Kategorie: Lautsprecherbausätze

Referenz-Standbox mit Dayton und Mundorf AMT


Mehr Membranfläche wagen

Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 1
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Seit gut zwei Jahren erfreut uns die Variant GmbH mit handwerklich sehr hochwertigen Bausätzen, die der geneigte Selbstbauer auch zuhause dank der ebenfalls angebotenen Gehäusebausätze handwerklich perfekt nachbauen kann. Jetzt wird es Zeit für eine Referenzbox: Die Céline

Während beim Einstand in der Klang+Ton mit der Melodie 8018 schon einmal eine anspruchsvolle Standbox präsentiert wurde, geht man bei Variant noch einen Schritt weiter und wird „2 Schuhnummern“ größer: Die Céline ist eine mehr als ausgewachsene Standbox mit dem größten AMT der Mundorf U-Reihe und einem 11-Zoll- Tiefmitteltöner von Dayton, der auf der Rückseite von zwei gleich großen Passivmembranen unterstützt wird.  

Technik


Der AMT U160W1.1 stammt aus der neuen, günstigen Mundorf AMT-Serie und wird auch an anderer Stelle in dieser Ausgabe sehr ausgiebig eingesetzt – sage und schreibe 4 Lautsprecher in dieser Ausgabe verwenden den Mundorf-Treiber, der aufgrund seiner Bauform tatsächlich so etwas wie ein Problemlöser in Sachen Raumakustik ist. Der 16 Zentimeter hohe, dafür aber sehr schmale AMT kann schon ab etwa 1500 Hertz problemlos eingesetzt werden und sorgt schon unkorrigiert für einen sehr ausgewogenen Frequenzgang, wenn er auch nicht ganz an die extrem glatten Messschriebe einer guten Kalotte heranreicht, aber das ist aufgrund der immer etwas „zerklüfteten“ Bauweise eines AMT mit den vorgelagerten Magneten kaum anders zu realisieren.

Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 2Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 3Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 4Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 5Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 6Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 7Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 8Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 9Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 10Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 11Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 12Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 13Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 14Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 15
Der Frequenzbereich des Mundorf AMTs erstreckt sich von 1 bis 30 Kilohertz, wobei das horizontale Rundstrahlverhalten sehr gut aussieht, während der Treiber vertikal durch seine Länge schon sehr stark bündelt – das vermindert natürlich sehr effektiv Reflexionen von Decke und Fußboden. Das Klirrverhalten ist ab der unteren Einsatzfrequenz tadellos. Der eingesetzte Tiefmitteltöner stammt von Dayton Audio, einem Hersteller, der seit jeher für sehr gute Qualität bei absolut erträglichen Preisen steht . Der RS270P-4 ist ein 27-Zentimeter-Treiber mit Phase Plug und stabilem Gusskorb. Trotz seines günstigen Preises von nur gut 150 Euro entstammt er der Reference- Serie Daytons. Hier gibt es aber statt der schon länger bekannten Aluminium- Membranen einen Konus mit einem Gemisch aus Papier, Glasfasern und Kevlar, der Leichtigkeit und Stabilität optimal verbindet. Vom Parametersatz her eignet sich der Dayton für eine recht große Bandbreite von Gehäusen: Zwar ist das Äquivalentvolumen mit 110 Litern recht groß, allerdings hat man mit der niedrigen Gesamtgüte von unter 0,3 und einer Resonanzfrequenz von 22 Hertz ziemlich viel Freiheiten. Geschlossen geht es schon bei 20 Liter los, für optimalen Tiefgang dürfen es schon 50 Liter sein, dann geht es aber bei entsprechender Abstimmung auch wirklich tief hinunter. Die Reflexabstimmung hat man bei der Céline statt mit einem Reflexrohr mit zwei Passivmembranen realisiert, die aus Platzgründen hier rückseitig montiert sind. Übrigens kosten der Tieftöner und die beiden Passivmembranen zusammen nur die Hälfte des Hochtöners, was den Bausatz unterm Strich immer noch bezahlbar macht.  

Gehäuse


Beim gezeigten Gehäuse ist die Variant GmbH mit ihren CNC-gesteuerten Fräsmaschinen eher etwas unterfordert: Die äußere Formgebung ist gegenüber der Melodie 8018 recht konservativ, lediglich im Inneren geht es aufgrund der Versteifungsmatrix um den Tieftöner herum etwas aufwendiger zu. Die Standbox ist ohne Füße genau einen Meter hoch, 36 Zentimeter breit und 26 Zentimeter tief. Im Inneren gibt es drei waagerecht und eine senkrecht eingepasste Versteifung – das war es auch schon. Die Variant GmbH bietet eben neben dem Bausatz auch alle Gehäusekomponenten von der gefrästen Schallwand bis hin zum fertig lackierten Komplettgehäuse an – und das zu wirklich moderaten Preisen.  

Frequenzweiche


Die Variant GmbH bittet um Verständnis dafür, dass die Weichenschaltung nicht komplett mit allen Werten abgebildet wird, um die Chance zu erhöhen, dass der Bausatz auch beim Konstrukteur erworben wird. Aus diesem Grund haben wir auch keine Stückliste der Weichenbauteile abgedruckt. Das Entzerrernetzwerk ist recht aufwendig geraten: Der Tiefmitteltöner hat ein Filter dritter Ordnung, dessen nominelle 18 Dezibel Flankensteilheit durch einen Widerstand in Reihe zum Parallelkondensator etwas abgeflacht wird. Ein Saugkreis parallel zum Chassis entzerrt einen Buckel im Mitteltonbereich. Analog dazu sitzt vor dem Hochtöner auch ein Filter dritter Ordnung und direkt vor dem Treiber ein Sperrkreis, der den Frequenzgang im Präsenzbereich linearisiert. Das Resultat ist eine saubere Übernahme bei 1,5 Kilohertz, bei der wir nur minimale Artefakte einer Tieftöner-Resonanz um die 3 Kilohertz erkennen können.

Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 9
Textdiagramm: Zweige
Optional gibt es noch einen Saugkreis zur Entzerrung des Impedanzverlaufs im Übernahmebereich zwischen den beiden Chassis.  

Messungen


Sehen wir uns einmal den Frequenzgang an, der auf den ersten Blick etwas merkwürdig aussieht mit seiner Stufe im Mitteltonbereich. Wenn man dann allerdings etwas genauer hinsieht, erkennt man, dass es im gesamten Messbereich bis 45 Grad an keiner Stelle zu einer nennenswerten Bündelung kommt. Überhaupt ist es immer eine gute Idee, einen AMT im Übernahmebereich langsam „kommen“ zu lassen, um das horizontal sehr breite Abstrahlen samt seitlicher Reflexionen im Raum etwas abzufangen. Dem entsprechend steigt der Schalldruckpegel ab dem Mitteltonbereich kontinuierlich an, um dann knapp unterhalb von 30 Kilohertz an sanft abzufallen. Im Bassbereich geht es dafür auch tief hinunter: Wir messen eine untere Grenzfrequenz von um die 30 Hertz – im Hörraum kann das je nach Wandabstand noch etwas tiefer sein. Das Wasserfalldiagramm zeugt von einer hohen Qualität der Chassis, einem guten Bedämpfungskonzept und wahrscheinlich auch von der prinzipiellen Überlegenheit von Passivmembranen gegenüber Reflexrohren: So sauber hat in unserem Messraum kaum einmal ein Lautsprecher im Grundtonbereich ausgeschwungen. Im Hochtonbereich ist das Verhalten fast schon sensationell gut. Selbiges gilt für das Klirrverhalten der Céline, die sich auch bei 95 Dezibel nicht aus der Ruhe bringen lässt. Ich habe mal vorsichtig 100 Dezibel versucht – schließlich handelt es sich immer noch um eine Hifi -Box – und wurde bestätigt: Überhaupt kein Problem.

Lautsprecherbausätze Variant Céline im Test, Bild 10
Textdiagramm: Klirr 100
Der (hier nicht entzerrte) Impedanzverlauf ist typisch für eine Zwei-Wege-Reflexbox mit einem etwas aufwendigeren Filter im Übernahmebereich.  

Hörtest


Ich hatte wegen ihrer Anlieferung am Wochenende die Gelegenheit, die Céline bei mir zuhause in meinem Wohnzimmer zu hören, das eigentlich für solche Boxengrößen und -abstimmungen nicht geeignet ist. In Wandnähe in einem kleinen Raum wird das Ganze schon sehr wuchtig und satt im Bass – und doch blieb das befürchtete Wummern aus – es gab zwar viel Bass, aber „guten“ Bass mit Kontur und Kontrolle. Im Verlagshörraum konnte die Céline in diesem Bereich noch zulegen und die Fläche ihrer Membranen im Sinne einer hoch dynamischen und disziplinierten Wiedergabe ausspielen. Die Übernahme zwischen Konustreiber und AMT gelingt aufgrund der speziellen Abstimmung bruchlos und ab 1,5 Kilohertz ist der Mundorf sowieso eine Bank, was Feinaufl ösung, Dynamik und Präzision bei der Raumabbildung angeht. Und diese extrem hohe Qualität behält die Variant Box bei jeder, aber auch wirklich jeder Lautstärke bei – der Lautsprecher ist definitiv ein Traum für die hochwertige Beschallung auch größerer Räume!  

Aufbauanleitung


Der Aufbau erfolgt zunächst auf der Seitenwand, auf der die Rückwand, Teiler, Deckel und der Boden aufgeleimt werden. Danach werden bei der Box die zweite Seitenwand und die Front aufgeklebt. Nun können die Fräsungen fur die Chassis und Passivmembranen erledigt werden. Danach erfolgt der Einbau von Chassis und Weiche und die Bedampfung wie abgebildet.  

Weichenbestückung


Die Werte der Weiche werden bei diesem exklusiven, nur bei der Variant GmbH erhaltlichen Bausatz nicht komplett veröffentlicht.     

Holzliste


MDF 19 mm

1 x 1000 x 360 mm Front
1 x 962 x 322 mm Rückseite
4 x 1000 x 241 mm Seiten
2 x 341 x 222 mm Deckel, Boden,
3 x 322 x 222 mm Versteifungen
1 x 300 x 160 mm Versteifung  


Zubehör pro Box


 Polyesterwatte
 Schrauben
 Dichtstreifen
 Terminal
 Kabel
 Passivmembranen Dayton DS270PR


Lieferant: Variant

Fazit

High End und hohe Dynamik in einem – die Variant Céline ist ein Volltreffer!

Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Variant Céline

Stückpreis: um 894 Euro


1/2023

High End und hohe Dynamik in einem – die Variant Céline ist ein Volltreffer!

Variant Céline

1/2023

Variant Céline
HIGH-END-TIPP
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Mundorf, Dayton 
Vertrieb: Variant GmbH, Marburg 
Internet www.variant-hifi.de 
Konstruktion: Michael Schmitz, Thorsten Fischer 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1x Mundorf AMT U160W1.1 1x Dayton Audio RS270P-4a 2x Dayton Audio DS270PR 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 90 dB 
B x H x T (in cm) 36 x 100 x 26 cm 
Kosten pro Stück: ab 894 Euro 4 Preise mit Gehäuse in unterschiedlicher Ausbaustufe und Finish auf Anfrage 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 14.01.2023, 09:59 Uhr
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Interessante Links:
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