Kategorie: Lautsprecherbausätze
Geschlossene Zweiwege-Regalbox mit Monacor-Chassis

Britische Schätzchen

Lautsprecherbausätze Monacor LS-6/25 im Test, Bild 1
22016

Evolution ist eine feine Sache, gerade, wenn man auf einem absoluten Klassiker aufbauen kann und am Ende etwas Neues und genau so Gutes dabei herauskommt. Lesen Sie hier, wie aus einer Celestion-Box ein Monacor-Bauvorschlag wird.

Freundlicherweise hat sich Frank Kuhl von Monacor die Mühe gemacht, den Entwicklungsprozess seiner Box ausführlich zu dokumentieren, weswegen wir gerne hier den Platz für den „O-Ton“ einräumen:  

„Kürzlich habe ich mal wieder in meinem Fundus gewühlt und einige britische Lautsprecherschätzchen ausgegraben, die ich mir mal wieder anhören wollte. Darunter waren solche Klassiker wie die berühmte Celestion SL 600 und deren später Nachfolger Concertino 2. Wenn man sich etwas mit der Geschichte dieser Lautsprecher beschäftigt, wird man schnell feststellen das hier zukunftsweisende Technologien in die Lautsprecherentwicklung Eingang gefunden haben.

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Mit der Entwicklung der SL-600 wurde erstmal Lasertechnologie zur Entwicklung von Lautsprecherchassis eingesetzt, wie es in der heutigen Zeit durch Klippel Stand der Technik ist. Auch bei der Gehäuseentwicklung wurden mit Alu-Verbundmaterial neue Wege beschritten. Was hat das aber mit den hier vorgestellten LS-6/25 zu tun? Nun, es war so, dass bei einer der Concertino die Sicke eines Tieftöners den Geist aufgegeben hat. Bei diesen in den letzten Serien der SL-700 und Concertino eingesetzten Chassis kamen zusammengeklebte Sicken aus unterschiedlichen Materialien zum Einsatz die auch mal im Laufe der Zeit an der Klebelinie nachgeben konnten. Ersatz ist rar und teuer. Die Concertino ist die preiswertere Ausführung der SL-700 mit MDF Gehäuse. Es stellte sich die Frage, welches Chassis denn den Originalbass adäquat ersetzen kann?  

Technik


Das ist nicht so einfach wie man denken sollte. Ich habe Chassis wie den SPH- 165CP oder den SPH- 165KE in dem Gehäuse getestet und festgestellt das die in diesem geschlossenen Gehäuse nicht funktionieren. Es fehlt einfach an Pegel im Grundton und es wäre eine komplette Neuabstimmung der Box notwendig geworden. Zu guter Letzt nahm ich den preiswerten SPM-165/8 und schraubte ihn in das Concertino Gehäuse. Zu meiner Verblüffung erfüllte dieses Chassis alle Erwartungen und kann von meiner Seite als 1:1 Ersatz für das Originalchassis empfohlen werden. Aus dieser Erfahrung ist die Idee entstanden eine diesen Boxen ähnlichen Bauvorschlag zu entwickeln. Die Abmessungen entsprechen den Vorbildern und neben dem SPM-165/8 kommt der Hochtöner DT-100 zum Einsatz.   

Gehäuse


Wie beim Original ist es beim geschlossenen Gehäuse geblieben und auch die Abmessungen sind fast identisch. Da der Tieftöner von innen an die Schallwand geschraubt wird ist die Rückwand demontierbar ausgeführt und wird an einen Rahmen im Gehäuse geschraubt. Die Seitenteile, der Boden und der Deckel werden mit Noppenschaumstoff MDM-40 beklebt. Als zusätzliche Dämmung wird ein Beutel MDM-2 vor der Rückwand platziert.  

Frequenzweiche:


Im Tieftonabteil ist es ein klassisches 12 dB Filter ohne Impedanzkorrektur. Die sehr große Serienspule mit 3,3 mH eliminiert den Baffle-Step und bildet eine Flanke, an der sich der Hochtöner mit einem 18dB Filter sehr gut anschließen kann. Die große Spule führt dazu, das der Lautsprecher im Bassbereich nicht blutleer klingt und es trotz der geschlossenen Bauweise nicht an Bass mangelt. Der Hochtöner DT-100 ist mit einem 18dB Filter angekoppelt. Im oberen Frequenzbereich musste mit Parallelkondensator und Sperrkreis gearbeitet werden, um den Frequenzgang zu linearisieren. Resultat ist ein meiner Meinung nach sehr stimmiger Lautsprecher der viel Spaß beim Zuhören macht. Es werden einige die Senke im Bereich zwischen 2000 und 4000 Hz bemängeln, aber die habe ich mit Absicht so gemacht da es sich für mich einfach besser anhört. Wer diese Senke nicht mag kann den Kondensator C2 mit 4,7µF auf bis zu 6,8 µF erhöhen und die Senke einebnen. Das halte ich aber nur bei sehr stark bedämpften Räumen für sinnvoll.“  

Messungen


Insgesamt ein ausgewogener und breitbandiger Lautsprecher mit einer moderaten Betonung des Mitteltonbereichs. Um die Trennfrequenz herum gibt es etwas Unruhe, die der Einbausituation des Tieftöners und den scharfen Schallwandkanten geschuldet ist. Der günstige Tieftöner arbeitet erstaunlich fehlerfrei – das Wasserfalldiagramm ist absolut sauber und auch der Klirr bewegt sich in einem sehr moderaten Rahmen.  

