Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Xavian xn 250 evoluzione


Perfektion im Kleinen

Lautsprecher Stereo Xavian xn 250 evoluzione im Test, Bild 1
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Vor genau einem Jahr begeisterte die regaltaugliche xn 270 evoluzione von Xavian die versammelte LP-Mannschaft. Ob die eine Nummer kleinere 250 es vermag, denselben Enthusiasmus zu entfachen?

Mitspieler


Plattenspieler:

 Acoustic Solid Machine mit SME M2-12 und Clearaudio Goldfinger

Phono-Vorverstärker:

 Mal Valve Preamp Three

Phono Vorverstärker:

 Mal Valve Preamp Four Line

Endverstärker:

 Accustic Arts AMPII MK2

Zubehör:

 Netzleiste: HMS
 Stromkabel: Silent Wire
 NF-Kabel: Van den Hul
 Phonokabel: Van den Hul
 Lautsprecherkabel: Intertechnik
 Racks: SSC
 Plattenwaschmaschine: Hannl


Gegenspieler

 Trenner & Friedl Art
 Penaudio Cenya
 KLANG+TON Nada

Die xn 270 evoluzione hat alles richtig gemacht: ein kompakter Lautsprecher, bestückt mit zwei solide umbauten Scan-Speak-Chassis und mit schönem Echtholz-Finish garniert. Auch technisch war ihr mit rundherum tadellosen Messwerten nicht das Geringste vorzuwerfen.

