Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Omnes Audio Monitor Nr. 5


Einmal richtig, bitte

Lautsprecher Stereo Omnes Monitor Nr. 5 im Test, Bild 1
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Erfahrung zahlt sich aus: Omnes Audio landet mit seinem ersten Fertiglautsprecher einen echten Coup mit überragender  Durchsichtigkeit und fantastischer  Raumdarbietung. Unbedingt anhören!

Die Frankfurter Firma Blue Planet Acoustic ist in der klassischen HiFi-Szene noch nicht sehr bekannt. In der Selbstbauszene aber sehr wohl, betätigt man sich doch seit etlichen Jahren erfolgreich als Importeur des Fernost-Treiberherstellers Tang Band und diverser anderer Chassis-Preziosen. Tang Band ist der mit Abstand konsequenteste und beharrlichste Verfechter des Systems „Breitbandlautsprecher“, den der Markt zu bieten hat. Die Chinesen haben eine riesige Produktpalette mit Fullrange-tauglichen Treibern von klein bis mittelgroß im Programm, der Importeur generiert damit regelmäßig hoch spannende Boxenkonzepte, die ihren Weg unter dem Markennamen „Omnes Audio“ in die einschlägige Presse finden.

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Der „Monitor Nr. 5“ ist der erste Lautsprecher von Omnes Audio, der als Fertigbox angeboten wird und somit auch Zeitgenossen zugänglich gemacht werden soll, die mit dem Selbstbau nichts am Hut haben. Gleichwohl hat der Lautsprecher eine Vergangenheit als höchst erfolgreiches Bausatzkonzept. Wer sich ums Gehäuse selbst kümmern will und den Zusammebau nicht scheut, der kann das Paar als Bausatz für 200 Euro erstehen. Wer einfach nur Musik hören will und ein fertiges, professionell in Deutschland gefertigtes Produkt kaufen will, der wird mit 1000 Euro pro Paar zur Kasse gebeten. Take it or leave it. Im Monitor Nr. 5 kommt ein 13 Zentimeter durchmessender Breitbänder mit Papiermembran zum Einsatz. Diese wird am Rand von einer modernen inversen Gummisicke geführt, in der Mitte steckt ein goldner Metall-Phaseplug. Hinten am modernen, filigranen Korb ist ein ordentlich dimensionierter Ferritmagnet für den Antrieb angeflannscht. Der Korb besteht übrigens aus Kunststoff, was hier überhaupt kein Problem ist: Wir haben es hier nicht mit einem großformatigen Beschallungstieftöner zu tun, der die Stabilitöt einer Metallkonstruktion bräuchte. Hier hilft das High-Tech-Material vielmehr dabei, Resonanzen an kritischen Stellen erst gar nicht entstehen zu lassen. Die zu bewegende Masse des Treibers beträgt unter sechs Gramm, womit er problemlos in der Lage ist, Frequenzen bis ans Ende des hörbaren Spektrums wiederzugeben. Ein wenig Bass kann er auch, mit der Nachhilfe durch ein Bassreflexrohr sind Frequenzen bis unter 60 Hertz durchaus drin. Das hört  sich auf Anhieb nicht besonders tief an, Die Praxis zeigt jedoch immer wieder, dass das für eine realistische Darstellung der allermeisten Arten von Musik völlig ausreicht. Okay, wer auf synthetisch generierten Dance-Pop mit massivem Tieftonanteil steht, der mag hier vielleicht ein wenig zu kurz kommen, aber für den ist kein Dreizehner der Welt das richtige Kaliber. Die wenigsten Breitbänder am Markt sind in der Lage, ihren Job ohne die eine oder andere Korrektur des Frequenzgangs überzeugend zu verrichten. Will sagen: Ein solcher Treiber will mit gezielter elektrischer Filterung zur Disziplin überredet werden. Breitbänder neigen zu einem zu hohen Frequenzen hin ansteigenden Frequenzgang, das will kompensiert werden; es mag auch mal eine „Störstelle“ geben, die gezielt bedämpft werden will. Auch der Treiber in der Monitor Nr. 5 kommt nicht gänzlich ohne solche Korrekturen aus. Das macht das schöne frequenzweichenlose Konzept zwar zum Teil wieder zunichte, der Hauptvorteil einer Breitbandkonstruktion liegt jedoch in seiner punktförmigen Abstrahlung, die davon natürlich unangetastet bleibt. Das Filterung unseres Probanden ist mit guten Bauteilen realisiert und passt auf den Punkt, wie die Messungen zeigen. All das steckt in einem mattschwarzen MDF-Gehäüse mit sanft gerundeten Kanten, zumindest die senkrechten an der Vorderseite. Der