Klang


Die Box klingt tatsächlich modern und britisch: Die Betonung des Mitteltonbereichs hat etwas von einem typischen Monitor der „guten alten Zeit“ – Stimmen und der Grundton von Instrumenten werden etwas betont, während die Bassabstimmung darunter ein solides, aber eben auch agiles Fundament liefert – hier gibt es eine eher tiefe als betont oberbassreiche Abstimmung. Der Hochtöner liefert eine exzellente Performance in Sachen Auflösung und Präzision, während man sich die Hochton- Dosis über entsprechendes Einwinkeln selbst einstellen kann. Stilistisch ist die Box eher im Akustik- Bereich zuhause, denn in elektronischen Gefilden, kann aber in ihrem Segment in einigen Momenten für Gänsehaut- Atmosphäre sorgen, so nah wird man an gute Aufnahmen herangeholt.   

Aufbauanleitung


Es ist vorgesehen die Box mit einer montierbaren Rückwand aufzubauen da der Tieftoner von innen an die Schallwand geschraubt wird. Tipp! Vor dem Anschrauben des Tieftoners normale M6 Muttern vor die Befestigungslocher setzen.

Lautsprecherbausätze Monacor LS-6/25 im Test, Bild 5
Die vorgesetzten Muttern verhindern ein übermäßiges Verziehen des Blechkorbs
Dann kann man das Chassis ohne Gefahr des Verziehens des Blechkorbes fest anziehen.  

Lochausschnitte auf der Schallwand vornehmen. Man kann den Tieftoner dann auch vor dem Verkleben des Gehäuses anschrauben.  
 Auf einer liegenden Seite den Boden, den Deckel den Befestigungsrahmen für die Rückwand und die Versteifungsleiste miteinander verleimen.  
 Noppenschaumstoff an den Seitenflächen, dem Deckel und Boden anbringen
 Die zweite Seite aufleimen und entsprechend beschweren oder festzwingen.
 Die Schallwand aufkleben.
 Oberflächenbearbeitung nach Wahl.
 Die Frequenzweiche aufbauen und mit ausreichend langen Anschlusskabeln für die Chassis und das Terminal versehen.
 Die Frequenzweiche auf der Innenseite der Rückwand montieren.
 Dammwolle vor der Rückwand platzieren
 Die Chassis und das Terminal anloten und einschrauben.
 Rückwand befestigen   


Lautsprecherbausätze Monacor LS-6/25 im Test, Bild 7
Bauplan

Holzliste


Material: MDF 16mm

1 x 376 x 200 mm Schallwand
2x 252 x 168 mm Boden/Deckel
2x 376 x 252 mm Seitenwände
1x 344 x 168 mm Rahmen
1x 343 x 167mm Rückwand
1 Stuck 40 x 20 x 168 mm Vierkantleiste  

Zubehör pro Box


 Polklemmen:
 Dämmwolle:
 Dichtband:
 Noppenschaumstoff: 1 Matte (VE=2)
 Schrauben: 8 MZF-8614 (VE=16)
 Kabel: 0,5m SPC-125


Lieferant: Monacor  

Lautsprecherbausätze Monacor LS-6/25 im Test, Bild 8
Frequenzweiche

Weichenbestückung


L1: 3,3 mH Luftspule 1,2 mm
L2: 0,27 mH Luftspule, 1,0 mm
L3: 0,1 mH Luftspule, 0,85 mm
C1: 10µF MKT
C2: 4,7 µF MKT
C3: 12 µF MKT
C4: 6,8 µF MKT
C5: 2,2 µF MKT
R1: 2,7 Ohm MOX 10 Watt
R2: 15 Ohm MOX 10 Watt
R3: 8,2 Ohm MOX 10 Watt  

Fazit

Die LS 6/25 ist eine hervorragende Neu- Interpretation eines Klassikers mit ganz eigenen Vorzügen.

Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Monacor LS-6/25

Stückpreis: um 150 Euro


12/2022

Die LS 6/25 ist eine hervorragende Neu- Interpretation eines Klassikers mit ganz eigenen Vorzügen.

Monacor LS-6/25

12/2022

Monacor LS-6/25
KLANG-TIPP
 
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Monacor, Bremen 
Internet www.monacor.de 
Konstruktion: Frank Kuhl 
Funktionsprinzip: Geschlossen 
Bestückung: 1 x Monacor SPM-165/8 1 x Monacor DT-100 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 83 Dezibel 
B x H x T (in cm) 20/37.6/26.8 
Kosten pro Stück: ca. 150 Euro + Gehäuse 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 09.12.2022, 10:00 Uhr
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