Lautsprecher Stereo Xavian xn 250 evoluzione im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Xavian xn 250 evoluzione im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Xavian xn 250 evoluzione im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Xavian xn 250 evoluzione im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Xavian xn 250 evoluzione im Test, Bild 6
Klanglich verzauberte sie mit toller Musikalität und einem sehr ausgewogenen, detailreichen Klangbild. Da hat die kleine es nicht leicht, sich zu behaupten. Gut, im Kosten-Kapitel hat sie natürlich einen Vorteil, denn der kleinere Tiefmitteltöner und die geschrumpften Gehäusemaße rücken das Preisschild eine Etage tiefer. 2.350 Euro ruft der Deutschlandvertrieb Transparent Acoustic für das Pärchen xn 250 evoluzione auf und gibt fünf Jahre Garantie auf alle Xavians. Der Standfuß ist für beide Modelle identisch und kann damit aus der Gleichung herausgenommen werden. In diesem Fall ist es der ebenfalls furnierte „new stand Classico“, ebenfalls mit reichlich Holz gebaut und zumindest gefühlt noch schwerer als die darauf fast ein wenig verloren wirkende 250 evo. Das schadet keineswegs, ist ein sicherer Stand doch der erste Schritt zu gutem Klang. Der Classico ist höchst solide gemacht und dank durchdachter Konstruktion schnell zusammengebaut. Die 60 mm starke Bodenplatte hat höhenverstellbare Spikes, die ebenso massive Säule aus furniertem Aluminium einen Kanal für Lautsprecherkabel. Die obere Abschlussplatte besitzt eine dazu passende Öffnung und vier weiche Gummifüße auf der Oberseite, welche die anzuschraubende Box definiert an den Ständer koppeln. 600 Euro pro Pärchen sind dafür wahrlich nicht zu viel verlangt. Aber zurück zur 250 evo ... Messtechnisch lässt sich die Kleine von der Großen nichts vormachen. Sie überholt ihre Schwester in Sachen Frequenzganglinearität, klirrt aufgrund der geringeren Membranfläche im Tiefton etwas mehr und schwingt dafür wiederum ein Quäntchen flotter aus – unterm Strich ein klassisches Patt. Beiden Lautsprechern sei an dieser Stelle bescheinigt, dass sie den Messparcours mit Bravour durchlaufen haben und sich nicht das Geringste zuschulden kommen lassen. Daran sind die beiden exzellenten Chassis natürlich nicht unschuldig, bilden sie mit ihrem gutmütigen und sehr breitbandigen Verhalten die Basis für Bilderbuch-Boxen. Der Tiefmitteltöner mit der charakteristischen geschlitzten Membran ist als Fünfzehner mindestens genauso gut wie als Achtzehner, wenn nicht besser. Die „ausentwickelte“ Gewebekalotte darf sich als Speerspitze des Genres betrachten: 29 mm Durchmesser, kein Ferrofluid, keine Spielereien und dadurch schlicht perfekt, auch vor dem Mikrofon. Das höchst solide MDF-Gehäuse der 250 evo ist aufwendig furniert und in fünf verschiedenen Varianten zu bekommen, ohne Aufpreis versteht sich. Liebhaber des natürlichen Looks wählen Walnuss, Kirsch oder Ahorn, wer es eleganter bevorzugt nimmt sie schwarz oder weiß. Die Verarbeitung der Holzblätter kann nicht ganz trivial gewesen sein, weil die Front breite Fasen besitzt und rund um den Fünfzehner die Welle macht. Selbige bringt den unteren Bereich der für optimales Chassistiming geneigten Front auf die Ebene des Hochtöners. Er allein ist für perfektes Abstrahlverhalten ohne störende Kanten in die Front eingelassen, der Woofer sitzt auf. Nicht aus Kostengründen, sondern damit er dem Tweeter und damit dem Ideal Punktschallquelle maximal nahe rücken kann. Mit Bi-Wiring- Spielereien auf der Rückseite gibt sich die 250 evo auch nicht ab, sie setzt auf ein Pärchen echte WBTs und einen wirklich hübsch gemachten Echtlederstreifen mit eingeprägtem Text. Im Hörraum schlägt dann ihre große Stunde, denn mit einem lapidaren „ich bin zwar klein, aber auch ganz nett“ will sich die Xavian nicht zufrieden geben. Aus dem Stand spielt sie äußerst feingeistig und gediegen, mit einem ausgeprägten Gespür für die richtigen Klangfarben und mit superbem Detailreichtum. Letzterer kommt ob seiner Üppigkeit völlig unspektakulär; fast beiläufig teilt die 250 mir auch feinste Informationen aus den Abgründen der Rille mit. Tonal ist sie wohlig warm, ohne aufzudicken, bleibt trotz des stämmigen und überaus druckvollen Bassbereichs im Mittelton sehr klar und prägnant. Stimmen stehen minimal vorne, integrieren sich trotzdem stimmig ins Klangbild und gefallen mit exzellenter Verständlichkeit ohne Ausnahme, egal ob auf dem Schoß oder aus dem Off, geschrien oder gehaucht. Durch den äußerst ausgewogenen Frequenzgang bringt die 250 sehr wenig Eigenklang mit und ist auch dank des hohen Detailreichtums, vielleicht abgesehen vom leicht warmen Charakter, ein waschechter Monitor. Die Chassis musizieren sehr einheitlich, flüssig und natürlich. Letzteres gilt insbesondere für die betont ungekünstelte Räumlichkeit, der man die kompakten, nahe zusammenliegenden und auf Zeitrichtigkeit getrimmten Schallquellen anhört – paradoxerweise indem man sie nicht als solche wahrnimmt. Bleibt die Frage nach dem Vergleich zur xn 270 evoluzione. Am Ende geben und nehmen sich die Geschwister wenig. Die 270 wirft den größeren Woofer gekonnt in die Waagschale, reicht im Bass allerdings auch nicht tiefer und bezahlt die Extraportion Membranfläche im Wortsinn mit einem höheren Preis. Wirklich exzellente Kompaktlautsprecher sind sie beide, so dass am Ende nur das Budget und vielleicht noch der gewünschte Maximalpegel – wobei sich die Unterschiede im Bereich weniger Dezibel abspielen – die Entscheidung treffen. Falsch wird Letztere in keinem der beiden Fälle sein.

Fazit

Xavians xn 250 evoluzione bietet die perfekte Mischung aus Langzeittauglichkeit und Detailreichtum, verschnürt in einem sehr kompakten und wohnraumtauglichen Paket. Sie musiziert äußerst natürlich, echt und unkapriziös und geht mit allen Musikstilen hervorragend. Ihre technische Perfektion gerät dabei fast in den Hintergrund.

Preis: um 2350 Euro

Lautsprecher Stereo

Xavian xn 250 evoluzione


04/2012 - Christian Gather

Ausstattung & technische Daten 
Preis (pro Paar) 2350 
Vertrieb Transparent Acoustic, Kronberg 
Telefon 06173 993810 
Internet xavian-deutschland.de 
Gewicht (in Kg) 10 
Garantie (in Jahre)
Chassis: 1 x 150-mm-Tiefmitteltöner 
B x H x T (in mm) 192/300/330 
Unterm Strich... » ... Xavians xn 250 evoluzione bietet die perfekte Mischung aus Langzeittauglichkeit und Detailreichtum, verschnürt in einem sehr kompakten und wohnraumtauglichen Paket. Sie musiziert äußerst natürlich, echt und unkapriziös und geht mit allen Musikstilen hervorragend. Ihre technische Perfektion gerät dabei fast in den Hintergrund. 
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Autor Christian Gather
Kontakt E-Mail
Datum 18.04.2012, 09:24 Uhr
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