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Audiophile Wiedergeburt
Nein, gestorben ist eigentlich niemand. iFis Kopfhörerverstärker und tragbarer D/A-Wandler xDSD Gryphon wurde lediglich durch ein neues Modell ersetzt. Aber Junge Junge, ist das ein Schritt nach vorne.
Die beiden Buchstaben GR im Namen kann man auf zwei Arten deuten: Als Kurzfassung von Gryphon und als Abkürzung für Generation. Aber egal ob Gryphon Nummer 2 oder Generation 2: Gegenüber dem Vorgänger hat sich so viel getan, dass man fast schon von einem neuen Produkt reden kann. Optisch sind die Unterschiede zwar gering. Die Farbe ist dunkler (und edler) und der Pegelsteller hat nun eine angenehme Riffelung bekommen. Ansonsten hat sich kaum was getan. Zumindest, bis man das Gerät einschaltet. Dann zeigt sich, dass der GR 2 ein farbiges OLED-Touch-Display hat, was einen großen Schritt nach vorne in Sachen Bedienung bedeutet und auch viel zeitgemäßer ist.






Upgrades
Klar, dass in den vier Jahren seit dem Erscheinen des xDSD Gryphon der Fortschritt nicht stillstand.
Zurück zu den Upgrades. Die Verstärkerschaltung wurde komplett erneuert und dabei durchgehend symmetrisch ausgelegt. Dabei wurde nun auch die Schaltung, die bei InEars zum Einsatz kommt (sofern man sie einschaltet), mit niederohmigen Mosfets upgegraded. Es gibt einen neuen Hybrid-Strommodus: Wenn keine externe Stromquelle (Ladegerät, NICHT im Lieferumfang enthalten) angeschlossen ist, wird der Akku zur Stromversorgung genutzt. So weit, so logisch. Wenn eine externe Stromquelle angeschlossen ist, hat diese Vorrang. Sollte der kleine D/A-Wandler zusätzliche Leistung benötigen, holt er sich diese aus dem Akku, um bei wieder sinkendem Bedarf zurückzukehren zur externen Stromquelle. Daneben gibt es noch den „Batteriezustandsmodus“, der schont den Akku beim Aufladen, indem er bei 90 Prozent stoppt und das Gerät abschaltet, wenn der Akku nur noch fünf Prozent hat. Das Aufladen dauert laut Hersteller je nach Leistung des Ladegeräts zwischen drei und acht Stunden. Ich habe ein recht simples Gerät von Anker mit 20 Watt Leistung benutzt (um 12 Euro) und damit war der iFi nach einer Stunde bei 65 Prozent, also alles halb so wild. Und apropos Akku: Gegenüber dem Gryphon hat der GR 2 einen mit 4900 mAh um satte 1000 mAh größeren Akku.
Die App Nexis
Die Bedienung des iDSD funktioniert meiner Meinung nach am angenehmsten, weil am übersichtlichsten, über die iFi Nexis App. Hier kann man auch ein Update des iDSD GR 2 anstoßen (was ich zuerst getan habe). Die Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone war zum Musikhören etc. nie ein Problem, aber die App konnte ich nicht per BT mit dem iDSD koppeln. Keine Ahnung, warum. Ich habe dann einfach immer die USB-Verbindung gewählt, wenn ich die App genutzt habe, USBC- auf-USB-C-Kabel liegt ja bei. Damit klappt es auf Anhieb und es geht auch am schnellsten, denn man muss nicht erst in die Smartphone- Einstellungen. Ebenfalls, obwohl anders ausgewiesen, konnte ich den Energiemodus ausschließlich über die App auswählen. Es gibt einen Normal-Modus, einen +6dB-Modus und den oben bereits erwähnten InEar-Modus, bei dem der Pegel um 12 dB reduziert wird, da InEars einen höheren Wirkungsgrad aufweisen. Aber beim Testgerät eben nur per App. Auch das etwas, was man sicher per Update beheben kann. Für den Fall, dass jemand das überhaupt braucht. Denn auch mit normalem Pegel hatte ich mit den verwendeten InEars (von 64 Audio und Kefi ne) keine Probleme.
