Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Creek OBH-21mk2


Kultverstärker

Kopfhörerverstärker Creek OBH-21mk2 im Test, Bild 1
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Creek gehört zu jenen englischen Firmen, die  Mitte der 1980er-Jahre die zweite Revolution in  der HiFi-Verstärker-Geschichte ausgelöst haben. Angesichts einer so traditinsreichen Firma  musste endlich mal ein Kopfhörerverstärker der  Marke her. Voilà: der Creek OBH-21mk2.

Die erste Revolution der HiFi-Geschichte fand  Anfang der 1970er-Jahre  statt, als die Röhrenverstärker und -receiver der traditionsreichen großen  deutschen HiFi-Hersteller wie Grundig,  Telefunken,  WEGA und anderen  zunehmend Konkurrenz durch japanische  Transistorverstärker bekamen.  Schließlich wurden die japanischen Geräte zum Maß der Dinge. Die Geräte  von Firmen wie Technics, Sansui, Sony, Kenwood oder Pioneer wurden immer größer, leistungsstärker und bekamen eine immer umfangreichere Ausstattung.

Kopfhörerverstärker Creek OBH-21mk2 im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker Creek OBH-21mk2 im Test, Bild 3
Diesen Technik-Boliden setzen Mitte der 1980er-Jahre vor allem  kleine englische Firmen unauffällige, einfach aufgebaute, eher schwache  Verstärker mit Minimalausstattung entgegen, die vielen HiFi-Enthusiasten  klanglich „musikalischer“, „echter“ und „authentischer“ erschienen als die  marktbeherrschenden japanischen Modelle. Geräte wie Misson Cyrus One,  NAD 3020, Musical Fidelity A1 oder eben Creek 4040 setzten von da an die  Maßstäbe und läuteten einen neuen Trend im Verstärkerbau ein. Eine ähnliche Nummer wie bei den Verstärkern gelang Creek Ende der 1990er-Jahre,  als CD-Player im Zenit standen und viele Firmen immer aufwendigere Player bauten. Um der sensiblen Abtasttechnik optimale Arbeitsbedingungen zu  verschaffen, wurden wahre Panzerschränke an CD-Spielern gebaut; die CD  selber wurde auf abenteuerliche Weise stabilisiert, damit der Laser auch  wirklich jedes Bit sauber auslesen konnte – die Fehlerkorrektur war als  Grundübel für schlechten Klang ausgemacht. Und genau da brachte Creek  mit dem CD 43 einen kleinen, klapprig anmutenden CD-Player auf den  Markt, der die Herzen der Musikliebhaber im Sturm eroberte. Ein CD42mk2  steht übrigens seit 17 Jahren in meinem HiFi-Rack und stellt somit meinen  ganz persönlichen Bezug zur Marke Creek dar. 

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Ausstattung


Kommen wir endlich zum Kopfhörerverstärker Creek OBH-21mk2. Eine Material- oder  Ausstattungsschlacht schlägt Creek auch hier nicht. Die Front zieren der Lautstärkeregler und zwei 6,5-mm-Kopfhörerbuchsen, auf der Rückseite gibt es den Eingang  in Form eines Paares Cinchbuchsen, zwei weitere Cinchbuchsenpaare stellen einen  geregelten und einen ungeregelten Ausgang dar. Dank des geregelten Ausgangs kann  man mit dem OBH-21mk2 auch eine kleine, smarte Anlage aufbauen. Wenn man nur  eine (Hochpegel-)Quelle nutzt, kann man die mit dem Creek verbinden und von hier  aus entweder seinen Kopfhörer oder einen Endverstärker oder ein Paar Aktivboxen  ansteuern. Creek betont, dass hinter den Ausgängen jeweils eigene Verstärkerstufen  sitzen und es deshalb keine Einflüsse zwischen den Ausgängen bzw. den angeschlossenen Kopfhörern und Endverstärkern/Aktivlautsprechern gibt. Auf der Unterseite befindet sich noch ein „Mäuseklavier“, also eine Bank Mikroschalter, mit denen man den  Verstärkungsfaktor des Gerätes beeinflussen kann. Versorgt wird das Gerät über ein  beiliegendes Steckernetzteil. 

