Kategorie: Lautsprecherbausätze

Einzeltest: Visaton Nimrod


Bausatztest: Visaton 3-Wege-Monitor nach britischem Vorbild

Lautsprecherbausätze Visaton Nimrod im Test, Bild 1
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Visaton bringt nicht viele neue Bausätze auf den Markt – dafür haben die Lautsprecher, die wir zum Testen aus Haan bekommen, Hand und – hier wörtlich zu nehmen – Fuß

Die Nimrod ist ein ausgesprochen durchdachter und hübsch anzusehender Drei-Wege-Monitor, der praktischerweise sogar mit einem eigenen Standfuß konzipiert wurde. Das mit dem „hübsch“ ist besonders bemerkenswert, handelt es sich doch um eine nicht gerade kleine Box mit einem ordentlichen „Footprint“, wie man heutzutage ja sagt.  

Technik


Im Bass kommt der bewährte GF200 zum Einsatz, der mit seiner stabilen Glasfasermembran in der Lage ist, einen ebensolchen Bass zu erzeugen. Dabei liegt er von seinen Parametern her in der Mitte zwischen dem Old-School-W200S und dem eher als Subwoofer konzipierten TIW200XS. In einem mittelgroßen Reflexgehäuse ist er in der Lage, sehr tiefe Bässe mit ordentlich Pegel abzuliefern, wobei man bei der Trennfrequenz zu einem Mitteltöner oder Breitbänder einigermaßen flexibel ist.

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Mit seiner doppelten Schwingspule lässt der GF200 darüber hinaus einen flexiblen Einsatz zu – hier werden die beiden 4-Ohm-Schwingspulen in Reihe geschaltet.  

Der hier als Mitteltöner eingesetzte B100 hat trotz seiner geringen Größe eine echte Abstimmung von Breitbändern alter Schule bekommen, das heißt, er zeigt auf Achse einen linear durchgehenden stetigen Pegelanstieg bis an die Obergrenze seines Übertragungsbereichs, wo er fast 100dB erreicht.  

In Sachen Klirr hält sich der B100 vor allem im wichtigen Mitteltonbereich vornehm zurück, während der recht geringe lineare Hub unterhalb von 500 Hertz seinen Tribut fordert. Das Wasserfalldiagramm zeigt keine Auffälligkeiten. Der Impedanzverlauf weist den B100 als 6-Öhmer aus. Mit seinem breiten Korbrand lässt sich der B100 problemlos montieren. Man sollte nur aufpassen, dass man die hinteren Öffnungen des Korbs nicht in einer zu dicken Schallwand verdeckt - so etwas kann zu unschönen Kompressionseffekten führen. Für den Hochton hat sich der Konstrukteur die klassische Einzoll-Gewebekalotte G25FFL im runden Visaton-Waveguide auserkoren, die auch schon seit Jahren in vielen Projekten ihren Dienst verrichtet. Mit dem Waveguide steigt unter anderem der Pegel im unteren Einsatzbereich, was man bei entsprechender Filterung wegen der gestiegenen Belastbarkeit in eine tiefere Trennfrequenz umsetzen kann.  

Gehäuse


Durch die klassischen Vorbilder war die Bauform vorgegeben: Ein Quader, zu niedrig für eine Standbox, aber auch zu groß, um noch wirklich kompakt zu sein – deswegen erschien es bei der Konstruktion nur logisch, auch gleich den passenden Standfuß mit zu entwerfen.  

Die Nimrod selbst ist im Inneren aufwendig versteift, mittels Gittern und Kanthölzern. Zusätzlich gibt es noch die extra Bretter für das Mitteltongehäuse und den Reflexkanal.  

Ein pfiffiges Detail ist die rundum vorspringende Kante um die Schallwand, in die die Frontbespannung halb versenkt wird – das sieht sehr professionell aus und hat aufgrund der Abschrägung keine negativen Einflüsse auf das Abstrahlverhalten. Mittel- und Hochtöner sind außermittig angebracht und sollten außen positioniert werden Der Ständer bringt die Nimrod auf Ohrhöhe und kann auch als Plattenregal benutzt werden – sehr gut.  

