Kategorie: Beamer

Einzeltest: Acer V7850


Wolf im Schafspelz

Beamer Acer V7850 im Test, Bild 1
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Schien der V9800 aus der Ausgabe 5/2017 in seinem riesigen Gehäuse noch extrem ambitioniert, kommt der neue V7850 fast schon unscheinbar daher; das liegt zum einen daran, dass er deutlich kleiner geraten ist, außerdem ist er, im Gegensatz zum buchstäblich großen Bruder, in wohnzimmerfreundlichem Weiß gehalten. Der Preis ist zwar niedriger, mit einem UVP von über 3.000 Euro aber immer noch dichter am V9800, als es der Größenunterschied vermuten ließe.

Dass der neue V7850 weder zum schwergewichtigen Boliden noch zur kapriziösen Diva neigt, macht ihn neben dem erschwinglichen Preis interessant für alle Plug-and-Play-Cineasten. Dazu im Setup-Kapitel mehr.

Rudimentär, unkompliziert


Der V7850 ist tatsächlich schnell aufgebaut, allerdings muss man auch hier auf so einige Komfortfunktionen verzichten, so man diese denn von LCD-Beamern im gleichen Preissegment gewohnt ist. Die komplette Linsenmimik, also Fokus, Zoom und auch der Lensshift, ist manuell ausgelegt, eine Einstellung bequem mit der Fernbedienung fällt ebenso aus wie der Speicher für unterschiedliche Einstellungen.

Beamer Acer V7850 im Test, Bild 2Beamer Acer V7850 im Test, Bild 3Beamer Acer V7850 im Test, Bild 4Beamer Acer V7850 im Test, Bild 5Beamer Acer V7850 im Test, Bild 6Beamer Acer V7850 im Test, Bild 7
Erschwerend kommt zudem der auf die vertikale Lage beschränkte Lensshift hinzu. Zwar ist der Einstellknopf schön im Gehäuse versenkt, lässt sich aber auch ausgefahren nur recht grob einstellen, das geht deutlich besser. Klar kann man sich für die horizontale Lage immer noch in gewissem Rahmen mit der Einstellung der Neigung des ganzen Beamers per Schraubfüßchen behelfen, das ist in dieser Preisklasse allerdings nicht angemessen. Ohnehin scheint der V7850 bei Acer eher in der mobilen Schiene angesiedelt, denn er wird mit solider Tragetasche ausgeliefert. Nun, die Tasche schadet natürlich nicht, doch ehrlich gesagt, wäre mir der Beamer zu teuer, um ihn mit zum Rudelgucken zu nehmen, und auch etwas weitab vom Heimkino. Da setzte ich ihn lieber im gut abgedunkelten Heimkino als Festgröße ein und lade mir dann entsprechend Freunde ein.

Setup und Bildqualität


Direkt aus der soliden Tasche entnommen macht der Acer schon eine glänzende Figur; zwar steht die Lampe im helleren Standardbetrieb, das schadet aber höchstens ihrer Lebensdauer. Das Bild ist schön hell, farblich sehr gut abgestimmt und die Lüftung trotz heller Lampe immer noch unterhalb von 30 dB leise. Schnell die UHD-Quelle an die rechte HDMI-Buchse angeschlossen, die andere ist nicht kompatibel, und einen ersten Blick auf die Testbilder gewagt, ganz besonders gespannt war ich auf die Auflösung, die der Beamer auf die Leinwand bringt. Ich wurde nicht enttäuscht, zumindest fast. An die Bildschärfe des V9800 kommt der V7850 schon wegen seiner etwas günstigeren Optik nicht heran. Schaffte jener noch eine pixelscharfe Abbildung bis in die Ecken, muss der V7850 ganz außen doch passen, außerdem machen sich bei naher Betrachtung mit der Nase fast an der Leinwand leichte Aberrationen in Form von Farbsäumen bemerkbar. Das ist alles Pixelzählerei, klar, denn schon bei der Darstellung der horizontalen und vertikalen Linien (Sweeps) zeigt der Beamer, welches Potenzial in der XPR-Technologie von DLP-Chip-Hersteller Texas Instruments steckt. Es gibt hier ebenso wenig Moiré- und andere Artefakte wie beim LCDB-eamer mit nativer 4K-Auflösung. Um HDR-Inhalten gerecht zu werden, bietet der Acer eine Vierstufen- Lösung an, keine Automatik, was nicht weiter schlimm ist, da gerade Beamer bei der Projektion der entsprechenden Inhalte prinzipbedingt eine Reihe von Kompromissen eingehen müssen. Hier lässt sich aus vier Modi der für den aktuellen Film passende heraussuchen. Der Acer macht das übrigens auch, ohne die Lampe in den helleren Standardmodus umzuschalten. Von dem Einsatz der HDR-Einstellungen zum „Pimpen“ von SDR-Inhalten sollte man indes absehen, das wirkt im Zweifel schlicht unnatürlich. Zeit, den Ecomodus auszuprobieren; die Farbtemperatur steigt leicht über die geforderten 6500 Kelvin, der gemessene Farbraum ist leicht erweitert, was der in den Spezifikationen dokumentierten Kompatibilität mit dem Farbraum BT.2020 entsprechen soll. Der wird hier allerdings ebenso wenig erreicht wie bei anderen, weitaus teureren Beamern. Das abgebildete Farbsegel ist nichtsdestotrotz schön homogen und es gibt auch keine unerwünschten Ausreißer. Den BT.709-Farbraum, der sogar als Preset hinterlegt ist, deckt der Acer dann perfekt ab, so perfekt, dass sich die mittlere Abweichung (DeltaE) auf rekordverdächtige 1,66 einpendelt! Entsprechend natürlich ist dann auch die Farbwiedergabe des V7850, um natürliche Bewegungsdarstellung kümmert sich die hauseigene AcuMotion genannte Zwischenbildberechnung, die nach unseren Versuchen in der mittleren Einstellung die besten Ergebnisse und damit die natürlichste Bewegungsdarstellung bietet. Wie bei allen aktuellen 4K-Beamern auf DLP-Basis muss man auch beim Acer auf eine Verarbeitung von 3D-Inhalten verzichten.

