Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Sonus Faber Elipsa Auditor


Lebende Legende

Lautsprecher Surround Sonus Faber Elipsa Auditor im Test, Bild 1
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Ein berühmtes Sprichwort heißt: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ und soll heißen, jeder hat seinen eigenen Geschmack. Mit der Elipsa Auditor präsentiert Sonus Faber jetzt allerdings einen Lautsprecher, der wohl jedem Musik- und Heimkinofan gefallen dürfte.

In mitten der italienischen Po-Ebene fi ndet sich das verträumte Städtchen Cremona. Ein Ort, der bereits im 14. und 15. Jahrhundert Berühmtheit erlangte, als die Familien Amati, Guaneri und Stradivari durch ihre Geigenbaukunst zu Weltruhm kamen und ihre Heimatstadt so zum wohl bekanntesten Produktionsort für Violinen und Geigen machten. Die edlen und heute teilweise für mehrere Millionen Euro gehandelten Streichinstrumente waren und sind nicht nur durch ihre emotional bewegende Klangcharakteristik, sondern mindestens ebenso für die geniale Handwerkskunst ihrer Macher berühmt.

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Diesen gelang es, eine Einheit aus Design, Verarbeitung und Klangqualität zu erschaffen, die an Perfektion kaum zu übertreffen war. Begeistert von der Faszination, die diese Instrumente umgab, entschied sich der Musikfreund Franco Serblin im Jahre 1980, Schallwandler mit dem gleichen Anspruch zu bauen, wie es die drei italienischen Geigenbauer vor Jahrhunderten bei der Erschaffung ihrer Streichinstrumente getan hatten. Wie ernst Franco Serblin an die Sache heranging, wird spätestens klar, wenn man den sorgfältig gewählten Firmennamen Sonus Faber ins Deutsche mit „Klangmacher“ übersetzt oder einmal einen Blick in die Produkthistorie der heute weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannten Lautsprechermarke wirft. Hier finden sich klangvolle Namen wie eine Guaneri Memento, eine Amati Anniversario, eine Stradivari Homage, oder auch die nach der Heimatstadt der berühmten Geigenbauer benannte Cremona-Serie. Jüngst erhielt diese mit Testsiegen überhäufte Linie mit der Elipsa Auditor ein weiteres Familienmitglied. Kein Wunder, dass wir das „neue Kind“ der italienischen Kunstwerker haben mussten, um sie in einer Deutschland-Premiere einem Mehrkanaltest zu unterziehen.

Gehäuse

Hinsichtlich Optik haben sich klassische Lautsprecher in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Waren es vor zwanzig Jahren zumeist unschöne Kisten in typischer Rechteckform, achten die Entwickler heute immer mehr auf runde Gehäuseformen oder flache, zu Plasmabildschirmen passende Schallwandler, die unauffällig im Wohnraum untergebracht werden können. Die Designer und Ingenieure von Sonus Faber gehen allerdings anders an die Sache heran. Ein Sonus-Faber- Lautsprecher ist selbstbewusst, schön und soll gesehen werden. Edles Holz, schicke Lederapplikationen sowie die außerordentliche Verarbeitung sind auch Argumente, die dafür sprechen, einen solchen Lautsprecher wie ein schickes Möbelstück zu präsentieren. Ihrer Philosophie folgend ist es den italienischen Ingenieuren bei der Entwicklung der Elipsa Auditor einmal mehr gelungen, einen völlig neuen Lautsprecher zu entwickeln, der keineswegs abstrakte Formen aufweist, sich aber dennoch deutlich von fast allen Mitstreitern am Boxenmarkt unterscheidet. So ist die Elipsa Auditor mit einem breiten und dafür nicht allzu tiefen Gehäuse ausgestattet. Ein Blick auf die elliptische Grundform macht dann auch schnell deutlich, woher der ungewöhnliche Name dieser schicken Box stammt. Interessant und gleichzeitig ungewöhnlich sind die leichten Kurven in den schwarzen Seitenteilen, die wie eine Taille wirken und der Elipsa Auditor weibliche Formen verleihen. Und wie es sich für einen echten Sonus-Faber-Lautsprecher gehört, entsteht auch diese Box komplett in Handarbeit.

Ausstattung

Optisch eher zurückhaltend gibt sich die Zwei-Wege-Technikabteilung der Elipsa Auditor, die wir in diesem Set gleich viermal fi nden. So verrichten sowohl der hochwertige Hochtöner als auch das 150 Millimeter messende Tiefmitteltonchassis ihre Arbeit in der lederumfassten Schallwand der rund 34 Zentimeter hohen Regalbox. Während die Italiener im Hochtonbereich auf einen dynamischen 25-Millimeter-Ringradiator zurückgriffen, setzten sie für die Reproduktion aller Frequenzen unterhalb 2.500 Hertz auf einen in Fachkreisen hochgeschätzten ScanSpeak- Tiefmitteltontreiber. Selbst das rückseitig angebrachte Terminal fügt sich perfekt ins Gesamtbild des Lautsprechers ein, ist es doch schlicht und gleichzeitig edel gehalten. Besonders schön sind hier die goldenen Anschlussklemmen, die mit einer Art Flügelschraube bestückt sind. Diese nehmen selbst stärkere Lautsprecherkabel auf. Sollen Bananas die Verbindung zum Verstärker herstellen, müssen zuerst die eingesteckten Plastikstopfen entfernt werden. Aufgrund des gerade einmal 17 Zentimeter tiefen Gehäuses befi ndet sich die aus streng selektierten Bauteilen bestehende Frequenzweiche direkt zwischen Tiefmitteltöner und Anschlussmodul, was kürzeste Signalwege gewährleistet. Ähnlich ist auch der zu diesem Set gewählte Center namens Center Domus ausgestattet, der sogar über eine Drei-Wege-Konstruktion verfügt. Hier nehmen zwei 150 Millimeter durchmessende Tieftöner das Mittel-Hochtonduo in die Mitte. Dieses besteht wiederum aus einem 80er Mitteltöner und einem direkt darüber befindlichen 19-Millimeter-Ringradiator. Die beiden in der Schallwand untergebrachten Bassreflexports erlauben die flexible Installation in einem Rack oder auf einem Regal.

