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Kategorie: Lautsprecherbausätze

Einzeltest: Lautsprechershop Strassacker Brachium


Preiswerte High End Standbox

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 1
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Wenn uns die Beschäftigung mit Musikwiedergabe und Lautsprechern eines lehrt, dann die Erfahrung, dass man immer die Raumakustik mit auf dem Schirm haben muss – und dass am besten nicht erst beim Aufstellen eines Lautsprechers, sondern schon beim Bau

Die „Brachium“ vom Lautsprechershop ist ein gutes Beispiel, wie man zwei akustische Fliegen mit einer Klappe schlägt: Eine große Standbox mit Voll- D´Appolito-Aufbau und geschlossenem Gehäuse, die zum einen ein vertikal absolut symmetrisches Abstrahlverhalten zeigt, zum anderen deutlich weniger Probleme im Bassbereich erzeugt als Reflexboxen und bei cleverer Aufstellung mindestens dasselbe leistet.  

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Technik


Im Bass spielen zwei Wavecor-Treiber vom Typ SW215 – preislich verhältnismäßig günstig und wirklich als reiner Spezialist für die ganz tiefen Töne konzipiert. Es gibt einen Stahlblechkorb als kostensenkende Maßnahme. Vom Parametersatz her ist der Wavecor mit seiner etwas höheren Einbaugüte und einem größeren Äquivalentvolumen für größere Gehäuse gedacht, kann dann aber auch bei einer entsprechenden Abstimmung bis in die 20-Hertz-Region vorstoßen – die niedrige Resonanzfrequenz macht es möglich. In Sachen Frequenzgang gibt es das gewohnte Bild: Die breite Sicke verhindert einen wirklich ausgewogenen Schalldruckverlauf. Auch wenn es hier nicht so dramatisch aussieht: Bei etwas über 500 Hertz ist auch beim Wavecor Schluss – bei einem knappen Kilohertz gibt es eine lange nachschwingende Resonanz. Unterhalb der Grenze ist aber alles im grünen Bereich – interessanter Weise sind die gemessenen Klirrwerte für 85dB und 95dB fast identisch, so dass wir dem Wavecor ein gutes Zeugnis für seine Belastbarkeit ausstellen können. Wirkungsgrad und Hubfähigkeit sind auch in Ordnung, so dass man den SW215 sowohl in geschlossenen Gehäusen mit Tiefton-Equalizing oder in etwas größeren Bassreflex-Konstruktionen einsetzen kann. . Oberhalb der Bassabteilung arbeiten zwei 18-Zentimeter-Wavecor-Treiber aus der Exclusive-Serie. Der WF182CU13 hat eine Papiermembran und im Gegensatz zum Tieftöner einen Phase Plug, der das Abstrahlverhalten des Treibers optimiert. Der Treiber ist zu beeindruckend tiefen unteren Grenzfrequenzen fähig, bearbeitet hier aber „nur“ den Mitteltonbereich.

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 2Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 3Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 4Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 5Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 6Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 7Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 8Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 9Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 10Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 11Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 12Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 13Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 14Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 15Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Strassacker Brachium im Test, Bild 16
Mit der TW030WA14 haben wir die 8-Ohm-Variante der beliebten 30-Millimeter- Kalotte mit kleiner Frontplatte, Koppelvolumen und Neodym-Magnet ausgesucht. Damit handelt es sich wohl um einer de kompaktesten großen Kalotte auf dem Markt – immer interessant für schwierige Einbausituationen und dort, wo es um einen möglichst geringen Abstand zwischen Treibern ankommt. Ein aufgesetzter Kühlkörper hält das Antriebssystem auf bei höheren Dauerbelastungen auf Temperatur. Das Koppelvolumen senkt die Resonanzfrequenz auf rund 800 Hertz, womit die Faustregel besagt, dass die Kalotte ab etwa 1500 Hertz eingesetzt werden kann. Dies deckt sich auch mit unseren Klirrmessungen, die ansonsten die absolute Fehlerfreiheit der Kalotte dokumentieren, was das Wasserfalldiagramm nur bestätigen kann. Atemberaubend linear breitbandig ist der Frequenzgangverlauf der großen Kalotte, die auf Achse bis über 30 Kilohertz den vollen Schalldruckpegel von immerhin 92dB halten kann und sogar unter einem Messwinkel von 15 Grad bis 20 Kilohertz dabei ist. Weiter aus der Achse heraus fällt der Schalldruck dann natürlich etwas früher ab.  