Frequenzweiche


Bei der Filterung wurde sehr akribisch vorgegangen, das erkennt man schon an der ungewöhnlichen Reihenschaltung von Kondensatoren bzw. Parallelschaltung von Spulen, um exakt auf einen bestimmten Wert zu kommen.  

Von der Topologie her handelt es sich um ein Filter dritter Ordnung vor dem als 8-Ohm-Chassis beschalteten GF200. Der als Mitteltöner eingesetzte B100 wird mit einem Vorwiderstand beschaltet und zum Tieftöner mit einem 18dBFilter getrennt. Der Tiefpass zum Hochtöner beinhaltet zwei parallel geschaltete weitere 1-Ohm-Vorwiderstände und die eben schon erwähnten parallel geschalteten Spulen, die sich aber durch den fehlenden 2,7mH-Wert im Visaton-Spulenprogramm erklären. Ein parallel zum Chassis geschalteter Kondensator komplettiert den Tiefpass zweiter Ordnung. Beim 12dB-Filter vor dem Hochtöner musste wirklich exakt ein Wert getroffen werden, was die beiden Kondensatoren hintereinander erklärt. Ungewöhnlich ist hier noch der Spannungsteiler, bei dem der Reihenwiderstand hinter dem deutlich größeren Parallelwiderstand liegt. Für die akustische Phasenrichtigkeit ist der Hochtöner verpolt.  

Messungen


Von Visaton selbst haben wir die Messungen der Einzelzweige, die Trennfrequenzen von 350 und 3200 Hertz zeigen. Bitte den optisch etwas unterschiedlichen Gesamtfrequenzgang nicht überbewerten – die Diagramme sind unterschiedlich skaliert.  

Unsere Messungen über die lange Kante zeigen einen Laustprecher, der sowohl auf Achse als auch unter Winkeln sehr linear arbeitet – besonders gut gefällt mir hierbei das Verhalten ab dem Präsenzbereich, mit dem man sehr gut die Hochtondosierung einstellen kann. Der Superhochtonbereich steigt ab 10 Kilohertz noch einmal etwa 5 Dezibel gegenüber dem ordentlichen Durchschnittspegel von 87dB an – das Ganze liegt aber zum größten Teil außerhalb des Hörbereichs. Der Bass der Nimrod reicht recht tief, zeigt aber eine Betonung von etwa 2 Dezibel um 60 Hertz – ein Zusammenspiel der gegenüber dem Lehrbuch etwas zu hohen Reflexabstimmung und der Wechselwirkung zwischen oberen Impedanzbuckel und tief liegendem Filter des Tieftöners. In Sachen Klirr sieht alles genau so gut aus wie das Wasserfalldiagramm, das vor allem die Abwesenheit von Resonanzen zeigt.  

Die im Raum gemessene akustische Phase ist im wichtigen Bereich zwischen 100 und 10.000 Hertz fast völlig linear und bleibt in einem schmalen Bereich – Brandzeichen eines gelungenen Lautsprechers. Über die andere Kante sieht der Frequenzgangverlauf übrigens auch brauchbar aus, wenn auch an einigen Stellen etwas weniger linear unter Winkeln: Der Rahmen selbst hat so gut wie keinen Einfluss auf den Gesamtfrequenzgang, so dass man ihn guten Gewissens verwenden oder auch weglassen kann.  

Hörtest


Mit seinen exakt passenden Ständern bezog das Nimrod-Pärchen dann in unserem Hörraum Stellung. Eingedenk der Messungen habe ich die Boxen parallel zu den Wänden aufgestellt. So ergibt sich zwar immer noch keine klassische britische Abstimmung, was die obersten Lagen angeht, aber das gefällt mir ehrlich gesagt ganz gut, denn der G25FFL im Waveguide macht einen wirklich exzellenten Job nach oben hinaus, leicht und luftig, dass man sich fast an ein Bändchen oder einen der klassischen „echten“ Superhochtöner erinnert fühlt, wie er beispielsweise in einer Spendor BC-1 eingebaut ist. Ich weiß, wovon ich rede, ich habe einige davon…  

