Kategorie: Plattenspieler

Plattenspieler Clearaudio Concept Signature


Evolutionäres

Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 1
22907

Mit dem Concept hat Clearaudio einen der erfolgreichsten Plattenspieler im gehobenen Einsteigersegment geschaffen, den es in Zeiten der Vinyl-Moderne je gegeben hat. Nach mindestens dreizehn Jahren Produktlaufzeit wurde es Zeit für ein behutsames Update.

Damals


Den ersten Concept haben wir in Ausgabe 1/2010 vorgestellt, deren Produktion irgendwann im Spätsommer 2009 stattgefunden haben dürfte. Der Plattenspieler war damals eine kleine Sensation, weil es sich um ein sehr erwachsenes Gerät handelte, dass auch ästhetische und haptische Ansprüche befriedigen konnte und zum Preis von quasi unschlagbaren 1000 Euro angeboten wurde. Wenig überraschenderweise ließ sich dieses Preisschild nicht beliebig lange aufrecht erhalten, und der im Detail immer mal wieder ein wenig renovierte Concept kletterte im Preis dann auch stetig. Die brandneue Version namens Concept Signature kostet denn mittlerweile auch 2500 Euro, was für ein gelungenes Komplettpaket mit Tonarm und Tonabnehmer immer noch ein starkes Angebot ist.

Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 2Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 3Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 4Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 5Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 6Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 7Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 8Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 9Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 10
Über 20000 Stück will Clearaudio vom Concept bis zum heutigen Tag abgesetzt haben, was ich für eine unglaubliche Zahl halte, auf alle Fälle aber ein sicheres Indiz dafür, dass bei der Konzeption des Gerätes viel richtig gemacht wurde.   

Äußeres


Damals wie heute regiert beim Concept eine angenehm unaufgeregte Formensprache.  Das Gerät wirkt reduziert und nicht im Geringsten überfrachtet. Die Zarge besteht nach wie vor aus einer Mulitplexplatte, die von unten mit einer MDF-Bodenplatte verschraubt wird. 

Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 5
Äußerlich hat sich der Concept Signature nur unwesentlich verändert

Bei den mit einer schwarzen oder silbernen „Banderole“ versehenen Varianten besteht die Grundplatte durchgängig aus MDF, bei den beiden Multiplexvarianten hat man einen freien Blick auf die Materialkante. Die Ecken des Gerätes sind nach wie vor großzügig gerundet. Die Platte kommt auf einem schwarzen Teller aus dem heutzutage allgegenwärtigen Kunststoff POM (Polyoxymethylen) zu liegen, der seinen Einsatz mit ausgezeichneten Dämpfungseigenschaften, bester Temperaturbeständigkeit und ausgezeichneter Zerspanbarkeit rechtfertigt. Eine irgendwie geartete Tellerauflage hat Clearaudio nach wie vor nicht vorgesehen. Ein Grund für die angenehme optische Schlichtheit des Gerätes ist der unter dem Teller versteckt angeordnete Antrieb. Zu diesem Zweck ist der Teller an der Unterseite großzügig ausgedreht, er ruht auf einem Aluminium-Subteller. Wenn ich mich recht erinnere, bestand dieser in der Frühzeit des Gerätes übrigens noch aus Kunststoff. In der Mitte steckt nach wie vor eine polierte Stahlachse, die in einer Messingbuchse läuft. Eine schlichte, aber robuste Konstruktion. Eine Lagerkugel gibt’s nicht, deren Funktion übernimmt ein an die Achse angeschliffe-ner Konus.   

