Kategorie: Lautsprecherbausätze

Power-Monitor mit SB Audience Bass und Wavecor-Hochtöner


Kraft und Klang

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Powercor Light im Test, Bild 1
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Gutes noch besser machen ist eigentlich immer drin – solange wir von „cost no object“ sprechen: Aber etwas Gutes günstiger machen, ohne nennenswert Qualität zu opfern, das ist eine Kunst.

Powercor Home und Powercor Professional hießen die zwei Varianten eines kräftigen Power-Monitors, die wir in Kooperation mit dem Lautsprechershop entwickelt haben – ein wirkungsgradstarker und ein etwas basskräftigerer Lautsprecher mit ordentlich Dynamik. Der Wermutstropfen war dabei ein bisschen der Preis des Tieftöners, der zwar technisch und klanglich jeden Cent wert ist – aber 550 Euro sind bei einem Hochtöner für rund 130 Euro außerhalb der vernünftigen Relation. Beim Griff ins Regal wurden die Mannen vom Lautsprechershop aber fündig: Der Tieftonbereich kann durchaus auch für 80 Euro adäquat bestückt werden.  

Technik


Den Tieftonbereich beackert ein 25-Zentimeter- Chassis von SB Audience. Der BIANCO 10MW200 ist ein echter Tiefmitteltöner, der, fast schon untypisch für ein Profi -Chassis seiner Größe, in der Lage ist, echten Bass zu erzeugen und gleichzeitig einen linearen Frequenzgang bis in den Mitteltonbereich hinein zu bieten.

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Angenehmste Eigenschaft des Treibers: Er kostet bei aller Leistungsfähigkeit deutlich unter 100 Euro und liegt damit doch deutlich unter dem Wavecor-Treiber der originalen Powercor-Bestückung. Dafür bekommt man eben nur einen Stahlblechkorb, der aber mehr als ausreichend stabil ist für die hier gezeigte Hifi - Anwendung. Standesgemäß hat das Chassis einen kräftigen Ferritmagneten und damit jede Menge Antrieb für die leichte Papiermembran, die mit einer getränkten Gewebesicke aufgehängt ist. Der Frequenzgang des Sb Audience ist mehr als brauchbar: Bis knapp unter zwei Kilohertz perfekt glatt, darüber gibt es ein paar gut gedämpfte Resonanzen. Damit ist er perfekt geeignet für die Kombination mit einem kleinen Horn. Resonanzen und Klirr spielen keine Rolle. Der Wirkungsgrad ist beeindruckend hoch - und mit einer entsprechenden Abstimmung hat man die Wahl zwischen knackigen 50 Hertz aus 20 Litern oder immerhin 40 Hertz aus 30 Litern Bassreflex.  

Die bekannte TW30WA11 von Wavecor übernimmt den Hochtonpart. Hier wurden alle Register gezogen, um eine möglichst tiefe Trennfrequenz zum Tiefmitteltöner zu erzielen: Ein genau berechneter Waveguide sorgt für Pegelreserven an der unteren Grenze des Einsatzbereichs, während ein großzügig dimensioniertes Koppelvolumen die Resonanzfrequenz auf atemberaubende 400 Hertz senkt. Nun, so tief lädt der kompakte Waveguide nicht – wir würden ihm eher einen Funktionsbereich bis knapp unter zwei Kilohertz zubilligen, darunter sinkt der Pegel schon wieder – mit dieser sanften Flanke kann man aber arbeiten, wenn es um die Trennung zum Mitteltöner geht. Der Wirkungsgrad ist enorm – der Hochtöner erreicht in der von uns getesteten 4-Ohm-Variante 95dB/2,83V. Und das tut er nicht nur punktuell, wie wir das von anderen Kalotten mit Schallführung kennen, sondern sehr breitbandig – der Schalldruckpegel erreicht bei 5kHz die 95dB-Marke, um dann nach oben und unten in seinem gesamten Einsatzbereich sanft auf 93dB abzufallen. In Sachen Rundstrahlverhalten sieht es ebenfalls sehr gut aus – eine große Kalotte bündelt natürlich unter 30 Grad schon etwas stärker.  

Gehäuse


Netto 40 Liter lassen erst einmal an eine Standbox denken, aber das relativiert sich schnell, wenn man einen 25-Zentimeter- Bass unterbringen muss, der gerne noch ein bisschen Schallwandbreite sehen möchte, dann sind nämlich 40 Liter auf einmal doch gar nicht so viel.

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Das große Reflexrohr strahlt nach hinten ab und profitiert deswegen besonders von Wandnähe
Außer einem Versteifungsbrettchen sind keine Besonderheiten zu sehen – die Innenwände werden mit Bondum ausgekleidet, eine Matte Sonofil bedämpft zusätzlich das durch eine Versteifungsmatrix etwas abgeteilte Fach hinter dem Hochtöner. Das Reflexrohr, ein HP100 bleibt ungekürzt.  

Frequenzweiche


Die Filterung sieht hier natürlich etwas anders aus als bei der ursprünglichen Powercor. Der SB Audience-Bass wird mit einem Filter zweiter Ordnung recht tief getrennt, die Membranresonanz auf der Flanke mit einem Saugkreis enzterrt. Analog dazu gibt es auch für den Hochtöner ein Filter zweiter Ordnung und einen Vorwiderstand, der zur Anhebung des Hochtonbereichs mit einem Kondensator gebrückt wird.  

