Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Mino Zambo Signature


Fürs echte Leben, der Zambo Signature von Mino

Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 1
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Helmut Oltersdorf ist einer, der die HiFi-Branche aus so ziemlich jedem denkbaren Blickwinkel kennengelernt hat. Jetzt ist er soweit, eigene Produkte auf den Markt zu bringen, die den Kern der Sache seiner Meinung nach perfekt treffen.

Tatsächlich kann ich das gut nachvollziehen. Wenn man ein Berufsleben damit verbringt, anderer Leute Erzeugnisse zu vermarkten, dann entwickelt man im Laufe der Jahre ein Gefühl dafür, was HiFi sein sollte und was nicht. Und wenn man den „Zirkus“ auch noch aus vertrieblicher Sicht intensiv mitgemacht hat, dann hat man über die Jahre auch jede Menge Rückmeldungen aus dem Kreis der Anwender mitbekommen, die in letzter Konsequenz ihr sauer verdientes Geld für ein Produkt auf den Tisch des Hauses legen sollen.  

Helmut Oltersdorf ist vor geraumer Zeit ausgestiegen. Nicht aus dem Metier HiFi, sondern aus jeder Form von Großvertrieb, in denen er viele Jahre lang tätig war.

Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 8Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 9Lautsprecher Stereo Mino Zambo Signature im Test, Bild 10
Mittlerweile betreibt er als „Der HiFi-Architekt“ eine Art Wohnraumstudio in Dorsten am Nordrand des Ruhrgebietes und bedient Interessenten dort direkt. Selbstverständlich verkauft er dort Produkte aller möglichen Hersteller, aber eben nicht nur. Mit der Marke“Mino“ hat er unlängst ein eigenes Label ins Leben gerufen, unter dem er Lautsprecher anbietet. Zur Zeit jedenfalls. Was ja nicht heißt, dass da nicht noch mehr kommen könnte. Derzeit gibt es drei Modelle im Mino-Lineup. Das beginnt mit der niedlichen Standbox „Fiolo“ für 4900 Euro pro Paar, die mit zwei Vierzoll-Tieftönern und einem Ringradiator als Hochtöner bestückt ist. Das darüber angesiedelte Modell heißt „Kwano“ und sieht wie eine maßstabsgerechte Vergrößerung der Fiolo aus (zumindest auf den ersten Blick) und schlägt mit 5900 Euro zu Buche. Am oberen Ende der Skala bewegt sich das Modell „Zambo“, um das es hier gehen soll. Genauer gesagt um die „Zambo Signature“, dem nochmals verfeinerten Topmodell für 7500 Euro pro Paar.  

Dafür gibt es einen ausgesprochen fein realisierten, leicht nach hinten geneigten Standlautsprecher mit drei Treibern. Die Typenbezeichnungen aller Mino-Lautsprecher sind dem afrikanischen Sprachraum entliehen, und „Zambo“ steht für „Bass“. Damit können Sie sich bereits vorstellen, wohin die Reise mit den beiden 18 Zentimeter durchmessenden Tieftönern gehen soll. Sie laufen übrigens nicht beide parallel, sondern in einer Zweieinhalbwege- Anordnung. Das heißt: Einer der beiden ist fürs ganze Spektrum bis zum Anschluss an den Hochtöner zuständig, der Andere unterstützt seinen Kollegen nur in den ganz tiefen Lagen.

Zunächst jedoch gilt es die Äußerlichkeiten dieses Lautsprechern zu bewundern, die vermögen nämlich auch Leute zu begeistern, die mit HiFi nur am Rande zu tun haben: Die Minos sind ausgesprochen gelungen gefertigte Möbel. Dafür verantwortlich zeichnet ein Mann namens Markus Grelka, der im Sauerland eine kleine, aber feine Manufaktur betreibt, in der er nicht nur Lautsprecher baut, sondern auch feine Einrichtungsgegenstände. Das Material der Wahl ist dabei immer Massivholz aus der heimischen Ungebung, und davon gibt’s im Sauerland ja zum Glück noch ein bisschen. Dem Lautsprecherthema etwas näher stehende Zeitgenossen könnten den Namen schon einmal in Verbindung mit einem anderen bekannten Sauerländer gehört haben: Grelka baut nämlich zusammen mit Entwicklerlegende Joachim Gerhard eine eigene Lautsprecherlinie. Bei den Minos zeichnet Markus Grelka auch für die technische Konzeption verantwortlich. Und so ist die Zambo Signature mit reichlich Massivholz gesegnet: Front, Deckel, Rückwand und Standfuß sind aus dickem Material vom Feinsten geschlagen. Allein bei der Front sind’s satte 40 Millimeter, was das Anbringen großer Fasen an den seitlichen und oberen Kanten ermöglichte, was wiederum dem Abstrahlverhalten deutlich zugute kommt. Die Seitenwände der Lautsprechers sind ein interessanter Sandwich: Auf einen Holzfaserwerkstoff werden Glasplatten geklebt, was einen überaus stabilen Verbund ergibt. Audio Physic, ein nicht weit entfernt ansässiger Lautsprecherhersteller, beweist seit Jahren erfolgreich, dass das eine gut funktionierende Konstruktionsweise ist. Der Lautsprecherkorpus ist über polierte Aluminiumteile mit dem leicht überstehenden Lautsprecherfuß verbunden. Eine vorne untergeschraubte Metallleiste sorgt für die gewünschte Neigung der Box nach hinten, außerdem reduziert das Element die Kippneigung der Box merklich. Für die Einstellbarkeit der Neigung sorgen Einschraubfüße mit gerundeter Unterseite, was einem in erster Linie harte Fußböden danken werden.  

