Kategorie: Aktivlautsprecher

Einzeltest: Kii Audio Kii Three


Schlüsselerlebnis

Aktivlautsprecher Kii Audio Kii Three im Test, Bild 1
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Obwohl heute praktisch alles digitalisiert ist, ist die Verwendung moderner Techniken im HiFi-Bereich bei so manchem Nutzer immer noch verpönt. Zu Unrecht, wie man bei der Kii Three feststellt.

Purismus ist so eine Sache. Sicher kann man es lobenswert finden, wenn sich jemand komplizierten Vorgängen versagt, um etwas möglichst „natürlich“ zu tun oder zu erleben. Gerade im HiFi-Bereich gibt es unzählige Leute, die stundenlang darüber diskutieren können, dass einzig Weglassen zu positiven Ergebnissen führt. Ursprünglich, unverfälscht, authentisch soll alles sein. Ein interessanter Ansatz, doch erkauft man sich diese Ursprünglichkeit immer mit zusätzlicher Arbeit und dem Verlust von Komfort. Auch ich fahre unheimlich gerne alte Autos, bin verbunden mit der Technik und habe so einen direkteren Bezug zum Fahren an sich. Dennoch bin ich froh, dass mein neuer Wagen Dinge wie ABS, Servolenkung, Klimaanlage und besonders eine elektronische Motorsteuerung und ein Traktionsmanagement hat.

