Kategorie: Aktivlautsprecher

Einzeltest: Genelec G Five


High Five!

Aktivlautsprecher Genelec G Five im Test, Bild 1
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Ein professioneller Studiomonitor im Wohnzimmer, diese Idee ist mittlerweile so neu nicht mehr. Genießen diese Abhörlautsprecher doch den Ruf der exzellenten Wiedergabetreue. Genelec hält mittlerweile eine veritable Angebotspalette mit für Heim-HiFi optimierten Features bereit.

Die finnische Firma Genelec ist einer der führenden Anbieter von professionellen Studiomonitoren, mit denen bei Musikproduktionen die Produktionsschritte überprüft und der Sound gemastert werden. Werkzeuge also, die Veränderungen im Klang leicht und eindeutig identifizierbar machen sollen. Während bei HiFi- Lautsprechern oft darauf hingearbeitet wird, einen besonders „schönen“ Klang oder einen „Markensound“ zu erzielen, ist dies bei einem Profi gerät tabu. Ehrlich soll es sein – egal ob’s gerade gut oder mäßig auf der Aufnahme drauf ist. Genelec stellt mit der G-Serie eine ganze Flöte Heimlautsprecher vor, nach der Größe geordnet von eins bis fünf.

Aktivlautsprecher Genelec G Five im Test, Bild 2Aktivlautsprecher Genelec G Five im Test, Bild 3Aktivlautsprecher Genelec G Five im Test, Bild 4Aktivlautsprecher Genelec G Five im Test, Bild 5Aktivlautsprecher Genelec G Five im Test, Bild 6
Angefangen mit der G One mit winzigem 7,5-cm-Tieftöner über die Modelle G Two bis G Four, die entsprechend mit 10er-, 13er- und 17er-Tiefmitteltönern und einer 19-mm-Hochtonkalotte bestückt sind, ist für jeden Größenbedarf etwas dabei. Unsere G Five ist das Topmodell, das den größeren 25-mm-Hochtöner spendiert bekommt und mit einem richtig erwachsenen 20-cm-Tiefmitteltöner aufwartet. Die Box ist dabei immer noch kompakt zu nennen und mit Fuß ca. 45 cm hoch. Für Schreibtisch und Regal bieten sich die kleineren G-Schwestern eher an, unsere G Five ist ein klarer Fall für Lautsprecherständer, obwohl sie ihre Studiogene in Form von Aufnahmen für Wandhalterungen aufrecht und liegend stolz zur Schau trägt. Das Gehäuse ist typisch Genelec, mechanisch kompromisslos stabil und nach aktustischen Gesichtspunkten geformt. Harte Kanten werden vermieden, um störende Schallbeugungseffekte zu vermeiden, und der Hochtöner ist zurückversetzt und wie sein Tieftonpendant schützend vergittert. Der Versatz bringt dabei nicht nur die beiden Schallquellen in eine Ebene, die Ausformung funktioniert ebenfalls als Waveguide zur Optimierung der Abstrahlung des Hochtöners. Durch die allmähliche Ankopplung mit dem abgerundeten Vorsatz erzielt der Hochtöner neben ein paar Zehntel-dB Schalldruckgewinn eine tiefere Ankoppelbarkeit, so dass bei der G Five bei niedrigen 1,8 kHz getrennt werden kann. Weiterhin verbessert sich die Directivity; der Hochtöner gleicht sich in seinem Bündelungsverhalten also dem Tieftöner an, so dass die gesamte Box schön gleichmäßig abstrahlt. Dazu bietet es sich natürlich an, statt einer Holzkiste ein gegossenes Aluminiumgehäuse zu entwickeln, das nebenbei höchst stabil ausfällt. Die Optik der Box mag zwar Geschmackssache sein, doch es gibt gute Gründe, dass die G Five genau so aussieht, wie sie aussieht. Immerhin hat Genelec der G-Serie die Farben Schwarz und Weiß zur Auswahl spendiert, während die Studioserie ausschließlich in einheitlichem Anthrazit daherkommt. Die Treiberbestückung der G Five und die beiden eingebauten Verstärker sind übrigens identisch mit denen der Studioschwester 8050B, hier geht Genelec keinerlei Kompromisse ein. Wer die HiFi-Schiene erwirbt, kommt also defi nitiv in den Genuss der Studiotechnik. Neben der Farbauswahl gibt es nur kleinere technische Abweichungen von der Studiotechnik. So bekommt die G Five neben der XLR-Buchse auch eine Cinchbuchse spendiert, da diese Art der Verkabelung im Wohnzimmer traditionell weit verbreitet ist. Weiterhin gibt es einen Schalter für die Empfindlichkeit (statt einer stufenlosen Regelung), was prima funktioniert, und schließlich hat man Erbarmen mit den LED-geplagten Augen des HiFi- Freunds und macht die weiße LED auf der Front abschaltbar. Alle weiteren Features wie die Klanganpassung kommen 1:1 aus der Studiotechnik. Wir finden Höhenregelung und Bassabsenkung auf Profiniveau mit aufwendiger Filterung, so dass die tonale Korrektheit erhalten bleibt, dann gibt es eine Schreibtischkorrektur sowie eine weitere Bassregelung, die sich um die untere Grenzfrequenz kümmert. Im Hörraum lässt die G Five keinen Zweifel aufkommen, dass sie eine ernsthafte Vollbereichsbox ist, die keinen Vergleich mit Standlautsprechern scheuen muss. Der große 20-cm-Bass füllt mühelos auch größere Räume mit Tiefton, und zwar präzise und mit vollkommen ausreichender unteren Grenzfrequenz und sattem Pegel. Trotz Metallkalotte klingt die G Five obenrum angenehm, sogar fast zurückhaltend. Fast deswegen, weil der Genelec-Klang tonal perfekt ausbalanciert ist. Daher ist auch exakt die richtige Dosis Hochton anwesend. Feinste Bearbeitung der Becken beherrscht die G Five dabei genauso wie die Anblasgeräusche und Obertöne des Saxofons. Da geht das genaue Hinhören nicht nur leicht von der Hand, es macht auch enorm Spaß. Der Klang ist unglaublich durchhörbar, einzelne Instrumente werden glasklar räumlich getrennt und jedes mit seinem mühelos heraushörbaren Klancharakter abgebildet. Überhaupt gehört die räumliche Staff elung zu den Spezialitäten der Genelec. Hier zeigt sich, dass bei korrekter Konstruktion auch ohne Breitbänder eine frappierend natürliche Abbildung möglich ist. Charakterstimmen wie die eines Leonard Cohen oder Johnny Cash werden vom Ohr sofort als korrekt identifi ziert, und es macht Spaß, sich die unterschiedlichsten Musikrichtungen über die G Five anzuhören. Von elekronischen Soundspielereien bis zum Jazztrio wird man immer bestens informiert – und kann dabei unangestrengt Musik genießen. Wir kommen schließlich zu der Erkenntnis, dass die aktive G Five eine ideale Besetzung für den anspruchsvollen Musikhörer darstellt. Leider ohne eigenen Digitaleingang, harmoniert sie dafür bestens mit einem DAC mit vernünftiger Lautstärkeregelung oder natürlich mit jedem Vorverstärkerausgang, so dass sie vielseitig anwendbar ist. Ein toller Lautsprecher mit unbestechlichen Wiedergabequalitäten.