Bassunterstützung

... erhielt das Quintett in unserem Test durch gleich zwei üppig bestückte und extrem leistungsstarke Subwoofer aus dem Hause Velodyne, auf die wir besonders gespannt waren. Das hat auch seinen Grund, denn das gerade einmal zwölf Liter fassende Gehäuse des MicroVee genannten „Giftzwerges“ ist mit drei Tieftonchassis bestückt. Während die zwei in den Seitenwänden untergebrachten Treiber als Passivradiatoren dienen und eine Bassrefl exöffnung ersetzen, sitzt das aktiv betriebene 160-Millimeter- Chassis in der Front des Basswürfels. Seine Befehle erhält der Subwoofer von der sage und schreibe 1.200 Watt starken Digitalendstufe, die sich direkt rückseitig des Anschlussterminals befindet. Und auch hier haben die amerikanischen Subwoofer-Spezialisten von Velodyne nicht gespart. Neben den üblichen Reglern zu Lautstärke- und Trennfrequenzjustierung erlaubt ein kleiner Kippschalter die Umgehung der eingebauten Frequenzweiche. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn der Besitzer über ein externes Weichenmodul oder ein Einmesssystem à la Velodyne SMS-1 verfügt. Soundcheck Fließendes Magma umgibt das Schloss, in dem Shrek und sein tapferer vierbeiniger Begleiter die entführte Prinzessin zu finden hoffen. Schon während die beiden ungleichen Gesellen die hölzerne Hängebrücke überqueren, schafft es das Septett, uns in seinen Bann zu ziehen. Möglich wird dies zunächst durch die lebendige und somit realitätsgetreue Darstellung der bedrohlich knackenden Holzbretter der offensichtlich morschen Brücke, unter welcher die blubbernde Lava auf Opfer zu warten scheint. Nachdem beide dieses Hindernis unverletzt überstehen, zeigt uns das hier eingesetzte Lautsprecherset, dass es auch in der Lage, ist ruhigere Passagen beeindruckend wiederzugeben. Mittlerweile befinden wir uns im Schloss, in dem eine unbehaglich kalte, nachhallende Atmosphäre vorherrscht, die sich aufgrund der hervorragenden Detailreproduktion der italienischen Schallwandler auch in unserem Hörraum breit macht. Noch bevor wir uns aber entspannen können, wird die unheimliche Stille durch die Flucht des Esels vor dem ihn verfolgenden Drachen unterbrochen. Und jetzt können auch die beiden Subwoofer zeigen, was in ihnen steckt. Druckvoll, gleichzeitig präzise und trotz der hohen Lautstärke relativ gelassen, stellen diese das Furcht einflössende Stampfen des riesigen Reptils dar. Obwohl der Testraum zu beben scheint, hat man nie das Gefühl, vom Bass erdrückt zu werden. Ähnliches erfahren wir in der mehrkanaligen Musikreproduktion, der wir uns im Anschluss widmen. Hier ist es die DVDAudio- Aufnahme „The Chelsea Hotel“ des Graham Nash-Longplayers „Songs for Survivors“, die durchweg beeindruckt. Während die beiden Bassmeister gewollt agil und extrem tiefgründig zu Werke gehen, drängen sie sich auch hier nicht in den Vordergrund. Im Gegenteil, denn die weiterhin dominierenden Gitarrenklänge sowie die druckvolle Bassunterstützung kreieren ein Klangbild, das vor allem Fans audiophiler Klänge Freude bereiten sollte.

Fazit

Kurz gesagt hat die Elipsa Auditor alles, was sie zu einer Legende machen könnte. Verarbeitung und Ausstattung auf höchstem Niveau, die absolut zeitlose Optik sowie die leidenschaftliche und souveräne Reproduktion zwei- und mehrkanaliger Klänge machen aus diesem Schallwandler einen echten Tausendasassa. Wer also Ausschau nach schicken „Möbelstücken“ fürs Wohnzimmer hält, die auch für mitreißen den Sound im Musik- wie Heimkinobetrieb sorgen, sollte sich dieses Set unbedingt beim Fachhändler seines Vertrauens vorführen lassen.

Preis: um 10600 Euro

Lautsprecher Surround

Sonus Faber Elipsa Auditor

Referenzklasse


10/2009 - Roman Maier

 
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Roman Maier
Autor Roman Maier
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Datum 22.10.2009, 12:17 Uhr
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