Kategorie: D/A-Wandler, Kopfhörerverstärker

Systemtest: M2Tech Young DSD, M2Tech Marley


Das besondere Gefühl

D/A-Wandler M2Tech Young DSD, M2Tech Marley im Test , Bild 1
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Im italienischen Pisa sitzt ein tierisch netter Kerl, der seit Beginn des Computer-Audio voll dabei und immer Produkte mit Fähigkeiten und technischen Daten herausbrachte, die andere erst Monate später bieten konnten. Das ist diesmal zwar nicht ganz so, aber ich habe mir diesmal ja bis zum Test auch mehr Zeit genommen.

Peripherie:


 Quellen: Apple MacBook Pro, OSX 10.8.3, Sonic Studio Amarra Apple MacBook Pro, Netrunner Linux, Music Player Demon, Cantata Pre-Ject Stream Box DS
 Vollverstärker: Accuphase E600
 Lautsprecher: Valeur Audio Micropoint 4S, Klang+Ton „Nada“
 Kopfhörer: Audez‘e LCD-2, Furutech H118  

M2Tech-Geräte habe ich immer gern hier. Das sind immer technisch sehr ausgereifte und optisch ansprechende Teile, die der sehr sympathische Firmenchef und Entwickler Marco Manunta hervorbringt. Gerade wir Computer-Audio-Leute haben M2Tech ja im Endeffekt zu danken, denn die waren schon immer extrem fit auf der USB-Buchse und haben es als OEM-Lieferant vielen anderen Herstellern ermöglicht, eine funktionierende und breitbandige Computer- Schnittstelle für uns Endverbraucher anbieten zu können.

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Die Nomenklatur ist bei M2Tech auch ganz klar: Für die „großen“ Apparate darf immer ein berühmter Musiker seinen Namen hergeben. So gab es schon Vaughan und Joplin und vor ein paar Jahren auch schon mal Young. Und jetzt? Jetzt gibt’s Young nochmal in neu und besser und ein gewisser Marley kam neu dazu. Dahinter steckt im Falle des Young ein kompakter D/A-Wandler, Marley nun wieder ist der perfekt dazu passende Kopfhörerverstärker. 

Gemeinsames


Die Verwandtschaft ist den beiden anzusehen, sowohl Young als auch Marley kommen im hübschen Alu-Gewand mit Display an der Vorderseite und einem Alu-Drehregler, der durch die Menüs führt und die Lautstärke einstellt. Und: Beide sehen auch unter dem Deckel blitzsauber aus, man erkennt umgehend eine sehr feine und gewissenhafte Bestückung. Die italienischen Geräte arbeiten mit einem externen Schaltnetzteil und fallen dementsprechend kompakt aus. Wer auf diesem Gebiet noch klangliches Potenzial sieht, hat natürlich recht und sollte sich die Anschaffung eines M2Tech Palmer überlegen. Das ist ein externes Netzteil, das bis zu zwei 15-V-Geräte (wie z.B. Young DSD und Marley) versorgt und im gleichen Design daherkommt wie unsere beiden Testkandidaten hier. Klingt mir Sicherheit noch eine Spur besser und macht auf jeden Fall mehr her als die beiden Beipacknetzteile, mit denen ich aber klanglich auch schon ganz gut leben konnte, wie sich noch zeigen wird. Jetzt aber mal im Detail zu den einzelnen Künstlern. 

Der Wandler


Im Vergleich zu dem direkten Vorgängermodell sind die Außenmaße ungefähr geblieben, diesmal gibt es allerdings ein „richtiges“ Display, auf dem nun etwas verständlicher angezeigt wird, was man gerade einstellen will. Das war ja früher mit dem „Lochgitterdisplay“ etwas schwieriger. Technisch ist zumindest das schon immer Gute erhalten geblieben: XMOS-Receiver am Eingang (obwohl der im aktuellen Modell jetzt auch DSD-Dateien empfangen kann), Xilinx- Prozessor für Oversampling und Jitter-Reduktion, Burr-Brown 1795 als Wandler-Chip, der auch 32-Bitfähig ist. Um den kümmerte sich Marco aber ringsherum noch rührig. Die Strom/Spannungswandlung wird von Marcos spezieller „Current-off setmode“- Schaltung hinsichtlich Nulldurchgänge und damit Symmetrie und Verzerrungen gewissenhaft optimiert – am Ende steckt ja auch genau an dieser Stelle eine Menge Klang, den es zu erhalten gilt. Passive Anti-Aliasing- Filter, regelbare (bis 10 V!) Ausgangsstufen und durchgängig erfreulich sauberes Design machen aus dem Young DSD einen echten M2Tech-Apparat – anders, aber extrem durchdacht und technisch ausgereift. Das war ja schon immer so. An der Anschlussvielfalt hat sich schließlich nichts getan: Immer noch gibt’s hier AES/EBU, S/PDIF, Toslink und USB, geändert haben sich nur die analogen Anschlüsse. Die sind nun ausschließlich in symmetrischer Form vorhanden, M2Tech legt der Packung aber passende XLR-auf-Cinch-Adapter bei, damit wirklich jeder etwas von diesem tollen DAC hat. Im Gegensatz zum „alten“ Young kann man den Young DSD übrigens auch als vollwertige Vorstufe einsetzen. 

