Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Canton Chrono SLS


Klotzen statt Kleckern

Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 1
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Es ist ein schweres Erbe, das die neue „Chrono SLS-Serie“ des Lautsprecherspezialisten Canton antreten muss. Sie ist der Nachfolger der legendären Karat-Serie, die seit 1987 in Produktion war.

Wenn sich ein Produkt so lange am Markt behaupten kann wie Cantons Karat-Serie, dann ist das schon etwas Besonderes. Ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit und in der schnelllebigen Welt der Unterhaltungselektronik eine Ewigkeit. Wobei man zugeben muss, dass die letzte Inkarnation der Karat-Serie nur noch den Namen mit dem Urmodell gemeinsam hatte. Optisch ähnelte sie eher der neuen Chrono-SLS-Serie, aus der wir das folgende Surroundset zum Test einluden: die Standlautsprecher „790DC“, den Center „755 Center“ und die Rears „SLS 720“ im Regallautsprecherformat. Unterstützt wird das Quintett vom passenden Subwoofer „SUB 800 R“. 

Außen


„Chrono-SLS 790 DC“, so nennen die Hessen das Topmodell der Chrono-Serie, bei dem es sich um einen schlank und elegant wirkenden 3-Wege-Bassreflex-Standlautsprecher handelt. Wahlweise in Schwarz oder Weiß erhältlich, glänzen sie, wie der Rest des Sets, mit einer absolut makellosen „High-gloss“-Oberfläche.

Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 2Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 3Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 4Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 5Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 6Lautsprecher Surround Canton Chrono SLS im Test, Bild 7
Auffälligster Unterschied zum Vorgängermodell ist der Wegfall des seitlichen Tieftöners, der jetzt durch ein drittes Chassis in der Front ersetzt wird. Bi-Wiring- Terminal und Chassis sind natürlich sauber in den Lautsprecher eingelassen und nicht einfach davorgeschraubt. Wer die ansehnlichen Aluminium-Chassis, die mit einem silbernen Ring verziert sind, lieber verstecken will, für den gibt es magnetisch gehaltene Abdeckungen, die ebenso hochwertig verarbeitet sind wie die Lautsprecher, zu denen sie gehören. Eine Bassreflexöffnung sucht man an den Frontlautsprechern zunächst vergebens. Die wurde nämlich auf die Unterseite des Lautsprechers verbannt und bläst durch einen Spalt zwischen Box und Standfuß die zusätzliche Tieftonenergie ins Freie. Center und Rearlautsprecher machen einen ebenso hochwertigen Eindruck wie die Hauptlautsprecher. Lediglich auf einen Bi-Wiring-Anschluss wird hier verzichtet. Der kompakte „SUB 800R“ gibt seine Leistung über eine 180-mm-Alu- Membran auf der Front und eine unten liegende Passivmembran ab. Rückseitig finden sich lediglich Signal- und Stromanschlüsse, da die umfangreichen Einstellmöglichkeiten inklusive Equalizer alle bequem per Fernbedienung verändert werden können. 

Innen


Äußerlich gibt sich die neue SLS-Serie also eher dezent und unspektakulär, im Innern ist sie aber vollgestopft mit den Innovationen der Canton-Ingenieure. Das beginnt schon beim Gehäuse, das aus massivem MDF gefertigt ist und an besonders belasteten Stellen Verstärkungen spendiert bekommen hat. Im Fall der großen Standlautsprecher erhält der Hochtöner zudem seine eigene Kammer im Gehäuse, um ihn vom Einfluss der Tieftöner zu entkoppeln. Apropos Hochtöner, der ist neu konstruiert und hat eine Membran aus einer Aluminium- Oxyd-Keramik, die leichter und gleichzeitig härter ist als die alte Membran, die aus einer Aluminium- Magnesium-Legierung bestand. Die Tieftöner sind ebenfalls neu. Sie weisen gegenüber ihren Vorgängern einen erweiterten Tieftonbereich auf und sind mit der sogenannten „Wave-Sicke“ ausgestattet. Falls Sie sich schon gefragt haben, wofür das Kürzel „DC“ in der Modellbezeichnung steht, hier die spannende Antwort: Dahinter verbirgt sich eine von Canton „Displacement Control“ getaufte Schaltung, die ebenfalls die Tieftonwiedergabe verbessern soll. Ihre Funktion ist ähnlich der eines Subsonic-Filters im Phonovorverstärker. Sie sorgt also dafür, dass die Membranen nicht unkontrolliert mit Infraschallfrequenzen ausgelenkt werden können, die sowieso weder hör- noch reproduzierbar sind. Durch diese Entlastung wird der Frequenzverlauf im untersten Bassbereich linearisiert und Verzerrungen minimiert. Beim Center und den Effektlautsprechern hat man auf diese Schaltung verzichtet, da deren Tiefton ja ohnehin vom Subwoofer wiedergegeben wird. Der ist natürlich auch nicht von einer Überarbeitung verschont geblieben: Er verfügt über Cantons „Speaker- Control“-Steuerung (SC) und ebenfalls neue Chassis mit extrem großem Hub. Dadurch spielt er bis unter 30 Hz mit vollem Pegel. Aber genug der Technik, schließlich müssen letztendlich die Ohren entscheiden. 