Fazit

Gut durchdacht, mit stark vereinfachtem Setup hat der Acer das Zeug zum 4K-Dauerbrenner im Heimkino, wenn man bereit ist, Abstriche im Bedienkomfort in Kauf zu nehmen. Er entspricht einem in vielen Punkten abgespeckten, aber in gewisser Weise ausgereifteren V9800. Abstriche in der Bildqualität muss man tatsächlich nicht machen.

Preis: um 3500 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Beamer

Acer V7850

Referenzklasse

4.0 von 5 Sternen

09/2017 - Thomas Johannsen

 
Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusche 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Ausstattung 5%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro) 3500 
Vertrieb Acer, Ahrensburg 
Telefon 04102 4880 
Internet www.acer.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 2100 
Lumen (gemessen im eco-mode) 732 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.7/732 
ANSI-Kontrast 421:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 1046:1 
Ausleuchtung (in %) 87 
Betriebsgeräusch (0,5m/dB(A)) (in dB) < 30 dB 
minimaler/ maximaler Abstand (bei 2m Bildbreite) (in m) 2.78/4.44 
Projektionsverhältnis/ Zoomfaktor 1,39 – 2,22:1/1.6 
Gamma (D65) 2.38 
Abmessungen B x H x T (in cm)/ Gewicht (in Kg) 39.8/12.7/29.7/5.3 
Stromverbr. Aus/ Standby/ Betrieb –/< 0,3 W/225 W (Eco), 310 W (Standard) 
Lampenart/ Lampenleistung UHP 240 W 
Preis Ersatzlampe 250 € 
Lebensdauer Lampe (in Std) standard/eco; Kosten pro Std (in cent) 4000 / 10000 (Eco)/3 
Ausstattung
Projektionsprinzip DLP 0.67’’ 4K-UHD 
Native Auflösung 2716 x 1528 (3840 x 2160 mit XPR-Technologie) 
3D-Verfahren nicht verfügbar 
Anschlüsse:
...Video/ S-Video
...Komponenten/ SCART / Nein 
...VGA/ RGB/ DVI/ HDMI 1x D-Sub 15 Pin/ Nein / Nein / Ja 
...Audio/ 12 Volt Trigger/ RS-232C Ja / Ja / Ja 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom/ Fokus Nein / Nein 
Rückpro/ Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich Vert.: +/-15° 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Ja / Nein 
Formatumschaltung 16:9 (Native), umschaltbar auf 4:3 
Fernbedienung/ Beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität 480i/p 60Hz, 576i/p 50Hz, 720p 50/60Hz, 1080i 50/60Hz, 1080p 24/25/30/50/60Hz, 2160p 24/25/30/50/60Hz‎ 
Besonderheiten erweiterter Farbraum, HDR kompatibel 
Preis/Leistung gut - sehr gut 
+ hervorragende Farbreproduktion 
+ sehr guter Abgleich ab Werk 
- Objektiv-Einstellungen ungenau 
Klasse Referenzklasse 
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Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
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Datum 23.09.2017, 09:56 Uhr
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