Kategorie: Lautsprecherbausätze

Einzeltest: Monacor Leserprojekt „Olution“


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Lautsprecherbausätze Monacor Leserprojekt „Olution“ im Test, Bild 1
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Gewiss, eine voluminöse Standbox mit zwei Zehnzöllern ist nicht unbedingt die modernste Art, Lautsprecher zu bauen, aber sicher eine wenig kompromissbehaftete. Genau das Richtige für dieses Magazin!

Die Konstrukteure dieses Lautsprechers sind in der Szene keine gänzlich Unbekannten: Bernd Bieg und Florian Englerth sind langjährig erprobte Selbermacher, deren Tätigkeitsfeld sich keineswegs nur auf Lautsprecher beschränkt: Als langjährige Frickelfest-Teilnehmer haben sie schon mit wunderschönen Plattenspielern, innovativen Röhrenverstärkern und anderen Leckereien für Aufsehen gesorgt. Das Lautsprecherprojekt „Olution“ ist ein Wunschkind der beiden, das in Absprache mit der KLANG+TON entstanden ist; Entwicklung und Ausführung lagen komplett in der Hand der beiden Herren. Was man nicht zuletzt an der makellosen Schreinerabeit und dem exquisiten Finish erkennen kann.

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Die Box orientiert sich ein bisschen an den großen Focal-Selbstbaulautsprechern der Achtziger- und Neunzigerjahre, als Namensvetter fungierte das damalige Topmodell „Solution“. Die Ähnlichkeiten erstrecken sich allerdings auf die Bestückung: zwei Zehnzöller im Bassreflexgehäuse, ein großer Mitteltöner, eine Hochtonkalotte. 

Treiber


Die Konstrukteure entschieden sich für Treiber aus dem Monacor-Sortiment. Die Bässe namens SPH-250CTC sind mit einer Doppelschwingspule ausgestattet und verschieben Luft mit einer Kohlefasermembran. Sie sind relativ laut, verfügen über eine niedrige Resonanzfrequenz (um 20 Hz), eine recht schwere Membran (70 Gramm), eine geringe Gesamtgüte (um 0,25) und ein hohes Äquivalentvolumen (220 l). Ein Parametersatz, wie man ihn heute kaum mehr sieht – kein Wunder, der Treiber ist seit Jahrzehnten im Monacor-Programm. Das gilt in mindestens gleichem Maße für den Mitteltöner SPH-165KEP mit seiner charakteristisch gelben Kevlarmembran – eine weitere Referenz an die Focal Solution, die im Mitteltonbereich ebenfalls mit Kevlar bestückt war. Mit einer Resonanzfrequenz von 30 Hertz ist der Treiber absolut basstauglich, hier braucht er das jedoch nicht. Vorteile sind die hohe lineare Auslenkung und ein ansonsten praxistauglicher Parametersatz. Bleibt die Hochtonkalotte: Die DT-350NF ist eine bewährte Kraft mit Einzoll-Metallmembran, niedriger Resonanzfrequenz und ordentlich Schalldruck. 

Gehäuse


Das Gehäuse umhüllt 123 Liter Wohnzimmerluft, wovon der Löwenanteil naturgemäß an die Bassbehausung fällt; der Mitteltöner verfügt über ein eigenes geschlossenes Abteil. Die Box besteht aus 25 Millimeter starkem Buchenmultiplex, sicherlich mit das Beste, was man zum Boxenbau verwenden kann. An den senkrechten Kanten der Front gibt´s eine 45-Grad-Fase, was Optik und Abstrahlverhalten gut tut. 

Frequenzweiche


Bei der Frequenzweiche stand eine initiale Simulation mit Boxsim Pate, das sieht man der Topologie des Ergebnisses an. Die Trennung zwischen Bass und Mitteltonbereich liegt bei rund 150 Hertz. Die Schwingspulen der Bässe sind in Reihe geschaltet, beide Treiber arbeiten parallel. Deren Trennung arbeitet mit einem Filter zweiter Ordnung (L1, C1), das per Widerstand (R1) ein wenig eingebremst wird. Der Saugkreis C2, R2, L2 linearisiert die Impedanzspitze. Der Mitteltöner wird ebenfalls mit zwei Filtern zweiter Ordnung gefiltert. Den Tiefpass bilden L3 und C4, den Hochpass C3 und L4, abermals mit R3 „entschärft“. C5 und R4 begrenzen den induktiven Anstieg der Treiberimpedanz. Beim Hochtöner (bei gut zwei Kilohertz getrennt) geht´s lehrbuchmäßig zu: ein Hochpass dritter Ordnung (C6, C7, L5) besorgt die Filterung, ein vorgeschalteter Widerstand (R5) begrenzt den Pegel. 