Verarbeitung
Der iFi iDSD GR 2* ist ein echter Handschmeichler, mehr noch als sein Vorgänger. Das liegt an der abgerundeten Oberkante der Front und dem geriffelten Lautstärkesteller. Das Gewicht ist schön gering, er liegt gut in der Hand und, ja, fühlt sich einfach angenehm an. Zudem wirkt er angemessen edel und die Verarbeitung ist wirklich exzellent. Das Display ist dann auch der natürliche Weg in die Funktionsvielfalt. Man kann auch mit dem Pegelsteller navigieren und diesen zur Bestätigung (wie auch zum Ein-/Ausschalten des GR2) drücken. Aber man kommt sich dabei ein wenig vor wie ein Vorzeitmensch.
Klangtuning
Zu spürbar anderen Klang führen die beiden Einstellungen XSpace und XBass+. XSpace macht den Klang schlanker und die Bühne breiter, ein Album mit einem eher dichten Mix kann da ein wenig durchhörbarer werden, insbesondere zusammen mit aktiviertem XBass+ fand ich das echt gelungen. Wenn aber zum Beispiel schon Hall auf einer Stimme liegt, dann geht das nach hinten los. Das ist aber zumindest ein Stück weit eine Frage des Geschmacks. Anders ist das bei XBass+, einer analogen Schaltung für mehr „Subbass- Wiedergabe“. Meinen Sennheisern tut der zusätzliche Pegel in Bass und Oberbass spürbar gut. Auch der 64Audio InEar legte im Klang damit auf angenehme Art zu. Es wird voller und wärmer, aber die Mitten bleiben davon unberührt und Stimmen dicken nicht auf. Ich bin kein Fan von fettem Bass (weshalb ich den Technics und die Sennheiser-Modelle so mag), und den gibt es hier auch nicht ohne weiteres. Diese Funktion würde ich sicher häufig nutzen, es sei denn, ein Album ist mir zu fett, ich denke da an „Perpetuum Mobile“ von Einstürzende Neubauten. Und bei längeren Hör-Sitzungen, im Zug etwa, denn da mag ich es schlank.
Filter
Und dann wären da noch die üblichen Filter, die, wie ich finde, entbehrlich sind. Hier gibt es Bit-Perfect (kein Eingriff), Gibbs Transienten optimiert (GTO, Hochgesampelt auf DXD 352/384 kHz), Minimale Phase und Standard (Moderate Filterung). Meiner Erfahrung nach sind die Unterschiede gering. Angenommen, es würde mir jemand bei einem Testgerät heimlich ein anderes Filter einschalten als das, mit dem ich bisher gehört habe, ich würde es wohl nie merken. Im direkten Vergleich kann ich manchmal Unterschiede hören, aber in Worte fassen kann ich sie nicht unbedingt. Die Auswirkungen hängen sicher auch davon ab, welche Musik man hört und mit welchen Kopfhörern.
K2HD
Anders verhält sich das bei K2HD.
