Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Von Schweikert UniField Three Mk3


Spass in Kisten

Lautsprecher Stereo Von Schweikert UniField Three Mk3 im Test, Bild 1
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„Kisten“ ist angesichts der edel gefertigten Module mit ihren geschwungenen Seitenwänden nicht ganz angemessen. „Spaß“ dafür umso mehr

Wobei „Spaß“ wiederum ganz bestimmt nicht heißen soll, dass die UniField Three Mk3 von Von Schweikert Audio aus den USA nicht sehr ernst zu nehmende Lautsprecher sind. Das sollte man nämlich bei einem Preis von 21.600 Euro erwarten dürfen. Aber fangen wir von vorne an.Die UniField Three Mk3 kommen in drei Kartons, ein kleiner und zwei große. Der kleine Karton enthält die beiden Mittel-/ Hochton-Module, die beiden großen Kartons jeweils ein Subwoofer-Modul sowie ein Untergestell. Damit ist der Aufbau klar. Zuerst werden die beiliegenden Spikes unter die Untergestelle geschraubt. Wer der Tieftonpräzision etwas Gutes tun möchte, kann die Gestelle noch mit Masse anreichern, etwa indem er sie mit Bleischrot füllt.

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Die Bassmodule werden dann mithilfe von vier Stücken der beiliegenden Knetmasse auf den Untergestellen fixiert. Mit der gleichen Masse werden die Mittel-/ Hochtonmodule auf den Subwoofermodulen fixiert. Da beide Module über getrennte Anschlussklemmen verfügen, die dazu noch unten an den jeweiligen Modulen sitzen, ist eine Bi-wiring-Verkabelung beim Anschluss an den Verstärker quasi Pflicht.Einmal aufgebaut sehen die UniField Three Mk3 ausgesprochen gut aus. Nicht zu groß, durch das kurze Untergestell und den modularen Aufbau wirkt das Ganze recht luftig und grazil, die geschwungenen Seitenwände der Module sehen ausgesprochen elegant aus. Nicht ganz so elegant wirkt die Bestückung der Lautsprecher. Nimmt man die magnetisch haftenden Frontabdeckungen von Subwoofer und Mittel-/Hochtonmodul ab, kommt eine ziemlich bunt zusammengewürfelt aussehende Mischung an Lautsprecherchassis zum Vorschein.Zentrales Chassis ist der fünf Zoll durchmessende Breitbänder, der so aussieht, als käme er vom japanischen Hersteller Fostex. Zentrales Chassis deshalb, weil es allein das Frequenzspektrum zwischen 100 und 8.000 Herz bestreitet. Von Schweikert spricht im Falle der UniField Three Mk3 deshalb auch von einem Einweg-Lautsprecher mit Subwoofer und Superhochtöner. Das Bändchen, das den Breitbänder nach oben bis jenseits unserer Messgrenze ergänzt – Von Schweikert gibt eine obere Grenzfrequenz von 50 kHz an – stammt ebenfalls aus Japan. Der Seben Zoll-Tieftöner stammt dagegen aus Norwegen. Es handelt sich um ein Chassis mit Magnesiummembran aus der Excel-Serie der Firma Seas. Durch die unterschiedliche Gestaltung der Körbe der einzelnen Chassis sowie aufgrund der verschiedenen Membranmaterialien etc. wirken die Lautsprecher ohne Frontabdeckungen irgendwie unaufgeräumt. Egal, letztendlich kommt es darauf an, wie gut die Chassis zusammen klingen, nicht, wie sie zusammen aussehen.Das Zusammenspiel der recht unterschiedlichen Partner regelt die Frequenzweiche, die den Chasis ihre Arbeitsbereiche zuweist. Mit moderaten 6 dB geht sie dabei recht gemäßgt vor und gewährleistet eine gute Phasenstabilität.Breitbänder und Superhochtöner sitzen in einem geschlossenen Gehäuse. Das Subwoofergehäuse sieht zunächst nach einer Bassreflex-Konstruktion aus. De facto ist die Sache komplexer. Es handelt sich um eine Konstruktion, die der Hersteller als „Drei-Kammer-Transmissionline“ bezeichnet, wobei die Ankopplung an den Hörraum durch ein strömungsgünstig geformtes Bassreflexrohr erfolgt und nicht, wie bei einer Transmissionline normalerweise üblich, schlicht durch ein offenes Ende der Schallleitung. Die aufwendige Konstruktion ist auf eine untere Grenzfrequenz von 32 Herz abgestimmt. In Anbetracht des recht kompakten Gehäuses ist das ordentlich. Besonders wenn man weiß, dass die Gehäusewände der UniField Three Mk3 gut 50 Millimeter stark sind und das Nettovolumen des Bassgehäuses damit noch einmal ein gutes Stück kleiner ausfällt, als es zunächst den Anschein hat. Es handelt sich um eine Sandwichkonstruktion aus einer äußeren Schicht einer 20-mm-Holzfaserplatte, einer weiteren 20-Millimeter-Schicht aus einem Kunststeinmaterial und schließlich 10 Millimetern eines speziellen Dämmmaterials. Auch hier ist also der Aufwand beträchtlich