Messungen


Der Frequenzgang der Olution verläuft weitgehend ausgewogen, einzig der Mitteltöner erlaubt sich im Bereich 1–1,5 Kilohertz ein paar Ungereimtheiten. Im Bass geht´s runter bis 35 Hertz, das Abstrahlverhalten sieht gut aus – der auf Achse minimal zu laute Hochtöner fällt außerhalb der Achse sanft ab. Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei 87 Dezibel, das Impedanzverhalten zeigt Acht- Ohm-Charakter. Die Box klirrt wenig, bei 95 Dezibel beginnt sich die erwähnte Unregelmäßigkeit beim Mitteltöner auch im Verzerrungsverhalten zu zeigen. Keinerlei Probleme gibt´s beim Wasserfalldiagramm. 

Klang


Den Hörtest eröffnet wieder einmal ein altes Dire-Straits-Album, in diesem Falle der unbetitelte Erstling der Band. Der stammt aus dem Jahre 1978 und dürfte gänzlich analog produziert sein, jedenfalls klingt´s wunderbar warm, flüssig und stimmig. So etwas ist genau die richtige Kost für die Olution: Sie klingt beim ersten Takt nach großem Lautsprecher und verwöhnt den Hörer mit einer großartig differenzierten Basslinie auf „Water of Love“. Ganz oben tönt´s um genau jenen Betrag zu zu hell, der der Aufnahme zu eigen ist. Die DT-350 macht ihren Job großartig, sie ist zweifellos eine der besten Metallkalotten am Markt. Membranfläche hilft fast immer, insbesondere dann, wenn untenherum mit so viel Gefühl abgestimmt wurde wie hier: Souverän, ja, aber nicht „zu dick“. Sehr schön, genau so geht Bassreflex. Für einen ernst zu nehmenden Eindruck von den stimmlichen Fähigkeiten der Box bemühen wir Jennifer Warnes‘ „Famous Blue Raincoat“. Das glockenklare Organ tönt fast perfekt, eine minimale Rauigkeit ist allerdings da – Sie wissen schon, der Mitteltöner. Vielleicht bin ich da aber auch nur ein bisschen übersensibilisiert. Was schon vorher bei den Dire Straits auffiel, setzt sich hier fort: Der Klang löst sich ganz ausgezeichnet von den Membranen, alle möglichen Details der jeweiligen Produktion stehen weit außen neben den Lautsprechern. Ausgezeichnete Auflösung in allen Bereichen, beste Raumabbildung, unaufdringlicher und souveräner Bass – wer so was stellen kann, der sollte sich mit der Olution unbedingt eingehender beschäftigen. 

Aufbauanleitung


Der Holzprofi hat Front, Rückwand, Boden und Deckel an den Stoßkanten mit 45-Grad- Gehrungen versehen, darauf basiert die Zeichnung. Sie dürfen hier natürlich auch stumpf verleimen. Der Aufbau beginnt auf einer Seitenwand, am besten beginnt man damit, den Deckel und die Front aufzuleimen. Es folgen die beiden Bretter fürs Mitteltongehäuse, danach die mit großzügigem Ausschnitt versehene Versteifung, der Zwischenboden und der Boden. Anschliesend klebt man die Rückwand, danach die zweite Seitenwand. Bedämpft wird das Bassgehäuse mit Noppenschaumstoff an Front, Rückwand, Deckel und Boden, die Seiten bleiben frei. Das Mitteltongehäuse wird locker mit Polyesterwatte gefüllt.  

Zubehör pro Box


 ca. 2 Matten Sonofil (MT-Gehäuse)
 ca. 1 m² Noppenschaum (Bassgehäuse)
 Schrauben, Kabel, Terminals  


Holzliste


Material: 25 mm Multiplex Buche

2 x 1210 x 280 mm Front/Rückwand
2 x 1210 x 430 mm Seiten
2 x 430 x 280 mm Boden / Deckel
1 x 285 x 280 mm MT-Gehäuse Boden
1 x 165 x 280 mm MT-Gehäuse Rückwand 2 x 430 x 280 mm Versteifung

Preis: um 800 Euro

Lautsprecherbausätze

Monacor Leserprojekt „Olution“


08/2018 - Holger Barske

 
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Monacor 
Vertrieb: Nein 
Konstruktion: Florian Englerth, Bernd Bieg 
Funktionsprinzip: Drei Wege, Bassreflex 
Bestückung: 2 x Monacor SPH-250CTC / 1 x Monacor SPH-165KEP / 1 x Monacor DT-350NF 
Nennimpedanz (in Ohm):
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 87 Dezibel 
B x H x T (in cm) 330/1210/430 
Kosten pro Stück: ca. 800 Euro plus Gehäuse 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 03.08.2018, 10:02 Uhr
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