Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Seta Audio Besa LS


Hoch hinaus

Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 1
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Weit ragt sie auf, die Seta Audio LS, fast mannshoch. Fast genauso schwer wie ein ausgewachsener Mann ist sie ebenfalls. Kein bescheidener Einstieg also in die große Welt der Lautsprecher, den Florat Seta uns da präsentiert – aber mal ehrlich: So eine richtige Spitzenklasse-Box, die muss schon ein bisschen was hermachen

Peripherie:


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Neben den schieren Dimensionen der Seta LS fällt beim ersten Augenschein noch eine Menge mehr auf an Dingen, die an diesem Lautsprecher sehr speziell sind. Erfreulich ist die sehr hohe Lackierqualität, die sich makellos über die gesamte Oberfläche zieht. Neben der schieren Größe dominieren der rote Metallicton und die großzügig verrundeten Kanten das Aussehen der Zeta. Dem technisch Interessierten fallen die außergewöhnlichen Chassis auf: Die Tiefmitteltöner sehen keineswegs aus wie normale Konuslautsprecher – im Gegenteil, die Membranen sind nach außen gewölbt wie riesige Kalotten. Firmeninhaber Seta plaudert hier ein bisschen aus dem Nähkästchen: Im Prinzip handelt es sich doch um normale Konuslautsprecher, in die eine Art Linse aus einem sehr leichten und dennoch hochfesten Spezialkunststoff eingepasst wurde. Das Resultat ist eine Membran, die bis in die höchsten noch übertragenen Frequenzbereiche sauber schwingt und nicht in unkontrollierbare Resonanzen „aufbricht“. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt ist die natürlich deutlich gewachsene Dicke der Membran, die es nun nahezu unmöglich macht, dass parasitäre Schwingungen aus dem Gehäuseinneren durch die Membran nach außen dringen.

Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Seta Audio Besa LS im Test, Bild 7
Die angestiegene Masse sorgt für eine niedrigere Resonanzfrequenz und damit für eine profundere Basswiedergabe. Zwischen den beiden Tiefmitteltönern sitzt ein sogenannter Air-Motion- Transformer, der den Hochtonbereich ab 3000 Hertz überträgt. Bei diesem Hochtönerprinzip schwingt eine zieharmonikaartig gefaltete Metallfolie so zwischen zwei Magneten, dass sie durch Zusammenziehen und Auseinanderfalten ihrer Lamellen die Luft stark beschleunigt – Lohn der aufwendigen Bauweise sind Hochtontreiber, die trotz sehr kompakter Bauweise in der Lage sind, hohe Lautstärken bei extrem geringem Klirrfaktor zu erzeugen – eines der wichtigsten Kriterien für höchstwertige Musikwiedergabe. Der Hochtöner stammt im Übrigen vom deutschen High-End-Lautsprecherspezialisten Mundorf, der auch für die hochwertigen Weichenbauteile verantwortlich zeichnet, die sich hinter den runden Löchern im unteren Teil des Gehäuses erahnen lassen. Durch die Grundqualität der Chassis konnten die Filter flach ausfallen, was dem Phasenverhalten der Seta LS sehr zugute kommt. Apropos Löcher: Diese haben mitnichten nur eine optische Funktion, sondern dienen der Ventilierung des Lautsprechers, der – ein beherzter Griff ins Gehäuse hinein verrät es uns – ansonsten komplett offen ist. Das komplett unbedämpfte Gehäuseprinzip, das Seta Audio „Clusterflex“ nennt, bedient sich der Vorteile anderer Bauweisen, ohne deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Um es kurz zu fassen: Die Treiber spielen auf eine Art Transmissionline, die durch zahlreiche Umlenkelemente ausreichend lang wird und im Inneren keine stehenden Wellen zulässt – die Abstimmfrequenz und damit die Basstiefe wird durch die Löcher am Fußende bestimmt. Eine kleine Anekdote am Rande: Für den Überseemarkt gibt es auch eine Version mit 9 Löchern pro Seite, die eine deutliche Überhöhung im oberen Bassbereich zeigt – die Hörgeschmäcker sind eben verschieden. Mit dem Clusterflexprinzip können übrigens bei unveränderter Chassisbestückung die unterschiedlichsten Lautsprechergrößen realisiert werden – Seta-Audio hat neben der großen LS eine etwas kleinere Standbox, die CS, und einen Monitor-Lautsprecher, die MS, im Sortiment, die bei exakt gleicher Treiberausstattung lediglich eine etwas höhere untere Grenzfrequenz aufweisen. Laut Hersteller arbeitet man inzwischen an der Fertigstellung eines Subwoofers, der ersten Gerüchten zufolge genügend Reserven besitzt, um ernsthaft die Gebäudesubstanz zu gefährden. Aber zurück zur Seta LS. Im Hörraum macht die riesige Box unmissverständlich klar: Sie will in großen Räumen stehen. Unsere Messungen hatten es schon deutlich gemacht. Trotz der nominell recht kleinen Tieftontreiber ist die Basswiedergabe erstaunlich tief – sie reicht locker bis unter 40 Hertz und das bei vollem Pegel! Die damit verbundene große Bauhöhe verlangt nach einem etwas größeren Abstand zwischen Hörplatz und Lautsprecher – die Empfehlung des Herstellers lautet mindestens 3,50 Meter, in der Praxis haben wir aber bei etwas kleineren Distanzen keine Auswirkungen der messtechnisch feststellbaren Interferenzen bemerken können. Was aber fällt dem Ohr des Musikhörenden auf? Nun, die bereits mit unserer Messausrüstung festgestellte Basstiefe der LS. Auch wenn man es besser weiß: Der Auftritt der Seta lässt den verblüfften Hörer unwillkürlich an einen versteckten großen Tieftöner denken, der ja in der riesigen Box sicher noch irgendwo Platz hat. Falsch, diesen abgrundtiefen Bass machen nur die beiden Chassis, die man auch sehen kann. Die Tieftonwiedergabe ist dabei im besten Sinne des Wortes neutral, weder zu aufgedickt, noch zu schlank – eben genau ausgewogen und dabei von einer beeindruckenden Geschwindigkeit und sauberem Ausschwingen geprägt. Also: Kein Wummern, kein Dröhnen, einfach Bass, der durch eben diese Qualität auch deutlich besser ortbar ist als bei Bassreflexboxen – man höre sich nur einmal Wagners Fliegenden Holländer in einer guten Aufnahme an – mit der Seta-Audio LS wird aus dem drohenden Grummeln der Kontrabässe eine klar definierte Instrumentalgruppe, die in der beeindruckend düsteren und drohenden Grundstimmung präzise Dimensionen besitzt und fest umrissenen Raum im Orchester einnimmt. Der sauber definierte Tieftonbereich geht bruchlos in einen ebenso ausgewogenen Grund- und Mittelton über – klar, es spielen ja dieselben Chassis, die – losgelöst von einem bedämpften Gehäuse – ganz offensichtlich frei aufspielen können. Resultat: Wunderbar freigestellte Gesangsstimmen mit Körper, Kehle und Schmelz. Als Hörer wähnt man sich förmlich mitten in der Aufnahmesituation, statt nur passiv Musik zu konsumieren. Der Korpus von Saiteninstrumenten wird so lebensecht wiedergegeben, dass man fast meint, die verwendete Holzsorte zu hören – dies gilt für filigrane Akustikgitarren ebenso wie für komplexe Streichensembles – sehr gut, sehr genau und hochmusikalisch. Am oberen Rand des Frequenzgangs demonstriert der Air Motion Transformer seine Extraklasse und fügt sich damit nahtlos in das hervorragende Gesamtbild der Box ein. So sehr die Seta kleinste Details und feindynamische Nuancen gewissenhaft wiedergibt, so sehr kann sie grobdynamisch zupacken und selbst bei höheren Pegeln ihre gelassene Souveränität voll ausspielen. Erst bei Lautstärken, die sich schon Richtung professionelle Beschallung bewegen, sollte man zur Schonung der kleinen Chassis die Unterstützung eines Subwoofers erwägen – aber da gibt es ja bald auch etwas aus dem Hause Seta-Audio, siehe oben. Im Endeffekt stehe ich als Verfasser dieser Zeilen vor einem Luxusproblem: Ich kann keine stilistische Empfehlung für diese Box geben: Von Kammermusik bis zum großen Orchester, Jazz in kleinen Besetzungen bis zur Big Band oder einsamer Sänger mit Akustikgitarre bis hin zur Hardrock-Band – all das beherrscht die Seta LS meisterhaft. Sie müssen lediglich einen Verstärker mitbringen, der einigermaßen laststabil ist und über einen ausreichend großen Hörraum verfügen – die Musik kommt dann von selbst.

Fazit

Mit ein paar Überlegungen fernab des Mainstream-Boxenbaus hat Seta-Audio eine Box geschaffen, die auch nicht die Physik neu erfindet, die bestehenden Möglichkeiten aber weiter ausschöpft, als dies bisher möglich schien. Das Endergebnis kann sich sehen und hören lassen: Die fast mannshohe Seta-Audio Besa LS überzeugt durch eine riesige Bandbreite, große Dynamik und eine saubere Präzision, die in sich in ihrer hervorragenden akustischen Qualität widerspiegeln. Eine im wahrsten Sinne des Wortes große Box.

Preis: um 14000 Euro

Lautsprecher Stereo

Seta Audio Besa LS


04/2010 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Preis (pro Paar) 14000 
Vertrieb Seta-Audio, Mainz 
Telefon 06131 9725999 
Internet www.seta-audio.de 
Gewicht (in Kg) 65 
Garantie (in Jahre) 10 
Chassis 2 x 150-mm-Tiefmitteltöner, AMT-Hochtöner 
B x H x T (in mm) 230/1440/480 
checksum Mit ein paar Überlegungen fernab des Mainstream-Boxenbaus hat Seta-Audio eine Box geschaffen, die auch nicht die Physik neu erfindet, die bestehenden Möglichkeiten aber weiter ausschöpft, als dies bisher möglich schien. Das Endergebnis kann sich sehen und hören lassen: Die fast mannshohe Seta-Audio Besa LS überzeugt durch eine riesige Bandbreite, große Dynamik und eine saubere Präzision, die in sich in ihrer hervorragenden akustischen Qualität widerspiegeln. Eine im wahrsten Sinne des Wortes große Box. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 20.04.2010, 10:43 Uhr
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