Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Audio-Tschentscher Pegasus


Beflügelt

Lautsprecher Stereo Audio-Tschentscher Pegasus im Test, Bild 1
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Abseits vom Mainstream der bekannten und großen Lautsprecher-Hersteller finden sich am Markt kleine, feine Manufakturen, die mit viel Liebe zum Detail ganz besondere Produkte anfertigen – so zum Beispiel mit dem Standlautsprecher Pegasus Audio-Tschentscher.

Gar keine Frage, von den  renommierten Herstellern gibt es jede  Menge erstklassig klingender Lautsprecher in nahezu jeder Größe, Form,  Farbe  und  Preisklasse.  Doch  wer  das  ganz Besondere sucht und für individualisierte Produkte auch gerne bereit  ist, etwas mehr zu investieren, muss  sich  bei  kleineren  Herstellern  umschauen.  Einer  dieser  Musikenthusiasten, der seine Passion zum Beruf  gemacht hat, befndet sich weit im Süden  der Republik. In Regensburg gründete  Harald Tschentscher seine eigene Firma und hat sich in den letzten Jahren  mit handgefertigten Spulen sowohl in  der Industrie als auch bei audiophilen  Lautsprecher-Bauern einen guten Namen gemacht.

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Sein gelebtes Motto:  Jedes Bauteil eines Lautsprechers muss  mit maximaler Sorgfalt mit besten Materialen  entworfen  und  gefertigt  werden. Dies gilt ganz besonders für  Spulen,  die  bekanntermaßen  in  Frequenzweichen von Lautsprechern eingesetzt  werden. Schließlich  durchläuft  jedes  Musiksignal  im  Lautsprecher  diese  technisch notwendigen  Bauteile,  die für die Aufteilung der Musik in  verschiedene  Frequenzbereiche  für  Tief-, Mittel- und Hochtöner verantwortlich sind. Da Harald Tschentscher  über das nötige Know-how, Erfahrung  und die entsprechenden Maschinen für  das Wickeln hochwertiger Spulen verfügt,  werden  sämtliche  Induktivitäten  (so  der  technische Begriff  für Spulen)  einzeln und nach Vorgabe seiner Kunden mit einer  Toleranz von weniger  als  einem  halben  Prozent  angefertigt.  Bei  Spulen  für  den  Lautsprecherbau  setzt Tschentscher übrigens auf Flachdrahtspulen,  die  sich  im  Gegensatz  zu  herkömmlichen  Runddrahtspulen  deutlich enger wickeln lassen, daher  weniger Drahtlänge benötigen und  sich somit mit einem geringeren ohmschen Widerstand dem Musiksignal in  den Weg stellen.

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Pegasus


Mit  der  Pegasus  präsentiert  Harald  Tschentscher  nun  sein  erstes  eigenes,  komplettes Lautsprecher-Produkt –  natürlich  mit  einer  hochwertigen  Bestückung seiner eigenen Spulen. Doch  erst mal von vorne. In Zusammenarbeit  mit seinem Freund Florat Seta von Seta-Audio kam Tschentscher die Idee zu  einem eigenen Lautsprecher-Projekt.  Schnell waren Größe, Bestückung und  Design klar: Eine klassische Standbox  mit amtlicher Zwei-Wege-Bestückungsollte es sein. Herausgekommen ist eine  rund 85 cm hohe Standbox mit recht  breiter Schallwand, einem 180-mm-Tiefmitteltöner von Scan-Speak und  einer 26-mm-Kalotte vom gleichen  Hersteller. Eigentlich etwas  „old-school“, aber so baut man halt Lautsprecher nach bewährtem, klassischem  Muster. So weit so gut, aber so weit  kann das jeder ambitionierte Lautsprecher-Entwickler. Einen Schritt weiter  geht  Tschentscher allerdings mit der  „Spezialbehandlung“ der verwendeten  Chassis. Denn Florat Seta behandelt  die  Tieftöner-Membran der Pegasus  mit seiner speziellen – SCT genannten  – Beschichtung. Mit dieser „Solid-Cone Technology“ werden einzelne, versteifende Segmente mit einem speziell  ausgesuchten Kleber von hinten an die  Membran geklebt. Diese sorgen für  enorm erhöhte Steifigkeit der Membran, die sich so behandelt in der   Theorie wie ein idealer Kolben bewegen  soll - ohne störende Resonanzen.  Ein zwar etwas gewagtes Unterfangen,  bei hochwertigen, selektierten  Treibern eines Chassis-Lieferanten derart  massiv einzugreifen, doch Florat Seta  vertraut auf jahrelange Erfahrung mit  dieser Prozedur und kann auf diverse  Erfolge bei HiFi- und Car-Audio- Projekten verweisen.

