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STEPHANS HEIMKINO: Gemütliches 5.1.4-Auro-3D-Kino mit Voice of God

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30.03.2022 09:22 Uhr von Redaktion hifitest

HEIMKINO-Leser Stephan zeigt uns, wie man für 10.000 Euro und mit 500 Arbeitsstunden ein beeindruckendes Lichtspielhaus baut, das automatisch gesteuert wird und über exzellente Bild- und Tonqualität verfügt.

Bei winterlichen Temperaturen führt mich meine Tour nach Ingolstadt. Der vom Wetterbericht angekündigte leichte Schneefall setzt jetzt ein, als ich durch die beschaulichen kleinen Gassen fahre. Noch ahne ich nicht, auf was für eine heimkinobegeisterte Familie ich gleich stoße. Pünktlich um 10 Uhr stoppe ich meinen PKW auf dem freien Parkplatz, den die Auffahrt meines Gastgebers für mich bereithält. Die Wohnungstür öffnet sich und überaus gut gelaunt begrüßt mich mein Gastgeber Stephan, anschließend hilft er mir dabei, mein Equipment aus Kamera, Stativen, LED-Licht und Voice-Recorder ins Haus zu tragen. Dort ist bereits groß aufgetischt mit allerlei Leckereien aus Bayern: Warme Semmeln, leckere Weißwürste mit Senfauswahl, Käse, Marmelade, Wurstaufschnitt und mehrere Sorten Nuss-Nougat-Creme stehen zur Auswahl. Wow! Hier lerne ich jetzt Stephans überaus liebenswerte Frau kennen, die ein ebenso großer Filmfan ist und vor guter Laune nur so sprüht. Während ich einen Schluck heißen Kaffee trinke, berichtet Stephan, wie er vom Heimkino-Virus befallen wurde: „Mein Onkel hatte sich vor Jahren ein Heimkino gebaut. Als Jugendlicher hat mich das damals schon begeistert. So etwas wollte ich auch mal haben.“ Ein paar Jahre später sollte sich sein Wunsch erfüllen. Als Stephan zusammen mit seiner Frau die eigene Hausplanung startete, hatte er gleich einen Raum reserviert für das Lichtspielhaus. „2018 war es soweit und ich bin in die Planung gegangen“, fährt Stephan überaus gut gelaunt fort und reicht mir noch eine Weißwurst. „Baustart war noch im Dezember. Fertiggestellt war das Kino dann im Mai 2019.“

Das Bauprotokoll

Während ich die leckere Weißwurst genieße, standesgemäß mit süßem Senf gewürzt, berichtet Stephan, dass er alle Ausgaben für Baumaterial, Ausstattung, Bild- und Tontechnik mit Rechnungen dokumentiert hat. „Bei den Kosten bin ich jetzt aktuell bei 10.345 Euro“, sagt er und zeigt mir die Aufschlüsselung auf seinem Notebook.

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Im Gesamtpreis sind Projektor, AV-Receiver, Lautsprecher, Sitze, Laminat und sämtliche Akustikmaßnahmen inkludiert. Damit nicht genug. Sogar die Arbeitsstunden hat er exakt aufgelistet. „566 Stunden sind eingeflossen ohne Planung. Das ist jetzt rein die Arbeitszeit für den Bau.“ Diese teilen sich auf, da Stephan das Kino nicht allein gebaut hat. Sein Vater hat ihm tatkräftig geholfen, weil dieser ein begnadeter Handwerker ist. Rund 300 Stunden hat Stephan an Zeit aufgebracht und sein Vater die übrigen 266 Stunden. „Willst du das Ergebnis mal sehen?“ – Natürlich möchte ich!

Akustisch optimiertes Kino

Wir gehen in den Keller hinunter. Die Tür zum Kinosaal öffnet sich und ich trete ein. Wow, was für ein schönes Kino. Sofort fällt mir die geänderte Akustik auf. Der leichte Hall aus dem Vorraum ist weg. Es klingt wie in guten Tonstudios. Ich möchte wissen: „Hast Du externe Hilfe für die Einmessung in Anspruch genommen?“ „Ich habe alles selbst gemacht“, antwortet Stephan, „habe mich in die komplexe Thematik eingelesen. Spiegelmethode, Deckensegel und was man standardmäßig macht. Im Nachgang habe ich alles mit Messmikrophon und REW nochmal vermessen.“ Da die Nachhallzeit anfangs zu groß war, hat Stephan die gesamte Front nachträglich mit Steinwolle gedämpft. „So habe ich ein super Ergebnis erhalten. Auch im Bassbereich.“