Fazit

Die neue G Five ist ein Paradebeispiel für einen Wohnzimmer-Monitor. Sie lässt den Zuhörer nie im Unklaren über das musikalische Geschehen, funktioniert mit unterschiedlichstem Musikprogramm, ist pegelfest und uneingeschränkt fullrangetauglich. Das hat höchste Klangqualität und macht auch noch Spaß.

Preis: um 3400 Euro

Aktivlautsprecher

Genelec G Five

Spitzenklasse


01/2015 - Elmar Michels

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Export, Heilbronn 
Telefon 07131 2636-0 
Internet www.genelec.de 
B x H x T (in mm) 452/286/278 
Eingänge analog RCA, XLR 
Bestückung 1 x 20-cm-Tiefmitteltöner 25-mm-Hochtonkalotte 
Oberflächen Schwarz, Weiß 
checksum „Die neue G Five ist ein Paradebeispiel für einen Wohnzimmer-Monitor. Sie lässt den Zuhörer nie im Unklaren über das musikalische Geschehen, funktioniert mit unterschiedlichstem Musikprogramm, ist pegelfest und uneingeschränkt fullrangetauglich. Das hat höchste Klangqualität und macht auch noch Spaß.“ 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 05.01.2015, 09:59 Uhr
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Topthema: Mundorf präsentiert:
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