Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Klipsch Reference Premiere


Lebende Legenden

Lautsprecher Surround Klipsch Reference Premiere im Test, Bild 1
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Unter den zahlreichen Lautsprechermarken hat Klipsch schon immer eine ganz besondere Rolle gespielt: Mit markantem Design und dem konsequenten Einsatz von horngeladenen Treibern haben Lautsprecher von Klipsch Generationen von Musik-Liebhabern begeistert. Nun steht mit der Reference Premiere das aktuellste Produkt aus dem Hause Klipsch in unserem Hörraum.

Firmengründer, Namensgeber und akustisches Gewissen der 1946 gegründeten Marke Klipsch war der leider im Jahre 2002 verstorbene amerikanische HiFi-Pioneer Paul Wilbur Klipsch. Nicht weniger als 18 Patente gehen auf Paul Klipsch zurück, und sein Name findet sich zusammen mit anderen Technik-Ikonen wie Graham Bell oder Thomas Edison in der „Engineering Hall of Fame“.

Die Klipsch-Tugenden


Seit Firmengründung werden bei Klipsch bis heute vier wesentliche Attribute in der Lautsprecher-Entwicklung konsequent verfolgt: außerordentlich hoher Wirkungsgrad, maximaler Dynamikumfang, linearer Frequenzgang und kontrolliertes Abstrahlverhalten. Für maximale Dynamik und kontrolliertes Abstrahlverhalten eignet sich im Prinzip nur der Einsatz von Hornlautsprechern, und die hat Klipsch seit jeher konsequent in seinen Produkten verwendet und in fast 70 Jahren perfektioniert.

Tractrix-Horn


Die aktuellen Modelle von Klipsch verfügen für den Hochtonbereich über ein speziell geformtes, sogenanntes Tractrix-Horn. Diese vor einen 25-mm- Kalottentreiber gesetzten Hörner erhöhen zum einen den Wirkungsgrad (und somit auch den maximalen Dynamikumfang) des Hochtöners und sorgen zum anderen für ein definiertes Abstrahlverhalten mit einem Winkel von ca. 90° in horizontaler und 90° vertikaler Ebene.

Lautsprecher Surround Klipsch Reference Premiere im Test, Bild 2Lautsprecher Surround Klipsch Reference Premiere im Test, Bild 3Lautsprecher Surround Klipsch Reference Premiere im Test, Bild 4Lautsprecher Surround Klipsch Reference Premiere im Test, Bild 5Lautsprecher Surround Klipsch Reference Premiere im Test, Bild 6
Dies sorgt dafür, dass Schallenergie in erster Linie auf den Hörplatz trifft und nicht (wie bei konventionellen Lautsprechern) zu großen Teilen über Wand-, Boden- und Deckenreflexionen beim Hörer eintrifft. Raumakustische Phänomene werden dadurch effektiv ausgeklammert.

Reference Premiere


Direkt auf den ersten Blick erkennt man: Das ist ein Klipsch-Lautsprecher- Set! Neben den prägnanten Tractrix-Hörnern fallen die für Klipsch typischen, kupferfarbenen Membranen der Lautsprecher ins Auge. Dennoch handelt es sich bei der Reference-Premiere-Serie um eine komplett neu entwickelte Lautsprecher-Linie, die zwar klassische Klipsch-Tugenden aufgreift, jedoch in Form und Design etwas wohnraumtauglicher als ältere Serien daherkommt. Dreh- und Angelpunkt unseres 5.1-Sets sind die größten Standlautsprecher der Serie. Die RP-280F sind mit jeweils zwei mächtigen Tieftönern bestückt, die in einem rund 1 Meter hohen Bassreflexgehäuse arbeiten. Deren 170-mm Membranen bestehen aus einem Keramik-Metall-Verbundstoff, der extreme Steifigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht sicherstellt. Diese Parameter ermöglichen einen weiten, resonanzarmen Wiedergabebereich, denn zusätzlich zu einer satten, tiefen Basswiedergabe müssen diese beiden Treiber bis etwa 1,5 kHz arbeiten. Ab dieser Trennfrequenz setzt das Tractrix-Horn ein und liefert einen praktisch verzerrungsfreien, extrem dynamischen Hochton bis weit über die Hörgrenze. Dieses Vorsatzhorn mit einer exakt berechneten Kontur (Traktrix) sorgt für das von Klipsch gewünschte Abstrahlverhalten von ca. 90° in vertikaler und horizontaler Ausrichtung, Schallenergie wird somit gebündelt und hauptsächlich auf den Hörplatz „gestrahlt“. Für eine tiefe, dynamische Basswiedergabe ist die RP-280F als Bassreflex-Konstruktion ausgelegt, Luft-Strömungsgeräusche aus dem Bassreflexport werden dabei durch eine beidseitig ausgeführte Abrundung des Ports minimiert.

