Kategorie: CD-Player

Einzeltest: Berendsen CDP I


Erinnerungen

CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 1
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Manchmal sieht man sich im HiFi-Wald nach neuen Schätzchen um und übersieht Dinge, die direkt vor einem liegen. So ähnlich ist mir das mit Berendsen Audio passiert, residiert das Unternehmen doch direkt vor unserer Haustür im nordrhein-westfälischen Moers.

Peripherie:


 Vorstufe: AVM Ovation PA8
 Endstufen: AVM Ovation MA8
 Lautsprecher: KEF XQ40, Klang+Ton „Nada“

Berendsen Audio ist kein Neuling am Markt, sondern fertigen schon viele Jahre hochwertige Elektronik in Handarbeit. Die Angebotspalette ist breit, von Phonovorstufen über Vollerstärker und Endstufen ist alles dabei, was der HiFi-Freund braucht. Außerdem haben die Moerser noch echte CD-Player im Programm. Bedarf an klassischen Compact-Disc- Abspielern ohne Schnickschnack gibt es schließlich immer noch.  Es gibt ja doch noch Leute, denen die Computerei und das Einrichten von Servern zu kompliziert ist.

CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 2CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 3CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 4CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 5CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 6CD-Player Berendsen CDP I im Test, Bild 7
Einfach nur eine Scheibe einlegen und auf „Play“ drücken, das wollen viele Musikfreunde nach Feierabend tun. Um den abendlichen Genuss so groß wie möglich werden zu lassen, hat sich Berendsen Audio eine ganze Menge überlegt. Das geht schon beim Gehäuse los: Ein massives Chassis bettet die Elektronik und sorgt umgehend für das nötige Vertrauen ins Produkt, das von der mächtigen, doch schlichten Optik weiter geprägt wird. Die D/A-Wandlung ist eine Sache für sich. Da hat Berendsen Audio eine ganz eigene Philosophie, die ich höchst interessant finde. Schon der Chip ist einer, den man eher selten antrifft. Intern arbeitet dieser DAC mit einer Auflösung von 20 Bit, das Ausgangsfilter ist hier rein passiv umgesetzt, eine bereits fertig einsetzbare Ausgangsspannung kommt direkt aus dem Wandlerchip. Somit ist dieser kleine Chip eine sehr nette, komplette Lösung, die bereits fertige asymmetrische Spannungen für die anschließende analoge Elektronik liefert. Das Aufbereiten dieses Signals erledigt eine wunderschön anzusehende, aufwendig umgesetzte Vorstufe, die komplett mit selektierten Bauteilen diskret aufgebaut wurde. Eintakt-Class-A-betrieb heißt hier das Stichwort. Das vom Wandler gelieferte Signal bleibt in dieser Betriebsart weitgehend unangetastet, da es für die Verstärkung nur ein Bauteil durchläuft, wodurch hohe Signalreinheit garantiert wird. Das Class-A-Prinzip unterstützt das noch weiter, indem der Arbeitspunkt in den linearsten Bereich geschoben wird, beide Halbwellen durchlaufen ausschließlich dieses Verstärkerelement. Das ist ein Aufwand, der selten betrieben wird, außerdem gibt es dem Besitzer das gute Gefühl, einen CD-Player zu besitzen, der anders ist. Von den klanglichen Vorzügen dieses Systems ganz zu schweigen. Die komplette Elektronik ist übrigens modular aufgebaut, so dass der Kunde immer die Möglichkeit hat, ein Upgrade zu erwerben. Somit hat man ein ziemlich zukunftssicheres Gerät in den Händen. So kann man mit einem Einsteiger-Player beginnen und günstig auf die nächsthöhere Klasse gehen, ohne gleich ein neues Gerät kaufen zu müssen. Alle Baugruppen, also Laufwerk, Wandler und Elektronik, sind übrigens mit Schwingelementen vom massiven Gehäuse entkoppelt und somit weitestgehend unanfällig gegen Mikrofonieeffekte, die durch Vibrationen auftreten können. Dazu gibt es getrennte Netzteile für analoge und digitale Arbeitsbereich, ein 30-VA-Ringkerntrafo besorgt dafür die nötige Energie. Auch ein nettes Detail, das man mit Anerkennung belohnen muss. Ich war nach dem Herumschnüffeln in diesem Player sehr angetan, ganz besonders von der DAC-Abteilung. Sollten Sie trotzdem eine externe Wandlerlösung einsetzen wollen, können Sie die per BNC (oder BNC auf- RCA-Adapter) natürlich gern verbinden, wobei ich Ihnen je nach Qualitätsstufe Ihres Wandlers empfehlen würde, vorher Probe zu hören, denn die Berendsen-Lösung ist so gut, dass es schwer wird, zumindest im preiswerten Segment etwas zu finden, das viel besser ist. Denn der CDP I musiziert absolut klasse! Sanfte Stimmen, fein aufgelöster Mittel- und Hochton und ein sonoror Bass kommen aus dem Moerser heraus. Ich hatte schon fast vergessen, wie gut ein toll gemachter CD-Player klingen kann, außerdem hatte es fast schon etwas von Nostalgie, CDs im Schummerlicht herauszusuchen und „so wie damals“ Musik zu hören. In dieser Stimmung gab‘s Johnny Cashs „American Recordings IV“, die ich früher so oft und gern gehört habe. Johnnys raue, voluminöse Stimme schälte der CDP I wunderbar heraus, die Rick-Rubin-Aufnahme stand im ganzen Charme ihrer Schwere, Theatralik und Ausdruckskraft vor mir, ich konnte diesen Moment voll und ganz genießen. Die Frage nach externen Wandlern beantworte ich mit einem klaren: „Nur, wenn‘s ein absolutes Topteil ist.“. Günstigere Modelle aller möglichen Marken konnten den Klang des CDP I nur in eine andere Richtung tendieren lassen, wirkliche Verbesserungen brachten dann erst D/A-Wandler, die mehr kosten als der CD-Player selbst. Es ist so gesehen fast schade, dass keine Digitaleingänge vorhanden sind, denn Berendsen-Wandler und -Vorstufe machen eine hervorragende Arbeit und stünden anderen Zuspielern wie Settop-Boxen oder Fernsehgeräten sicher auch gut zu Gesicht. So aber bleibt mir nur zu sagen, dass der CDP I ein höchst empfehlenswerter Player in seiner Preisklasse ist, der durch Exklusivität, Eigenständigkeit und Topklang ganz hoch in meiner Gunst steht.

Fazit

Hochinteressant. In einer vernünftigen Preisklasse liefert der CDP I von Berendsen Audio eigenständige Technik, eine tolle Haptik und einen sehr angenehmen Klang.

Kategorie: CD-Player

Produkt: Berendsen CDP I

Preis: um 1700 Euro

9/2012
Ausstattung & technische Daten 
Preis: 1700 
Vertrieb: Berendsen Audio, Moers 
Telefon: 02841 964025 
Internet: www.berendsen-audio.de 
Abmessungen (B x H x T in mm): 445/330/105 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
Besonderes
checksum „Hochinteressant. In einer vernünftigen Preisklasse liefert der CDP I von Berendsen Audio eigenständige Technik, eine tolle Haptik und einen sehr angenehmen Klang.“ 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 24.09.2012, 09:13 Uhr
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Mit diesen Chassis wollte ich schon immer mal etwas bauen. Dass ich sie allerdings jemals zusammen in einer Box haben würde, hätte ich dann doch wieder nicht erwartet – dass das Ganze so gut werden würde, dann schon eher.

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