Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Energy CB-20


Metallic

Lautsprecher Stereo Energy CB-20 im Test, Bild 1
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Mal ehrlich: Wann haben wir hier schon einmal die Gelegenheit, am ganz unteren Rande des Preisspektrums zu testen? Selten genug. Also halten wir einen Moment inne, atmen tief durch und verkünden hiermit den Test eines Lautsprecherpaars für 400 Euro.

Mitspieler

Plattenspieler:

Linn LP12 mit Ekos SE und Zu Audio Grade 1
The Funk Firm Little Super Deck mit Nagaoka MP-500


Phonoverstärker:

Bfly Perla La Musica
Trigon Advance
PS Audio GCPH


Verstärker:

AVM Ovation PA8 und SA8
MalValve Preamp Four und SAC „Igel“


Zubehör:

Netzleiste, -kabel: PS-Audio, HMS
Phonokabel Furutech, Nordost, Audioquest
NF-Kabel: Van den Hul, Horn Audiophiles
Lautsprecherkabel: Silent Wire
Racks, Basen, Unterstellfüße: SSC, Thixar


Gegenspieler

Lautsprecher:

K+T Piena
K+T CT246


Sie haben richtig gelesen: 400 Euro. Nicht Stück-, sondern Paarpreis. Die Summe, für die man bei den richtig angesagten Boxen nicht einmal einen Satz Brückenkabel oder Spikes bekommt.

Lautsprecher Stereo Energy CB-20 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Energy CB-20 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Energy CB-20 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Energy CB-20 im Test, Bild 5
Das kann nichts taugen, sagen Sie? Nun, ich wäre geneigt, Ihnen beizupflichten, wenn ich nicht etwas mehr über den Hintergrund der Marke wüsste. Ganz klein auf der Startseite von „Energy- Speakers“ steht nämlich „A Klipsch Speaker Brand“ – aha, DEN Namen kennen wir natürlich, und er weckt in alten Lautsprecher- Aficionados warme Erinnerungen an das legendäre Klipschorn (ja, das schreibt man so) oder mächtige Klassiker wie die Cornwall, die wir auch schon einmal vorgestellt haben. Aber auch moderne Lautsprecher wie die RC-7 haben das Zeug zum Klassiker, wie wir unlängst festgestellt haben. Der Gang der Dinge in der heutigen Zeit einer zunehmenden Marktdominanz der Elektronik-Discounter fordert auch von den Traditionsmarken Zugeständnisse – sich dem zu verschließen, hieße, die eigene Marktbedeutung zu verkleinern. Bei Klipsch hat man sich eben dazu entschlossen, die günstigen Linien im Heimkino- und HiFi-Bereich nicht unter dem eigenen Namen zu führen, sondern unter dem Label des alteingesessenen kanadischen Lautsprecherherstellers Energy, der vor einigen Jahren von Klipsch übernommen wurde. Baute man früher recht erfolgreich Studiomonitore, so reicht die Produktpalette jetzt von der Einsteigerklasse bis hin zu Lautsprechern für den anspruchsvollen Musik- und Heimkinofreund, der Wert auf ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis legt. Was bekommt man denn nun für 400 Euro Paarpreis geliefert? Nun, auch wenn man hie und da gegenüber den teureren Kollegen Abstriche machen muss: Die CB-20 aus Energys Connoisseur-Serie ist eine ernst zu nehmende Box. Solide sechs Kilo bringt sie auf die Waage, es gibt einen ausgewachsenen Siebzehner-Tieftöner und eine Alu-Kalotte und tatsächlich etwas, das das Wort Design wirklich verdient: Die beiden Töner auf der glänzenden Front haben eine matte tropfenförmige Einfassung, die die eckige Form der Schallwand schön durchbricht. Wer weniger auf die Optik der Metallmembranen steht, versteckt sie hinter der mitgelieferten Frontbespannung. Die restlichen Seitenwände sind in einem „schwarze Esche“ genannten Finish, das natürlich kein Echtholzfurnier sein kann, dennoch einen recht wertigen Eindruck macht. Auf der Rückwand verbergen sich das Reflexrohr und ein recht brauchbares Terminal, an dem alle handelsüblichen Anschlüsse Kontakt finden. Der Tiefmitteltöner macht ebenfalls einen sehr ordentlichen Eindruck: Inmitten der stabilen Membran sitzt ein Phase Plug, der das Abstrahlverhalten des Chassis optimiert und für Wärmeabfuhr aus der Schwingspule sorgt. Besonders stolz ist man bei Energy auf den elliptischen, regelmäßig verstärkten Querschnitt der Sicke, die das Chassis progressiv bedämpft und für linearen Hub in beide Richtungen sorgt. Der Hochtöner ist eine Aluminiumkalotte, die zur Optimierung des Abstrahlverhaltens eine akustische Linse besitzt, die die Materialresonanz absenkt und das Rundstrahlverhalten unter Winkeln verbessert. Der Hochtöner spielt tatsächlich weit über die in unserem Messschrieb dargestellten 20 Kilohertz hinaus mit vollem Pegel, was zur exzellenten Feinauflösung der CB-20 entscheidend beiträgt.

