Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: LH Labs Geek Out V2+


Technische Verzückungen

D/A-Wandler LH Labs Geek Out V2+ im Test, Bild 1
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Das Abspielen von Musik funktioniert mittlerweile mit praktisch allen computerähnlichen Geräten. Doch die Klangcharakteristik hängt zu großen Teilen vom D/A-Wandler ab, bei dem man besser auf externe Module setzt.

Software hat mittlerweile einen enormen Anteil an der Audiowiedergabe. Mit dem richtigen Programm lassen sich von jedem Smartphone und Laptop alle erdenklichen Musikformate und Abtastraten wiedergeben. Doch sobald es dann an die Hardware geht, ist man den verbauten Komponenten ausgeliefert. Diese sind meist wenig audiophil, denn in einem Smartphone oder Laptop ist die Musikwiedergabe nur eine von hunderten Dingen, die der Computer können muss. Schließlich kommt dann ja auch noch die analoge Verarbeitung der Signale hinzu, wobei auch hier die Hersteller von Smartphone und Computer oft auf wenig aufwändige Lösungen setzen. Also bleibt den geneigten Musikfreund nur, auf externe Lösungen zu setzen, die der Standardtechnik überlegen ist.

D/A-Wandler LH Labs Geek Out V2+ im Test, Bild 2D/A-Wandler LH Labs Geek Out V2+ im Test, Bild 3D/A-Wandler LH Labs Geek Out V2+ im Test, Bild 4
So sieht es auch die kalifornische Audioschmiede LH Labs, die mit dem Geek Out V2+ versucht eben diese technische Schwachstellen anzugehen. Das scheint dem Kundenwunsch auf jeden Fall zu entsprechen, denn bei der neuen Generation mobiler D/A-Wandler wurde zu großen Teilen auf den Input interessierter Musikfans gehört. Über die Crowdfunding Plattform Indigogo gelang so die Finanzierung der Entwicklung, so dass nun die ersten Geräte lieferbar sind. Herausgekommen ist dabei ein wirklich durchdachter mobiler D/A-Wandler mit Kopfhöreranschluss, der Laptops und Smartphones klanglich nach vorne bringt. Mobil bedeutet natürlich auch immer recht klein, denn schließlich möchte niemand unnötig große Geräte mit sich herumschleppen. Dementsprechend bleibt auch der Geek Out V2+ angenehm klein: Nicht mal einen Zentimeter hoch, knapp sieben Zentimeter schmal und weniger als 12 Zentimeter tief, dabei trotz Metallverkleidung nur etwa 125 Gramm schwer. Die großen Oberflächen sind frei von Anschlüssen oder Bedienfeldern, so dass gerade bei Verbindung mit einem Smartphone die beiden Geräte gut aufeinander liegen können. Optisch bleibt das Gerät allerdings eher wenig spektakulär, was beim mitführen in der Hosentasche allerdings nicht weiter stören sollten. Technisch hingegen macht der kleine DAC seinem Namen jedoch alle Ehre. Geek Out beschreibt im englischen einen begeisterten Zustand eines Technikfans. Eine verständliche Reaktion, wenn man sich die Spezifikation des Gerätes anschaut. Mit Hilfe des eingesetzten ESS-Wandlers ist der kleine DAC in der Lage, hoch aufgelöste PCM-Formate mit bis zu 384 kHz Abtastrate und maximal 32 Bit Worttiefe zu verarbeiten. Auch der Bitstream des DSD-Formates kann dank DSD-Over-PCM (DoP) entschlüsselt werden. Hier liegt die maximal verwendbare Qualitätsstufe bei der 128-fachen CD-Auflösung mit 5,6 MHz. Problemfrei ordnet der ES9018AQ2M Chip die Datenmengen und generiert daraus wieder analoge Musiksignale. Die Vorarbeit wird im Geek Out V2+ von einem XMOS-USB-Receiver geleistet, der hier asynchron arbeitet, so dass der Wandler den Zeitpunkt der Datenübertragung regelt, nicht das Quellgerät. Dadurch werden etwaige Timing-Fehler, die sich in unerfreulichem Jitter äußern, von vorne herein eingegrenzt. Doch neben dem Micro-USB-Anschluss an der Unterseite des kleinen DACs bietet das Gerät noch einen weiteren Eingang. Auch hierbei handelt es sich um eine Micro-USB-Buchse, die jedoch ausschließlich zum Laden des internen Akku des Geek Out dient. Mit dessen Verwendung schlägt LH Labs gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen verzichtet man auf eine direkte Stromversorgung per USB, die sich zwar anbieten würde, deren Qualität jedoch für Audioanwendungen meist zu wünschen übrig lässt, da hier eine Vielzahl von Störfaktoren den Energiefluss verunreinigen. Ein Akku generiert hingegen stets eine saubere Ausgangsspannung. Der zweite Vorteil des 3100 mAH Akkus ist offensichtlicher: Es wird keine Energie vom Quellgerät gezogen, was bedeutet das die Internen Akkus von Laptop und Smartphone nicht auch noch den Wandler mit Strom versorgen müssen, was die Nutzungszeit natürlich einschränken würde. So arbeitet der Geek Out V2+ etwa 10 Stunden mit einer Ladung. Doch nicht nur die reine D/A-Wandlung des Geek Out ist der internen Verarbeitung der Quellgeräte überlegen, sondern auch die analoge Ausgangsstufe hat es hier in sich. LH Labs setzt hier auf ein echtes Class-A Modul, das mit zwei verschiedenen Gain-Einstellungen arbeiten kann. Für In-Ears eignet sich die kleine Stufe mit etwa 100mW an 16 Ohm, während große Over-Ear Kopfhörer mit der 1000mW Einstellung besser bedient sind. Dabei verfügt der Geek Out V2+ sogar über zwei verschiedene 3,5 mm  Klinkenausgänge. Einer für normale drei-Pol-Stecker und einen weiteren für symmetrische Kopfhörer mit 4-Pol-Anschluss.   Hier wurde an so ziemlich alles gedacht, was sich klanglich durchaus bemerkbar macht. Im Betrieb arbeitet der Geek Out V2+ mit einer enormen Signalruhe. Davon profitiert das Spiel des kleinen DACs, das mit einer schönen Detailwiedergabe und großem Dynamikumfang aufwarten kann. Mit einer Taste an der Seite kann außerdem zwischen zwei verschiedenen Filtern gewechselt werden. Während der Minimum Phase Filter hier für einen besser definierten Klang sorgt, bringt der Slow Roll-Off Filter ein wenig mehr Natürlichkeit. Persönlich gefällt mir der dynamische Punch des Minimum Phase etwas besser, da er mehr schnellen härteren Stücken harmoniert. Für Klassik und Jazz eignet sich jedoch der Einsatz des zweiten Filters besser. Hier lohnt es sich ein wenig herumzuprobieren. Fest steht aber, das LH Labs hier einen tollen mobilen DAC entwickelt hat, der nicht nur was für Geeks ist.