Antrieb


Der Flachriemen läuft, und jetzt wird’s interessant, nicht nur über das Pulley des antrei-benden Motors, sondern noch über eine zusätzliche Rolle. Am Ende der dazugehörigen Achse sitzt ein kleiner Tachogenerator, der über die tatsächliche Tellerdrehzahl Auskunft geben soll – Clearaudio gönnt dem Concept Signature einen echten geregel-ten Antrieb. Der Motor selbst ist eine Neukontruktion und fußt auf dem Aggregat, dass den ungleich massiveren Teller des Modells Reference Jubilee in Rotation versetzt. Die konstruktive Besonderheit besteht darin, dass es sich um einen eisenlosen Motor handelt. Der bringt einen entscheidenden Vorteil mit: Er besitzt keinerlei „Rastmoment“, läuft als merklich ruhiger als seine Kollegen mit Eisenanker. Ebenfalls vom Reference Jubilee stammt die Idee, den Motor besonders effektiv vom Chassis zu ent-koppeln, und zwar mittels einer Motoraufhängung ausschließlich mittels gespannter O-Ringe. Beim Concept Signature halten sechs Stück davon den Motor in Position. In der Praxis merkt man das durchaus: Das Gerät läuft exemplarisch leise, sogar noch etwas „unhörbarer“ als der diesbezüglich schon exzellente Holborne Analog 3 aus dem letzten Heft. Mit der Feineinstellung der Tellerdrehzahl hat man in der Praxis nicht viel zu tun, die tatsächlich recht komplexe Regelung sorgt stets für korrekte Verhältnisse. Sie justiert die Drehzahl bei jedem Neustart des Motors neu, weshalb endgültige Stabilität auch erst etwa nach einer Minute Rotation herrscht.   

Bedienung


Natürlich war gegen den Drehschalter zur Inbetriebnahme und Drehzahlwahl beim Ur-Concept rein gar nichts einzuwenden.

Plattenspieler Clearaudio Concept Signature im Test, Bild 7
Der Leuchtdiodenkranz ist bei diesem Modell weitgehend ohne Funktion
Trotzdem hat Clearaudio dem Signature an dieser Stelle einen modernen Drehimpulsgeber spendiert, der von einem Kranz aus blauen LEDs umringt wird. Bei dieser Version des Gerätes hätte es das alles tatsählich nicht gebraucht, weil nur die Tastfunktion des Knopfes Reaktionen nach sich zieht: Hiermit wir gestartet und zwischen 33 und 45 Umdrehungen umgeschaltet. Den Betrieb signalisiert der Leuchtdiodenkranz durch vollflächiges Leuchten, was mich optisch unweigerlich an einen Gaskocher erinnert . Die gewählte Drehzahl signalisieren zwei hinterleuchtete Zahlen neben dem Leuchtkranz. Drehimpulsgeber und Leuchtkranz bekommen ihre Bedeutung erst beim in Kürze folgenden Aktivmodell mit eingebauter Phonovorstufe und Kopfhörerverstärker, dann lässt sich hier die Lautstärke einstellen. Gerüchten zufolge soll auch eine Aufrüstung der passiven auf die Aktivversion möglich sein. Zur Bedienung gehört auch ein Blick auf die Rückseite des Gerätes: Hier finden sich eine gegenüber dem Vorgänger deutlich stabiler ausgelegte Buchse für den Anschluss des Zwölf-Volt-Netzteils und ein Schalter für die Spannungsversorgung. Der Strom kommt beim Concept Signature übrigens aus einem Schalt-Steckernetzteil. Das Gerät hat aber definitiv nichts dagegen, von einem Netzteil des Typs „Professional Power 12V“ oder gar dem Akkuspeiseteil „Smart Power 12V“ versorgt zu werden.  

Tonarm


Serienmäßig sitzt auf den schwarzen Versionen des Concept Signature ein nur fast alter Bekannter in Sachen Tonarm: Der Satisfy Kardan ist ein erfreulich unprätentiöser Neunzöller mit feiner Spitzenlagerung in der vertikalen Ebene und zwei ultrafeinen Keramikkugellagern für die Drehbewegung in der Horizontalen. Bei der hier verbauten Version sind erstmals alle Metallteile in schlichten Schwarz gehalten, was der Sache optisch ohne Zweifel gut tut. Das Antiskating arbeitet magnetisch, die Justage von Tonabnehmern zwischen 2,5 und 17 Gramm geht ohne Probleme vonstatten.   

