Kategorie: Beamer

Einzeltest: BenQ W1100


Einstiegsdroge

Beamer BenQ W1100 im Test, Bild 1
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BenQ präsentiert mit dem W1100 erneut einen Preis-Leistungs-Kracher in der Beamer-Einstiegsklasse.

Vor einem guten Jahr präsentierte der Hersteller mit dem W1000 einen Beamer, der nicht nur aufgrund seines günstigen Preises, sondern vor allem wegen der erstaunlich guten Performance vom Stand weg einen beträchtlichen Marktanteil abgreifen konnte. Während der W1000 noch eine Weile auf dem Markt bleiben wird, positioniert BenQ den W1100 als vollständige Neuentwicklung oberhalb des kleineren Bruders und schickt sich an, erneut die Preis-Leistungs-Krone zu ergattern.

Projektor und Technik


Dass der W1100 ein eigenständiges Gerät ist, das nicht auf dem W1000 basiert, merkt man ihm schon rein äußerlich an, denn sein Gehäuse kommt in einem neuen, abgerundeten Design. Hauptsächlich in Weiß gehalten, wird der Beamer vor allem Wohnzimmerinstallationen anvisieren und fügt sich mit der Glanzoptik harmonisch in moderne Haushalte ein, selbst wenn er „nur mal eben“ hervorgeholt und auf den Wohnzimmertisch gestellt wird.

Beamer BenQ W1100 im Test, Bild 2Beamer BenQ W1100 im Test, Bild 3Beamer BenQ W1100 im Test, Bild 4Beamer BenQ W1100 im Test, Bild 5Beamer BenQ W1100 im Test, Bild 6
Da man dem W1100 eine deutlich flexiblere Optik verpasst hat – sein Zoomfaktor beträgt 1,5 gegenüber 1,2 beim W1000 – steht einem mobilen Einsatz nichts im Wege, und auch die feste Deckeninstallation dürfte sich nun einfacher gestalten. Zoom und Fokus werden erneut von oben per Drehrad justiert, und es zeigt sich auf Anhieb, dass die Abstimmung hier feiner geraten ist. Im Inneren werkelt eine 230-Watt-UHP-Lampe, deren Betriebsdauer BenQ mit 4000 Stunden im Eco-Modus angibt. Das dürfte zum Teil auch der intelligenten Aus- und Einschaltfunktion geschuldet sein, die deutlich schneller arbeitet, aber auch genau ermittelt, wie lange gekühlt werden muss. Zudem ist eine Schutzschaltung integriert, die die Lüfter auch dann laufen lässt, wenn versehentlich der Strom getrennt wird. Gegenüber dem W1000 konnte BenQ auch das Lüftergeräusch selbst noch einmal reduzieren, und mit 22 dB im Eco-Betrieb nähert man sich sogar den leiseren LCD-Beamern an. In Sachen Helligkeit gibt man den W1100 mit 2000 Lumen an. Da auch der W1000 mit diesem Wert beziffert wurde, im 1100er aber eine deutlich stärkere Lampe arbeitet, lässt dies darauf schließen, dass die Werksangabe einerseits nicht unrealistisch erscheint und andererseits die interne Abstimmung eher auf einen besseren Schwarzwert hin zielt. Und tatsächlich: Der Maximalkontrast soll laut BenQ 4.500:1 betragen (W1000 3.500:1). Für das Bild ist ein DLP-Chip der 0,65’’-Größe verantwortlich, und eine weitere Neuerung wurde beim Farbrad vorgenommen. Während der W1000 mit einem für Präsentationsbeamer typischen RGBCYW-Farbrad ausgestattet war, konzentriert man sich beim W1100 voll auf den Heimkino-Einsatz und verbaut ein RGBRGB-Color-Wheel. Dieses dreht sich zudem mit vierfacher und nicht mehr mit dreifacher Geschwindigkeit. Das sollte helfen, dem beim W1000 stärker wahrnehmbaren Regenbogeneffekt entgegenzuwirken. Auf der Anschlussseite warten zwei HDMI-Schnittstellen auf Input und analog steht ein YUV-Eingang zur Verfügung. Für den mobilen Einsatz hat man im W1100 zusätzlich ein paar hochwertigere Lautsprecher verbaut, die durchaus in der Lage sind, eine spontane Konsolensession mit ansprechendem Sound zu versorgen.