XXL-Leinwand und Auro 3D Soundsystem

Sämtliche Absorber sind von der schalldurchlässigen Alphaluxx-Leinwand gut verdeckt. 3,30 Meter Bildbreite im 16:9-Format versprühen sofort echtes Kino-Feeling. Die Gewebestruktur des Leinwandtuches ist bereits aus kurzer Distanz kaum noch zu sehen. „Die Bildbreite entspricht in etwa dem Sitzabstand zur ersten Sitzreihe“, fährt der Cineast fort. „Das ist für mich ein perfektes Verhältnis.“ Die Leinwand lässt sich vertikal kaschieren, damit Cinemascope-Filme sauber oben und unten abgegrenzt sind. Links und rechts neben der Leinwand hängen schwarze Vorhänge. Diese fahren nicht zu, wenn die Vorführung zu Ende ist, sondern erfüllen einen anderen Zweck: Sie verdecken die Front- und Höhenlautsprecher von Teufel, die gemäß den Vorgaben von Auro 3D angebracht sind. Durch den Vorhang ergibt sich eine komplett geschlossene Front mit sehr aufgeräumter Optik. Über dem Masterseat befindet sich noch der so genannte „Voice of God“. Hierbei handelt es sich im Grunde um die dritte Höhenebene des Auro-3D-Setups, damit Ton-Events direkt von oben abstrahlen können.

Luxuriöse Ausstattung

Besonders gut gefällt mir die puristische Ausstattung des Kinosaals. Es lenkt nichts vom Filmgeschehen ab. Keine Figuren oder sonstigen Merchandising-Produkte stehen herum. Die Filme befinden sich im Nebenraum. Die gesamte Technik ist in die Rückwand eingelassen. Ein Streaming-Stick befindet sich zusätzlich im Player und ist mit dem NAS verbunden. Der Zugriff auf quasi tausende Filme und Serien ist damit gewährleistet. Der Fußboden besteht aus einem Vinyl-Klick-Boden mit Holzoptik, wie er auch in anderen Räumen des Hauses verlegt ist. Ebenso ist das Podest der zweiten Sitzreihe damit ausstaffiert, um eine einheitliche Optik zu erhalten. Die kleine Bühne vor der Leinwand hat allein einen dekorativen Zweck. Sie verläuft symmetrisch mit dem Vorsprung oberhalb der Leinwand, in dem die Spots verbaut sind. Gleich sieben gemütliche Relax-Sessel sind aufgestellt, die der Hausherr im örtlichen Möbelhaus gefunden hat. Anstatt einer einheitlichen Farbe hat sich Stephan dafür entschieden, Teile des Kinos in Blau und Schwarz zu gestalten. Für den optimalen Kontrast wäre pur Schwarz natürlich optimal. „Aber zum Kino gehört ja nicht nur die komplette Ausrichtung auf Bild und Ton, sondern es soll ja auch schön ausschauen“, sagt Stephan. „Da Blau meine Lieblingsfarbe ist, habe ich die Akzente entsprechend gestaltet.“

Einfache Steuerung

Zum Einsatz kommt eine Logitech-Fernbedienung, um alle Komponenten im Raum damit zu steuern, anstatt der üblichen Handsender von Projektor, Blu-ray-Player und AV-Receiver. Damit alles wie gewünscht funktioniert, hat Stephan ein Programm geschrieben, mit dem er seine Lichtersteckdosen, die Maskierung der Leinwand, Projektor und sämtliche Zuspieler in die Bedienung mit der Logitech-Fernbedienung einbindet. Ganze Lichterszenarien sind auf diese Weise theoretisch möglich. Außerdem hat er direkten Zugriff auf seinen NAS, so dass via Fire-TV-Stick Bild- und Tonsignale direkt ins Kino gestreamt werden. Das schaue ich mir jetzt mal in der Praxis an.

