Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Musical Life Jazz Reference


All that Jazz

Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 1
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Natürliche Werkstoffe sehen wir bei Plattenspielern gern – weil es sympathisch ist, weil es fast immer besser aussieht als Kunststoff und weil es – wenn der Konstrukteur eine kluge Auswahl trifft und das richtige Material an der richtigen Stelle einsetzt – verdammt gut klingt

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Phonoverstärker


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Verstärker


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Lautsprecher


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Zubehör:


 Netzleiste von HMS, Supra
 NF-Kabel von Silent Wire, van den Hul
 Lautsprecherkabel von Silent Wire
 Basen von Thixar und Accurion


Gegenspieler



Plattenspieler


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Der Musical Life Jazz Reference ist auf den ersten Blick ein recht kompakter Plattenspieler, der sich in Sachen Luftverdrängung gar nicht mal so sehr von einem klassischen „Brettspieler“ unterscheidet – man möge mir diese Majestätsbeleidigung bitte verzeihen. Es gibt natürlich Beispiele ganz hervorragender Plattenspieler, die ebenfalls das traditionelle Design pflegen und sich dabei vor keinem noch so großen Masselaufwerk verstecken müssen. Namen wie Roksan, DPS oder Linn fallen mir da ein – allesamt keine ganz schlechten Vertreter ihrer Zunft. Apropos Masse: Ganz so ist es nun auch nicht, dass der Musical Life Jazz im Federgewicht antreten würde: Eine solide Schieferplatte unter der Zarge tut das, was Schiefer am besten kann: Schwer sein und für Ruhe sorgen.

Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 2Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 3Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 4Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 5Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 6Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 7Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 8Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 9Plattenspieler Musical Life Jazz Reference im Test, Bild 10
Michael Stolz ist ja für seine Schieferkonstruktionen bekannt geworden, wir erinnern uns an den noch weitaus konsequenter auf dieses Material setzenden Symphony in Ausgabe 2/2006. Der in unseren Breiten meist schwarze Stein (ja, Schiefer gibt es in allem möglichen Farben und Mustern!) ist sozusagen eines der Traummaterialien der Audiophilen. Neben seiner hohen Dichte verfügt er über eine hohe innere Dämpfung, so dass er an resonanzkritischen Stellen weitaus besser eingesetzt werden kann als andere Natursteine. Über drei Spikes wird die Schiefer-Grundplatte an den Untergrund angekoppelt – damit fungiert die massereiche Schicht als „Schwingungstöter“ zwischen dem Untergrund und der eigentlichen Zarge. Diese besteht aus einem wunderschön furnierten HDF-MDF-Sandwich und dient als Trägerplatte der Funktionselemente des Jazz, bis auf den sehr ruhigen Synchronmotor, der in einer durch Quellkautschuk vom Rest isolierten Aludose ruht. Ein recht großes Pulley überträgt die Antriebskraft auf den Acrylteller, der seinerseits gar nicht so viel Gewicht mitbringt – der ruhige Gleichlauf wird an dieser Stelle mehr dem Antrieb überlassen, der über eine aufwendige Motorsteuerung verfügt. In einem separaten Gehäuse wird ein netzunabhängiges Sinussignal generiert und in Class-A-Technik verstärkt – der absolut saubere Sinus versorgt den Motor. Als Geschwindigkeiten stehen 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung, beide können feinjustiert werden. Das Tellerlager besteht aus Stahldorn und -buchse – der Dorn mit der etwas härteren Oberfläche dreht sich auf einer Edelstahlkugel auf einem Teflonspiegel. Geschmiert wird mit Fett. Auf dem Lager ruht der Teller aus satiniertem Acryl mit einer Korkmatte. Ganz oben endet der Jazz Reference genauso, wie er unten beginnt: Ein Plattengewicht aus Schiefer krönt das Laufwerk. Ein besonderes Schmankerl des Musical Life ist der Tonarm. Wer jetzt meint, dass er diese Konstruktion schon einmal an anderer Stelle gesehen hat, der hat nur teilweise recht. Grundsätzlich kennt man das optischen Design von anderen Herstellern, nicht zuletzt aber auch von Musical Life selber. Eine feststehende, über eine Gewindestange in der Höhe verstellbare Basis mit einem großen seitlichen Überhang trägt das Armrohr. Wie es dieses trägt, ist der Clou: Beim Conductor SE – so der Name des Arms – setzt Michael Stolz ausschließlich auf Magnetkraft – es gibt keine feste Verbindung mehr zwischen Basis und Armrohr. Im Drehpunkt des Arms ist im Rohr ein kugelförmiger Neodym-Magnet eingelassen, der durch seinen Gegenpart oben in der Basis angezogen wird. Die Zentrierung erfolgt automatisch durch die Magnetkraft; eine Sache, die wir auch erst nicht glauben wollten, die aber fehlerfrei funktioniert. Ein weiterer Magnet unter dem Armohr stabilisiert die Position des Armrohrs. Es handelt sich beim Conductor sozusagen um einen hängenden Einpunkt-Tonarm – das Eigengewicht des Arms erhöht bei einer solchen Konstruktion die Lagerreibung nicht. Stabilisiert wird der Conductor durch ein weiteres Magnetpaar an der Unterseite – in einem gewissen Rahmen kann hier auch die Dämpfung justiert werden. Wie bei jedem nicht kardanischen Arm werden Azimut und Auflagekraft über ein exzentrisch gebohrtes Gegengewicht eingestellt – zur weiteren Azimut-Stabilisierung besitzt der Conductor ein zusätzliches Gewicht, das am eigentlichen Gegengewicht hängt. Michael Stolz selbst zieht den Betrieb ohne das Zusatzgewicht vor – in naher Zukunft wird der Arm mit einer leicht modifizierten Gegengewichtskonstruktion produziert. Selbstverständlich wird auch das Antiskating per Magnetkraft eingestellt. Vorne am Armrohr, für das diverse Edelholzsorten zur Auswahl stehen, sitzt ein recht massives rundes Headshell, das verschoben und verdreht werden kann. Die Armverkabelung geht durch bis zu den Eichmann Bullet Plugs. Alles in allem ein attraktiver, hervorragend verarbeiteter Arm mit ein paar technischen Finessen. Wer es noch etwas exklusiver haben möchte, der findet bei Musical Life den Conductor Vocalitas, der bei weitgehender Baugleichheit auf andere Materialien setzt. Ein Wort noch zum hauseigenen Tonabnehmer, mit dem wir die meiste Zeit gehört haben: Das Musical Life Andante basiert auf dem guten alten Denon DL103, dem Michael Stolz einen Graphitkorpus und eine Nadel mit Shibata-Schliff spendiert hat. Der Generator wurde mit C37- Lack behandelt und kryogenisiert – was man eben heutzutage seinem Tonabnehmer Gutes tun kann. Egal, welche Behandlungen Erfolg zeigten: Das Gesamtpaket spielt außerordentlich. Und zwar so außerordentlich, dass ich spontan Angst bekommen habe, dass diese Art der Wiedergabe mir binnen kürzester Zeit auf den Nerven gehen könnte. Aber – oh Wunder – das tat sie nicht, obwohl der Musical Life seine Prioritäten ganz klar auf die Details setzt, Feinheiten in der Rille entdecken möchte, die nie ein Mensch zuvor gehört hat. Und das schafft er: Selbst beim notorischen „The Man Comes Around“ von Johnny Cash – unserem mit Abstand meistgehörten Teststück, sind mir ein paar Finessen des Arrangements aufgefallen, die sich mit anderen Drehern nicht zwangsläufig erschlossen haben. „Das ist doch toll!“, kann man jetzt sagen. „Was befürchtet der denn da?“ Nun, wir haben es schon oft genug erlebt, dass die vermeintliche Qualität „Detailfreude“ sich ganz simpel als mangelnde Balance herausstellte. Nicht so der Musical Life: Ziehen wir noch einmal Herrn Cash heran: Die ganz tiefen Klavieranschläge des Songs stehen präzise und wuchtig im Hörraum, fast wie bei ganz großen Masselaufwerken. „Fast“, weil hier einfach ein relativ dünner Acrylteller gegenüber den ganz großen Boliden naturgemäß etwas zurückstecken muss – aber das Antriebskonzept des Jazz Reference funktioniert in Sachen Durchzugsstärke und Dynamik ganz hervorragend. Nach dem erwähnten kurzen Eindruck der Überforderung lässt man sich gerne ein auf den Musical Life: Das Auflösungsvermögen geht einher mit einer sehr natürlichen Art der Wiedergabe – die vielen Details sind keine einzelnen Versatzstücke, sondern setzen sich zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen. Das Hören wird auch dadurch einfach gemacht, dass nicht alles wie an einer Perlenkette aneinandergereiht stattfindet, sondern sich großzügig zwischen, vor und hinter den Boxen verteilt. Und so wird die Gesamtaufnahme des Parsifal zum echten Erlebnis: Das große Orchester kann alle Register ziehen – der Jazz folgt jedem Dynamiksprung ohne Verzögerung, während er im nächsten Moment feinste Schwebungen im einmaligen Orchesterklang Wagners optimal herausarbeitet. Sänger bekommen alle Luft und allen Raum, den sie brauchen, um ihre Emotionen hinauszuschmettern oder sie fast flüsternd mit einem Publikum zu teilen, das ebenso atemlos lauscht, wie wir zu Hause.

Fazit

Kein Plattenspieler zum mal eben nebenbei eine Platte laufen lassen: Der Musical Life Jazz Reference möchte gehört werden. Widmet man ihm ihm seine ganze Aufmerksamkeit, dann belohnt er den Hörer mit einer unglaublichen Fülle an musikalischer Finesse – Weltklasse

Preis: um 2990 Euro

Plattenspieler

Musical Life Jazz Reference


09/2010 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Garantie
Vertrieb Musical Life, Schmallenberg 
Telefon 02972 9629714 
Internet www.musicallife.de 
unterm Strich... ... Kein Plattenspieler zum mal eben nebenbei eine Platte laufen lassen: Der Musical Life Jazz Reference möchte gehört werden. Widmet man ihm seine ganze Aufmerksamkeit, dann belohnt er den Hörer mit einer unglaublichen Fülle an musikalischer Finesse – Weltklasse! 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 22.09.2010, 14:07 Uhr
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