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Kategorie: Kopfhörer Hifi

Einzeltest: Dan Clark Audio Stealth


Kopfhörer Dan Clark Audio Stealth

Kopfhörer Hifi Dan Clark Audio Stealth im Test, Bild 1
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Nun ist der Entschluss, uns in dieser Publikation dem Thema Kopfhörerwiedergabe etwas verstärkter zu widmen ja noch ein relativ junger. Und ich hatte eigentlich gedacht, ich hätte etwas Zeit, die Leiter zum Olymp etwas bedächtiger heraufzuklettern. Daraus ist nichts geworden

Zugegeben – er sieht ein bisschen so aus, als würde er zum Interieur eines italienischen Supersportwagen gehören. Was in der einen oder anderen Hinsicht legitim ist, in anderen Belangen nicht. Was bedauerlicherweise zu der Analogie passt ist das Preisschild: Der „Stealth“ von Dan Clark Audio wechselt für gepflegte 4.100 Euro den Besitzer. Nur der Kopfhörer wohlgemerkt, ohne ein Wochenende Schlüsselgewalt über einen Lamborghini Countach LPI 800-4. Und auch wenn das etwas Stealth-flugzeugmäßige Styling des Luxushörers durchaus italienische Züge trägt, entsteht das gute Stück in den USA.

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Sein Schöpfer – man könnte anhand des Firmennamens darauf kommen – heißt Dan Clark und der Mann ist im Kopfhörermetier durchaus kein Unbekannter, firmierte er früher nämlich unter dem Namen „Mr. Speakers“ und baute tatsächlich keine Lautsprecher, sondern ebenfalls Kopfhörer. Das neue Label ist da sicherlich die deutlich glücklichere Wahl. Mit dem insgesamt sechsten Modell in der hauseigenen Produktpalette liefert der im kalifornischen San Diego ansässige Hersteller ein ziemlich mächtiges Statement in Sachen Kopfhörerwiedergabe ab, soviel schon mal vorab.      

Schon seit Jahren gibt es im Bereich hochwertiger Kopfhörer einen starken Trend zur Schallwandlung mit Folien anstelle von klassisch dynamischen, mit Schwingspulen angetriebenen Wandlersystemen. Während elektrostatische Systeme auch im Kopfhörerbereich noch selten sind, hat das „planarmagnetische“ Funktionsprinzip viele Freunde gefunden. Im Lautsprecherbereich kennen wir das als magnetostatische Schallwandler, dort findet es in erster Linie im Hochtonbereich Anwendung. Für Kopfhörer ist die Konstruktion optimal und funktioniert auch bei tiefen Frequenzen bestens: Hier braucht es ob des geringen Abstandes zum Ohr viel geringere Schalldrücke und erheblich wenige schallabstrahlende Fläche, um den gesamten Audiofrequenzbereich abzudecken. Dabei lassen sich sowohl rückseitig offene wie auch geschlossene Systeme realisieren. Beide Bauformen haben ihre Vor- und Nachteile. Der Stealth ist ein geschlossener Hörer, der alle Meriten eines offenen Systems mit sich bringt, aber die üblicherweise damit verbundenen Probleme nicht hat: So hört man mit einem offenen Kopfhörer durchaus nicht alleine Musik, die Bauform bringt nennenswerte Schallabstrahlung in den Raum mit sich, was anwesende Mitmenschen durchaus stören kann. Mit einem geschlossenen Hörer hingegen besteht das Problem kaum.      

