sicheres Jahreshighlight zu präsentieren. Voll im Wohnmobiltrend und frisch vom Caravan Salon erreichte und Pioneers neues Camper-Navi AVIC-Z1000DAB zum Test. Zugegeben nicht ganz billig, dafür aber voll ausgestattet mit allem, was den Urlaub im eigenen Wohnmobil vom ersten Meter an entspannt und stressfrei macht. Darüber hinaus haben wir natürlich noch über zwei Dutzend weitere Geräte im Test. Da ist alles dabei, günstige Verstärker und Lautsprecher, bezahlbares High-End, die perfekte Mini-Steuerzentrale mit 9 DSP-Kanälen und natürlich jede Menge Subwoofer. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
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Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
Ressort
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Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
Hifi Test TV HiFi 6/2021

Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
A propos Wände: In dieser Ausgabe finden Sie eine Reportage über die Zukunft des Lautsprechers als Begleiter des täglichen Lebens, nämlich unsichtbar in der Wand eingelassen, versteckt hinter der Tapete oder sogar Putz!
Aber auch die klassischen Hifi-Themen kommen nicht zu kurz: So haben wir die PS-Audio-Stellar M1200 Endstufen getestet, mit deren Leistung von über 1000 Watt pro Kanal dynamisch keine Wünsche mehr offen bleiben.
Viel Spaß beim Lesen!
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