Kategorie: Aktivlautsprecher

Einzeltest: Horns Symphony


Hornlautsprecher hOrns Symphony

Aktivlautsprecher hORNS Symphony im Test, Bild 1
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Es gibt sie noch, die Enthusiasten in der Branche. Leute, die entgegen allen Unkenrufen zum angeblichen Aussterben der stationären HiFi-Läden mit Engagement und Mut Bestehendes bewahren und zusätzlich neue Plattformen schaffen

Björn Kraayvanger vom Duisburger Vertrieb Len Hifi ermöglichte so einigen bisher unbekannten Marken den Eintritt auf den deutschen Markt, wo er sie innerhalb kürzester Zeit auch fest etablieren konnte: Der kanadische Kabelhersteller GutWire mit seinen martialischen Stromkabeln und Signalverbindern, die maschinenbauwürdigen Plattenspieler von J!Sikora und nicht zuletzt die Lautsprecher von hORNS aus Polen gehören zum Stammportfolio von Len Hifi . hORNS macht seit etwa drei Jahren Furore auf dem deutschen Markt, der mittlerweile zum größten Absatzmarkt für die Polen geworden ist – dank außergewöhnlicher Lautsprecher wie der hORNS Mummy, aber auch einem quer durch alle Serien verlaufenden Qualitätsanspruch in Verarbeitung und Klang.

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Zudem gibt es für so ziemlich jeden Geschmack den passenden Lautsprecher, von der erwähnten, extrovertiert auftretenden Mummy bis hin zu den fast schon klassischen audiophilen Monitoren FP6 und Atmosphere. Seit Kurzem kooperiert der umtriebige Vertriebschef von Len Hifi mit einem weiteren Enthusiasten, dem HiFi-Studio-Inhaber Hans Wulfert, und errichtet zwei krachneue, moderne Hörstudios in den Räumen von Music & More in Moers – das nenne ich Einsatz für guten Klang und Vertrauen in die Macht von guter Beratung und Kompetenz statt bunter Bildchen in Onlineshops. Ebendort steht nun die imposante hORNS Symphony, eines der drei Topmodelle der Manufaktur aus Lublin. Gleich drei Topmodelle? Ja, denn anders als Mainstream- Hersteller mit einem marketinggetriebenen „Unified Look and Feel“-Ansatz baut man bei hORNS Lautsprecher nach dem Prinzip Form Follows Function, und da die jeweiligen Modelle unterschiedliche Zielgruppen und Hörertypen ansprechen, sehen sie halt auch ganz unterschiedlich aus. Das teuerste Modell zum Beispiel, die dreiteilige Universum, ist eher Skulptur als reiner Lautsprecher, während die Nummer 3 in der Top-Range, die hier vorgestellte Symphony, zum verträglichen Preis und mit relativ kompakten Maßen das verspricht, wovon Liebhaber großer Hörner und nicht ganz so großer Räume und Budgets träumen: Einen mit 95 dB/W/m relativ hohen Wirkungsgrad, der auch den Betrieb von kleinen Trioden ermöglicht, sowie unbegrenzte Dynamik dank des Hornhochtöners und der hart eingespannten Bassmembran (zum Einsatz kommt ein herstellerspezifisch produzierter Basstreiber von Audax), das Ganze mit einem einigermaßen wohnraumfreundlichen Platzbedarf und einem Preisschild diesseits der 15.000 Euro gesegnet. Um es aber nicht nur bei eindimensionalen Dynamikfähigkeiten zu belassen, sondern auch die nötigen (und sogenannten) audiophilen Fähigkeiten zu implementieren, setzt hORNS einen großflächigen 13"-Bass in einen mit 135 Litern fast schon luxuriös großen Korpus ein und spendiert dem Hochtonhorn einen 1-Zoll-Hochtöner mit einer extrem leichten und steifen Titanmembran. Der verwendete Basstreiber ist zu ziemlich heftigen Energieschüben fähig, sodass die Polen bei der Schallwand in die Vollen gehen und eine satte 60 Millimeter dicke MDF-Front einsetzen. Der obligatorische Klopftest offenbart dann auch nichts außer das erhoffte trockene „Tock“. Die Rückwand ist mit 50 Millimeter Stärke fast ebenso massiv. Die Seitenwände kommen mit 30 Millimeter dickem MDF aus, was das Gewicht der Symphony trotz der aufwendigen internen Verstrebungen bei 70 Kilogramm pro Stück deckelt und der Rücken des Autors mit einem leisen „Danke schön“ honoriert. Anschlussseitig stehen Single-Wire-Klemmen der WBT-Topkategorie zur Verfügung, sie akzeptieren Bananenstecker und Gabelschuhe. Da das Musiksignal nicht nur außerhalb der Lautsprecher durch Kabel fließen, sondern auch auf der Innenseite seinen Weg zu den Treibern finden muss, verwendet hORNS eine Innenverkabelung von Albedo, einem der renommiertesten Kabelzulieferer weltweit. Die Frequenzweiche ist mit 12 dB pro Oktave ausgelegt und mit den bestmöglichen Bauteilen zum Beispiel von Mundorf bestückt – generell verfolgt hORNS hier einen „Weniger-istmehr“- Ansatz, verbaut also nur so viele Bauteile wie absolut nötig. Das Hochtonhorn ist exzellent gefertigt und kann in jeder RAL-Farbe lackiert werden, auch Sonderfarben sind kein Problem. Als kleine Besonderheit, die aber sehr viel Sinn ergibt, setzt hORNS auf der Rückseite des Horns eine stufenlos einstellbare Lautstärkeregelung für den Hochtöner ein, die es dem Besitzer erlaubt, den oberen Frequenzbereich im Bereich von +/- 3 dB einzustellen.     