Treiber ist sauber in die Front eingelassen, die Optik konrastiert hübsch mit dem goldenen Phaseplug. Unter dem Chassis ist das Bassreflexrohr angeordnet. Die Optik der kompakten Konstruktion ist makellos, in sich stimmig und sollte auch bei kritischen Familienvorständen Gnade finden. Meines Wissens nach gibt´s die Box derzeit übrigens ausschließlich in Schwarz, aber möglicherweise ist der Hersteller da verhandlungsbereit. Bleibt noch der Blick auf die Rückseite: Da gibt‘s nichts weiter Spannendes außer einem Anschlussterminal mit zwei Polklemmen. Mit einem Wirkungsgrad von 84 Dezibel ist die Box auf den ersten Blick nicht besonders laut; trotzdem sollte man sich nicht davor scheuen, sie mit einem Röhrenverstärker zu kombinieren. Die Impedanz verläuft nämlich äußerst gutmütig und stellt keinen Verstärker vor irgendwelche Probleme. Kleine Lautsprecher mit ihrer niedrigen Schwingspuleninduktivität sind hier ohnehin im Vorteil, Breitbandkonstruktionen sowieso, die haben keine Frequenzweiche, die die Ansteuerung anspruchsvoller machen würde. Okay, beginnen wir den Hörtest zur Abwechslung mal mit etwas extrem Audiophilem: Die amerikanische Szenekünstlerein Lyn Stanley ist mit ihrem Smooth Jazz zwar mittlerweile Lichtjahre von meiner musikalischen Galaxis entfernt, aber ich kann nicht leugnen, dass in ihren Einspielungen handwerkliche Qualität steckt und die Platten exzellent produziert sind, so auch das 2015er Album „Interludes“. Der Umstieg von der YG Carmel 2 auf den Omnes-Monitor tat beileibe nicht so weh, wie das zuvor befürchtet hatte. Klar, es gibt Unterschiede und der Breitbänder hat nicht wirklich Chancen gegen die Amerikanerin fürs 33-fache Geld. Aber: Der Fünfzöller gibt sich extrem diszipliniert und hat überhaupt nicht die tonalen Eigenheiten, die man gemeinhin mit solchen Treibern verbindet. Klar, er hat Charakter: Im Präsenzbereich hat er ordentlich Zug, was sich vor Allem in den überaus deutlich dargestellten perkussiven Elementen und Frau Stanleys vernehmbaren Atemgeräuschen manifestiert. Kann man so machen, mit etwas weniger frischen Verstärkern als den Crofts aus dem Test in diesem Heft fällt´s vermutlich auch nicht so auf. Es überrascht die Über-Alles-Qualität, die von einer überragenden räumlichen Darstellung gekrönt wird. Hier spielt der Breitbänder seine Stärken aus, hier kann er herkömmliche Lautsprecher in die Schranken weisen. Dynamik gibt´s im Rahmen des mit der Membranfläche Möglichen satt, die Bassabstimmung ist gelungen, hinreichend stramm und passt gut zum Gesamtcharakter. In etwas realistischere Dimensionen rückt das Setup, wenn man die Box mit dem Icon Audio Stereo 30 se verbindet, der sich gerade zu meinem Lieblingsverstärker für „Speziallautsprecher“ hochschwingt. Mit ihm tönt´s etwas sonorer als mit den Crofts, kaum weniger dynamisch und praktisch genau so gelungen. Ich staune abermals, wie gelungen der kleine Lautsprecher anspruchsvolles Material reproduzieren kann, tatsächlich sind seine Grenzen in feindynamischer Hinsicht gar nicht leicht auszuloten. Ein guter Moment, sich noch einmal die Preisgestaltung der Mointor Nr. 5 vor Augen zu führen: Das ist ein Paar Boxen für 1000 Euro und repräsentiert damit ganz klar die preisliche Unterkante dessen, was sich üblicherweise in diesem Magazin findet. Klanglich jedoch ist das ein ausgewachsener Angstgegner für erheblich Teureres.

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Fazit

Erfahrung zahlt sich aus: Omnes Audio landet mit seinem ersten Fertiglautsprecher einen echten Coup mit überragender  Durchsichtigkeit und fantastischer  Raumdarbietung. Unbedingt anhören!

Preis: um 1000 Euro

Lautsprecher Stereo

Omnes Audio Monitor Nr. 5


03/2017 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 1.000 Euro 
Vertrieb Blue Planet Acoustic, Frankfurt 
Telefon 069 27240586 
E-Mail: k.A. 
Internet www.oaudio.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 205/350/310 
Gewicht (in Kg) ca. 8 kg 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 31.03.2017, 10:03 Uhr
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