Aktivlautsprecher Kii Audio Kii Three im Test, Bild 2Aktivlautsprecher Kii Audio Kii Three im Test, Bild 3Aktivlautsprecher Kii Audio Kii Three im Test, Bild 4Aktivlautsprecher Kii Audio Kii Three im Test, Bild 5
Auch das Wohnen in skandinavischen Holzhütten ist immer gut für ein wenig Urlaubsromantik, aber die Vorstellung jeden Tag beim Nachhausekommen erst mal ein Feuer zu machen, oder vor zugiger Einfachverglasung zu sitzen, entspricht nicht meinem Anspruch an eine moderne Wohnung. Technologie hat uns weitergebracht als jede andere Spezies zuvor. Warum soll man sie also nicht nutzen, um alle Bereiche des Lebens zu verbessern? Besonders im Audiobereich sind mit neuer Technik Dinge möglich, die mit alten Methoden nur mit enormem Aufwand möglich oder einfach nicht denkbar wären. Kii Audio setzt genau hier an und möchte in der Kii Three moderne Technik einsetzen, um Aktivlautsprecher in ein neues Zeitalter zu holen. In puncto Design hat man bei Lautsprechern, egal ob passiv oder aktiv, schon alles gesehen. Dementsprechend kann auch Kii Audio nicht mit einer Revolution aufwarten. Trotzdem hat man sich für ein modernes Design entschieden, das einer klassischen Eleganz nicht entbehrt. Die kompakten Aktivlautsprecher sind als Regalbox konzipiert und beschränken sich auf ein Gehäuse mit etwa 40 Zentimetern Höhe und Tiefe. Eine glatte, lackierte Oberfläche umschließt den in Schwarz gehaltenen Korpus, der direkt um alle verbauten Chassis herum erhalten bleibt und einen hübschen Kontrast zur gewählten Farbe bildet. Die vorderen und hinteren Kanten sind deutlich abgerundet, verleihen der Kii Three eine etwas dynamischere Linie und verbessern außerdem das Abstrahlverhalten der verbauten Treiber. Doch dazu später mehr. An der unteren Kante der Rückseite befindet sich das Anschlusspanel der Lautsprecher, die zwar zahlenmäßig nicht unbedingt üppig ausgestattet ist, aber dank intelligenter Konzepte trotzdem flexibel bleibt. Für den Signaleingang bietet jede Box einen dreipoligen XLR-Anschluss, der analoge Signale annehmen kann. Daneben befindet sich ein kleiner Kippschalter, der neben der Position „Analog“ auch die Einstellung „Digital“ ermöglicht. Dadurch wird der XLR-Anschluss zu einem AES/EBU-Eingang, der PCM-Signale von Streamern nutzen kann. Je nach Position des Schalters wird der Lautsprecher dann für den rechten oder den linken Kanal verwendet, so dass er das eingehende Signal selbst aufteilt. Geräte wie Streaming-Bridges oder Musikserver müssen dafür nur an einem Lautsprecher angeschlossen werden, denn die Verbindung mit der zweiten Kii Three wird über den sogenannten Kii Link mithilfe eines Netzwerkkabels hergestellt. Die Lautstärkeregelung erfolgt dann direkt über das angeschlossene Quellgerät. Neben den Anschlüssen verfügen die Lautsprecher über einige Schalter für verschiedene Klangregelungsoptionen. So kann der Klang der Kii Three an den Aufstellungsort angepasst werden, der wahlweise frei, in der Ecke, oder an einer Wand liegen kann. Dazu kommt außerdem ein Schalter für die Anpassung an den eigenen Hörgeschmack, bei dem 14 verschiedene Presets die Tiefen- und Höhencharakteristik der Lautsprecher verändern. Als letzte Einstellmöglichkeit bietet die Kii Three dann noch einen Knopf, mit dem der Lautsprecher in den Niedriglatenzmodus geschaltet werden kann, der bei der Ausgabe des Fernsehtons eine bessere Lippensynchronität ermöglicht. All diese Eingangs- und Anpassungsmöglichkeiten sind möglich, da die Lautsprecher von Kii Audio anders aufgebaut sind als normale Passivboxen oder sogar die meisten Aktivsysteme. Anstatt vorgefertigte, starre Schaltungen zu verwenden, die die Signale für die einzelnen Treiber vorbereiten, kümmert sich in der Kii Three ein digitaler Signalprozessor, oder DSP, um die Signalanpassung. Analoge Signale werden dazu zunächst digitalisiert, während digitale Inputs direkt vom eigens programmierten SRC des Lautsprechers präpariert werden. Pro Seite erstellt der DSP dann sechs einzelne Kanäle, die genau auf die Spezifikationen der verbauten Chassis angepasst werden. Um diese Informationen möglichst präzise umsetzen zu können, besitzt jeder Treiber einen eigenen DAC-Chip, der die digitalen Signale in analoge wandelt, ebenso wie eine eigene Endstufe, die sich um die Verstärkung kümmert. Von einer normalen Frequenzweiche ist dieser Vorgang also in etwa so weit entfernt, wie ein VW Käfer von einem Tesla Model S. Doch nur um das Verteilen der Signale geht es hier nicht, denn der DSP berücksichtigt außerdem die Position der Chassis innerhalb des Lautsprechers und bezieht Phase und Laufzeit mit in das Signal ein, um aus den sechs einzelnen Kanälen pro Seite eine optimierte Musikwiedergabe zu ermöglichen. Darum verfügt jeder Kii Three über gleich sechs verschiedene Treiber an Front, Seiten und dem Geräterücken. Vorne strahlen ein Hochtöner mit Waveguide und ein Fünf-Zoll-Mitteltöner direkt den Hörer an. Dazu kümmern sich zwei 6,5-Zoll-Tieftöner an der Rückseite und jeweils einer an den Seiten um die Ausgabe der niederen Frequenzbereiche. Deren Reflexion, ebenso wie die Position an verschiedenen Stellen, veranlassen den DSP zu einem Eingriff ins Timing des Signals. Dabei wird die Energieabgabe im Raum durch bewusstes Gegensteuern so verändert, dass das die Musik nicht an unnötigen Stellen im Raum verloren geht, sondern fokussiert nach vorne geleitet wird. Dieser Vorgang führt im Betrieb zu einem enorm druckvollen und lebendigen Klangerlebnis. Die Kii Three schafft es durch ihre intelligente Arbeitsweise, den Hörer praktisch mit Musik zu umschließen. Eine riesige Bühne wird von den eigentlich recht kompakten Boxen aufgebaut und zieht einen sofort in das Geschehen hinein. Definiert präsentieren sich Schlaginstrumente aller Art und wirken so besonders kräftig und dynamisch. Gleichzeitig spielt die Kii Three aber recht transparent, bleibt offen und lässt die Komponenten nicht verschwimmen, sondern gut im Raum positionieren. Der eher diffuse Bass der Tieftöner ist stets präsent, drängelt sich nie in den Vordergrund, sondern untermalt das Geschehen mit der nötigen Portion Energie, dominiert es aber nicht. Mit der optionalen Kii Control lässt sich die Leistung der sechs verwendeten 250-Watt-Endstufen wunderbar dosieren. Dabei ist der kleine Kasten aber noch zu deutlich mehr fähig, als den Schalldruck der Kii Three zu regulieren und stellte sich im Test als fast schon obligatorisches Zubehör heraus. Die Kii Control wird ebenfalls mithilfe eines Netzwerkkabels an die als Masterlautpsrecher ausgewählte Box angeschlossen. Daraufhin werden alle Bedienschalter und -knöpfe auf der Rückseite totgelegt, so dass der Lautsprecher komplett über das Display der Controlbox bedient wird. So lassen sich verschiedene Presets einstellen und abspeichern, und auch die Einstellungen bezüglich der Positionierung lassen sich hier vornehmen. Dazu erweitert die Kii Control die Anschlussvielfalt des Systems um einen koaxialen und einen optischen Eingang, ebenso wie eine USB-B-Buchse, mit der PCM-Signale mit bis zu 384 kHz und DSD bis 5,6 MHz verarbeitet werden können. Mithilfe einer Apple-Fernbedienung ist es dann möglich, die Kii Control auch aus der Ferne zu bedienen und Quellen- und Lautstärkewahl auch ohne Kabel vom Lautsprecher zur Couch vorzunehmen. Kii Audio richtet sich mit der Kii Three nicht an die HiFi-Puristen, die die intelligente Technik des Systems als Hexenwerk abtun würden. Stattdessen wurde hier ein modernes, elegantes Musiksystem geschaffen, das alles Wichtige im Hintergrund erledigt und dem Nutzer ohne großes Zutun ein optimales Klangergebnis präsentiert. Der wahnsinnig direkte, dynamische Sound der Kii Three überzeugt praktisch ab der ersten Note. Dazu kommen die tolle Verarbeitung und die Möglichkeit, ein besonders schlankes, modernes Musiksystem mit nur wenigen Komponenten aufzubauen. Kii Audio zeigt hier, wozu moderne Digitaltechnik heute imstande ist, wenn man sich von den puristischen Ansätzen einiger Fanatiker entfernt, um sich nicht auf die Vorgänge, sondern auf das klangliche Endergebnis zu konzentrieren. Und wie man es dreht und wendet, genau das stimmt bei der Kii Three einfach.