Die Membranen des Stealth sind im Gegensatz zu den üblichen Konstruktionen keine stramm gespannten Folien, sondern V-förmig gefaltete Konstruktionen, die dem Ruf des auslenkenden Magnetfeldes deutlich leichter folgen sollen als andere und außerdem größere Hübe und damit mehr Maximalpegel ermöglichen. Die geschlossene Behausung auf der Membranrückseite ist merklich weniger voluminös als das, was man üblicherweise von Hörern dieser Bauart kennt. Ein gewisses Volumen ist zur Vermeidung stehender Wellen und zur Abstrahlung möglichst tiefer Frequenzen jedoch wünschenswert. Dan Clark bedient sich hier eines Kunstgriffes, um alle Forderungen unter einen Hut zu bekommen: Er füllt seine Gehäuse nicht mit schnöder Luft, sondern setzt hier einen komplexen Dämpfer aus so genanntem „Metamaterial“ ein. Das ein wichtig klingender Begriff für Werkstoffe mit Eigenschaften, die so in der Natur nicht vorkommen. Die Dämpfer des Stealth sind 3D-gedruckte Formteile, die sowohl gezielt absorbierende, diffundierend als auch resonierend wirken. Soll heißen: Viele unterschiedliche Mechanismen sorgen dafür, dass der rückwärtig von der Membran abgestrahlte Schall effektiv daran gehindert wird, sich nach Reflexion wieder auf den Rückweg zur Membran und damit zum Ohr zu machen. So etwas auf kleinem Raum breitbandig zum Funktionieren zu bekommen ist eine äußerst komplexe Angelegenheit, schon allein dafür gebührt dem Hersteller größter Respekt. Von außen sieht man davon nichts, hier verstellen Formteile aus Kohlefaser dem Schall den Weg nach draußen, eingefasst von einer schlanken mattschwarzen Aluminiumkonstruktion. Die beiden superweich gepolsterten und natürlich in feines Kunstleder gehüllten Wandler sind an gleichsam filigranen Aluminiumträgern mit eingebautem Gelenk aufgehängt. Diese Gelenke erlauben ein Zusammenfalten des Hörers auf ein erstaunlich kleines Packmaß, aber dabei sollte man vorsichtig sein: Zusammengefaltet scheuern die rückseitigen Alu-Stützkonstruktionen der Wandlerelement unweigerlich aneinander, was schnell Kratzer nach sich ziehen dürfte. Mit einem kleinen Stück als „Scheuerbremse“ sollte sich das jedoch einfach lösen lassen. Der Kopfbügel des Stealth besteht aus zwei simplen Drahtbügel, die in Sachen Stabilität einwandfrei funktionieren, sich jedoch als recht resonanzträchtige Angelegenheit entpuppen: Schon geringe Berührungen des Bügels werden mit imposanter Lautstärke ans Ohr weitergeleitet. In der Praxis ist das möglicherweise nicht besonders relevant, aber mit fiel‘s halt auf. Das breite Kopfband des Dan Clark-Hörers ist besteht aus gepolstertem und mit auffälligen roten Nähten abgestepptem Leder. Die Größenverstellung erfolgt automatisch,was in der Übersetzung heißt: Das Kopfband ist federnd gelagert und der Kopf nimmt sich den Platz, den er braucht. Das funktioniert in der Praxis gut, der Verstellbereich ist angemessen. Mit 415 Gramm bewegt sich der Stealth im unteren Bereich dessen, was Spitzenhörer auf die Waage zu bringen pflegen. Durch den relativ ausgeprägten „Knick“ zwischen Wandlern und Kopfbügel sitzt das Kopfband relativ weit vorne auf dem Schädel; ich find‘s recht bequem so. Einem weiteren aktuellen Trend folgend ist der Stealth ein niederohmige Kopfhörer, der Vertrieb meldet eine Nennimpedanz von 16 Ohm. Damit bewegen wir uns bereits Lautsprecherbereich, was ordentlich strompotente Verstärker erfordert: Wenn Sie beispielsweise den eingebauten Kopfhörerausgang ihres Vollverstärkers mit dem Job beauftragen möchten, empfiehlt sich vorheriges Ausprobieren. Der eingebauten Kopfhörerverstäkers meines „Rezensionsplattenspielers“ Clearaudio Concept Active zum Beispiel spielte mit dem Stealth klanglich zwar sehr schön zusammen, konnte aber keine befriedigende Lautstärke damit erzielen. Der daraufhin zwischengeschaltete Burson-DAC/Vorverstärker Conductor V2+ hingegen hatte damit überhaupt keine Probleme und erledigte den Job in jeder Hinsicht mit Bravour.     

Um‘s kurz zu machen: Ich habe eindeutig noch nie so überzeugend mit Folienwandlern Musik gehört wie mit dem Dan Clark Stealth. Weder per Kopfhörer noch mit Lautsprechern. Fein, filigran und farbig kann das Wandlerprinzip in jedem Falle, das lässt sich auch andernorts nachvollziehen. Der Dan Clark jedoch hebt die vollkommene Schwerelosigkeit des reproduzierten Tons auf ein neues Niveau. Der klanglich herausragende Nagra-Sampler „Audiophle Analog Collection Vol. 2“ überrascht zunächst erst einmal mit zahlreichen extrem tieffrequenten Ereignissen nur knapp oberhalb der Hörschwelle. Der Stealth liefert diese Dinge kurz oberhalb der 20-Hertz-Marke vollkommen unangestrengt, selbstverständlich und fast körperlich spürbar. Und es ist nicht so, dass die extrem präzise Abbildung von Doreen Smiths Stimme bei „Route 66“ darunter irgendwie leiden würde oder sich die Club- Akustik auch nur einen Moment lang ins Diffuse verabschieden würde. Die in Montreal aufgezeichnete Kirchenorgel des zweiten Tracks tönt ebenso bedrohlich, körperlich greifbar und mächtig, wie die Stimme von Sopranistin Monique Page glockenklar und detailliert. Das Ganze hat trotz gewaltiger Kraft und Substanz eine perfekt von den Schallwandlern entkoppelte Leichtigkeit, es spielt vollkommen untechnisch und ätherisch. Höchst beeindruckend. Ein ganz besonderes Ereignis macht der Stealth auch dem Townes Van Zandt-Album „Documentary“, einer Sammlung von zehn unter extrem verschiedenen Live-Bedingungen aufgezeichneten Songs des texanischen Folk-Poeten. Der Stealth extrahiert die spezielle Intimität jedes einzelnen Titels mit erschreckender Klarheit, genauso wie die Tragik hinter der Person des Musikers. Zehn Zeitreisen, eine eindrücklicher als die andere.

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Fazit

Das isser. Mir ist noch kein Kopfhörer untergekommen, der so schwerelos und gleichzeitig substanziell spielen kann und einen so tiefen Blick ins musikalische Geschehen ermöglicht

Preis: um 4100 Euro

Kopfhörer Hifi

Dan Clark Audio Stealth


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Ausstattung & technische Daten 
Garantie (in Jahre)
Vertrieb: audioNEXT, Essen 
Telefon: 0201 79939404 
Internet: www.audiodomain.de 
Gewicht: ca. 415 g 
Unterm Strich... Das isser. Mir ist noch kein Kopfhörer untergekommen, der so schwerelos und gleichzeitig substanziell spielen kann und einen so tiefen Blick ins musikalische Geschehen ermöglicht 
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Autor Holger Barske
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