Fazit

Der Geek Out V2+ bietet ausgefeilte Audiotechnik für unterwegs. Kompakt,  flexibel und klanglich auf hohem Niveau.  Wer bisher von seinem Smartphone und  Laptop musikalisch enttäuscht war, muss  nun auch unterwegs nicht mehr auf guten  Klang verzichten.

Preis: um 300 Euro

D/A-Wandler

LH Labs Geek Out V2+


01/2017 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 300 Euro 
Vertrieb: LH Labs, Berkley (CA), USA 
Telefon: +1 510 545 9886 
Internet www.lhlabs.com 
Abmessungen (B x H x T in mm) 67/9/114 
Eingänge 2 x Micro-USB (davon 1 x nur Strom) 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit und DSD bis DSD128, 5,6 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 2 x 3,5-mm-Kopfhörerausg. (davon je 1 x symmetrisch und 1 x unsymmetrisch) 
Gewicht (in Gramm) 125 g 
Akkukapazität: 3100 mAh 
checksum „Der Geek Out V2+ bietet ausgefeilte Audiotechnik für unterwegs. Kompakt, flexibel und klanglich auf hohem Niveau. Wer bisher von seinem Smartphone und Laptop musikalisch enttäuscht war, muss nun auch unterwegs nicht mehr auf guten Klang verzichten.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 30.01.2017, 14:58 Uhr
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Topthema: DIE MUSIKTRUHE IST ZURÜCK
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