Hörtest
Der Hörtest fand zunächst mit dem Filter Bit Perfect statt, also ohne jede Art von Eingriff. Begonnen habe ich mit dem aktuellen, sechsten Album von Florence + the Machine („Everybody Scream“). Von Qobuz auf Smartphone geladen und von da per Bluetooth über den iFi wiedergegeben. Also ein sehr wahrscheinlicher Anwendungsfall. Und das klingt auf Anhieb einfach super. Was mir zuerst auffiel, war die ungemein sauber wirkende Struktur, ich weiß nicht, wie ich es besser sagen soll. Das Album beginnt zunächst ruhig, dann aber kommt Rhythmus durch das Schlagzeug in die Sache und die Stimme von Florence Welch, die mich sehr stark an die von Natalie Merchant erinnert. Die erste Minute höre ich mir gleich nochmal an, diesmal mit Bass+ aktiviert und ja, das ist echt geil, so hat das Ganze unten mehr Volumen und Punch, bei offenen Kopfhörern eine feine Sache. Ich höre mich also so durch das Album, verweile mal hier, mal da und stelle immer wieder fest, wie emotional die Sache gerät, wie ich fi nde, nicht unbedingt die Stärke von Kopfhörern. Aber hier klappt das super. Dann ein Wechsel: Das Smartphone per USB-Kabel mit dem iFi verbunden statt per Bluetooth. Ich höre keinen Unterschied, was klar für die aktuelle Bluetooth-Qualität spricht. Ein Lied, das mich schnell rührt, ist Soul Asylums „Misery“ von 1995. Der Anfang, die erste Strophe, der erste Chorus, da tauche ich so weit in die Vergangenheit ein, das kann meine Augen schonmal gründlich anfeuchten. Und so auch hier, obwohl ich genau weiß, was kommt. Die Klarheit begeistert mich, man hat das Gefühl, tief in die Aufnahme hören zu können, obwohl das hier nichts Audiophiles hat. Olivia Rodrigo, die für mich große Überraschung des Jahres, ihr Album „you seem pretty sad for a girl so in love“. Der Opener „drop dead“ beginnt eher ätherisch, wird dann aber schnell erdiger und legt an Tempo zu. Hier macht der Wechsel auf GTO+K2HD einen schönen Unterschied: Töne scheinen mehr Körper zu haben, die Stimme wird einen Hauch wärmer, es klingt einfach, Entschuldigung, geiler und natürlicher, emotionaler vielleicht auch. Es geht aber etwas Klarheit und auch Durchhörbarkeit verloren, da muss man abwägen. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass der iFi seinen exzellenten Klang in jeder Betriebsart beibehält. Analog gefüttert, etwa vom Laptop oder CD-Spieler, kommt selbstverständlich die klangliche Signatur des Zuspielers hinzu. Aber das ist ja klar. Die Filter und K2 kann man dann nicht nutzen, wohl aber XBass+ und XSpace. Und: Auch an einer „richtigen“ Stereoanlage ist der iFi ein Gedicht: Er klingt, auch wenn das albern klingt, nicht nach einem kleinen handlichen Gerät – denn was sagt Größe bei Digitaltechnik schon aus? –, sondern ganz klar nach einem ausgewachsenen Stand-alone-D/AWandler. Und auch hier spielt er auf einem bemerkenswerten Niveau, liefert Details in Hülle und Fülle, harmonisch eingebunden und ausgewogen, Dynamik und räumliche Tiefe. Ein kleines Wunder, das Ding!
Fazit
Kategorie: Kopfhörerverstärker
Produkt: iFi iDSD GR2
Preis: um 549 Euro

Spitzenklasse
iFi iDSD GR2
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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Klang | 70% | |
| Praxis | 15% | |
| Ausstattung: | 15% |
| Preis: | 549 Euro |
| Vertrieb: | WOD, Nidderau |
| Internet: | www.wodaudio.com |
| Ausstattung | |
| Gewicht: | 270 |
| B x H x T (in mm): | 141/19/75 |
| Bluetooth-Codecs | aptX Lossless, aptX Adaptive, aptX HD, aptX, LDAC, LHDC/HWA, AAC und SBC |
| Ausgänge | Kopfhörer 4,4 und 3,5 mm, analog 4,4 und 3,5 mm |
| Eingänge | analog 4,4 und 3,5 mm, USB-C, SPDIF elektrisch mini und optisch mini |
| Garantie | 2 Jahre |
| + | super Klang in jeder Betriebsart / tolle Verbeitung / exzellente Ausstattung |
| - | Nein |
| Klasse: | Spitzenklasse |
| Preis/Leistung: | hervorragend |






