Kategorie: Aktivlautsprecher

Einzeltest: Lyravox Karlotta Pure


Schatz, bist du‘s?

Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 1
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Bei Lyravox scheint die Produktion niemals still zu stehen. Selbst während laufend Neuheiten auf den Markt kommen, werden bestehende Systeme stetig überarbeitet. Was hat sich in den letzten drei Jahren getan?

Der erste Lautsprecher den wir nach der Markteinführung der Karl Serie von Lyravox zum Test bekamen war Karlotta. Ein Paar handgefertiger Aktivboxen in elegantem Design, fein Bestückt und mit hochwertiger Technik an Bord. Besonders ihr Sound zog mich damals aber in wenigen Minuten in ihren Bann. Noch immer gehört die Karlotta von damals zu meinen absoluten Lieblingslautsprechern. Doch ihr Besuch in unserer Redaktion ist nun schon über drei Jahre her. Drei Jahre, die von Lyravox für verschiedene Veränderungen genutzt wurden. Im Modelljahr 2020 wollen wir uns das neue Modell einmal anschauen und mir ist ganz ehrlich ein wenig mulmig zumute. Was ist ist aus Karlotta geworden? Ist sie noch die alte, oder hat sie sich so sehr verändert, dass man sie nicht wiedererkennen kann? Und am wichtigsten: Werde ich ihren Klang noch lieben? In unserem Hörraum angekommen stellten sich die ersten Befürchtungen als unnötig heraus, denn kaum ist sie ihren speziell angefertigten Transportcases entnommen, erkenne ich sie sofort wieder. Das schwarz-weiße Farbschema ist nach wie vor der Standard für die Karl Serie, auch wenn Kunden selbstverständlich noch immer die Möglichkeit haben, einen anderes Finish auszuwählen.

Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 2Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 3Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 4Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 5Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 6Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 7Aktivlautsprecher Lyravox Karlotta Pure im Test, Bild 8
Ebenso geblieben ist die Serientypische Aufteilung der Lautsprecher in einzelne Gehäusesegmente für die jeweiligen Treiber. Zwei höhere Sektionen mit Tiefmitteltönern rahmen eine schlankere Hochtonsektion ein. Das ganze sitzt dann auf dem großen Basissegment, das am flachen Fuß des Lautsprechers angebracht ist. Dort hat sich etwas getan, denn während die leicht angewinkelte Platte früher aus Schiefer war, ist sie nun aus robusterem Kunststein gefertigt. Außerdem sind nun Gewinde für Spikes vorhanden, mit denen man bei Bedarf den Neigungswinkel justieren kann. Klingt eher nach Detailarbeit statt nach Kernsanierung. Erleichterung. Beim Aufstellen fällt dann aber der Blick auf die Oberkante der Karlotta, auf der sich wichtige Dinge getan haben. Hier sitzt nun ein Hochtöner unter einer filigranen Abdeckung mit eingearbeitetem Firmenlogo. Das kennt man schon vom Modell Karlos und nun kommt der AMT auch hier zum Einsatz. Das Konzept ist dabei nicht neu, denn bereits früher setzte Lyravox auf ein Diffusfeld, was damals aber von zwei rückwärtig angebrachten Ringradiatoren erzeugt wurde. Und wo wir dann bei der Rückseite angekommen sind, finden wir auch gleich die größte Neuerung im Jahr 2020. Statt dem bisherigen 12-Zoll-Subwoofer der im linken Lautsprecher unterkam, sitzt nun in jeder Seite ein etwas kleinerer 30W 10-Zöller von Scan Speak. Dafür wurde das ehemals geschlossene Gehäuse nun durch eine Bassreflexkonstruktion ersetzt. Das verwundert, denn auch wenn sie niemals besonders tieftonlastig abgestimmt war, fehlenden Druck im Bass konnte man Karlotta auch vor drei Jahren nicht unterstellen. Die Bestückung der Front ist hingegen unverändert. Zwei C173 7-Zoll- Tiefmitteltöner aus Accutons Cell Serie werden von einem 30-Millimeter Hochtöner des gleichen Herstellers kombiniert. Eben diese Treiber sind es, die großen Anteil am Klangcharakter von Karlotta haben. Die steifen Keramikchassis spielten damals genau auf den Punkt, machten Druck und lieferten viel Dynamik, förderten im Umkehrschluss aber auch jede Ungenauigkeit des jeweiligen Toningenieurs zu Tage. Hart aber fair sagen manche. Zu kompromisslos mögen andere meinen. Ich fand es jedenfalls klasse. Beruhigend also, dass sich am Herz des Lautsprechers nichts geändert hat. Am Antrieb hingegen wurde ein wenig gefeilt. Lyravox nutzt nach wie vor ein hochwertiges DSP für die Verteilung der Signale an die Treiber. Die Verteilung und Leistung sind nun allerdings etwas anders. Für die geänderte Bestückung werden sechs neue Endstufen verwendet, die nun zwei mal 250 und ein mal 100 Watt pro Seite liefern. Damit sinkt die Systemleistung gegenüber dem alten Modell zumindest auf dem Papier merklich. Auch der Funktionsumfang von Karlotta ist im Vergleich mit unserem Testgerät von 2017 ein wenig geschrumpft. Wurden die Karl-Modelle zunächst alle in einer „normalen“ Version mit Streaming und einer so genannten Pure Version ohne Netzwerkmodul angeboten, hat sich der Fokus etwas verschoben. Im Modelljahr 2020 ist die Pure Variante als reine Aktivbox die wahre Karlotta geworden. Schade für das Konzept eines echten All-in-one- Systems, doch so richtig schmerzt der Verlust nicht. Stattdessen kann jeder Nutzer nun sein eigenes Frontend aussuchen und das Streamingsystem seiner Wahl verwenden. In Zeiten von Roon und mit so vielen hochwertigen Optionen auf dem Markt bietet sich Karlotta damit als wunderbarer Partner für ein individuelles, aber noch immer sehr schlankes Audiosystem an. Nach wie vor ist Karlotta als Master- Slave-System aufgebaut. Die Quelle wird also an einem Lautsprecher angeschlossen, der wiederum mit dem zweiten Lautsprecher verbunden ist. Früher geschah das über ein spezielles Kabel, während mittlerweile jede Eingangsart auch als Verbindung mit der zweiten Box genutzt werden kann. Auf digitaler Seite unterstützt das System optischen und koaxialen S/PDIF, sowie AES/ EBU, während für analoge Quellen je ein RCA- und ein XLR-Anschluss bereitstehen. Wie genau man Karlotta nutzt ist einem also selbst überlassen, und auch bei der Aufstellung kann man ein wenig Freiheit genießen. Zum Service bei Lyravox gehört es nämlich, dass die Lautsprecher bei der Lieferung auf den jeweiligen Raum angepasst werden. Das interne DSP wird so nicht nur als Frequenzweiche verwendet, sondern ist auch in der Lage, eine Raumkorrekturkurve in das Signal einzurechnen. Auch unser Testgerät wurde mit Hilfe von Laptop und Mikrofon auf unseren Hörraum abgestimmt. Dabei wurden auch Hörpräferenzen mit in die Abstimmung einbezogen und zwischen Öffnen des ersten Flightcases und fertig eingestellter Box lagen vielleicht knapp 60 Minuten. Mit eigens belegten Tasten auf der eleganten Metallfernbedienung kann man bei Bedarf zwischen der eigenen Abstimmung und der linearen Werksabstimmung wechseln, doch Gründe gibt es dafür eigentlich keine. Sie sieht also weitestgehend gleich aus, das Konzept hat sich etwas verändert, während Bestückung und Endstufen einen Mix aus bekannt und neuartig liefern. Aber ist sie noch meine alte Karlotta? Ich spare mir den Audiophilen Schleier der üblichen Vorführmusik und greife direkt in mein persönliches Portfolio. Gerade dort überzeugte mich Lyravox vor drei Jahren und auch heute sollte es nicht anders kommen. Die japanische all-girl Powermetal- Band Aldious ist die erste Wahl und Karotta macht das wofür ich sie so mag. Sie kennt keine Zurückhaltung und geht direkt nach vorne. Keine Spur von Leistungseinbußen oder Trägheit. Die Accuton-Chassis treffen genau ins Mark und haben keine Probleme dem schnellen Gitarrengewitter zu Folgen. Hohe Soli bleiben stets sauber und alles wirkt hervorragend differenziert. Gleichzeitig ist die Angst vor zu viel Bass schon längst in Vergessenheit geraten. Die beiden neuen 10-Zöller in Bassreflelxabstimmung arbeiten knochentrocken, bleiben eher diffus und bieten genau das richtige Maß an Power. Bassdrums setzen die richtigen Akzente, während der Rest des Schlagzeugs den nötigen Vortrieb schafft. Bei der 44,1-kHz-Aufnahme scheint es aber so, dass Karlotta nun doch ein wenig mehr verzeiht als damals. Auch bei Tools „Pneuma“ zeigt Karlotta ihre Fähigkeiten in Sachen Präzision und Räumlichkeit. Dazu kommt stets der enorme Drive, der sich hier gerade beim Einstieg von Bass und Drums nach dem langezogenen Intro zeigt. Natürlich sind all diese Qualitäten auch bei Klassik, Jazz und Singer- Songwriter Stücken vorhanden, doch ich persönlich möchte einfach in der unheimlichen Energie versinken, die Karlotta in die Wiedergabe legt und lasse mich nach dem obligatorischen Test weiterer Genres wieder ein wenig von Gitarren und Schlagzeugen befeuern. Das funktioniert heute scheinbar noch ein wenig besser als vor drei Jahren und Lyravox beweist, dass sie genau wissen was sie tun. Meine Seele ist beruhigt. 

Fazit

Karlotta ist und bleibt ein beeindruckend klingender Lautsprecher, der in meiner Favoritenliste ganz weit oben steht. Lyravox änderte Details, doch an der Qualität der Verarbeitung, dem eleganten Design und den hochwertigen Bauteilen hat man nicht gerüttelt.

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Kategorie: Aktivlautsprecher

Produkt: Lyravox Karlotta Pure

Preis: um 26800 Euro

8/2020
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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Lyravox, Hamburg 
Telefon 040 320897980 
Internet www.lyravox.com 
B x H x T 450 x 1095 x 190 mm (Fuß Tiefe 385 mm) 
Eingänge 1 x AES/EBU 1 x S/PDIF koaxial 1 x Toslink optisch 1 x XLR Stereo 1 x RCA Stereo 
Unterstützte Abtastrate: bis 192 kHz, 24 Bit 
Leistung: 2 x 250 Watt 1 x 100 Watt (pro Seite) 
Ausgänge Nein 
Bestückung 1 x 30 mm Hochtöner 1 x 7-Zoll-Mitteltieftöner 1 AMT Diffusfeld-Hochtöner 2 x 10 Zoll Subwoofer 
checksum „Karlotta ist und bleibt ein beeindruckend klingender Lautsprecher, der in meiner Favoritenliste ganz weit oben steht. Lyravox änderte Details, doch an der Qualität der Verarbeitung, dem eleganten Design und den hochwertigen Bauteilen hat man nicht gerüttelt.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 14.08.2020, 10:01 Uhr
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Topthema: Wenn man ehrlich ist ...
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