Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Jamo S 628


Dark Apple

Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 1
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Nur so. Ganz ehrlich. Wir haben auch ein Pärchen in schwarz für unsere Heimkinofraktion im Hause, aber das willste als ambitionierter Stereohörer nicht. Das hier allerdings, das ist eine andere Hausnummer

Mitspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob / Reed 3p

69
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Tonabnehmer:

 Lyra Etna

Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono

Vorstufen:

 Rowland Capri S2
 MalValve preamp four line

Endstufen:

 Rowland Model 525

Vollverstärker:

 Unison Triode 25

Zubehör:

 Netzsynthesizer Accuphase PS1210
 NF-Kabel von Transparent
 Phonokabel van den Hul
 Lautsprecherkabel von Transparent
 Plattenwaschmaschine von Clearaudio


Gegenspieler


Lautsprecher:

 Audio Physic Avantera
 Avalon Idea

Heute bewegen wir uns aus gutem Grund mal nicht auf unbezahlbarem High-End-Terrain. Der Grund dafür ist eine Standbox, die mir der Vertrieb auf einer Messe im vergangenen Herbst zeigte und fragte, „ob das denn nicht mal was für uns wäre“. Na ja – schlecht aussehen tat sie nicht, die Jamo S 628. Besonders das „Dark-Apple“-Finish machte einen überaus wertigen Eindruck. 25 Kilo Gewicht, gut 113 cm hoch, satt dimensioniertes Dreiwegesystem – warum nicht? So richtig interessant jedoch wird’s beim Preis: Das Paar Jamo S 628 ist nämlich für 600 Euro zu erstehen, und das ist eine ernste Ansage: Mehr Lautsprecher fürs Geld zu finden, dürfte ein reichlich anstrengendes Unterfangen werden. Übrigens gibt’s die Box nicht nur als Stereopärchen, sondern auch als ambitioniertes Heimkinosystem: Unter der Typenbezeichnung „S 628 HCS“ gesellen sich zur Standbox ein Center und zwei Rear-Speaker in gleicher Machart; lediglich einen Subwoofer müssen Sie noch dazu kaufen.

Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Jamo S 628 im Test, Bild 7
Die Gründe, wieso eine so erwachsene Konstruktion zu einem so niedrigen Preis angeboten werden kann, sind naheliegend: Jamo ist nicht mehr das nette kleine dänische Unternehmen, das in liebevoller Handarbeit höchstwertige Boxen mit skandinavischen High-End-Treibern bastelt. Jamo gehört schon lange zum Klipsch-Konzern, und unter dieser Ägide entwickelt Jamo stückzahltaugliche Lautsprecher für eine breite Käuferschicht. Gefertigt wird natürlich im Reich der Mitte. Das ist überhaupt kein Problem, solange hinten qualitativ Anständiges herauskommt, und das ist hier in erstaunlichem Maße der Fall. Den „Holzoberflächen“ gelingt es ausgezeichnet, ein Furnier vorzutäuschen, das geht absolut in Ordnung. Front, Deckel und Rückwand der Box sind mit einer interessanten Beschichtung versehen, die sich fast gummiartig anfühlt und der Hand schmeichelt. So weit sieht’s nicht nach 300 Euro pro Seite aus, sondern nach einem Mehrfachen davon. Als „Lautsprecherfachmann“ von Welt guckt man natürlich erst einmal, wo denn die dicken tiefen Töne herkommen – nämlich von der Seite. Einmal von links, einmal von rechts, die beiden Boxen sind spiegelsymmetrisch aufgebaut. Unter der Abdeckung – die bleibt im Gegensatz zu der auf der Front im Betrieb besser drauf, das macht optisch eindeutig mehr herkommt ein ordentlicher Zehnzöller zum Vorschein. Acht Schrauben später haben wir einen ordentlich gemachten Stahlblechkorb mit einem klassischen Ferritantrieb mittelschweren Kalibers in Händen. Die beschichtete Papiermembran trägt in der Mitte eine große und knochenharte Dustcap, die Schwingspule durchmisst allerdings trotzdem nur moderate anderthalb Zoll. Von vorne bis hinten klassisch, der Treiber; kein Hightech, aber in Ordnung. Hinter der Treibereinbauöffnung kommt das Innere des MDF-Gehäuses zum Vorschein. Das Bassgehäuse ist fast nicht gedämmt, was beim reinen Subwoofereinsatz des seitlichen Tieftöners absolut Sinn ergibt. Die Frequenzweiche sitzt direkt auf der Rückseite des Bi-Wiring- Terminals, wer hier nach Mundorf & Co. sucht, wird das eher vergeblich tun. Dominierendes Element auf der Lautsprecherfront sind die drei Mitteltöner, die allem Anschein nach parallel arbeiten. Sogenannte Kammfiltereffekte, die bei dieser Anordnung leicht auftreten, konnten wir messtechnisch nicht ausmachen. Das spricht dafür, dass die Entwickler die Trennfrequenz ihres Mittelton-„Arrays“ zum Hochtöner niedrig genug gelegt haben, denn die Gefahr jener Auslöschungseffekte steigt mit der abzustrahlenden Frequenz. Gerne hätte ich einen der Mitteltöner aus der Nähe inspiziert, aber leider hat mich der Hersteller recht effektiv daran gehindert: Die Treiber sitzen hinter einer mit genau passenden Öffnungen versehenen auf gesetzten Schallwand, die ich nicht entfernt bekomme. Ohne das kommt man leider nicht an die Schrauben. Gleiches gilt für den Hochtöner. Dabei handelt es sich um eine 25 Millimeter durchmessende beschichtete Gewebekalotte, die ihr Werk hinter einer Art „Waveguide“ verrichtet. Diese in letzter Zeit sehr modern gewordene spezielle Bauform eines Horns unterstützt den Hochtöner pegelmäßig am unteren Ende seines Übertragungsbereiches, was hier in Anbetracht des Einsatzes – Stichwort: niedrige Trennfrequenz – absolut Sinn macht. Die Kalotte verfügt darüber hinaus über eine ziemlich groß dimensionierte Einspannung, sollte also ordentlich Hübe vollführen können. Bleibt der Blick auf die Rückwand. Dort gibt’s neben dem Reflexrohr für den Bassbereich das Anschlussterminal, wir konstatieren das allgemein übliche Bi-Wiring- Terminal mit vergoldeten Polklemmen und Blechbrücken zur Verbindung der beiden Zweige. Abraten würde ich übrigens von der Montage der dem Lautsprecher beiliegenden „Standhilfen“. Die beiden Metallrohre werden unter die Box geschraubt und tragen an den Enden verstellbare Spikes. Nett, aber komplett überflüssig und der Stabilität eher abträglich. Die Messtechnik attestiert der S 628 einen durchaus anständigen Wirkungsgrad in der Gegend von 88 Dezibel und eine Nennimpedanz von rund sechs Ohm. Zwar schwankt die Impedanz über den gesamten Frequenzbereich durchaus nennenswert, der Betrieb mit einem Röhrenverstärker ist aber trotzdem keine so schlechte Idee. So verstanden sich die Box und der Unison Triode 25 (Test in diesem Heft), den ich dem Kollegen Schmidt zu diesem Zweck mal kurz abspenstig gemacht habe, außerordentlich gut. Preislich passender jedoch dürfte gerne eine mit ein bisschen Leistung gesegneter Vertreter der Halbleiterzunft sein, damit lässt sich das Wohlbefinden der Nachbarschaft dann auch auf hohem Niveau nachhaltig stören. Okay, die Jamo ist ein anderes Kaliber als die Avalon Idea, die davor unseren Hörraum beschallen durfte. Wen wundert‘s, zwischen der Jamo und der Avalon liegt preislich ein Faktor von ungefähr 18. Wir lauschen Flip Graters „Pigalle“, gelungen eingefangen im – wo sonst – Studio Pigalle zu Paris. Die junge Dame droht ihren Suizid („The Quit“) mit bemerkenswerter Gelassenheit an, und die S 628 hilft dem Unterfangen mit ordentlich Drive in der Stimme, insbesondere in den Präsenzlagen, auf die Sprünge. Der Hochtöner hat in der Tat mächtig „Saft“ und klingt so gar nicht nach warmer und zarter Gewebekalotte – hier geht’s rund. Der Hochtöner sitzt auch ohne das „Blechgedöns“ unter der Box auf einer Höhe von 104 Zentimetern, und das ist zumindest für unsere Hörsituation etwas zu viel. Wenn Ihr Hörplatz weiter weg vom Lautsprecher als die rund 2,5 Meter bei uns oder Ihre Sitzgelegenheit höher als unser Sofa, dann wird’s gehen, mir bildet die Angelegenheit jedenfalls etwas zu hoch ab. Ich gebe zu, das ist Gejammer auf hohem Niveau. Der Anschluss nach unten gerät dank der reichlich bemessenen Membranfläche mühelos. Die spektrale Mitte hat Energie und Drive, die drei Metalldreizehner machen ihren Job wirklich gut. Die Abstimmung des seitlichen Woofers ist durchaus robust gewählt: Das Ding soll Bass machen und das tut es auch. Den Nachweis erbringen Truckfighters aus Schweden – woher sonst – mit ihrem neuen Album „Universe“ mit Leichtigkeit: Die Jamo pumpt den kantigen Desert Rock so satt und fett in die Bude, dass das Gebälk knarzt. Das Album tönt von Hause aus nicht unbedingt voluminös, mit der S 628 allerdings wächst zusammen, was zusammengehört. Und da gibt’s jede Menge Aha-Momente: Beim Gitarreneinsatz auf „The Chairman“ geht die bis dahin eher übersichtlich geglaubte Raumabbildung dermaßen auf, dass man unweigerlich zusammenzuckt. Klar kann man mit der Jamo auch dezent Musik hören. Chet Bakers Trompete hat das richtige Maß an Drive, die feinen Untertöne des Spiels sind aber stets präsent, der zerbrechliche Charakter im Spiel des Ausnahmetrompeters ist allgegenwärtig. Das ist eine bodenständige und gute Box, vor der man auch als „Highender“ überhaupt nicht fi es sein muss. Mit zunehmender Betriebsdauer ist auch der Hochtonbereich noch etwas freundlicher geworden. Und außerdem bietet Jamo die Box mittlerweile auch in einer Vielzahl von Lackfarben an, so dass Sie mein Faible für „Dark Apple“ überhaupt nicht teilen müssen.

Fazit

Die Jamo S 628 ist ein strammes Preis-/ Leistungs-Wunder mit kerniger Gangart, die aber auch vor den feinen Seiten der Musikwiedergabe nicht kapituliert. Dank eines guten Wirkungsgrades harmoniert sie auch mit Röhrenverstärkern.

Preis: um 600 Euro

Lautsprecher Stereo

Jamo S 628


08/2014 - Holger Barske

 
Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 600 
Vertrieb Osiris Audio AG, Wiesbaden 
Telefon 06122 727600 
E-Mail: Nein 
Internet www.osirisaudio.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 190/1130/380 
Gewicht (in Kg) 25 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 05.08.2014, 16:57 Uhr
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