Gehäuse


Das Gehäuse ist in mehrere Kammern unterteilt, deren größte natürlich den beiden Subwoofern zur Verfügung steht. Die beiden Mitteltöner haben entsprechend nur ein kleines Volumen, das direkt hinter der Frontplatte liegt. Wegen des recht geringen Volumenbedarfs der beiden SW215 konnte eine separate Kammer für die Frequenzweiche oder ein Aktivmodul ausgewiesen werden. High-Ender füllen dieses Volumen mit Sand und erhalten eine nicht mehr transportable Box, die aber resonanzfrei steht.  

Frequenzweiche


Die Drei-Wege-Box hat eine verhältnismäßig einfache Frequenzweiche bekommen: Die beiden Subwoofer werden mit einer großen Spule und einem entsprechenden Parallelkondensator mit einem 12dB-Tiefpass getrennt. Gespiegelt dazu erhalten die beiden Mitteltöner einen ebensolchen Hochpassfilter. Vor dem Tiefpass zum Hochtöner haben die Entwickler einen 2,2-Ohm- Vorwiderstand zur Pegelanpassung eingebaut. Das Filter zum Hochtöner hin hat wegen des ansteigenden Pegels und der Membranresonanz 18dB Flankensteilheit. Der Hochtöner kommt dagegen mit einem Hochpassfilter zweiter Ordnung aus. Wegen des hohen Gesamtpegels der Box muss sein Pegel nicht einmal abgesenkt werden.  

Messungen


Zunächst einmal fällt der immense Pegel der Brachium auf: Gut 90 Dezibel sind für eine konventionelle Standbox schon eine echte Ansage! Der im Freifeld gemessene Bass aus dem geschlossenen Gehäuse wirkt auf den ersten Blick dagegen nicht beeindruckend, wird aber durch den flachen Abfall zu den tiefen Frequenzen hin schon durch den Boden kompensiert – in Wandnähe ist dann eine dynamische und wirklich abgrundtiefe Performance zu erwarten. Das Rundstrahlverhalten ist gut, wenn auch der Übergang zwischen Mittelton und Hochton zu einer leichten Aufweitung im Abstrahlverhalten führt. Das Klirrverhalten ist natürlich bei dem gebotenen Grundwirkungsgrad exzellent: Die Chassis müssen auch für hohe Pegel kaum arbeiten und danken es mit einer entspannten Performance auch bei hohen Pegeln. Das Wasserfalldiagramm ist ebenso fehlerfrei. Der Impedanzverlauf führt entlang der 4-Ohm-Marke – Besitzer von Röhrenverstärkern dürfen sich über die optionale Impedanzlinearisierung für den Mitteltonbereich freuen.  