Zurück  zur Pegasus: Derart hochwertige und speziell behandelte  Treiber  benötigen nur eine minimale Frequenzweichen-Beschaltung – so die  Idee von Tschentscher. Daher kommt  in der Pegasus auch lediglich ein einfaches,  aber phasentreues Netzwerk  erster Ordnung zum Einsatz. Genau  genommen ist es nur eine einzige Spule im Signalweg des Tiefmitteltöners  und eine Kapazität im Hochtonzweig,  welche die Musiksignale nur minimal  beeinflussen können. Selbstverständlich kommen selektierte  Bauteile zum  Einsatz, wie die handgewickelte Spule  aus eigener Werkstatt und ein audiophiler Kondensator von Jensen, ebenso  wurde auf eine hochwertige Innenverkabelung mit Kupfer-Silber-Drähten  Wert gelegt.

Eigentlich handelt es sich bei der Pegasus um Einzelstücke, die speziell auf  Kundenwunsch angefertigt werden.  Ihr Gehäuse besteht aus 21-mm-Multiplex-Holz, welches mit einem edlen  Echtholzfurnier beschichtet ist. Dabei  haben Kunden dank der Einzelanfertigung die freie Wahl aus einer Vielzahl  von Holzfurnieren. Die  eingesetzte  Hochglanzfront der Pegasus lässt sich  ebenfalls in den Farben Rot, Schwarz  oder Weiß auswählen, so dass praktisch  aus jedem gefertigten Lautsprecher  wirklich ein individuelles Einzelstück  wird. Apropos Fertigung: Dank der echten  Handarbeit – die Gehäuse werden vom  ortsansässigen Schreinerei-Meisterbetrieb Simöl gefertigt – sind die Pegasus echte Möbelstücke. Passgenau,  individuell  und  perfekt  in  jedem  Detail, robust und massiv innenverstrebt,  solche Lautsprecher lassen sich bei der  Massenware der großen Hersteller nur  schwer finden.