Abtaster


Wenn man denn so etwas überhaupt tun muss: In der Standardversion kommt der Concept Signature fast vollkommen vormontiert aus dem Karton. Das Einzige, was es zu tun gibt, ist das Aufschrauben des Gegengewichtes. Die korrekte Position ist mit einem kleinen O-Ring auf dem Tonarmgewinde markiert. Das funktioniert in der Praxis vollkommen problemlos und ist auch für Analoganfänger kein Problem. Als Abtaster liefert Clearaudio ein feines Jubilee MM mit, das mit seinem Panzerholzgehäuse auch optisch ausgezeichnet zum Dreher passt und solo mit stolzen 800 Euro entlohnt werden will.   

Klang


Nach der erfreulich kurzen Aufbauprozedur und einigen Plattenseiten Einspielzeit in erster Linie für den Abtaster ließ der Concept Signature dann auch gar keine Zweifel daran, dass er einen echten Fortschritt gegenüber dem Ur-Concept darstellt. Er spielt merklich weniger körnig, lässt die Stimme zum Beispiel einer Nina Simone ein bisschen sanfter wirken, raubt ihr aber nicht die Energie. So tönt „Strange Fruit“ bedeutungsschwanger und inbrünstig, es nervt aber nicht – ausgezeichnet. Auch weiß der Signature sehr behutsam mit dem Klavier umzugehen, das einen sehr feinen Kontrast zu der Stimme bilden sollte – und hier auch tut. Paul Kuhn offenbart anschließend auch ein paar tonale Unterschiede zwischen beiden Geräten. Der Signature wirkt etwas voller und wärmer, der „normale“ Concept asketischer, schlanker. Die Gründe dafür würde ich allerdings in erster Linie beim Tonabnehmer verorten.

Fazit

Die Evolution des Clearaudio-Erfolgsmodells zur „Signature“-Variante ist in jedem Falle gelungen. Der Neue spielt sehr fein und flüssig und liefert genau den Schuss Wärme, den die Schallplattenwiedergabe ausmacht.

Finden Sie Ihr Wunschgerät

Kategorie: Plattenspieler

Produkt: Clearaudio Concept Signature

Preis: um 2500 Euro

1/2024

Spielt sehr fein und flüssig und liefert genau den Schuss Wärme, den die Schallplattenwiedergabe ausmacht

Clearaudio Concept Signature

Werbung*
Aktuelle Plattenspieler bei:
Weitere Informationen Plattenspieler
Weitere Informationen Plattenspieler
Weitere Informationen Plattenspieler
Weitere Informationen Plattenspieler
Weitere Informationen Plattenspieler
* Für Links in diesem Block erhält hifitest.de evtl. eine Provision vom Shop
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Clearaudio, Erlangen 
Telefon 09131 40300100 
Internet www.clearaudio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
Abmessungen 420 x 125 x 350 mm 
Gewicht (in Kg) ca. 7,5 kg 
Unterm Strich ... Die Evolution des Clearaudio-Erfolgsmodells zur „Signature“-Variante ist in jedem Falle gelungen. Der Neue spielt sehr fein und flüssig und liefert genau den Schuss Wärme, den die Schallplattenwiedergabe ausmacht. 
Neu im Shop

ePaper Jahres-Archive, z.B. Car & Hifi

ePaper Jahres-Archive, z.B. Car & Hifi
>> mehr erfahren
Holger Barske
Autor Holger Barske
Kontakt E-Mail
Datum 02.01.2024, 09:59 Uhr
379_21926_2
Topthema: Die ewige Legende
Die_ewige_Legende_1667396535.jpg
Harwood Acoustics LS3/5A

Es gibt Lautsprecher und dann gibt es noch die LS3/5A. Sie spaltet sowohl ihre Hörer, als auch die, die sie gar nicht kennen. Warum das so ist? Nun, dafür muss man sich vor allem anschauen und natürlich hören, was sie kann und nicht, was sie nicht kann.

>> Mehr erfahren
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 13.99 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 21.23 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 7.2 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (deutsch, PDF, 7 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

Hoer an Michael Imhof