Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Canton Vento - 893


Glänzender Auftritt

Lautsprecher Surround Canton Vento - 893 im Test, Bild 1
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Gespannt haben wir drauf gewartet, jetzt präsentiert Deutschlands Marktführer in Sachen Lautsprechertechnik der HEIMKINO-Redaktion seine komplett überarbeitete Vento- Serie. Aber konnten die Canton-Entwickler ihre Top-Linie wirklich noch verbessern oder handelt es sich hier nur um bekannte Technik in neuem Gewand?

Nachdem die Hessen zuletzt mit der Neuauflage ihrer legendären Karat-Serie sowie des neuen Chrono- Programms aufwarteten, legten die Lautsprecherprofi s aus dem Taunus zum Jahreswechsel noch einen drauf und präsentieren uns in einer Deutschland- Premiere die erneuerte Version der optisch ansprechenden Vento-Serie. Kein Wunder, denn diese gehört seit ihrer Markteinführung im Jahre 2004 zu den erfolgreichsten Produkten der mittlerweile 36-jährigen Firmengeschichte und sollte nun auch mit den neuesten Innovationen der Weilroder Entwicklungsabteilung ausgestattet werden.

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Vento 890 DC Gemeinsam mit Canton-Chefentwickler Frank Göbl packen wir die neuen Ventos aus, wobei uns zunächst einmal weiße Handschuhe in die Finger fallen. Diese liegen jeder Box bei und sind bei der Aufstellung der hochglanzlackierten Schallwandler durchaus vonnöten. Schließlich sollen bei der Installation keine unschönen Fingerabdrücke geschweige denn Kratzer auf dem tiefschwarzen Lack hinterlassen werden. Nachdem die beiden 29-Kilo-Boliden behutsam ausgepackt sind und im Licht unseres Testkinos strahlen, kann die eingehende Untersuchung dann endlich beginnen: Zunächst einmal widmen wir uns der Frontseite des großen Dreiwege-Schallwandlers 890 DC. Cantons jahrelanger Philosophie folgend ist dieser, wie übrigens all seine Mitstreiter dieser Linie, mit Aluminium-Schwingsystemen ausgestattet. Zwei 200er- und ein 180er-Chassis nehmen hier den meisten Platz in Anspruch, wobei die beiden erstgenannten Treiber im unteren Drittel der Schallwand sitzen und logischerweise für die Wiedergabe tieffrequenter Klanganteile zuständig sind. Technik Wie bei allen neueren Modellen der Hessen hängt jede der drei silbrig schimmernden Membranen in Cantons patentierter Wave-Sicke. Der Vorteil dieser speziellen Aufhängung ist die noch tiefere Bassdarstellung, die durch eine größere Auslenkung des Schwingsystemes erzielt werden kann. Hier kommt auch die seit Jahren bewährte und stets weiterentwickelte DC-Technologie (Displacement Control) zum Einsatz, durch die das unkontrollierte Taumeln der Membran verhindert wird, was eine deutlich präzisere Tieftonreproduktion ermöglicht. Weiter geht’s mit dem zwischen Mittel- und Tieftoneinheit sitzenden, 25 Millimeter messenden Alu-Mangan-Hochtöner. Und auch hier finden wir ein Canton-typisches Merkmal wieder, die sogenannte „Transmission Frontplate“, die wir schon aus der Karat-Serie kennen. Diese leichte Vertiefung ist perfekt auf den Hochtöner abgestimmt, so dass dieser in der Lage ist, ein sauberes und verzerrungsfreies Rundstrahlverhalten zu erzielen. Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die hochglanzlackierte Bodenplatte, auf welcher der 112 Zentimeter hohe Standlautsprecher majestätisch Platz nimmt. Gleich vier Metallstützen sorgen für etwa drei Zentimeter Abstand zwischen Basis und Korpus, was gleich zwei Vorteile zur Folge hat: Zum einen verleiht dieser Aufbau der 890 einen erhabeneren optischen Eindruck, und zum andern konnte in der Unterseite eine große Bassreflexöffnung untergebracht werden, was einen flexibleren Einsatz der Box ermöglicht. Anschluss findet Cantons Prachtstück über das rückseitig angebrachte Terminal, das mit vergoldeten Bi-Wire/Bi-Amping-Schraubklemmen bestückt ist. Dank des großzügig angeordneten Moduls und der massiven Klemmen finden hier nicht nur Bananas und Kabelschuhe, sondern auch Strippen größeren Querschnitts sicheren Halt. Labor Hier