Center und Rear


Für unser 5.1-Set haben wir uns für den größten Center-Speaker der Serie entschieden. Der RP-450C hat daher beachtliche Abmessungen mit einer Breite von knapp 80 Zentimetern, schließlich müssen auch vier 110-mm-Tiefmitteltöner und ein kleineres Tractrix-Horn Platz finden. Freunde der gehobenen Lautstärke und maximaler Dynamik brauchen sich bei dieser „erwachsenen“ Bestückung also kaum Sorgen zu machen. Auch ist bei dieser hochwertigen Treiber-Auswahl eine besonders knackige und packende Dialog-Wiedergabe über den im Heimkino so wichtigen Center-Kanal gegeben. Für den „echten“ Surroundsound wie im Kino sorgen in unserem Klipsch-Set zwei Dipol-Lautsprecher RP-250S. Diese trapezförmigen Lautsprecher sind für eine Wandmontage links und recht neben dem Hörplatz vorgesehen und erzeugen dank doppelter Bestückung mit jeweils einem 110-mm-Tiefmitteltöner und Tractrix-Horn in Dipol-Anordnung für den gewünschten diffusen Surroundsound.

Subwoofer


Unsere beiden Standlautsprecher RP-280F liefern bereits mächtigen Tiefton, daher ist konsequenterweise auch der „große“ Sub der Reference-Premiere-Serie der richtige Spielpartner. Dieser mächtige R-115SW-Aktiv-Woofer mit Kantenlängen von jeweils rund 50 Zentimetern ist mit einem 350-mm-Chassis bestückt, welches neben der typischen Keramik-Metall-Verbundmembran auch über einen extrem starken Magnetantrieb und eine 400 Watt starke Endstufe verfügt. Beim R-115SW hat Klipsch keine Kompromisse gemacht: Viel Membranfläche, jede Menge Gehäusevolumen und reichliche Verstärkerleistung sind beste Voraussetzungen für trockenen, dynamischen und extrem tief reichenden Bass. Der R-115SW verfügt über eine Bassreflexöffnung, die nicht als Rohr, sondern als großflächige Schlitzöffnung auf der Vorderseite ausgeführt wurde – Strömungsgeräusche bei hohen Pegeln sind also nicht zu erwarten.

Labor und Praxis


Unsere Messungen im Akustik-Labor bescheinigen der Reference Premiere tatsächlich einen beachtlich hohen Wirkungsgrad. Durchschnittlich um die 93 dB Schalldruck werden bei 2,8 Volt Klemmenspannung in einem Meter Entfernung erzeugt – sehr beachtlich! Nicht minder beeindruckend ist auch der ausgewogene Frequenzgang der RP-280F, abgesehen von einem leichten Anstieg zu hohen Frequenzen finden sich keine klanglich störende Einbrüche oder gar Peaks. Das Impulsverhalten der RP-280F ist ebenfalls ohne Fehl und Tadel: Alle Chassis und Gehäuse sind praktisch frei von Eigenresonanzen und Nachschwingern. Ein echtes Highlight im Messlabor ist zudem der große Woofer R-115SW: Seine untere Grenzfrequenz liegt bei sagenhaften 15 Hz, und auch bei hohen Pegeln macht dieser Basskünstler nicht „schlapp“. Für den Hörtest in unserem 40 qm großen Referenz-Heimkino haben wir mit der Blu-ray „Expendables 3“ einen echten Action-Knaller ausgesucht – und diesen bringt das Klipsch-Set mit gehörig Energie zu Gehör! Die kurzen, prägnanten Schüsse aus Maschinenpistolen lassen regelrecht zusammenzucken, derart authentisch haben wir das noch nie gehört. Explodierende Granaten versetzen unser gesamtes Kino in Schwingungen und reißen fast vom Sofa, dem Subwoofer R.115SW sei Dank. Mit scheinbar unbegrenzter Energie und zwerchfellerschütterndem Druck im untersten Basskeller schüttelt der Klipsch- Subwoofer Bassimpulse locker und trocken „aus dem Ärmel“. Dazu setzen sich Dialoge im Kampfgetümmel wunderbar klar und deutlich durch, auch spielt das gesamte Set tonal wie aus einem Guss und versetzt den Zuschauer nicht zuletzt dank der Dipol-Strahler RP250S akustisch mitten ins Geschehen – Energie pur!