Klang


Korrekt aufgestellt und eingespielt muss das Canton-Set nun zeigen, was in ihm steckt. Und so viel vorweg, es weiß von der ersten Minute an zu überzeugen! Das Beste zuerst: Der Subwoofer fügt sich dermaßen unauffällig in den Rest des Sets ein, dass ich zuerst dachte, er sei gar nicht eingeschaltet. Und das soll gut sein? Das ist es in der Tat. Die Frontlautsprecher sind im Tiefton schon dermaßen potent, dass man einen Subwoofer ohnehin kaum vermissen würde. Hört man aber genau hin, stellt man fest, dass der Sub den Bassbereich noch um eine Oktave nach unten hin erweitert. Wählt man jetzt noch die Equalizer-Einstellung „Bass Boost“, geht es richtig zur Sache. Besonders gut gefallen hat mir das Drumsolo „Zeets“ auf der Zappa-DTS-Mehrkanalaufnahme „Halloween“. Bei entsprechendem Pegel meint man, den Platz mit dem Drummer getauscht zu haben und sich mitten in einem riesigen Drumset zu befinden. Die Bassdrum wird körperlich fühlbar und man ist umringt von Trommeln. Dabei können die Cantons nicht nur draufhauen; Details wie Zwischenrufe und Applaus des Publikums bleiben genauso hörbar wie Glocken oder der feine metallische Anschlag der Becken. Auch im Filmbetrieb fällt das Canton-Set durch seine knackige und dynamische Spielweise auf. Besonders der straffe und abgrundtiefe Bass macht richtig Spaß. Und so machen die Cantons den Auftritt des „Iron Man“ zu AC/DCs „Shoot to Thrill“ in Stuttgart noch ein bisschen cooler, als er ohnehin schon ist.

Fazit

Mit der neuen Chrono-SLS-Serie ist Canton ein großer Wurf gelungen. Optisch sehr dezent, mit moderner weißer oder schwarzer Hochglanzlackierung, passen sie in nahezu jedes Wohnambiente. Dank der neuesten Entwicklungen der Canton-Ingenieure klingen sie dabei sogar noch besser, als sie aussehen, und man kann es im Hörraum so richtig krachen lassen. Das Set macht der Vorgängerserie „Karat“ alle Ehre und wird so Cantons Erfolgsgeschichte sicher ungebremst fortsetzen.

Kategorie: Lautsprecher Surround

Produkt: Canton Chrono SLS

Preis: um 4854 Euro


9/2013
5.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse

Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Garantie 5 Jahre (Elektronik 2 Jahre) 
Vertrieb Canton Elektronik, Weilrod 
Telefon 06083/2870 
Internet www.canton.de 
Messwerte
Ausführungen weiß/schwarz (hochglanz) 
Abmessungen (B / H / T in mm):
Frontlautsprecher 215/1050/307 
Center 455/195/307 
Rearspeaker 195/290/292 
Subwoofer 275/385/400 
empfohlene Raumgröße (in m²) 40 
Ausstattung
Subwoofer SUB 800 R 
Gewicht 13.3 
Leistung laut Hersteller (in Watt) 220 
Membrandurchmesser (in mm) 180 
Bauart Bassreflexsystem mit Passivmembran 
Prinzip Frontfire 
Pegel Fernbedienung 
Trennfrequenz 50-200Hz (Fernbedienung) 
Phasenregulierung 0/90/180° (Fernbedienung) 
Hochpegel Eingang / Ausgang
Niederpegel Eingang / Ausgang
Frontlautsprecher Chrono SLS-790 DC 
Gewicht (in kg) 28.6 
Anschluss Bi-Wire 
Tiefton (in mm) 2x130 
Mittelton (in mm) 130 
Hochtonton (in mm) 25 
Bauart 3-Wege-Bassreflex 
Rear-/Surroundlautsprecher Chrono SLS 720 
Gewicht (in kg) 8.4 
Anschluss Single-Wire 
Tief- / Mittelton (in mm) 115 
Hochtonton (in mm) 25 
Bauart 2-Wege Bassreflex 
Centerlautsprecher Chrono SLS 755 Center 
Gewicht (in kg) 10.5 
Anschluss Single-Wire 
Tiefton (in mm) 115 
Mittelton (in mm) 115 
Hochtonton (in mm) 25 
Bauart 2½-Wege Bassreflex 
Preis/Leistung sehr gut 
+ Abgrundtiefer Bass 
+ Super Verarbeitung 
+
Klasse Spitzenklasse 
Testurteil: überragend 
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Autor Jonas Bednarz
Kontakt E-Mail
Datum 26.09.2013, 10:40 Uhr
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Topthema: Test kompakter High-End Subwoofer
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