Klang


Die hORNS Symphony ist eine Klanglupe, die ihre analytischen Fähigkeiten gekonnt mit einer ausgewogenen und fast schon hornuntypischen Sanftheit maskiert. Dabei ist sie allerdings schonungslos ehrlich, wenn es um die Qualität der Zuspieler geht: Der Wechsel von einem gut beleumundeten CD-Player der 4.000-Euro-Klasse (das klang schon mal ziemlich gut) zum Plattenspieler J!Sikora Reference macht unverzüglich und mehr als deutlich klar, dass der CD in dieser Kette gerade obenrum so einiges fehlt, nämlich Luft und Auflösung vom Mittenbereich bis in den Superhochton. Unglaublich, was der Tonabnehmer Ortofon A95 auf dem J!Sikora Reference aus den Plattenrillen liest, und was die hORNS Symphony daraus macht – jede noch so kleine Mikroinformation ist einfach da, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, jede feindynamische Verästelung der Synthesizer auf Yellos „Pocket Universe“ erfährt höchste Aufmerksamkeit – und wie eine Mutter von zwölf Kindern schafft die hORNS Symphony es, gleichzeitig auch den Mittelton mit glasklarer Transparenz und nonchalanter Gelassenheit auf einer beliebig großen Bühne zu projizieren und auch den Bass fest am Schlafittchen zu halten, sodass die Rasselbande ihre Energie immer schön ordentlich und diszipliniert im Takt der Gemeinschaft entfaltet. Das Zwei-Wege-Prinzip offenbart hier einmal mehr, dass es gerade in der Homogenitätsdisziplin definitiv Vorteile gegenüber Mehr-Wege-Konstruktionen besitzt, so gut diese auch gemacht sind. Klar, wer ein Mehrfaches ausgeben will und kann, der kommt auch mit Drei- bis Fünf-Weglern diesbezüglich weit, doch wir sprechen hier immer noch von einem vergleichsweise überschaubaren Preisrahmen – und diese Art von homogener Geschlossenheit und Timing kenne ich in diesem Rahmen auf diesem Niveau tatsächlich nur von Breitbändern (die dann meist im Bass oder Superhochton limitiert sind) und sehr guten Zwei-Wege-Lautsprechern. Was Zwei-Weg-Lautsprecher dafür meist nicht ganz so gut können, das ist markerschütternde Grobdynamik – was meistens daran liegt, dass man der Einfachheit halber einen relativ kleinen Bass-Mittelton- Treiber einsetzt, um sich Probleme mit der Mitteltonbehandlung bei großen Membran durchmessern zu ersparen. Dieser Kompromiss funktioniert meist auch ganz gut, führt aber zu den genannten Limitationen im Grenzbereich, und zwar was Tiefgang und Grobdynamik angeht. Anders bei der Symphony: Hier sitzt ein ausgewachsenes 33-Zentimeter-Chassis in einem kühlschrankgroßen Bassreflexgehäuse – so was will nicht nur romantische Gedichte rezitieren, sondern auch mal einen mitreißenden Thriller erzählen. Den Beweis tritt die Symphony, ganz ihrem Namen gerecht werdend, mit großorchestralen Werken dann auch stante pede an: Genial, mit welcher Wucht die große Trommel in der Tiefe des Raums