Klang


Die Brachium ist, anders als der Name lautlich suggeriert, keine spektakuläre Box, die den Zuhörer gleich einmal anspringt. Die wahre Qualität des Bausatzes erschließt sich erst nach längerem Hören, wenn man beispielsweise feststellt, dass die abgrundtiefen Bässe auf den frühen Moby-Alben „Play“ und „18“ in voller Pracht und Tiefe wiedergegeben werden, und das ganz ohne Dröhnen und unangenehmem Druck auf den Ohren. Überhaupt ist die Anregung von Raummoden hier wesentlich leichter in den Griff zu bekommen. Dynamisch ist dank der beiden 21er im Bass genug Potential auch für laute Hörsessions in größeren Räumen. Der Mitteltonbereich hat ebenfalls genügend dynamische Reserven, ist doch hier die zur Verfügung stehende Membranfläche ebenfalls ziemlich groß: Vor allem Stimmen und die Grundtöne von Naturinstrumenten werden sehr authentisch wiedergegeben. Gerade in alten Blue-Note-Aufnahmen wie „Kind of Blue“ von Miles Davis kann der Hörer wunderbar schwelgen und sich dabei gleichzeitig der hervorragend umgesetzten räumlichen Abbildung erfreuen. Und die sehr breitbandig eingesetzte Hochtonkalotte fügt sich in dieses sehr entspannte, sehr harmonische Klangbild perfekt ein. Und dieses harmonische Miteinander der Chassis bleibt bis zu wahrlich beeindruckenden Lautstärken erhalten. Für den eingesetzten Materialaufwand von knapp 1000 Euro pro Stück erhält man mit der Brachium einen Lautsprecher für den Musikfreund, der ankommen möchte. Nicht der schnelle, beeindruckende Konsum von Musik steht hier im Vordergrund, sondern der langfristige und nachhaltige Genuss.  

Aufbauanleitung:


Die Box wird auf der Seitenwand aufgebaut, auf der Deckel, Boden und die Rückwand aufgeleimt werden. Dann werden die Kammern und die Versteifungen eingeleimt. An dieser Stelle sollte man sich um die Kabeldurchführungen kümmern. Nach dem Verschießen der Box mit der zweiten Seitenwand und der Schallwand werden die Chassis eingefräst. Das Bondum bedeckt die Wände des Mitteltonabteils, dazu kommt eine halbe Matte Sonofil. Die restlichen Matten werden im Bassabteil verteilt.

Zubehör pro Box:


 Dammmatten Bondum 800
 Dammmaterial Sonofil
 Dichtband
 Polklemmen PK28 vergoldet, rot+schwarz
 Lautsprecherkabel 2x1,5 mm2, silber
 Schrauben

 Lieferant: Lautsprechershop

Fazit

Preiswerter und sehr entspannter Lautsprecher für lange Musikabende, die auch gerne einmal laut werden dürfen

Preis: um 1212 Euro

Lautsprecherbausätze

Lautsprechershop Strassacker Brachium


-

Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Wavecor 
Vertrieb: Lautsprechershop Strassacker 
Internet www.lautsprechershop.de 
Konstruktion: Daniel Gattig, Dennis Frank 
Funktionsprinzip: Geschlossen 
Bestückung: 1x Wavecor TW030WA14, 2x Wavecor WF182CU13, 2x Wavecor SW215WA01 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 91 Dezibel 
B x H x T (in cm) 32/140/40 
Kosten pro Stück: 959 Euro, 1212 Euro (High-End-Version), 14,80 Euro (Impedanzlinearisierung) 
Technische Daten Wavecor SW215WA01 
Hersteller: Wavecor 
Bezugsquelle Lautsprechershop, Karlsruhe 
Unverb. Stückpreis 99 Euro 
Chassisparameter K+T-Messung
Z (in Ohm):
Z 1kHz (in Ohm): 7,4 
Z 10kHz (in Ohm): 33,8 
Fs (in Hz) 43.4 
Re (in Ohm) 2,7 
Rms (in Kg/s) 2.14 
Qms 4.75 
Qes 0,39 
Qts 0,36 
Cms (in mm/N) 0.36 
Mms (in gr) 37 
BxL (in Tm) 8,4 
VAS (in Liter) 7.6 
LE (in mH) 0,82 
SD (in cm²) 123 
Ausstattung
Korb: Stahlblech 
Membran: Papier 
Dustcap: Papier 
Sicke: Gummi 
Schwingspulenträger: Fiberglas 
Schwingspule (in mm): 38 mm 
Xmax p-p: +-10 mm 
Magnetsystem: Ferrit 
Polkernbohrung: ja 
Sonstiges: Nein 
Außendurchmesser (in mm) 215 
Einbaudurchmesser (in mm) 187 
Einbautiefe (in mm) 104 
Magnetdurchmesser (in mm)
Korbranddicke (in mm)
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 30.11.2021, 09:58 Uhr
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Interessante Links:
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