Messungen


Wie in der alten Variante „Professional“ gibt durch den hohen Wirkungsgrad von über 90 Dezibel keinen extremen Tiefbass, aber die Abstimmung ist so gewählt, dass bei normaler bis wandnaher Aufstellung eine solide und dynamische Basswiedergabe gegeben ist. In Sachen Klirr ist die Powercor Light wie erwartet souverän. Auch das Wasserfalldiagramm zeigt keine Probleme. Der Impedanzverlauf ist typisch für eine Zwei-Wege-Konstruktion. Es gibt eine leichte Aufweitung wegen des speziellen Abstrahlverhaltens der Kalotte: Bei zwei Kilohertz strahlt nämlich der Hochtöner am breitesten ab – der Effekt ist nicht dramatisch, nur sollte der Hörraum nicht nur schallharte Begrenzungsflächen haben. Der Frequenzgang ist dafür auf Achse sehr linear.  

Klang


Mit dem neuen, günstigen Tieftöner verliert die Powercor vielleicht das letzte Quäntchen Feindynamik im Mitteltonbereich – hier ist der Wavecor- Tieftöner ganz in seinem Element, hat aber ansonsten alle Tugenden, die schon die Powercor mit sich brachte: Hohe Belastbarkeit und Tieftondynamik und dadurch eine mitreißende Spielweise. Auch hier profitiert die Box von einer wandnahen Aufstellung, die den Tiefbass etwas unterstützt, dann aber bleibt kein Auge trocken: Bis hin zum Partypegel hat die Powercor light alles im Griff und musiziert auch bei hohen Pegeln unverzerrt und auf einem sehr hohen Niveau.   

 

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Powercor Light im Test, Bild 5
Bauplan

Aufbauanleitung


Der Zusammenbau erfolgt auf der Seitenwand der Box, auf der Rückwand, Deckel, Boden und Versteifung aufgeklebt werden. Die zweite Seitenwand kommt im nächsten Schritt. Die Schallwand verschließt die Box. Anschließend werden die Chassis eingefräst Dann werden die Löcher für das Terminal und das Reflexrohr HP100 (in voller Lange) gebohrt, bevor die Endmontage von Dämpfung und Weiche mit Verkabelung erfolgt. Die angegebenen Maße für die Bretter sind für eine Verleimung auf Stoß ausgelegt, nicht auf Gehrung, wie im Bauplan abgebildet.   

Weichenbestückung


L1: 4,7 mH H-Kern-Spule 1,4 mm
L2: 0,68 mH Luftspule, 0,7 mm
L3: 0,47 mH Luftspule, 0,7 mm
C1: 4,7 µF MKT
C2: 3,3 µF MKT
C3: 12 µF MKP
C4: 4,7 µF MKP
R1: 2,2 Ohm MOX 20
R2: 2,2 Ohm MOX 20
Limp: 1,0 mH Luftspule 1,0 mm
Cimp: 47 µF MKT
Rimp: 6,8 Ohm MOX20  


Holzliste Material:


25 mm MDF

1 x 45,0 x 30,0 cm Frontwand


Material: 19 mm MDF

1 x 41,2 x 26,2 cm Rückwand
2 x 37,5 x 45,0 cm Seitenwände
2 x 37,5 x 26,2 cm Deckel, Boden
1 x 26,2 x 10,0 cm Versteifung   


Zubehör pro Box


 Terminal
 Bondum-Matten
 Sonofil
 Schrauben
 Schaumstoffdichtstreifen für die Lautsprecher
 Kabel
 1 Reflexrohr HP100


Lieferant: Lautsprechershop 

Fazit

Die Powercor Light bietet zu einem günstigen Preis alle Qualitäten eines klangstarken Power-Monitors.

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Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Lautsprechershop Powercor Light

Stückpreis: um 307 Euro

4/2023

Die Powercor Light bietet zu einem günstigen Preis alle Qualitäten eines klangstarken Power-Monitors.

Lautsprechershop Powercor Light

4/2023

Lautsprechershop Powercor Light
KLANG-TIPP
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Wavecor, SB Audience 
Vertrieb: Lautsprechershop Daniel Gattig GmbH 
Internet www.lautsprechershop.de 
Konstruktion: Daniel Gattig, Dennis Frank 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1x SB Audience 10MW200 1x Wavecor TW030WA11 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 92 dB 
B x H x T (in cm) 30 x 45 x 30 cm 
Kosten pro Stück: 307 Euro / 399 Euro (High-End-Variante) / 23,20 (Impedanzlinearisierung) 
Technische Daten
Chassis Wavecor TW030WA11 
Hersteller: Wavecor 
Bezugsquelle Lautsprechershop Daniel Gattig GmbH 
Unverb. Paarpreis 134,20 Euro 
Chassisparameter K+T-Messung
Z (in Ohm):
Fs (in Hz) 402 
Re (in Ohm) 3.6 
Rms (in Kg/s) Nein 
Qms 1,87 
Qes 1,23 
Qts 0,74 
Cms (in mm/N) Nein 
Mms (in gr) Nein 
BxL (in Tm) Nein 
VAS (in Liter) Nein 
LE (in mH) Nein 
SD (in cm²) Nein 
Ausstattung
Frontplatte Kunststoff 
Membran: Gewebe 
Magnetsystem: Ferrit 
Sonstiges: Waveguide 
Außendurchmesser (in mm): 115 
Einbaudurchmesser (in mm): 94 
Einbautiefe (in mm): 57 
Frontplattendicke 4,5 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 12.04.2023, 09:56 Uhr
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Topthema: Feurig
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High-End-Standbox mit ESS AMT

Mit diesen Chassis wollte ich schon immer mal etwas bauen. Dass ich sie allerdings jemals zusammen in einer Box haben würde, hätte ich dann doch wieder nicht erwartet – dass das Ganze so gut werden würde, dann schon eher.

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