explodiert, wie die Masse der Streicher als Klangkörper anschwillt und wie der Chor in Carmina Burana gleichzeitig homogen und mit klar differenzierbaren individuellen Stimmen voller Inbrunst schmettert. Nun sind Dynamik und Homogenität jedoch nicht alles, und so spiele ich etwas Herausforderndes für die schlummernde audiophile Seele der hORNS Symphony. Die Friends of Carlotta spielen „Live in Studio“ und exerzieren feinste Klangkultur (wenn auch mit fragwürdiger musikalischer Qualität, würden manche sagen) auf einer Direct-to-Disc-Schallplattenaufnahme. Und die hORNS Symphony geben sich auch im intellektuellen Metier keine Blößen, sondern reproduzieren geflissentlich das sanft perlende Xylofon, lassen den leicht wollig eingefangenen E-Bass schön differenziert grummeln, die Bassdrum mit sattem Rumms kicken, verschaffen den Akteuren den nötigen Platz auf der Bühne und stellen Stimmen mit der genau passend bestückten Palette von Klangfarben in den Kontext von Raum und Tonalität. Feinste Röhrenglocken strahlen mit fast schon seidiger Textur, und das Keyboard lässt über die hORNS Symphony keine Zweifel daran, dass es eben kein echtes Piano ist. All das passiert auf einer Bühne, die – eher ungewöhnlich für ein Hornsystem – erstaunlich tief in den Raum hinter die Lautsprecher reicht, ohne dass die direkte Ansprache im dynamischen Bereich dadurch relativiert würde. Oft geht eine tiefe Abbildung mit einer gewissen Diffusität einher, die gerade Transienten weniger konkret wirken und Impulse weniger physisch einschlagen lässt. Dass die Symphony beides unter einen Hut bekommt, das kann man daher durchaus als Kunststück bezeichnen.

Fazit

Die hORNS Symphony packt die Fähigkeiten großer Hörner in ein vergleichsweise kompaktes Gehäuse und verheiratet sie mit bestechend audiophilen Eigenschaften. Das Beste aus zwei Welten? Ja.

Preis: um 6990 Euro

Aktivlautsprecher

Horns Symphony


03/2019 - Michael Bruss

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis: 6.990 Euro 
Vertrieb LEN HiFi, Duisburg 
Telefon 02065 544139 
Internet www.lenhifi .de 
B x H x T (in mm) 138/60/56 
Garantie
Gewicht: 70 kg · Ausführungen jede RAL-Farbe 
Ausführungen jede RAL-Farbe sowie Sonderfarben wie zum Beispiel Autofarben 
Verstärkerleistung Nein 
Fazit Die hORNS Symphony packt die Fähigkeiten großer Hörner in ein vergleichsweise kompaktes Gehäuse und verheiratet sie mit bestechend audiophilen Eigenschaften. Das Beste aus zwei Welten? Ja. 
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Michael Bruss
Autor Michael Bruss
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Datum 18.03.2019, 09:57 Uhr
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Topthema: Norddeutsche HiFi–Tage 2022
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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