Klang


Klar, dass ich den  Creek OBH-21mk2 an einem breiten Spektrum unterschiedlicher  Kopfhörer ausprobiert habe. Mit allen Modellen bin ich prima mit der Grundeinstellung des Verstärkungsfaktors, 0 dB, zurechtgekommen. Wobei aktuelle Modelle heute  generell eher nieder- bis mittelohming ausgelegt sind, da die Hersteller immer den  mobilen Betrieb im Auge haben. Entsprechend lassen sie sich von einem stationären  Kopfhörerverstärker mit Netzversorgung leicht treiben. Trotzdem gut zu wissen, dass  der Creek dank seines variablen Verstärkungsfaktors auch Schwergewichte, etwa aus  dem Studio-Bereich, versorgen kann. Klanglich macht der OBH-21mk2 dem Namen  Creek alle Ehre. Denn er klingt sehr „musikalisch“. Das heißt vor allem, dass er sich  da, wo die Musik spielt, nämlich in den Mitten, voll ins Zeug legt. Hier agiert er mit  einer wunderbaren Dynamik und hohem Auflösungsvermögen. Wem eine tolle Soul- Stimme – ich habe Cassandra Wilson gehört – über den Creek nicht sofort unter die  Haut geht, lässt sich entweder von Musik überhaupt nicht berühren oder mag Soul  generell  nicht. Letzterem kann geholfen werden, denn seine quasi subkutane Wirkung  entfaltet der Creek mit jedem Musikmaterial, das auf eine emotionale Ansprache ausgerichtet ist. Was nicht heißt, dass er sich mit „kopfiger“ Musik nicht verstünde. Man  kann mit dem OBH-21mk2 auch tief und konzentriert in die Musik hinein hören, ohne  den Eindruck zu haben, dass es hier irgendwelche Einschränkungen gäbe. Auch die  Höhen sind fein durchgezeichnet und und von der Dosis perfekt abgestimmt, so dass  sich eine sehr ausgewogene Tonalität ergibt. Wozu auch der Bassbereich beiträgt,  der sehr kontrolliert und weder künstlich angehoben noch dünn klingt. Der Creek hat  klanglich wirklich sehr viel zu bieten, Um hier mal die Grenzen auszuloten, habe ich  zu einem dreifach so teuren Gerät greifen müssen, dass mir dann gezeigt hat, das im  Bass noch mehr Details und im gesamten Spektrum einfach noch mehr Plastizität  möglich sind. Aber das hört man auch wirklich nur mit einem Kopfhörer, der das Dreifache des Creek kostet.

Fazit

Der OBH-21mk2 ist ein echter Creek – er protzt nicht mit Ausstattung, präsentiert sich eher zurückhaltend und ist geeignet, auch deutlich teureren Geräten zu zeigen, was Musik wirklich ausmacht.

Preis: um 465 Euro

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Kopfhörerverstärker

Creek OBH-21mk2

Oberklasse

4.0 von 5 Sternen

02/2016 - Martin Mertens

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 465 Euro 
Vertrieb: Input Audio, Gettorf 
Internet: www.inputaudio.de 
B x H x T (in mm): 60/95/180 
Gewicht: 630 
Ausführungen: Schwarz, Silber 
geeignet für: HiFi/High End 
Ausstattung Steckernetzteil 
Eingänge: 1 x Cinch 
Ausgänge: 2 x 6,5-mm-Stereo-Klinkenbuchse, 1 x Cinch Line, 1 x Cinch geregelt 
Klasse: Oberklasse 
Preis/Leistung: gut - sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
Kontakt E-Mail
Datum 02.02.2016, 09:58 Uhr
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