In unserem Hörraum spielte die CB-20 zunächst ziemlich spitz und metallisch auf – zwar sehr diszipliniert und präzise, doch eben auch unausgewogen und teilweise recht aggressiv. Ein klarer Fall für eine 24-stündige Einspielzeit, um die Chassis noch etwas „weichzuklopfen“. Am folgenden Tag ergab sich ein ganz anderes Bild: Zwar kann und will die CB-20 die Beschaffenheit ihrer Membranen und ihre Abstimmung gar nicht ableugnen, aber was unter dem Strich dabei herauskommt, ist aller Ehren wert. Lautsprecher Test 67 Die offene Hochtonabstimmung lässt in Sachen Genauigkeit und Feinauflösung keine Wünsche offen, setzt aktiv Glanzpunkte und bringt so auch angestaubte Aufnahmen zum Strahlen – nicht extrem, aber doch spürbar. Unsere Empfehlung ist daher: Vorsicht bei Elektronik, die für sich genommen schon schlank abgestimmt ist – auf der anderen Seite kann diese Box muffig klingenden Verstärkern eine ordentliche Portion Leben einhauchen. Mit unserer über alle Zweifel erhabenen Elektronik war‘s einerseits leicht gesoundet, in sich aber absolut schlüssig. Bei Stimmen liegt der Fokus mehr auf dem Kehlkopf als auf der Brust, bei Streichern und Gitarren sind es mehr die Saiten als die Korpusse – aber nach einer sehr kurzen Einhörzeit hat man sich perfekt an die kleine Energy gewöhnt und lernt zu schätzen, mit welcher entschlackten Präzision Musikhören in dieser Preisklasse möglich ist. Ausgleichende Gerechtigkeit: Die etwas zu hohe Reflexabstimmung sorgt für einen recht pointierten Oberbass, der schon bei einer komplett freien Aufstellung ausreicht, einem Orchester genügend Autorität zu verschaffen und Rock- und Popmusik mit dem nötigen Groove zu versehen. Herangerückt an eine Rückwand – und das wird zu 99 Prozent die Aufstellungsvariante einer solchen Box sein – wird daraus ein absolut mächtiger und schiebender Bass, der auch richtig grob zupacken kann. Insgesamt haben wir es bei der Energy CB- 20 mit dem durch und durch gelungenen Versuch zu tun, für einen ganz kleinen Etat einen richtig guten Lautsprecher zu bauen. Dass er dabei sogar noch Charakter zeigt, ist das Sahnehäubchen obendrauf.

Fazit

Für den Nachwuchs, für den Zweit-Hörraum, fürs Heimkino oder tatsächlich als Hauptlautsprecher einer ernsthaften Anlage: Die Energy CB-20 geht überall. Sie bringt alle Qualitäten einer guten Box mit sich und ist einfach unschlagbar günstig!

Preis: um 400 Euro

Lautsprecher Stereo

Energy CB-20


11/2012 - Thomas Schmidt

 
Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 400 Euro 
Vertrieb Beta Audio, Unna 
Telefon 02303 3050178 
E-Mail: office@betaaudio.de 
Internet www.betaaudio.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 310/192/230 
Gewicht (in Kg)
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 19.11.2012, 13:29 Uhr
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