und erklärt das üppige Gesamtgewicht von rund 35 kg, das eine komplette UniField Three Mk3 auf die Waage bringt – ohne zusätzlichen Ballast im Untergestell.Die Hörsession beginnen wir aus einer Laune heraus mit gut abgehangenen Stücken aus der Rock-Ecke. Zuerst tönt es etwas topfig aus den Lautsprechern. Wie sich schnell herausstellt, liegt das nicht an der Aufnahme, sondern am Mittelton der UniField Three Mk3. Die japanischen Breitbänder benötigen offensichtlich etwas Zeit, um sich frei zu spielen. Der Effekt trat jeden Tag bei meiner über mehrere Tage verteilten Hörsession mit den Amerikanerinnen auf, so dass ich davon ausgehe, dass es eine Eigenart der Treiber ist, erst einmal ein kurzes Warm-up zu benötigen. Nach spätestens 15 Minuten ist die Tonalität stimmig. Tja, und dann geht es ab. Am zurückhaltendsten geben sich die UniField Three Mk3 im Bassbereich. Hier reichen sie zwar tief hinunter, bleiben dabei aber eher auf der schlanken Seite. Das werte ich als Reminiszenz daran, dass die Boxen eher für kleinere Räume konzipiert wurden, wo sie im Regelfall nicht so frei aufgestellt werden wie in unserem recht großen Hörraum. Auch wenn die Tieftöner bei hohen Pegeln mal eben die Frontabdeckungen wegpusten – den Druck, den man bei solcher Musik im Bassbereich gerne hat, können die UniFied Three mit ihren 17-cm-Tieftönern einfach nicht aufbauen. Dafür ist der Bass extrem schnell. Wenn die Lautsprecher schon keinen fetten Druck aufbauen – Impulse setzen sie dafür umso zackiger in den Raum. Auch ansonsten hängen sie gut am Gas. Will sagen: Grob- wie feindynamische Sprünge setzen sie unmittelbar um. Hier erinnern die Von-Schweikert-Lautsprecher wirklich an gute Breitbänder. Das gilt besonders für den Mitteltonbereich. Wer jemals Stimmen über eine gelungene Breitbandkonstruktion gehört hat, kommt von der unmittelbaren Ansprache eines solchen Systems nicht mehr so schnell los. Das wirklich geniale an den UniField Three ist, dass man bei ihnen nicht die in solchen Fällen üblichen Kompromisse in Sachen Bässe, Höhen und oft auch bei der Tonalität eingehen muss. Im Gegenteil: Der Bändchenhochöner schließt sauber an den ausdrucksstarken Mittelton an und hängt auch in Sachen Impulsfreudigkeit nicht hinterher. Er verschafft dem Klangbild eine Luftigkeit, die kein Breitbänder allein hinbekommt.So richtig in ihrem Element sind die Uni- Field Three bei Jazz. Hier dürfen es gerne erstklassige Live-Aufnahmen sein. Bei diesem Musikmaterial vermitteln die Lautsprecher ein solches Maß an Atmosphäre, dass man den Eindruck hat, dabei zu sein. Hier stimmt wirklich alles: Timing, Rhythmus, Ansprache – alles bringen die Lautsprecher auf höchstem Niveau rüber. Dazu bauen sie eine bestechende Räumlichkeit auf, die weder in Sachen Abbildungsgröße noch hinsichtlich der Lokalisationsschärfe irgendwelche Wünsche offen lässt. Wer es klassisch mag, wird mit den Von Schweikert mindestens ebenso glücklich. Ob Kammermusik oder großes Symphonieorchester – die Amerikanerinnen überzeugen mit präziser Räumlichkeit, irrwitziger Dynamik, präzisen Klangfarben. Schlussendlich kann ich nur sagen: ich bin restlos begeistert. Wer nicht zwingend das volle Brett braucht und vielleicht nicht gerade eine Halle beschallen möchte, erhält mit den UniField Three Mk III Lautsprecher, die auf allerhöchstem Niveau agieren.

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Fazit

Bei aller Verschiedenheit der eingesetzten Chassis: Bei der Von Schweikert UniField Three Mk III spielen sie wie aus einem Guss. Das Konzept, einen Breitbänder durch einen Subwoofer und einen Superhochtöner zu ergänzen, geht voll auf. Ansprache, Dynamik und Räumlichkeit eines richtig guten Breitbandsystems verbinden sich hier mit einem tiefen, präzisen und schnellen Bassbereich und einem luftigen Hochtonbereich zu einem überzeugenden, kompletten Klangbild.

Preis: um 21600 Euro

Von Schweikert UniField Three Mk3

11/2013 - Martin Mertens

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 21.600 Euro 
Vertrieb IBEX Audio, Heidenheim 
Telefon 07321 25490 
Internet www.ibex-audio.de 
Ausstattung:
Garantie (in Jahre) 5 Jahre 
Ausführungen Hochglanz Schwarz, Kirsche, Ahorn 
Sonderfarben Nein 
B x H x T (in mm) 25/100/36 
Gewicht (in Kg) 35 kg 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
Kontakt E-Mail
Datum 06.11.2013, 15:36 Uhr
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