nehmen wir uns vornehmlich den Center vor, denn dieser hat im Mehrkanalbetrieb in der Regel am meisten zu tun. Besonders erfreulich sind die guten Ergebnisse, die der 855 im 15- und 30-Grad-Winkel liefert und die dafür sorgen, dass im Heimkinoeinsatz alle Zuschauer nahezu gleich beschallt werden. Nur im absoluten Hochtonbereich fällt der Pegel hier um zirka zehn Prozent ab. Ebenfalls positiv ist der hohe Wirkungsgrad der Box, die mit einem Wert von etwa 91 Dezibel unkritisch von nahezu jedem Verstärker betrieben werden kann. Stereobetrieb Jetzt sollen die beiden „Türme“ mal zeigen, wozu sie klanglich imstande sind. Die ersten Tests verlaufen schon ganz gut, aber das geht sicher um einiges besser ... Gut, dass heute Freitag ist, so gönnen wir dem Set ein Wochenende Einspielzeit. Montags geht es dann weiter, und siehe da, es scheint als hätten wir einen völlig anderen Lautsprecher vor uns. Nachdem wir noch ein wenig an der Ausrichtung des schwarzen Hochglanz- Duos gefeilt haben, kann es dann endlich losgehen: So starten wir mit Haydns Trompetenkonzert in Es-Dur, gespielt vom Württembergischen Kammerorchester, und sind gleich von der für einen Alu- Tweeter vergleichsweise sanften, aber durchweg präzisen Hochtonwiedergabe überrascht. Damit aber nicht genug, denn die 890DC weiß auch in Sachen Tiefenstaffelung und Raumabbildung zu überzeugen. So hat es den Anschein, als wäre das riesige Orchester breit vor uns aufgebaut. Während die Trompeter im Vordergrund den Hauptteil der Arbeit übernehmen, sind die begleitenden Trommler deutlich aus dem Hintergrund zu vernehmen. Fast hat man den Eindruck, als spiele der Center hier bereits mit, doch dem ist nicht so, wie wir nach erneuter Prüfung feststellen. Nach dieser beeindruckenden Vorstellung wollen wir nun sehen, wie sich das Paar in tieferen Gefilden schlägt und legen Kraftwerks „Minimum-Maximum“ in den Player. Mit „Die Mensch- Maschine“ geht es dann richtig zur Sache, und nun können die beiden 890er zeigen, wie sauber sie in Hochpegellagen agieren. Aber auch hier bleiben sie erstaunlich gelassen und bringen die gewünschten Klanganteile unverzerrt und unvermindert dynamisch zu Gehör. Die erste Prüfung haben die neuen Ventos also bestanden. Aber wir wären ja nicht die HEIMKINO, wenn nicht noch der harte Mehrkanaltest anstehen würde. Heimkino In „Deathproof“ begibt sich Stuntman Mike auf die Jagd nach neuen Opfern. Der sanfte, aber bestimmende Druck des blubbernden V8-Motors seines 69er-Dodge Chargers macht sich in unserem Hörraum breit und lässt uns mit Spannung auf die nun folgende Szene warten. Innerhalb weniger Sekunden verwandelt sich der behäbig klingende Motor akustisch in eine kreischende Rennmaschine, die durch das nahezu perfekte Zusammenspiel des schwarz-glänzenden 5.1-Systems absolut realitätsgetreu dargestellt wird und uns das Gefühl gibt, neben dem US-Klassiker auf der Straße zu stehen. Ein wichtiger Grund dafür sind sicher die identischen Chassisbestückungen des inzwischen mitspielenden Zweieinhalb-Wege-Centers Vento 855 und der Rearlautsprecher 820, die für die perfekte Surroundreproduktion im gesamten Hörbereich sorgen. Den nötigen Tiefgang verschafft uns der mit einer 310 Millimeter durchmessenden Alumembran und einer sage und schreibe 350 Watt starken Endstufe bestückte Subwoofer AS 850 SC, der genau wie seine Mitstreiter nahezu übergangslos auf das Frontlautsprecher-Duo abgestimmt ist. Besonders interessant ist die hervorragende Detaildarstellung des schönen Sextetts, die die Canton- Ingenieure im Vergleich zu ihren Vorgängern nochmals verbessern konnten. Den Beweis dafür lieferte uns das Set in der akustisch einwandfreien Reproduktion des dritten Kapitels in „House of Flying Daggers“. Fein säuberlich wird jede einzelne der im Raum umherfl iegenden Bohnen getrennt zu Gehör gebracht, egal ob diese auf eine der unzähligen Trommeln oder auf den Boden fallen. Gleichzeitig überzeugt das Set auch hier durch sein souveränes Tieftonverhalten sowie durch seine homogene Surrounddarstellung.