Der Kopfhörerverstärker


Am Marley ist hinten jede Menge los, da tummeln sich nur so die Buchsen. Analoge Eingänge sind doppelt vorhanden, Ausgänge gibt’s in harter (also nicht im Pegel geregelter) und normaler (lautstärkegeregelter) Cinch- Form. Ebenfalls doppelt vorhanden sind 6,3er-Klinkenbuchsen für die Kopfhörer, eine symmetrische Vierpolbuchse sitzt noch dazwischen. Das jeweils doppelte Auftreten von Ein- und Ausgängen ist tatsächlich nicht ganz zufällig: Im Marley sitzen technisch gesehen zwei komplett getrennte Verstärker. Per Menü können die zwar „verheiratet“ werden, aber es ist genauso gut möglich, dass hier zwei Personen jeweils eigene Programme hören können. Und das kann zur Not auch gerne mal richtig laut werden, der Marley drückt immerhin 8 Volt aus den Klinkenbuchsen (respektive 16 Volt aus der 4-Pol- Buchse für symmetrische Kopfhörer). Das ist schon eine Ansage! Da kann man sogar direkt ein paar halbwegs wirkungsgradstarke Lautsprecher dran anschließen und wahrscheinlich sogar recht erfolgreich sein Glück versuchen. Machen wir aber nicht, wir überlassen die Schallwandlung standesgemäßen Kopfhörern. 

Klang


Im Betrieb habe ich nach einer Weile festgestellt, dass man unbedingt den Marley oben und den Young DSD darunter platzieren sollte, denn ordentlich warm wird der. Das ist aber etwas, das bei einem echten Class-A-Apparat (auch wenn es sich hier insgesamt „nur“ um ein paar Watt handelt) ruhig so sein darf. Besonders, wenn man sich mal anhört, was da am Ende der Leitung im angeschlossenen Kopfhörer ankommt. Der Marley hat jede Menge Durchsetzungsvermögen und greift sich jedweden Kopfhörer am Schlafittchen, um sein eigenes, fein aufgelöstes und sehr packendes Spiel durchzuziehen. Das macht schon mächtig Spaß! Neutralität? Hat er. Sehr viel sogar. Doch ist das keine langweilige Abhöre sondern einer, der mit feinstem Auflösungsvermögen und Spritzigkeit schnell wett macht, dass er alles sehr genau nimmt und absolut ehrlich Töne produziert. In dieser Beziehung passt er übrigens sehr zu seinem Bruder Young, der durch seinen warmen, analogen und sehr plastischen Klangcharakter nach einem eher neutral spielenden Partner sucht. Obwohl – ich mag diese extrem musikalische und räumlich beeindruckende Wiedergabe sehr. Ich will ja gar nicht zu sehr für DSD und DXD in die Bresche springen und sie als das Allheilmittel der digitalen Musikwiedergabe darstellen. Doch habe ich diese Formate auch selten so gut, so geschmeidig, so locker und selbstverständlich gehört wie hier. Der Young DSD macht da schon so etwas wie ein kleines Fest daraus und das ist es doch, was wir von Musikwiedergabe wollen, oder? Charakter, Emotionen und Durchhörbarkeit – alles da und zwar zu hundert Prozent. Diese Kombi rastet förmlich ein und genau das hat mir einige Abende mächtig versüßt. Also kann ich wieder mal nur sagen: Danke, Marco! Hast wieder mal einen oder zwei hingelegt, die die Computer- Audio-Welt bereichern!

Fazit

Geräte von M2Tech sind immer was Besonderes. Die Herren Young und Marley können extrem stolz darauf sein, dass ihre Namen für so exzellente Wandler (Young) und Kopfhörerverstärker (Marley) eingesetzt wurden. Technisch auf dem neuesten Stand liefern die beiden gerade in Kombination einen Traum-Klang.

Kategorie: D/A-Wandler

Produkt: M2Tech Young DSD

Preis: um 1250 Euro


10/2014

Kategorie: Kopfhörerverstärker

Produkt: M2Tech Marley

Preis: um 1250 Euro


10/2014
Ausstattung & technische Daten: M2Tech Young DSD
Preis: 1250 
Vertrieb: Digital Highend, Essen 
Telefon: 0201 8325825 
Internet www.digital-highend.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 200/200/50 
Eingänge 1 x USB (bis 384 kHz, 32 Bit, DSD64+DSD128), 1 x S/PDIF RCA, 1 x S/PDIF BNC, 1 x TosLink, 1 x AES/EBU 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
checksum „Geräte von M2Tech sind immer was Besonderes. Die Herren Young und Marley können extrem stolz darauf sein, dass ihre Namen für so exzellente Wandler (Young) und Kopfhörerverstärker (Marley) eingesetzt wurden. Technisch auf dem neuesten Stand liefern die beiden gerade in Kombination einen Traum-Klang.“ 
Ausstattung & technische Daten: M2Tech Marley
Preis: 1250 
Vertrieb: Digital Highend, Essen 
Telefon: 0201 8325825 
Internet: www.digital-highend.de 
B x H x T (in mm): 200/200/50 
Eingänge: 2 x analog RCA 
Ausgänge: 2 x analog RCA (1 x Line, 1 x Pre-out), 2 x Headphone 6,3er Klinke, 1 x Headphone 4-Pol symmetrisch 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
Kontakt E-Mail
Datum 11.10.2014, 12:27 Uhr
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Topthema: sonoro audio Platinum SE
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Der „passt immer“- Plattenspieler

Ein Charakteristikum des HiFi-Metiers ist, dass Geräte immer spezieller und reduzierter werden, je höher die angestrebten qualitativen Regionen sind. Fällt da der ganz normale Anwender nicht aus der Zielgruppe?

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