Setup und Bildqualität


Ab Werkt steht der W1100 im hohen Lampenbetrieb und im Standard- Bildmodus. Der hat zwar einen bemerkenswert linearen, aber zu kühlen Graustufenverlauf zur Folge. Wechselt man in den Kinomodus, misst sich der BenQ bereits ganz hervorragend, hat nur einen leichten Blauüberschuss. Die Farbdarstellung selbst gelingt bereits recht gut, mit geringeren Abweichungen bei den Primär- und Sekundärfarben. Mittels unseres Testequipments lässt sich der W1100 zügig in den relevanten Parametern justieren. Sowohl die Farben selbst lassen sich einzeln justieren und deutlich verbessern als auch der Graustufenverlauf mit wenigen Eingriffen nahe ans absolute Optimum bringen. Um zu den detaillierten Einstellungen wie RGB-Gain-Offset zu gelangen, muss allerdings die Brillant- Color-Schaltung „BC“ aktiviert sein. Einmal eingestellt, bringt es der BenQ im Sparmodus der Lampe und mit aktiviertem BC auf 1000 Lumen Helligkeit und einen Schwarzwert von 0,4 Lumen. Das macht einen Maximalkontrast von 2500:1, und damit liegt er deutlich über dem W1000, der unser Labor seinerzeit mit 1500:1 verlassen hatte. Vor allem der von 0,8 auf 0,4 gesunkene Schwarzwert lässt das Bild deutlich plastischer erscheinen, und da die Brillant-Color-Schaltung ohne digitale Fehler arbeitet, ist diese hier durchaus zu empfehlen. Allerdings sollte die Weißverstärkung dann auf „3“ eingestellt bleiben. Reduziert man diese auf „2“ oder gar „1“, quittiert der BenQ es bei aktiviertem BC mit unschönen Solarisationseffekten in hellen Bildanteilen. Auch die Bildverarbeitung kann überzeugen: Während der W1100 mit 576p-Material noch leichte Schwierigkeiten in Sachen Upscaling hat, liegt er ab einem Eingangssignal von 720p absolut im vorderen Bereich und zeigt kaum Bildunruhen. Sein werksseitiger Overscan lässt sich regeln, und für unterschiedliche Raumbedingungen gibt es eine Gamma- Anpassung von 1,6 bis 2,8 in 0,2er-Schritten. Bereits bei der Wiedergabe von DVDs kann der BenQ mit satten Kontrasten, lebhaften Farben und präziser Schärfe punkten. Hier zeigt sich die Optik von ihrer besten Seite, denn Abbildungen sind bis in die Ecken hinein detailliert zu erkennen. Schön, dass sein Betriebsgeräusch sich selbst im höheren Lampenmodus im angemessenen Rahmen bewegt und im Ecobetrieb kaum auffallend ist.

HD-Signale


Die Wiedergabe von Blu-rays und HDTV-Material stellt den W1100 vor keinerlei Probleme: Er akzeptiert 1080p/24-Material klaglos, und durch seine pixelgenaue Darstellung gelingen ihm absolut scharfe und präzise Bilder – gerade hier liegt der Vorteil gegenüber dem W1000, der in Sachen Schärfe ein etwas unausgewogenes Objektiv hatte. Die hohe Helligkeit und die plastisch-lebhaften Farben bringen animierte Filme wie „Cars“ oder auch „Die Legende der Wächter“ leuchtend auf die Leinwand und lassen den nicht ganz perfekten Schwarzwert fast vergessen. Auch ein filmischer Look mit Realsequenzen wird über den W1100 gut wiedergegeben, und so profitieren etwas weniger bunte Bilder von der neutralen Einstellung des BenQ. Bewegungen mit 24p-Material bereiten dem Beamer keine Probleme, und für die Zocker unter uns sei gesagt, dass die Geschwindigkeit des W1100 kaum Wünsche übrig lässt und ein „Killzone 3“ über den Beamer schon beeindruckend realistisch wirkt.

Fazit

Erstaunlich, welche Bildqualität man heute für einen Einstiegspreis von knapp über 1.000 Euro bekommt. Der W1100 von BenQ ist ein starker Allroundprojektor, der mobil ist und scharfe, detaillierte und kontraststarke Bilder liefert. Seine Helligkeitsreserven erlauben den Betrieb auch bei weniger heimkinotauglicher Umgebung, und durch seine komplette Ausstattung mit Lautsprechern ist er eben auch ein idealer Reisebegleiter für den Nachwuchs des Hauses, der sich am Wochenende gerne mal mit Freunden zum Konsole-Zocken trifft.

Kategorie: Beamer

Produkt: BenQ W1100

Preis: um 1300 Euro


5/2011
 
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Autor Timo Wolters
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