Fazit

Die neue Reference-Premiere-Serie von Klipsch begeistert klanglich auf der ganzen Linie: Mit keinen anderen Lautsprechern ist eine derart packende Dynamik gepaart mit fast schon audiophilen Klangeigenschaften möglich. Dank modernen Hochleistungs-Treibern und dem hocheffizienten Tractrix-Horn sind die Reference Premiere das aktuelle Ergebnis eines über 60 Jahre lang ausgefeilten Ur-Konzepts von Klipsch und klanglich absolut „up to date“. Trotz ihrer typischen, unverkennbaren Klipsch-Optik ist die neue Reference Premiere sowohl für „echte“ Heimkinos als auch für Wohnraumkinos allererste Wahl, wenn es um impulsiven, packenden und detailreichen Filmsound geht. Das Klipsch-Reference-Premiere-Set ist praktisch eine lebende Legende und aktueller als je zuvor.

Kategorie: Lautsprecher Surround

Produkt: Klipsch Reference Premiere

Preis: um 4150 Euro


5/2015
5.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse
Klipsch Reference Premiere

Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Setpreis 4150 
Einzelpreis Front / Center 1500/750 
Einzelpreis Rear / Subwoofer 900/1000 
Garantie 5 Jahre Lautsprecher / 2 Jahre Subwoofer 
Vertrieb Osiris Audio, Wiesbaden 
Telefon 06122 727600 
Internet www.osirisaudio.de 
Ausstattung
Ausführung Esche Schwarz-Dekor, Kirsche-Dekor 
Subwoofer: R-115SW 
Abmessungen (B x H x T) 495/456/566 
Gewicht in Kg 34.2 
Leistung (max.) laut Hersteller in Watt 400 
Membrandurchmesser (in mm) 1 x 350 
Bauart Bassreflex 
Pegelregler Regler 
Phasenregelung 0° / 180° (Schalter) 
Trennfrequenz 40 - 125 Hz (Regler) 
Hochpegel Eingang/Ausgang Nein / Nein 
Niederpegel Eingang/Ausgang Cinch (2 / –) 
Frontlautsprecher: RP-280F 
Abmessung (B x H x T) 268/1090/1832 
Gewicht (in Kg) 28.3 
Anschluss Bi-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 2 x 170 mm 
Hochton (in mm) 1 x 25 mm Kalotte + Tractrix-Horn 
Bauart Bassreflex 
Rearlautsprecher: RP-250S 
Abmessungen (B x H x T) 305/343/201 
Gewicht (in Kg) 7.1 
Anschluss Single-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 2 x 110 
Hochton (in mm) 2 x 25 mm Kalotte + Tractrix-Horn 
Bauart Dipol 
Centerlautsprecher: RP-450C 
Abmessungen (in mm) (B x H x T) 791/173/368 
Gewicht (in Kg) 16.2 
Anschluss Single-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 4 x 110 mm 
Hochton (in mm) 1 x 25 mm Kalotte + Tractrix-Horn 
Bauart Bassreflex 
Preis/Leistung hervorragend 
+ Tractrix Hochton-Horn 
+ dynamisch und pegelfest 
+ + Dipol-Surroundlautsprecher 
Klasse: Spitzenklasse 
Testurteil: überragend 
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Dipl.-Ing. Michael Voigt
Autor Dipl.-Ing. Michael Voigt
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Datum 01.05.2015, 10:02 Uhr
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Topthema: Lautsprechersysteme
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