In der Praxis


Dieser recht große und mit Bassreflex-Öffnung  bestückte  Lautsprecher  zeigt  schon im Messlabor einen beachtlichen  Tiefgang: Etwa ab 40 Hertz liefert die  Pegasus vollen Pegel. Auffällig ist allerdings die sichtbare Senke zwischen 600  und 1800 Hertz. Gepaart mit einem  deutlich angehobenen Hochton ab 2  kHz dürfte die Pegasus recht frisch und  zackig klingen. Übrigens: Durch die  Spezialbehandlung der Membran zeigt  sich ein extrem geringer Anteil bei den  klanglich kritischen Verzerrungen dritter Ordnung. Allerdings hat dies wohl  seinen Preis, denn bei den harmonisch  harmloseren Verzerrungen  zweiter  Ordnung schleicht sich eine deutliche  Resonanz bei ca. 600 Hertz ein. Im Hörraum haben wir mit dem Vollverstärker RG10 MK4 von Symphonic Line einen amtlichen und leistungsstarken  Vollverstärker  zur  Seite  gestellt. Tatsächlich  kann  die  Pegasus  beachtliche Pegel und packende Dynamik liefern. Bei „Hells Bells“ von AC/ DC schafft es die Pegasus spielend, den  satten Groove von Bass und Bassdrum  wiederzugeben, präzise und knackig  kommen die Bassdrumschläge selbst  bei hohen Lautstärken rüber. Freunde  der messerscharfen Gitarren-Solos von  Angus  Young  werden  sich  ebenfalls  freuen können, denn ebenso messerscharf wie gespielt reproduziert die Pegasus die angezerrten Töne der Gibson  SG. Zu wenig Oberton-Vielfalt kann  man der Pegasus kaum andichten, denn  auch Becken und perkussive Elemente  in der Musik stellt die kleine Standbox  bretthart in den Hörraum und beflügelt  sämtliche  Soundanteile  mit  reichlich  Brillanz.  Für  kaum  bedämpfte  Hörräume mit Parkettboden, großen Fensterflächen und sparsamer Möblierung  dürfte  die  Pegasus  wohl  etwas  zu  viel  des  Guten  in  Sachen  Hochton  sein,  ihre tonale Abstimmung scheint eher  für  stark  bedämpfte  Hörräume  und  Freunde des präsenten Klangbildes zu  sein  –  ein  dezenter  Leisetreter  ist  die  Pegasus eher nicht. Am wohlsten fühlt  sich  dieser  extravagante  Schallwandler,  wenn  dynamisches  Musikmaterial  zugespielt wird. Hierbei kommt seine  impulsive und anspringende Gangart am besten zur Geltung. Übrigens  funktioniert die Pegasus auch prima  bei leisen Pegeln, denn hier gehen im  Gegensatz zu anderen Lautsprecher-Konzepten weder  Tieftondynamik  noch Obertonspektrum in die Knie,  das  heißt  auch  bei  dezenten  Pegeln  macht die Pegasus ordentlich Spaß.

Fazit

Die außergewöhnliche Pegasus von Audio  Tschentscher ist bei Weitem kein Allerwelts-Lautsprecher. Dank individueller Anfertigung auf Kundenwunsch in unzähligen  Holz- und Farbvarianten ist dieser Lautsprecher mit seinem handwerklich perfekt  gemachten Gehäuse ein echtes Unikum.  Auch klanglich legt die Pegasus ihre ganz  eigene Messlatte an: obenrum äußerst beflügelnd präsent und zackig, dazu tief und  präzise im Bass wird sie ihre Liebhaber  finden – ganz individuell halt.

Preis: um 3800 Euro

Audio-Tschentscher Pegasus

04/2016 - Michael Voigt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio-Tschentscher, Regensburg 
Telefon 0941 70813785 
Internet www.audio-tschentscher.de 
Abmessungen (BxHxT): 290 x 850 x 260 mm 
Gewicht: 19 kg 
Bauart: 2 Wege, Bassreflex 
Bestückung 1 x 180-mm-Tiefmitteltöner (mit SCT-Beschichtung), 1 x 26-mm-Hochtonkalotte 
Anschluss: Single-Wiring 
Ausführung: 21-mm Multiplex mit Echtholz-Furnier (diverse Hölzer) Hochglanz-Front in Schwarz, Weiß, Rot 
checksum Die außergewöhnliche Pegasus von Audio Tschentscher ist bei Weitem kein Allerwelts-Lautsprecher. Dank individueller Anfertigung auf Kundenwunsch in unzähligen Holz- und Farbvarianten ist dieser Lautsprecher mit seinem handwerklich perfekt gemachten Gehäuse ein echtes Unikum. Auch klanglich legt die Pegasus ihre ganz eigene Messlatte an: obenrum äußerst beflügelnd präsent und zackig, dazu tief und präzise im Bass wird sie ihre Liebhaber finden – ganz individuell halt. 
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Autor Dipl.-Ing. Michael Voigt
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Datum 05.04.2016, 14:54 Uhr
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