Kategorie: Aktivlautsprecher

Einzeltest: Meridian DSP5200.2 Special Edition


Weniger ist mehr

Aktivlautsprecher Meridian DSP5200.2 Special Edition im Test, Bild 1
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Für die „digitale“ Musikanlage braucht man schlaue Komponenten. Klasse statt Masse eben. Der Digitalpionier Meridian hat jetzt die passenden Gerätschaften in seinem Soriment frisch renoviert.

Nein - gegen die traditionelle HiFi-Kette mit Vorverstärker, Endstufe, mehreren Zuspielern und Lautsprechern ist überhaupt nichts einzuwenden. Das ist eine tolle Möglichkeit, Musik in bester Qualität und mit Stil zu genießen. Doch gerade die „Digitalis“ sind meist auf der Suche nach einem anderen Konzept. Schlanker, ohne allzu viele sichtbare Komponenten, dafür mit Vielfalt und Vernetzung. Das dies auch auf allerhöchstem Niveau stattfinden kann, beweist der englische Premium-Hersteller Meridian seit langem. Das Sooloos-System war vom Start an seiner Zeit in Sachen Bedienbarkeit und Funktion weit voraus, so dass man die Engländer nicht nur als Digitalpionier sondern auch als Streaming-Pionier bezeichnen muss.

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Das Mittel Der Wahl findet sich in der Rubrik Lautsprecher, wo man vielleicht nicht als erstes nach Streamingkomponenten suchen würde. Die DSP-Serie des Hauses deutet dann bereits mit ihrem Namen an, wohin die Reise geht, es handelt sich nicht nur um Aktivlautsprecher, sondern eine volldigitale Signalverarbeitung ist auch mit drin. Zu haben sind Standboxen in verschiedenen Größen, aber auch passende Center- und Rear-Lautsprecher sowie Subwoofer, so dass auch ein System mit deutlich mehr als zwei Kanälen kein Problem ist. Unser Objekt der Begierde ist die DSP5200, die kürzlich überarbeitet wurde und jetzt als DSP5200.2 bei den Fachhändlern steht. Unser Testobjekt trägt darüber hinaus den Zusatz Special Edition, ist also noch einmal mit edelsten Komponenten aufgewertet. In erster Linie ist die 5200 ein exzellent gebauter und verarbeiteter Lautsprecher. Meridian-typisch ist der stabile Gehäuseaufbau aus speziellen Verbundplatten, die aus mehreren Materialien zusammengesetzt sind. Die Bestückung der 5200 kommt als klassisches Zweieinhalbwegesystem daher, Im Tiefton laufen die beiden Polypropylen-16er parallel, im Mittelton spielt nur noch der obere. Ab ca. 2600 Hz aufwärts übernimmt der Hochtöner, der nur bei der Special Edition mit einer Beryllium-Kalotte abstrahlen darf, und diese wird auch noch von einer Schwingspule aus Silberdraht angetrieben. Die zweite große Unterscheidung zur normalen DSP5200.2 ist die Elektronik. Genau wie die Optik ist auch die Funktionalität absolut identisch, egal, ob SE oder nicht. Doch die Special Edition hat natürlich einige Goodies, die wir sehr gerne nehmen. So ist sie mit anderen Endstufen ausgestattet, die dem immensen Frequenzumfang des Beryllium-Tweeters Rechnung tragen und entsprechend eine höhere Bandbreite als die Standardmodelle aufweisen. Und auch rechnen kann die SE besser. Sie hat nämlich zwei Soundprozessoren, die umfangreichen DSP-Features genauer erledigen als ein Einzelner. Der Meridian-DSP trennt nämlich nicht nur die Frequenzbereiche für die drei Lautsprecherchassis auf und linearisiert die Frequenzantwort, er sorgt bei Bedarf auch für die Anpassung des Lautsprechers an den Raum. Die 5200 lässt sich per Fernbedienung auf wandnahe oder sogar auf Eckenaufstellung optimieren. Weiterhin beherrscht der DSP natürlich auch den Zeitbereich. So darf der Nutzer an der vertikalen Abstrahlrichtung drehen und Setups für typische Heimkino-Aufbauten gibt es auch. Das Besondere an der Elektronik der gesamten DSP-Serie ist jedoch die konsequent digitale Signalführung, die sich dadurch auszeichnet, dass erst ganz hinten für die Endverstärkung auf analog gewandelt wird. So hat die DSP5200.2 nur digitale Ein- und Ausgänge, davon allerdings eine reiche Auswahl. Erst einmal gibt es die universell verwendbaren koaxialen Buchsen für gängiges digitales Audio. Daneben finden sich BNC-Buchsen für das Meridian-eigene Comm-System. Neueren Datums sind schließlich die Netzwerkbuchsen, die, wie alle Anschlüsse als Eingang und Ausgang vorliegen. Auch diese „SpeakerLink“-Verbindungen dienen der Kommunikation unter Meridan-Komponenten, sie enthalten jedoch auch das Musiksignal - und zwar hoch aufgelöst. Wie genau die Übertragung stattfindet, da lässt sich Meridian nicht in die Karten gucken, wir können jedoch sicher sein, das nichts zur Übertragung kleingerechnet wird. Das Schöne daran: Es ist so unglaublich einfach. Egal, ob CD-Player, Surroundreceiver oder eine andere Meridian-Quelle, man benötigt nur zwei einfache Netzwerkkabel und die Sache steht. Wir haben natürlich die Streaminglösung bevorzugt, und zwar in Form der Sooloos-Software und des MC200. Dieser MC200 (Media Core) ist nämlich alles, was man braucht, nämlich ein Musikserver. Von der internen Festplatte mit 1 TB Kapazität serviert uns die schlanke Box wahlweise analoges oder digitales Audio. Also einfach das erste Netzwerkkabel zur Master-Box und von dort das zweite Kabel zur Slave-Box verlegen und die gesamte Anlage ist fertig. Wegen der ebenfalls vorhandenen Standardcinchbuchsen für analog und S/PDIF kann der Server natürlich auch Nicht-Meridian-Anlagen treiben, genauso, wie die Lautsprecher selbstverständlich mit markenfremden Digitalquellen spielen. Die SpeakerLink Verbindung ist jedoch das Bequemste. Trotz der umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten braucht man nämlich genau einen Tastendruck bei der Inbetriebnahme. Darauf hin erkennen sich die Meridian-Geräte automatisch - und das System ist spielfertig. Einzige zusätzliche Voraussetzung ist eine Netzwerkverbindung, also ein weiteres Kabel vom MC200 zum Router, das ist dann aber wirklich alles. Mit IP-Vergabe oder anderen Admintätigkeiten hat man absolut nichts zu tun - der Router eredigt dies per DHCP (welches beim „Normaluser“ standardmäßig aktiviert ist). Genauso unkompliziert funktioniert die Software: iPad-App installieren und starten und nur wenige Sekunden später kommt der erste Ton! Die Albencover bereits vorhandener Musik erscheinen rasend schnell und mit der Bedienung kommen auch Ungeübte binnen Sekunden klar. Das Befüllen der Festplatte gelingt genauso einfach mit Computersoftware Sooloos PC-Control (Windows und Mac) Ein Klick auf den Import-Button, CD oder Ordner wählen und das Album wandert auf den MC200. Unterwegs hilft der Meridian-Server beim Taggen, wobei sich alles notfalls auch manuell erledigen lässt. Mit der Software lassen sich auch mehrere Hörzonen einrichten und allein oder gemeinsam mit Musik versorgen. An externen Quellen sind TIDAL, Rhapsody/Napster und Tunein-Radio vorinstalliert. Wer einen entsprechenden Account besitzt, muss nur seine Zugangsdaten eingeben und los geht die Musik. All dies geht wirklich sehr einfach und ist auch für den leidenschaftlichen Computerhasser im Handumdrehen erledigt. Bei uns geht es dann im Hörraum los mit der Musik. Die Anlage tönt vom Fleck weg voll und erwachsen. Der Bass ist keinesfalls unterrepräsentiert und reicht bis in den tiefsten Frequenzkeller. Dabei schaufeln die 16er locker vom Hocker auch heftigere Bässe. Die tonale Balance gerät absolut neutral, fast schon monitorig. egal, auf welches Instrument man hört, immer serviert die Meridian klar erkennbare Details. Sänger wirken plastisch und realistisch, so dass das Musikhören richtig Freude macht. Dazu trägt auch der hervorragende Bryllium-Hochtöner bei, der einerseits eine unglaubliche Feinzeichnung in den Klang bringt, sich andererseits allerdings nie in den Vordergrund drängt. Überhaupt gehören Ausgewogenheit und Langstreckentauglichkeit zu den Schokoladenseiten der Meridian-Kombi. Das ist nicht nur einfach, das ist einfach klasse.