Fazit

Mit der Kii Three erhält mein ein enorm klangstarkes Musiksystem, das moderne Technik optimal einsetzt, um unzählige bekannte Probleme zu lösen. Das intelligente System vereint dabei ein schönes Design, tolle Verarbeitung und letztlich wunderbaren Sound, um Aktivlautsprecher ins 21. Jahrhundert zu holen.

Preis: um 10360 Euro

Aktivlautsprecher

Kii Audio Kii Three


11/2017 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis: um 10.360 Euro (Paar); Stands um 1.000 Euro 
Vertrieb Kii Audio, Bergisch Gladbach 
Telefon 02202 2356289 
Internet www.kiiaudio.com/ 
B x H x T (in mm) 200/400/400 
Eingänge 2 x Ethernet (für Kii Link), 
Unterstützte Abtastrate: bis 192 kHz, 24 Bit 
Leistung: 6 x 250 Watt 
Bestückung 1 x Hochtöner, 1 x 5 Zoll Mitteltöner, 4 x 6,5 Zoll Tieftöner 
Gewicht: 15 kg 
Kii Audio Kii Control
Preis: um 1.300 Euro 
B x H x T: 110 x 27 (mit Regler 45) x 159 mm 
Eingänge: 1 x Ethernet, 1 x USB-B, 1 x Toslink optisch, 1 x S/PDIF koaxial 
Unterstützte Abtastraten: S/PDIF: bis 192 kHz, 24 Bit; USB: bis 384 kHz, 24 Bit; DSD128, 5,6 MHz, 1 Bit 
checksum Mit der Kii Three erhält mein ein enorm klangstarkes Musiksystem, das moderne Technik optimal einsetzt, um unzählige bekannte Probleme zu lösen. Das intelligente System vereint dabei ein schönes Design, tolle Verarbeitung und letztlich wunderbaren Sound, um Aktivlautsprecher ins 21. Jahrhundert zu holen. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 21.11.2017, 10:00 Uhr
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Topthema: Micro-Endstufe mit vier Kanälen
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Interessante Links:
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  • www.heimwerker-test.de
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