Film ab

Ich mache es mir gemütlich und rutsche etwas tiefer in den Kinositz, stelle die Coke in die Getränkehalterung und schaue Richtung Leinwand. Die Deckenbeleuchtung dimmt langsam herunter und erlischt. Die blauen LEDs gehen gleichfalls aus. Für ein, zwei Sekunden ist es richtig dunkel in Stephans Heimkino. Als erstes taucht das verrostete Warner-Bros.-Logo auf der Leinwand auf. „Mad Max: Fury Road“ steht also auf dem Programm. Die Ränder des Logos sind sehr scharf. Einen kurzen Moment später steht Max alleine in der Wüste neben seinem Fahrzeug. Es ist immer wieder beeindruckend mit welcher Klarheit der Sony VPL-HW45ES Bilder auf die Leinwand projiziert. Sogar feine Sandkörner sind auszumachen. Es ist kein Fliegengitter zu sehen, keine störende Gewebestruktur der Leinwand. Jetzt schwirren Stimmen im Kopf von Max umher. Präziser formuliert, die Stimmen wandern quer durch das Heimkino. Völlig lückenlos wandern sie über die Leinwand, dann von vorne nach hinten und bleiben teilweise über meinem Kopf stehen. Auro 3D macht das sehr gut, wie die Stimmen im gesamten Raum verteilt werden. Als Max eine Echse mit dem Stiefel zerstampft, machen erstmals die vom Reckhorn A-802 Verstärker angetriebenen sechs Bass Shaker BS-200i auf sich aufmerksam. Ich spüre einen leichten Tritt in den Sitz. Sekunden später rasen die Verfolger mit ihren Fahrzeugen von hinten ins Bild. Direkt über meinem Kopf zur Leinwand. Der Bass ist jetzt richtig stark spürbar als Körperschall. Der Relax-Sessel vibriert. Während dieser LFE-Gewitter behält der Denon AVR-X6400H souverän die Kontrolle über die Hauptlausprecher und Surrounds.

Ich bin „on Fire“! Als nächsten Film startet Stephan „Oblivion“. Die Stimme von Jack Harper aus dem Off steht klar und deutlich in der Mitte der Leinwand. Die Musik flutet den Raum. Selbst zwischen den Rear- und Frontlautsprechern baut sich eine Stereobühne auf. Es dröhnt nichts im Kino. Der Bass klingt schnell wieder ab und ist daher angenehm trocken. Die Distanz zur 3,30 Meter breiten Leinwand empfinde ich als perfekt, um richtig tief ins Filmgeschehen eintauchen zu können. Anschließend folgte noch eine 3D-Vorführung von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“. Es ist immer wieder verblüffend, wenn der Sternenzerstörer vollständig vor der Leinwand im Heimkino schwebt. Ich neige dazu, ihn anfassen zu wollen. Die Musik von John Williams wird glasklar reproduziert. „Reys Theme“ beweist, dass das Teufel-System nicht nur zupacken kann, sondern auch mit leisen Tönen exzellent umgeht. Die großartige Räumlichkeit bleibt aufrechterhalten. Ein Blick auf die Uhr beendet leider und ziemlich jäh das Filmvergnügen. Die Stunden sind mal wieder wie im Flug vergangen, und es ist Zeit zu gehen. Als ich mein Foto-Equipment wieder im Auto verstaue, kommen Stephan, seine Frau und sein Vater noch aus dem Haus. Inzwischen hat es aufgehört zu schneien. Sie verabschieden sich überaus herzlich und ich habe das Gefühl, hier neue Freunde gewonnen zu haben. Was für eine großartige Familie, was für tolle Heimkino-Enthusiasten.

Fazit

Mit einem relativ überschaubaren Budget von 10.000 Euro und sehr viel Arbeitszeit hat sich Stephan vor drei Jahren seinen Jungendtraum erfüllt. Sein gemütliches Heimkino beeindruckt ob der bequemen Relax-Sessel, dem durchdachten Design, inklusive Raumakustik, Lichtsteuerung und einer über alle Maßen exzellenten audiovisuellen Qualität. Was für ein schönes Kino.

Ausstattung:

  • Größe: 5,85 x 4,73 x 2,40 Meter
  • Projektor: Sony VPL-HW45ES
  • Leinwand: Alphaluxx Barium Reflax mit 3,27 x 1,84 Meter
  • AV-Receiver: Denon AVR-X6400H
  • 4K-Blu-ray-Player: LG UP970
  • Lautsprecher: 3 x Teufel Ultima 20 Mk2, 1 x Teufel Ultima 40C Mk2, 4 x Teufel Ultima 20 Mk2,
  • Subwoofer: Teufel S6000SW
  • Kinositze: Cinema Seats Huston
  • Sonstiges: Reckhorn A-802 Verstärker für 6 x Bass Shaker BS-200i, Logitech Harmony Elite, 3D-Brillen Hi-Shock Deep Heaven,
  • Besonderes: Selbstgeschriebene Software zur Steuerung der Harmonie in KNX Telegramme, zum Steuern des Lichts, schaltbaren Steckdosen und Leinwand-Kaschierung.

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Autor Redaktion hifitest
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Datum 30.03.2022, 09:22 Uhr