Die technischen Zutaten zur Zambo Signature stammen von einer der renommiertesten Adressen, die die Zulieferwelt dieser Tage zu bieten hat, nämlich von Wavecor. Dieser in Südostasien ansässige und von zwei langjährig die der Branche tätigen Dänen betriebene Hersteller hat sich viele Meriten der skandinavischen Treibertechnologie zueigen gemacht und garniert sie mittlerweile mit einer ganzen Reihe eigener Innovationen. Die beiden in der Zambo Signature eingesetzten Tieftöner sind denn auch ziemlich Prachtstücke moderner Bauart. Die 18 Zentimeter durchmessende glasfaserverstärkte Papiermembran wird von einer 38 Millimeter durchmessenden Spule angetrieben, eine weiche Gummisicke erlaubt trotz geringer angetriebener Masse eine sehr tiefe Basswiedergabe, diverse Ausgleichsmechanismen sorgen für eine problemloses elektrisches und akustisches Verhalten.  

Die mit 30 Millimetern ziemlich große Hochtonkalotte arbeitet auf ein Waveguide. Das ist eine Art Hornvorsatz, der die Schallabstrahlung in erster Linie in tiefen Frequenzbereichen unterstützt und für eine tiefe Ankoppelbarkeit des Hochtöners sorgt. Genau das Richtige für eine Kombination mit den beiden Bässen. Der Treiber ist mit einer Gewebemembran ausgestattet und verfügt über eine für Hochtöner gigantische Belastbarkeit von 45 Watt, so das man sich hier auch bei höheren Pegeln keinerlei Sorgen machen muss.  

Die Frequenzweiche filtert verhältnismäßig flach, was dank der hochwertigen eingesetzten Treiber überhaupt kein Problem ist, hier muss man nicht auf mit Kunstgriffen „Sauereien“ bekämpfen. Das 300 Euro teure Signature- Update der Mino ist übrigens der vom Chef selbst handgefertigten Innenverkabelung geschuldet, die sich klanglich dem Vernehmen nach deutlich bemerkbar macht.  

Sein Versprechen, mit der Mino-Reihe keine Lautsprecher wie alle anderen bauen zu wollen, hat der Hersteller gehalten. Die Zambo Signature ist weit davon entfernt, ein auf bedingungslose Linearität setzendes, sezierendes Klangbild liefern zu wollen. Sie baut auf ein beeindruckendes Fundament, dass für zwei Siebenzöller pro Seite echt satt untenherum anschiebt. Am anderen Ende des Spektrums sieht‘s hingegen anders aus: Die große Kalotte agiert mit majestätischer Schönheit, zeigt sich aber von ihrer zurückhaltenden Seite. Der Hochtonbereich passt damit ausgezeichnet in ein modernes, sparsam möbliertes Ambiente, in dem gewöhnlichere Abstimmungen gerne schon einmal des Guten zuviel tun. Stimmen haben Ausdruck und eine ganz feine Textur, für die hochwertige Kalotten prädestiniert sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass an diesem Umstand die Signature-Innenverkabelung nicht schuldlos ist.  

Die große Mino ist ein Lautsprecher, der sich bestens ins tägliche Leben integriert. Er klingt auch dann noch voll und rund, wenn er mal etwas leiser spielt und nur die Hintergrundbeschallung liefert. So richtig versinken kann man zum Beispiel bei Bohren & Der Club Of Gore, die einem über diese Lautsprecher schon fast eine Höhle zum Hineinkriechen bauen. Das kräftige Fundament der Zambo Signature ist hier genau richtig. Sie stellt das sparsame Geschehen sowohl in der Tiefe als auch in der Breite großzügig dar und schafft sogar noch eine recht überzeugende Abbildung, wenn man mal nicht im Sweet Spot sitzt. Ich habe mich sogar getraut, Achtziger- Ikone Tracy Chapman mal wieder aufzulegen, was sich als gar nicht so schlechte Idee erwiesen hat. Die Mino schafft es auch hier, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, die auch bei geringen Pegeln gut funktioniert. Sehr überlegte Abstimmung! 

Fazit

Ein neuer Hersteller, der sich bei seinem Topmodell gleich mal ein besondere Abstimmung traut: mächtiges Fundament, sanfter und seidiger Hochton, das ist langzeittauglich und vor allem ein Lautsprecher, der perfekt ins tägliche Leben integrierbar ist.

Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Mino Zambo Signature

Preis: um 7500 Euro


5/2022
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Der HiFi-Architekt, Dorsten 
Telefon 02369 2068003 
Internet www.minoaudio.de 
Garantie 2 Jahre 
H x B x T 1000 x 200 x 320 mm 
Gewicht: ca. 31 kg 
Unterm Strich... » Ein neuer Hersteller, der sich bei seinem Topmodell gleich mal ein besondere Abstimmung traut: mächtiges Fundament, sanfter und seidiger Hochton, das ist langzeittauglich und vor allem ein Lautsprecher, der perfekt ins tägliche Leben integrierbar ist. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 11.05.2022, 09:54 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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