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Fazit

Es ist toll, wie einfach das Meridian-System ist. Auch von einem Computerlaien  minutenschnell in Betrieb zu nehmen,  überzeugt die HiFi-Kette aus dem schicken  Musikserver MC200 und der DSP5200.2  SE mit ihrem durchdachten Minimalismus.  Dazu passt die Sooloos-App, die keine  Verbindungsprobleme kennt und kinderleicht zu bedienen ist. Da der Klang zudem  High-End-Ansprüche zufriedenstellt, ist die  Meridian-Kombi nicht nur einfach, sondern  ganz einfach hervorragend.

Preis: um 10000 Euro

Aktivlautsprecher

Meridian DSP5200.2 Special Edition


07/2016 - Elmar Michels

 
Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis: um 10.000 Euro Meridian MC200 2.900 Euro 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53320359 
Internet www.audioreference.de 
B x H x T (in mm) 903/300/267 
Eingänge digital: Meridian SpeakerLink, S/PDIF (koaxial), Meridian Comm (BNC) 
Ausgänge: digital: Meridian SpeakerLink, S/PDIF (koaxial), Meridian Comm (BNC) 
Bestückung 2 x 16-cm-Tiefmitteltöner, 25-mm-Hochtonkalotte 
Oberflächen Klavierlack schwarz, weiß 
checksum „Es ist toll, wie einfach das Meridian-System ist. Auch von einem Computerlaien minutenschnell in Betrieb zu nehmen, überzeugt die HiFi-Kette aus dem schicken Musikserver MC200 und der DSP5200.2 SE mit ihrem durchdachten Minimalismus. Dazu passt die Sooloos-App, die keine Verbindungsprobleme kennt und kinderleicht zu bedienen ist. Da der Klang zudem High-End-Ansprüche zufriedenstellt, ist die Meridian-Kombi nicht nur einfach, sondern ganz einfach hervorragend.“ 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 28.07.2016, 14:59 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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