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Fazit

Mit der neuen Vento hat Canton seinen Ankündigungen wieder einmal Taten folgen lassen und ein absolutes Highlight geschaffen. Optisch aufgewertet, perfekt verarbeitet, technisch auf dem neuesten Stand und klanglich über alle Zweifel erhaben präsentieren die Hessen hier ein 5.1-Ensemble der Referenzklasse, das sich sowohl im Stereo- als auch im Mehrkanalbetrieb sehen und hören lassen kann.

Preis: um 6040 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Lautsprecher Surround

Canton Vento - 893

Referenzklasse

4.5 von 5 Sternen

12/2009 - Roman Maier

Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Laborbericht Canton Vento - 893 
Garantie 5 Jahre Lautsprecher, 2 Jahre Subwoofer 
Vertrieb Canton, Weilrod 
Telefon 0 60 83 / 28 70 
Internet www.canton.de 
Messwerte
Ausführungen Schwarz, Silber, Kirsche 
Abmessungen (B / H / T in mm):
Frontlautsprecher 250/1120/355 
Center 525/220/310 
Rearspeaker 220/360/315 
Subwoofer 380/520/510 
Ausstattung
Subwoofer AS 850 SC 
Gewicht 32.5 
Leistung laut Hersteller (in Watt) 350 
Membrandurchmesser (in mm) 310 
Bauart Frontfire 
Prinzip Bassreflex 
Pegel Regler 
Trennfrequenz Regler (45-200 Hz) 
Phasenregulierung Regler (0-180°) 
Hochpegel Eingang / Ausgang Schraubkl. / Schraubkl. 
Niederpegel Eingang / Ausgang Cinch (1) / Cinch (2) 
Frontlautsprecher Vento 890 DC 
Gewicht (in kg) 28.6 
Anschluss Bi-Wire 
Tiefton (in mm) 2 x 200 
Mittelton (in mm) 180 
Hochtonton (in mm) 25 
Bauart Bassreflex 
Rear-/Surroundlautsprecher Vento 820 
Gewicht (in kg) 8.7 
Anschluss Bi-Wire 
Tief- / Mittelton (in mm) 180 
Hochtonton (in mm) 25 
Bauart Bassreflex 
Centerlautsprecher Vento 855 
Gewicht (in kg) 13.4 
Anschluss Bi-Wire 
Tief- / Mittelton (in mm) 180 
Hochtonton (in mm) 25 
Bauart Bassreflex 
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Roman Maier
Autor Roman Maier
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Datum 17.12.2009, 09:37 Uhr
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