Vom Mittel- bis in den Präsenzbereich macht der B100 einen gewohnt guten Job – ist eben ein gelernter Breitbänder mit extrem leichter Papiermembran und kräftigem Antrieb, sozusagen ein Mini-Lowther ohne die Mätzchen eines Schwirrkonus. Und der GF200 macht einen soliden, wuchtigen und dynamischen Bass, der vielleicht nicht linear bis in die untersten Lagen kommt, aber für eine Menge Spaß bei Pop- und Rockmusik sorgt. Das Zusammenspiel der drei Chassis ist aber das Beste: Durch das breite und dabei ungemein lineare Abstrahlverhalten klingt die Nimrod ausgesprochen entspannt und angenehm und vor allem extrem langzeittauglich. Auch bei extrem geringer Lautstärke ergibt sich ein volles Klangbild, das auch bei viel höherer Lautstärke absolut stabil bleibt und eine unangestrengte und dabei gleichzeitig präzise Räumlichkeit in allen Dimensionen zeigt – große Klasse.  

Aufbauanleitung


Die detaillierte Aufbauanleitung ist Teil des Bausatzes und wurde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deswegen sei hier der Verweis auf die wirklich sehr genau und nachbaufreundlich gemachte Baumappe von Visaton hingewiesen.  

Holzstückliste pro Box


Zuschnittliste für 1 Box Hinweis: Alle Maße sind Außenmaße. Gehrungen und Schrägen sind noch abzusagen!  

Teile Maße (mm)/Anzahl


Material: 19 mm Spanplatte oder MDF

Front 266 x 546 mm/1
Deckel und Boden 304 x 320 mm/2
Seiten 606 x 320 mm/2
Rückwand 266 x 568 mm/1  


Material: 16 mm Spanplatte oder MDF

Bassreflexbrett 266 x 222 mm/1
Rückwand für Mitteltongehäuse 116 x 172 mm/1
Seitenwand für Mitteltongehause 116 x 88 mm/1
Versteifungsbrett 266 x 262 mm/2
Verstrebung oben horizontal* 20 x 266 mm/1
Verstrebung oben vertikal* 20 x 160 mm/1
Verstrebung unten horizontal* 20 x 125 mm/1
Verstrebung unten vertikal* 20 x 222 mm/1
Bespannrahmen 294 x 596 mm/1   


Zubehör pro Box


 Terminals
 Polyesterwatte
 Schrauben
 Schaumstoffdichtstreifen für die Lautsprecher
 Kabel


Lieferant: Visaton  

Weichenbestückung:


Die Frequenzweiche wird beim Bausatz von Visaton mitgeliefert. 

Fazit

Sauber abgestimmter Monitorlautsprecher in klassischem Gewand mit einem exzellenten und modernen Klangbild.

Stückpreis: um 714 Euro

Lautsprecherbausätze

Visaton Nimrod


04/2022 - Thomas Schmidt

 
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Visaton 
Vertrieb: Visaton, Haan 
Konstruktion: Visaton 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1x VisatonGF200 8 Ohm / 1x Visaton B100 / 1x Visaton G25FFL mit Waveguide WG 148 R 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 87dB / 2,83V / 1m 
B x H x T (in cm) 60.6/30.4/32 
Kosten pro Stück: 714 Euro + Gehäuse 
Technische Daten Visaton G 25 FFL 8 Ohm mit WG 148 R 
Hersteller: Visaton 
Bezugsquelle Visaton, Haan 
Unverb. Paarpreis ca. 130 Euro 
Chassisparameter K+T-Messung
Z (in Ohm):
Z 1kHz (in Ohm):
Z 10kHz (in Ohm): 6,5 
Fs (in Hz) 1470 
Re (in Ohm) 5.94 
Rms (in Kg/s) Nein 
Qms Nein 
Qes Nein 
Qts Nein 
Cms (in mm/N) Nein 
Mms (in gr) Nein 
BxL (in Tm) Nein 
VAS (in Liter) Nein 
LE (in mH) 0,486 
SD (in cm²) Nein 
Ausstattung
Membran: Gewebe 
Sicke: Gewebe 
Schwingspule (in mm): 25 mm 
Xmax absolut: 0,5 mm 
Magnetsystem: Ferrit 
Polkernbohrung: nein 
Sonstiges: Nein 
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